Hessische
Moryenzeituns
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KommunlstlfKe Demonstratlonen gegen Klndenburg geplant?
Berlin, 6. Mai. (Sig. Snsormatiousdijewst.-Telegr.) Wie verlautet, heabsichsigen die Kommunisten am Lage des Amtsautritts des Reichspräsidenten von Hindenburg idÄm Aufmarsch der Verbände Gegendeinonstrationon zu veranstalten und Zwischenfälle hervorzurufen. Die Posixsi ist daher angewiesen worden, kommunistische Ltörungsversuche im Keime ju ersticken.
Dr. Luthers Besprechung mit Dr. Keld.
Berlin, 6. Mai. (Sig. SuforutsaÜonsdienfi.-Lelegr.) Wie wir hören, wird RÄchskanzler Dr. Luther während seines Mnn chenetr Aufeuchaltes eiqe neue Besprechung mit dem barserischeu Alimsterpräsidewteu Dr. Held haben, die sich auf die zwischen Bagern und dem Reich schwebenden Fragen beziehen wird. Dabei soll auch die iunerpolitische Lage zwischen dem Reichskanzler und dem bagerischen Regierungschef eingehend esrörtert werden.
Dr. Frenkens Bericht über das besetzte Gebiet.
Berlin, 6. Mai. (Sig. SufornkMonsdienst.-Delegr.) Reichsjustizminister Dr. Frenken, der nu...nchr feine Rundreise durch das besetzte Gebiet beendet hat, wird, wne wir erfahren, dem Aoichskabinett Donnerstag den 7. Mai über die Lage im besetzten Gebiet Bericht erstatten. Am Anschluß daran wird die Roichsregierung über eine Reihe von Maßnahmen Beschluß zu fasten haben, welche die Forderungen der besetzten Gebiete be- freffett und die zum Seit auf eine wirtschaftliche Entlastung der Gemeinden hinzielt.
Zur Rede Houghtons.
wtb. London, 6. Mai. telef. Die „Morning Post" meldet aus Washington, die Lktsache, daß die Rede des neuen amerikanischen Botschafters Houghton auf einem Esten der Pilgrim- gesellschjaft in London von der amerikanischen Presse an hervorragender Stelle gebracht werde, zeige die ihr zugeschriebeue Bedeutung. Es bestehe guter Grund zu der Annahme, daß die Rede entworfen wurde bevor Houghton von Washington abreiste und daß sie genau die Ansichten Eoolidges und Kelloggs zum Ausdruck bringe. Der Berichterstatter des Blattes bemerkt, in gewissen amerikanischen Kreisen wachse die Ansicht, daß Europa zu viel Geld geliehen worden fei und daß das Gew anstatt zum Wiederaufbau verwendet zu werden, von einigen Regierungen für die Erhaltung chres Heeres ausgegeben worden sei. Die amerikanische Haltung sei kurz gesagt: Weshalb kaun Europa den Krieg nicht vergesten?"
Die Haltung des Weimarer Blocks
Der Verlauf der Steuerdebatte im Reichstage zeigt, daß nur die Opposition der Sozialdemokratie eine grundsätzlich schürfe Haltung gegen die Regierung einnimmt und die anderen außerhalb der Regierung stehenden Gruppen weit gemäßigter auftreten. Die Demokraten erklären ganz offen, daß sie gar Kem önie reffe daran hätten, im gegenwärtigen Stadium der Dinge der Regierung Luther Schwierigkeiten zu machen. Gerade im Hinblick auf das Ergebnis der Reichspräfidentenwahl sei es notwendig, daß der Weimarer Block seine Stellung dazu gebrauche, die parlamentarische Situation eher zu klären als zu verwirren. Ueberhaupt nehmen die Demokraten in vielen Fragen einen ganz anderen Standpunkt ein als die Sozialdemo- s . Aeispielsweise wollen die demokratischen Mitglieder des lAeicbsbanner schwarz-rot-gold am Tage des Empfanges des neuen Reichspräsidenten von Hindenburg mit schwar-rot- g eneu Fahnen an den öffentlichen Kundgebungen teilnehmen, um damit auch äußerlich zu demonstrieren, daß sie ohne jede Verbitterung und Verärgerung den neuen Reichspräsidenten begrüßen. Diese Absichten der Demokraten haben in den sozialdemokratischen Kreisen einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Die sozialdemokratischen Reichsbannerleute weigern sich ganz entschieden, sich am 11. und 12. Mai an irgendwelchen
^^È" zu beteiligen, und verlangen von den Reichs S daß sie die demokratischen Absichten ver-
Stunde hat das Reichsbanner noch ,keinen Be- Das Verhalten beim Empfang Hindenburgs gefaßt,
führenden l ™ Demokraten aufrecht zu erhalten. Aus trumsvorstände in x 2s'ntrumspartei verlautet, daß die Zen- politische Haltung sCn ^cWten Sagen über die künftige innenschon jetzt mit Süb/rk?Qrtei Schluß fassen werden. Es sei techin als Mittelnark ^ vorauszusehen, daß das Zentrum wei- treuen Politik dec i„" an Grundsätzen einer verfassungs- ercu Ausgleichs festhalten werde. Mit
Die internationale Waffenhandel-Konferenz.
wtb. Genf, 6. Mai. telef. Die Konferenz zur Kontrolle des internationalen Waffenhandels fetzte heute vormittag ihre Arbeiten unter dem Vorsitz von Sutton de Wiart fort. Sie ernannten 9 Delegierte, die zusammen mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten das Büro der Konferenz bilde« werde. Unter den Genannten befindet sich der Fichrer der deutschen Delegation. 2n das Büro wurden ferner Vertreter der ‘bereinigten Staaten, Frankreich, England, Stallen, Japan, der Tschechoslowakei, Brasilien und Spanien gewählt.
Eine Bazille-Beleidigung gesühnt.
wtb. Stuttgart, 6. Mai. telef. Das große Schöffengericht hat den Sozialdemokraten, Laudtagsabgeordneter Dr. Schumann, Redakteur der „Schwäbischen Tagwacht" wegen Beleidigung des Staatspräsidenten Bazille zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Württembergische Landtag hatte für diesen Fall die parlamentarische Immunität des Abgeordneetn Schumann aufgehoben.
Zwei schwere Mülle in Berlin.
wtb. Bersin, 6. Mai. telef. Der „V. Z." zufolge ereignete sich heute vormittag in Berlin zwei schwere Unfälle. Auf dem Baugruudstück der städtischen Elektrizitäts-Umspannwerke stürzte ein eiserner Träger herab und verletzte 5 Arbeiter, darunter drei schwer. Einer der Schwerverletzten befindet sich in Lebensgefahr. — Der zweite Unfall entstand durch die Explosion eines Heizungskesjels im Kellecramn eines Haches im Norden von Bersin. Die Feuerwehr hat bereits einen Toten geborgen. Au- scheiwend sind der Explosion mehrere Personen zum Opfer gefallen. Um die Mittagsstunde fehlen jedoch noch weitere Sin- zelheiten.
Was geht bei der Reichsbahn vor?
Von unserem Berliner Mitarbeiter wird uns vom 6. Mai geschrieben:
ön den letzten Lagen sind über die pwivtschaftliche Lage der Reichsbahn die wildesten Gerüchte verbreitet worden, sodaß in den politischen und wirtschaftlichen Kreisen wegen der angekündigten Tariferhöhungen die stärkste Beunruhigung einge- treten war. Man hatte unter anderem behauptet, die finanzielle Lage der Reichsbahn sei geradezu katastrophal und drohe zu ernsten Konsequenzen zu führen, Jn der Verwaltung seien, Differenzen ausgebrochen und der Generaldirektor der Reichs- bahnon Oeser, der sich wegen einer ernsten Erkrankung seit
der Regierung Luther werde das Zentrum vorbehaltlos zusammenarbeiten, solange dieses Kabinett nichts Unternehme, was die Verfassung und die Rechte des Reichstages irgendwie beeinträchtigen könnte. Man habe zu dem Reichskanzler Dr. Luther soviel Vertrauen, daß er zu klug und zu verantwortungs bewußt sein werde, um etwaige innere Verfassungskämpfe Heraufzu beschwören, und man glaube auf diese weise wesentlich zuversichtlicher der nächsten Zukunft entgegensehen zu können, als es im ersten Augenblick nach dem Wahlsieg Hindenburgs der Sall war. Jn Preußen werde das Zentrum allerdings nicht ■ Eon abgehen können, mit den bisherigen Regierungsparteien gemeinsam vorzugehen, selbst wenn es zu einer Auflösung des Landtages kommen sollte. Die Sozialdemokratie ist im Reichstag entschlossen, eine grundsätzlich verschärfte Oppositionsstel- ung einzunehmen, und sie will daher unter allen Umständen verhindern, daß die Demokraten die parlamentarische Front der Regierung Luther verstärken. Jm Reichstage haben daher gemeinsame Besprechungen zwischen demokratischen und sozialdemokratischen Führern stattgefunden, bei denen das Ergebnis erzielt wurde, daß die Demokraten ihre Haltung zum gegenwärtigen Reichskabinett in keiner Weise ändern werden. Die demokratische Reichstagsfräktion beharrt nach wie vor auf ihrem Standpunkt, der Regierung Luther fernzubleiben, selbst wenn man ihr noch so weitgehende Zugeständnisse machen sollte. Man hat aber gleichzeitig die Sozialdemokratie darauf aufmerk lam gemacht, daß man entschlossen sei, lediglich eine sachliche Opposition zu treiben, und keineswegs bereit wäre, um jeden Preis der Reichsregierung Schwierigkeiten zu machen. Reichs- Kanzler Dr. Wer, der voraussichtlich am Freitag Abend aus München nach Berlin zurückkehren wird, beabsichtigt, die Par- eifuhrer für Sonnabend zu Besprechungen über die parlamen- faWe Lage und über den Amtsantritt des Reichspräsidenten von Hindenburg zu empfangen.
längerer Zeit auf Urlaub befindet, werde nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Von feiten der ReichÄbahnverwaltung ist nunmehr eine Erklärung ergangen, in der alle alarmierenden Gerüchte über die angebliche katastrophale Lage der Reichs bahn z-urückgewiesen werden. Vielmehr wird behauptet, daß das Etatsjahr 1925 voraussichtlich mit rund 5550 Millionen in Einnahmen und Ausgaben abschließen werde. Die Ausgaben der Reichsbahn seien vor allen Dingen nur deswegen so außerordentlich hoch gewesen, weil die Wiederinstandsetzung der Rhein- und Rührbahnen in diesem Sahre allein rund 100 Millionen Kosten verursacht habe und auch sonst der allgemein erwartete wirtschaftliche Auflchwung ausgeblieben sei.
An Reparationszahlungen hat die Reichsbahugeseltschaft im ersten Sahre 200 Millionen, im zweiten 595 Millionen, im dritten 550 Millionen und vom vierten Sahre ab 660 Millionen Goldmark jährlich zu leisten. Die Zahlung für 1925, die am 1. September geleistet werden soll, ist bereits sichergestellt. Auch für die Reparationszahlungen der nächsten Sahre glaubt die ReichSbahnverwaltung schon jetzt bestimmte Sicherheit geben zu können. Hinsichtlich des Züsammenarbeitens zwischen der deutschen Verwaltung und den ausländischen Mitgliedern des Verwaltungsrates wird von Seiten der Reichsbahngesellschaft gemerkt, daß von ausländischer Seite auf die Preis- und La- rifpolitik bisher keinerlei Einfluß ausgeübt worden sei. Wei- terhin wird entschieden bestritten, daß bisher von ausländischer Seite etwa auf die Personalpolitik irgendein Einfluß ausge- übt worden wäre. Auch von einer finanziellen Krise der Reichs Hahn könne nicht die Rüde sein. Die Erklärungen der Reichsbahngesellschaft haben im allgemeinen besänftigend gewirkt unb namentlich die parlamentarischen Kreise hinsichtlich der Gefahren, die den deutschen Eisenbahnen drohen könnten, wesentlich beruhigt. Trotzdem wird die Frage der Reichsbahnen noch im Reichstag aufgeworfen werden, da sich ein Teil der politischen Oeffentlichkeit mit den Aufklärungen der Reichsbahngesellschaft noch nicht zufrieden geben will. 3n den Kreisen der Reichsregierung erklärt man jedoch, daß man den Mitteilungen des ‘Direktoriums ohne weiteres Glauben schenken könne, denn es handele sich bei den Angriffen gegen die Reichsbahngesellschaft tatsächlich^ nicht um ernst zu nehmende Behauptungen. Es sei sölbstverständlich, daß die deutschen Mitglieder der Eisenbahnverwaltung dem Deutschen Reiche gegenüber verpflichtet sind, in voller Wahrhaftigkeit über die wirkliche Lage der Reichsbahnen zu^ berichten und nichts zu verheimlichen, was etwa eine Gefahr für die Zukunft des deutschen Verkehrswesens darstellen könne. Das Reichskabinett nehme von sich aus keine Veranlassung, auf Hattloso Gerüchte hin irgendwelche Schritte zu nehmen, die einen Eingriff in die Rechte der Reichsbahn- gesellschaft, darstellen könnten. Der Reichsvevkehrsminifter werce im übrigen dem Reichstag gegenüber die volle Verantwortung dafür übernehmen, daß die Preis- und Sarifpolitik bei der Reichsbahn nicht von Erwägungen ausg^he, die für ine deutsche Wirtschaft schädlich sein könnten. Diejenigen Krei- sc, die jetzt beunruhigende Nachrichten über die Lage der Reichs bahngesellschaft verbreiteten, seien im übrigen nicht klar darüber welch ernster Nachteil für das Reich aus ihrer Tätigkeit entstehen könnte.
Sie rbeinifibe Melfeier.
er^n Waagen fingen die Festlichkeiten zum Begehen der chemischen Sahrtausendfeier an. Der Zeitpunkt Ueberlieferung bestimmt, kein curch gefällige Forschung angenommener Termin, wie bei manchen Tausendizahrfeiern von Städte^ mit ungenauen Gründungs dokumenten. Das rheinische Fest gilt aber auch einem großen nationalen Ereignis, das weit über den Rahmen der Rheinlande die ganze deutsche Ration betrifft.
925, am Abend vor den Vorbereitungen zu dem unaufschiebbaren schweren Feldzug gegen die aus dem Osten vordringenden Mächte, war nach mehrjährigen Kämpfen durch s ^ geschichtliche Kritik mit Recht als einen
der deutschen Herrscher bezeichnet, die deutsche Einheit am Rhein hergestellt. Damals begann der große baükUnstlerische und romantisch-poetische Aufschwung der Rheiulande und zugleich auch die eigentümliche Entwicklung der rheinischen Be- mit deutschem Gemüt begabt, beeinflußt durch die westgotische Aachbarschaft, eine gewisse Leichtigkeit des Geistes ?wM "* -" - w. L... /^ini^en Bevölkerung, empfänglich durch die k-r i Schaft und ihren köstlichen Wein, erwuchsen viele irische um poetische Kräfte, für deren Winken die Hei- ma leibst mit ihrem durch malerisches Gebirge strömenden Strom tie besten Möglichkeiten zur Darstellung bot. Außerdem zogen caste so bevorzugten und gesegneten Gaue die Meister anderer deutscher Gebiete an. So sehen wir denn, wie im Mittelalter die deutsche Baukunst, vor allem die romanische und gotische Bauweise in der Landschaft am Rhein und feinen Rebentälern sich durch prächtige Bauzeugen repräsentiert, die noch in den