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E Hessische ,

Morgenzeltung

Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön M- Bogelsbers- Fulba- unö Haunetal

Die Hessische Morgen, eitung" erscheint wöchentlich 6 mal, lauster Montags), Sonntags mit H M. Z. im Bild. Bezugspreise: Durch die Post bezogen monatlich 1.50 Rcntcnm. au«W«W> Postgebühren. Bei Zustellung durch unsere Träger monatlich 1.75 Rentenmark.

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stornier 109.

I

Dienstag, den 12. Mai ISA.

59. (») Jahrgang.

Ave, dux Germaniae!

wtb. Berlin, 11. Mai. totes. 5m Laufe des heutigen Vor mittag wurden die letzten Vorbermtungeu zum Empfang ^s Reichspräsidenten gottoffen. Der Kaiserdamm, durch den das Auto des Reichspräsidenten den Weg nach dem Palais des Reichskanzlers nehmfen! wird, bildet ein außerordentlich buntes und belebtes Bild. Zaft alle Häuser Berlins haben geflaggt. Roben fchwarz-weiß-rotein Zahnen sieht man auch eine Anzahl eepublikamischer ReichssarbM. Die Polizei war schon vormit­tags sehr wesentlich verstärkt wordein, da man Störungen der an marschierenden Abordnungen durch Angehörige der kommunisti­schen Organisation befürchtete. Bei dem Empfang auf dem Bahnhof Heerstraße hat man sich dem Wunsche des Aeichspräfi- denttn entsprechend den Empfang so einfach wie möglich zu ge­stalten, auf die Anbringung von Girlanden auf dem B<chwsteig selbst beschränkt. Hingegen wurde der Treppenaufgang mit blü henden Blattpflanzen und Lorbeerbäumen dekoriert.

Aastânbtsche Besuche bei Hindenburg.

Berlin, 11. Mai. sEig. Snformatiousdienst.-Eelegr.) Wie wir von unterrichteter Seit erfahren, haben bereits mehrere Staatsoberhäupter befreundeter Rationen dem neuen Reichsprä­sidenten von Hindenburg für die nächste Zeit ihren Besuch in Aussicht gestellt. Unter anderem dürfte die Königin Wilhelmine von Holland und der König von Schweden noch in diesem Som­mer nach Berlin kommen, um dem Reichspräsidenten von Hin­denburg zu begrüßen. Auch der österreichische Bundespräsident Dr. Hainisch will den deutschen Reichspräsidenten aufsuchen.

Kellpacks SMwunfchtelegramm.

rotb. Borin, 11. Mai. tolef. Der badische Staatspräsident Hellpach hat an den Reichspräsidenten von Hindenburg fol­gendes Telegramm gerichtet:Zum heutigen Tage an dem Sie Herr Reichspräsident Shr hohes Amt übernehmen entbiete ich Shnen warnens der badischen Staatsregierung ans richtigen Wunsch für eine segensreiche Tätigkeit im Dienste des deutschen Volkes und des Reiches.

Seine Erhöhung der Anfwertungsfätze.

Berlin, 11. Mai. (Sig. Snformaüonsdienst.-Tettgr.) Ge­genüber den von den Parteien geäußerten Wünschen auf eine Erhöhung der Sätze der Aufwertungsvorlage erfahren wir aus

Das Programm der Amtseinführung des Reichspräsidenten.

wtb. Berlin, 10. Mai. Reichspräsident Hindenburg begibt sich am 11. Mai mit dem in Hannover um 1,38 Uhr nachmittags abgehenden fahrplanmäßigen D-Zuge im Salonwagen zusammen mit Major von Hindenburg, dessen Gemahlin sowie Oberst­leutnant a. D. von Feldmann nach Berlin, wo er auf dem Bahnhof Heenstratze um 5,52 Uhr nachmittags eintrifft. Hier wird der Reichspräsident vom Reichskanzler, dem Reichswehr- minifter, dem Reichsminister des Innern, dem Thef der Hee­res- und Marineleitung, den Staatssekretären Dr. Meitzner und Dr. Kempner, dem Kommandanten von Berlin, dem Oberbür­germeister, dem Polizeipräsidenten und dem Kommandeur der Schutzpolizei empfangen. Die lOjäßrige Tochter des Reichs­kanzlers wird einen Blumenstrauß überreichen. Von dem Bahnhof Heerstraße fährt der Reichspräsident mit seiner Be­gleitung^, dem Reichskanzler, dem Reichsminister des Innern, den Staatssekretären Meitzner und Kempner, dem Polizeipräsi­denten und dem Kommandeur der Schutzpolizei bei gutem Wet­ter in offenem Wagen über den Reichskanzlerplatz, die Bis- marckftraße, die Eharlottenburger Thausfee, das Brandenbur­ger Tor und die Straße Unter den Linden zum Hause des Reichs Kanzlers in der Wilhelmstraße. Auf dem Wege werden die Ver bände und Vereine, die sich in einer Stärke von etwa 200 000 Mann gemeldet haben, nach besonderer Platzordnung zur Be- grüßung Aufstellung nehmen. Vom Brandenburger Tor ab wirb der Wagen des Reichspräsidenten durch einen Zug berit- tener Schutzpolizei eskortiert werden. Der Reichspräsident und

Begleitung nehmen zunächst im Hause des Reichskanzler Luohnung. Abends wird der Reichspräsident beim Reichskanz- 11 ' Kreise das Abendessen einnehmen.

mit beJ2^ vormittags 11.45 Uhr wird der Reichspräsident t e'â)skanzler vom Hause des Reichskanzlers zum oen bei gutem Wetter ebenfalls in offenem Wa- BranbenhiZ ^ Wilhelmstratze über die Linden, das 4 des Reichst!-^ Unb ^>e Friedrich Ebertstraße zum Portal Direktor des c TGt "°u einem Vizepräsidenten und dem der BeicbspräZnZ empfangen wird. Um 12 Uhr betritt «Mrahbent ^memsam mit dem Präsidenten des Reichs

den Kreisen des Rcichsfinanzministeriums, daß die Reichsre- gierung keinerlei Aenderungen der Aufwertungssätze zulassen zu können glaubt. Es besteht zwar die Wahrscheinlichkeit, baß eine Mehrheit des Reichstages höhere Aufwertungssätze verlangt, aber in einem solchen Falle würde der Reichsfinanzminister ge­zwungen sein, schärfsten Widerspruch zu erheben. Die jetzige Regelung sei das weitgehendste, was die Reichsregierung in der Aufwertungsfrage zugestehen könne.

Die Räumung der nördlichen Rheinlandzone.

Berlin, 11. Mai. (Sig. Snformatiousdieust.-Telegr.) Aach den in Berlin vorliegenden Aachrichten des deutschen Botschaf­ters in London, Dr. Sthamer, trifft es zu, baß die englische Regierung in Zorm eines Kompromißvorschlages die gleichzei­tige Räumung des Ruhrgebiets mit der nördüchen Aheinland- zoue für den 16. August anstrebt. Dieser englische Vorschlag bil bet gegenwärtig hon Gegenstand eingehender Verhandlungen zwi scheu Zrankreich und England. Der deutschen Regierung ist inoffiziell mitgefeilt worden, baß eine Räumung für den 16. Au­gust in Aussicht genommen werden könnte, wenn die Reichsre­gierung bis dahin die angekündigten Forderungen der Votschas- terkonsereu; in der Abriistungsfrage erfüllt haben werde. Man hat in Berlin den Eindruck, baß dieser englische Vermittlungs- Vorschlag den Ausgangspunkt zu weiteren Verhandlungen über die Sicherheitsfrage bieten soll. Es ist selbstverständlich, baß die Reichsregierung bei der nächsten Gelegenheit ihr Bedauern darüber zum Ausdruck bringen wird, baß die Räumung der nörb ließen Rhoichandzone bis zum August hinausgezögert werden soll.

Die Eicherhettsfrage.

DerTemps" beschäftigt sich in seinem Leitartikel vom 9. Mai wiederum mit der Sicherheitsfrage. Er stellt fest, daß vom ersten Tage an, an dem man die Räumung der Kölner Zone diskutiert habe, die Engländer erklärt hätten, baß die Beibehal­tung der Besetzung unter keinerlei Vorwänden mit der Garan­tie verknüpft werden könne, die man Frankreich und Belgien gewähre oder verweigere. Auch die Deutschen hätten die bri­tische These angenommen und wiederholt hätten der Reichs­

kanzler und der Reichsautzenminister erklärt, baß die Frage der Räumung der Kölner Zone und die der Sicherheit nicht mit­einander verbunden werden könnten, weil die Alliierten die

tags die Präfidententribüne im Plenarfitzungssaale. Der Prä­sident des Reichstags kündigt an, baß der Reichspräsident den durch Art. 42 der Reichsverfassung vorgeschriebenen Eid leisten wird. Der Reichspräsident leistet daraus den Eid. Der Präsi­dent des Reichstages spricht den Glückwunsch des Reichstages zur Uebernahme des Amtes aus, der Reichspräsident dankt in einer Ansprache an den Reichstag und bringt darauf ein Hoch auf bas Deutsche Reich und das deutsche Volk aus. Alsdann begibt sich der Reichspräsident, begleitet von dem Präsidenten des Reichstages und dem Reichskanzler zur großen Freitreppe an den Königsplatz. Hier bringt der Reichskanzler ein Hoch auf den Reichspräsidenten aus, an das sich das Deutschlandlied anjebiießt. Während der Feier im Reichstag konzertiert auf dem Königsplatz eine Kapelle der Reichswehr. Vor dem Reichs tagsgebäude steht mit der Front zum Portal 1 eine Ehrenkom­pagnie des Wachregiments Berlin der Reichswehr. Der Reichspräsident, begleitet vom Reichswehrminister, schreitet die dront der Ehrenkompagnie ab und fährt dann mit dem Reichs­kanzler im Kraftwagen, geleitet von einer Schadron Kavallerie des Reiterregiments Nr. 4 über den Königsplatz, an dem Bis­marckplatz vorbei durch die Friedensallee, das Brandenburger Tor und die Wilhelmstratze zum Hause des Reichspräsidenten. Hier empfängt der Stellvertreter des Reichspräsidenten Dr. Si­mons den Reichspräsidenten und übergibt ihm die Geschäfte. Nachmittags um 1.15 Uhr werden der Reichskanzler, die Reichs minister sowie der Thefpräsident des Oberrechnungshofes beim Reichspräsidenten vorsprechen und ihm ihre Glückwünsche dar­zubringen. Es schließt sich ein Frühstück an, zu dem der Stell­vertreter des Reichspräsidenten Einladungen an beut Reichsprä­sidenten, den Reichskanzler, die Reichsminister, den Präsidenten des Reichstages, den Thefpräsidenten des Rechnungshofes, die Thefs der Heeres und Marineleitung, die Staatssekretäre des Büros des Reichspräsidenten und der Reichskanzlei sowie den Major v. Hindenburg und Gemahlin hat ergehen lassen. Für ben 13., 14. und 15. 5. sind eine Reihe von weiteren Empfängen vorgesehen, darunter am 14. 5. ein Empfang der fremden Bot­schafter, Gesandten und Geschäftsträger.

Verpflichtung gehabt hätten, gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages die Kölner Zone am 11. 1. zu räumen, was falsch sei, da die Räumung Bedingungen untergeordnet sei, die das Reich noch nicht erfüllt habe. Der Temps erklärt, es sei besonders gefährlich, baß gewisse englische Blätter die Ansicht vertreten, datz angesichts des Vorschlages eines Garan­liepaktes die effektive Entwaffnung Deutschlands gewisferma- ßen zu einer untergeordneten Frage geworden fei und baß eine absolut neue Situation herbeigeführt sei. Eine solche Auffas­sung könne nicht zugelassen werden, da der abzuschlietzende Ga­rantiepakt auf keinen Fall an die Stelle der Sicherheit treten könne, die sich aus dem Friedensvertrag ergebe. Der Temps hofft, baß die französische Antwort auf die deutschen Vorschlä­ge dies klar zum Ausdruck bringen und außerdem so gehalten sein werde, baß die deutsche Regierung gezwungen werde, chre geheimsten Absichten bekanntzugeben. Dann erst könne man sagen, ob Aussicht bestehe, einen Vertrag abzuschlietzen. der et­was anderes als ein Notbehelf oder eine Falle sei. Ein derarti­ger Pakt könne erst dann in Kraft treten, wenn Deutschland mit all den Verpflichtungen in den Völkerbund ausgenommen wor- densei, die sich daraus ergeben. Aber auch hier gebe es noch einige dunkle Punkte. Es scheine, baß man in Berlin die not­wendige Demarche in Genf nicht beschleunigen, sondern den Ein­tritt erst dann vornehmen wolle, wenn die Räumung der ersten rheinischen Besatzungszone durchgeführt sei. Wenn sich das bestätige, werde man darin einen Grund mehr finden, sich mit allen notwendigen Vorsichtsmatzregeln gegenüber dem deutschen Reiche zu umgeben.

wtb. Paris, 9. Mai. Wie ergänzend über den heute vor- mittag stattgefundenen Ministerrat berichtet wird, hat Autzen- minister Briand in Anbetracht der Tatsache, baß die Erklärung Des Finanzministers den größten Teil der heutigen Sitzung des Kabinettsrats in Anspruch genommen habe, die Erklärungen, die er bezüglich des Garantiepaktes und des Entwurfes der Ant wort an Deutschland zu machen hatte, für den nächsten am kommenden Dienstag stattfindende Ministerrat Vorbehalten Es ist deshalb, wie das Journal des Gebots hervorhebt, wahr­scheinlich, datz die Botschafterkonferenz am Dienstag keine Sih ung abhalten wird, da die französische Regierung Wert darauf lege, ihre Vorfchläge in der Sicherheit- und Räumungsfrage als Antwort auf das englische Memorandum den interessierten alliierten Regierungen bekanntzugeben, bevor die Botschafter- Konferenz hierzu Stellung nimmt. Man behaupte daß die haupt­sächlichsten Meinungsverschiedenheiten zwischen London und Pa­ris sich auf die Frage der Räumung der Kölner Zone beziehen. Die britische Regierung verlange die Zestsetzung eines Termins; Autzenminister Briand dagegen suche, da die britische Regierung auf ihrem Vorschlag, deutsche Delegierte über den Kontrollbe- richt anzuhören, verzichtet habe, seinerseits Entgegenkommen zu beweisen, indem er, nicht wie die französische Regierung es ur­sprünglich beabsichtigt habe, überhaupt keine Verpflichtung über den Zeitpunkt der Räumung zu übernehmen, jetzt ein Kom­promiß vorschlage. Gemäß der britischen Anregung soll Deutsch land aufgefordert werden, eine Serie von Maßnahmen durch­zuführen, und zwar die erste am 1. 6., die zweite bis 1. 7. und bie dritte bis 1. 8. Da die englische Regierung fordere, daß grundsätzlich die Kölner Zone zum 15. 8. geräumt werde, ver- lange Frankreich, daß bestimmt werde, daß die Räumung erst dann erfolgen könne, wenn nach Prüfung festgestellt sei, daß Deutschland ben oben bestimmten Terminen alle Maßnahmen ergriffen habe die die Alliierten Deutschland bekanntgegeben haben.

Das umgefärbte Sachsen

Von unserem B. S.-kMitarbeiter wird uns aus Dresden, Dom 9. Mai 1925 geschrieben:

Sachsen hieß früher dasrote Königreich" unb schien diesen Bamen mit Recht zu führen. Mehr als einmal gelang es den Sozialdemokraten, bei Reichstagswahlen als Sieger aus ibem

Wahlkampf hervorzugehen, sodaß Sachsen fast ausschließlich mit sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten in Berlin oertre- tenr. Das gleiche Ergebnis für Sachsen wurde nur dadurch verhindert, daß das Landeswahlgefetz gewisse Einschränkungen schuf und damit eine sozialistische Mehrheit unmöglich machte Es war seinerzeit nicht leicht, den marxistischen Sozialismus in Sachsen emzufuhren; denn das Volk ist konservativer, vielleicht auch im olenter, als man es im allgemeinen in Deutschland an- ?u reffen pflegt. Von feßer ein Industrieland, mußte Sachsen nach rem Kriege von 1870-71 den Weg der Fudustrialisierung gehen, da die Bodenverhältnisse zu der Ernährung nicht ausreich ten. weswegen auch schon seit Jahrhunderten die Sachsen, be­sonders die erzgebirgische Bevölkerung Bergbau unb Industrie, in bescheidenem Umfange allerdings, getrieben hatten. Arm an Rohprodukten, konnte sich nur eine verarbeitende Industrie entwickeln, die mit der Konkurrenz zu kämpfen hatte, sodaß sich noturnotwendig ein gewisser Gegensatz zwischen Unternehmern