SurklpretS 10 (soidp/g.
HeWche ■ Morsenzeltung
Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön uns Vogelsberg, Fulda- und Haunetal
Dt« „9rfjif4e Morgenzeitung" rr[<f)cint wgfymtlitf) ’S wal, s außer Montags), Sonntags Anzeigen: Die 7gespaltene MillimeteizeileOM, auswärts N.Y7Rentenmark. Die 92 mm
mit b.W.3. im Bild. Bezugspreise: Durch die Post bezogen monatlich 1.50 Rentenm. JÜt ^fg VoÜTgèMetNschafl Für fegst StGHÖCftiCÖCn breite Millimeter Reklamezeile lokal 0,30, auswärts 0,40 Rentenmark. Bei Wiederholung
ausschließlich Postgebühren. Bei Zustâng durch unsere Träger monatlich 1.75 Rentenmark. Rabatt. Postscheckkonto Franksurt a. M. 28012. Fulda, Kanalsttaßc 44. Fernsprecher 113.
a^^M«MMMM»»MMWMMM»MB»WWM|,''<» iN« lEWI 'OHWUWMiliaMIIWr Ut» H.UMWIBmUi f IM» M B—HMBSCTXM. WH» '.MMfMH JJ JMUHMJ.Ul*JMMa— ^^^^— ■ Sommer 110. Mittwoch, den 13. Mai 1925. 59. (2.) Jahrgang.
Die Kundgebung des Reichspräsidenten von Sindenburg an das deutsche Volk!
rotb. Bertin, 12. Mai. telef. Reichspräsident von Hindenburg hat ans Anlaß seiner heutigen Amtsübernahme folgende Kundgebung au das deutsche Volk erlassen: „Am 26. April 1925 hat mich das deutsche Volk zu seinem Reichspräsidenten gewählt. Am heutigen Lage habe ich das neue bedeutungsvolle Amt augetreteo. Getreu des von mir geleisteten Lides will ich alle meine Kräfte daran setzen, dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen, die Verfassung und die Gesetze zu wahren und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben. 2n dieser feierlich ernsten Stunde ruße ich unser ganzes deutsches Volk zur Mitarbeit auf. Mein Amt und mein Streben gehören nicht einem einzâeu Stande, nicht einem Stamm, oder Konfession, nicht einer Partei, sondern dem gesamten, durch harte Schicksale verbundenen deutschen Volk in all seinen Gliedern. 2ch vertraue aus den Beistand des ewigen Gottes, der uns auch durch die schwüre Rotzeit unserer Lage gnädig hindurchführen wird. 2ch vertraue aus die in einer stolzen und ruhmreichen Vergangenheit bewährten nn- sterblicheu Lebenskräfte her deutschen Ration. 2ch vertraue aus den gerade in schwerster Heil immer wieder gezeigten opferbereiten Lebenswillen unseres Volkes. 2ch oertraue endlich auf den großen Gedanken der Gerechtigkeit dessen mit aller Kraft zu erstrebender Sieg auch dem deutschen Volke nnrd-r seinen würdigen Platz in der Welt verschaffen wird. Mein erster Gruß Mt allen denen, die unter der Rot unserer 5«H besonders leiden, er gilt den Vielen die im harten wirtschaftlichen Ringen um ihr Dasein stehen, er gilt dem ganzen arbeitenden Volke von dem die schwere Lage von Staat und Wirtschaft besonders Leistungen erfordert, er gilt den Volksgenossen außerhalb der deutschen Aeichsgrenzea, die mit uns durch die Wahl des Blutes und der großen Kulturgemeinschaft unlöslich verbunden sind, er gilt besonders den Alten und Kranken, die voll Sorgen einem trüben Lebensabend eutgegenblicke« und er gilt endlich unserer Hoffnung, unserer deutschen Sugeud. Wir wollen auch weiterhin gemeinsam streben, durch ehrliche und friedliche Leistungen unserem berechtigten Anspruch auf Achtung, Anerkennung bei den anderen Völkern zu verschaffen und den deutschen Namen von ungerechtem Makel zu befreien, der heute aus ihm haftet. Durch Selbstachtung zur Achtung der Welt; durch Selbstvertrau en zum Vertrauen der anderen. Wir wollen alle danach trachten in der Entwicklung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Semeins chaftrlebens jedem einzelnen Land- und Volksgenossen sein tägliches Brot, sein AnteL am deutschen Kulturgut und seine würdige Stellung in der Volksgemeinschaft zu sichern. Das Reichsoberhaupl verkörpert den Linhoitswilleu der Ration, darum reiche ich in dieser Stunde jedem Deutsche« im Geiste die
Sie Aufnahme Hindenburgs bei den Parteien.
Die politische Oeffätlichkeit hat mit Ausnahme der Linksparteien den neuen Reichspräsidenten von Hindenburg mit großer Begeisterung ausgenommen. Von deutschnationaler Seite wird nochmals mit Nachdruck erklärt, daß man auf den neuen /Reichspräsidenten die größten Hoffnungen hinsichtl. der Wiedergesundung Deutschlands setze, daß es sich dabei nicht um ausgesprochene politische Hoffnungen handele. Aufs sorgfältigste wibd vermieden, die republikanische Staatsform in den Kreis ber Erörterungen zu stellen. Die Rechte werde auf der Grundlage der gegebenen Latsachen den Zustand anstreben, der ihr im Interesse des Gesamtwohles als der ideale erscheint. Am stärksten bringen die volksparteilichen Kreise die Auffassung zum Ausdruck, daß mit dem Amtsantritt Hindenburgs nicht etwa grundlegende politische Aenderungen im Deutschland eintreten werden. Besonders wird darauf hingewiesen, daß an dem Sang der deutschen Außenpolitik nichts geändert werde, und daß alle Bestrebungen dahin gingen, eine ruhige und stetige Ent Wicklung des deutschen Wiederaufbaues zu gewährleisten. Bon ^.^parteilicher Seite wird weiterhin betont, daß die innerpoli-
^^ ^ie Reichspräsidentenschaft Hindenburg keine darük ^"-$ erfahren habe, nachdem die Rechtsparteien sich unterm* e'n'19 ^E' keine überstürzten politischen Aktionen zu Zentriin^"'- bemerkenswert ist die Haltung, die man in den daß sie âiiimmt. Die Zentrumspolitiker erklären, stellen mord 9an? '!>'ntcr den neuen Reichspräsidenten sei, (ich x"" ""d daß die Zentrumspartei weit davon entfernt dentschalt ""zuschließen, die sich mit der Reichspräsi- fortfübrenTn "'^^ abfinden können und den Kampf 0» im MU^ Smtrmsblaif, bie „S-rm-ma", rittet Reichspräsidenten folgenden Gruß: „Wir haben
Hand. Gemeinsam wollen wir mit Unseren teuren Loten, um unserer Kinder und Kindeskinder willen ungebeugten Mutes den schweren Weg gehen -er uns durch den wahren Frieden uns ,?ur Freiheit geleiten soll".
Hindenburg an die Wehrmacht.
rotb. Berlin, 12. Mai. telef. Reichspräsident von Hindenburg hat an die Wchrmacht folgenden Erlaß gerichtet: „Au die Wehrmacht! Das Vertrauen des deutschen Volkes hat mich an die Spitze des Reiches berufen. 2ch übernahm mit dem heutigen Lage der Verfassung den Oberbefehl über die Wchrmacht. Mit Stolz und Freude begrüße ich Heer und Marine. 2ch habe den Werdegang der Wehrmacht in der Stille von Hannover beobachtet. Geradeaus und unbeirrt geführt ist sie dem deutschen Volke den Weg vorangegangen, auf dem allein der Wiederaufstieg liegt: ,church harte Zucht und Lrewe auch im kleinsten, aufwärts zu Leistung und Erfolg". 2m alten Sinn für Pflicht und Opfer liegen chre Wurzeln, ihr Handeln aber gilt der Gegenwart und -er Zukunft, dem Menst au Vock un- Staat, getreu ihrem Eid und den Aufgaben die ihr die Verfassung stellt. Mit fester Zuversicht vertraue ich auf die deutsche Wchrmacht. 2n gemeinsamer Arbeit für das Vaterland: Ruhe und Gedeihen". Berlin, den 12. Mai 1925.s gez. Reichsminister Seßler uu- Äoichsprästdent von Hindenburg.
Sie Eidesleistung des neuen Reichspräsidenten.
wis. Berlin, 12. Mai. teil. In dem sestiich gefchmiüirie« Plenarsitzungssaal des Reichstages hat Seneralfeldmarschall von Hindenburg kurz nach 12 Uhr den von der Verfassung vorge- schriebenen Eid geleistet. Me feierliche Handlung vollzog sich programmäßig und ohne Zwischenfall. Beim Erscheinen des Reichspräsidenten brachen die im Saal fast vollzählig anwesenden kommunistischen Abgeordneten in Hochrufe auf die Sowjet- Repubsik aus und vertieften dann geschlossen vor der Lidabuahme den Saal.
wtb. Berlin, 12. Mai. telef. Der Reichspräsident traf vom Reichstag kommend um 12,45 Uhr im Hause des Reichspräsideu- leu ®m. Er wurde dort von den, bisherigen Stellvertreter des Amchspräsideuten M. Simons empfang m. Dieser geleitete ihn in das Arbeitszimmer dos Reichspräsidenten und übergab ihm dort feie Geschäfte.
Gne Botschaft Hindenburgs an die Deutschen in Südamerika.
Buenos Mros, 11. Mai. (United Preß.) Der neue Reichs Präsident hat den Deutschen Südamerikas durch die United Preß
die Kandidatur Hindenburg bekämpft. Der Reichspräsident Hindenburg scheidet für uns. aus der politischen Diskussion aus. Hindenburg ist der erste verfassungsmäßig gewählte Reichspräsident geworden. Gerade wer die Weimarer Berfassung als den geeigneten Führer in eine bessere deutsche Zukunft betrachtet, würde falsch handeln, wenn er diesen Reichspräsidenten nach der Wahl noch vom Standpunkt des Wahlkampfes betrachten wollte. Die politische Erziehung, die gerade das republikanische System ermöglicht, liegt ja darin, daß die jedem Staatsbürger gewährte Freiheit der Mitbestimmung auch denen, die im Wahl- kampf unterliegen, die ernste und freiwillige Anerkennung des Ergebnisses aus ihrer politischen Anschauung heraus ermöglicht. Hindenburg ist nicht aus der Politik hervorgegangen. Wenn ihm deshalb politische Mißdeutungen fern bleiben, wenn die Achtung vor seiner Persönlichkeit und seinem Ramen sich auf die oberste Stelle der Republik übertragen, dann ist seine Wahl ein Gewinn für die Stabilität der Republik gewesen. Das Ausland hat aus den Ziffern der Wahl -entnommen, daß Deutschland sich in zwei große, fast gleich starke politische Lager spaltet; möge das Ausland aber auch wissen, daß diese Spaltung nichts zu tun hat mit der Autorität, die dem neuen Reichspräsidenten willig auch von den Gegnern seiner Kandidatur gewährt wird."
Die demokratischen Kreise halten sich außerordentlich stark zurück, mehr noch als man ursprünglich vermutet hatte. 2m allgemeinen gehen die Aeußerungen demokratischer Kreise dahin, daß man seine Hoffnungen auf die Legalität und die Berfassungs treue des neuen Reichspräsidenten setze. Bon sezialdemokra- tischer Seite wird erklärt, daß die Linke der künftigen Entwicklung mit schärfstem Mißtrauen 'entgegensehe.
eine Sonderbotschaft übermittelt. Die Botschaft wurde von sämtlichen hiesigen Zeitungen an erster Stelle gebracht, mit freundlichen Kommentaren versehen; sie hatte folgen-en 2nhatt: Zahlreiche deutsche Vereine und einzelne Personen haben mich durch Lreubriefe erfreut, ich danke allen auf di es ein Wege und sehe ihren Wunsch als an das gesamte deutsche Vaterland gerichtet an. Sie zeigen daß die Deutschen Südamerikas der Heimat treu gedenken. Möge es ihnen mit Gottes Hilfe gelingen, unserem Vock in friedlicher Arbeit den Platz wieder gewinnen zu helfen, auf den es durch seine Leistungen Anspruch hat. Dann wird auch den Pionieren fees Deutschtums in aller Welt ihr Werk leichter werden. Me Ausländsdeutschen mögen gewiß sein, daß es mein Bestreben sein wird, chre für das gesamte Vaterland wichtige Arbeit zu fördern, gez. v. Hindenburg.
Die Seutschnalivnalen für höhere Aufwertung.
Bersin, 12. Mai. (Eig. 2nformationsdienst.-Lelegr. Me -eutschnationale Reichstagsfraktion beschäftigt sich, wie wir hören, gegenwärtig fast ausschsießlich mit der Aufwertungsfrage, feie nach Auffassung der maßgebenden parlamentarischen Führer außerordeMich große Schwierigkeiten Hervorrufen wird. Die Mehrheit der deulschnatiovalen Fraktion stcht der Regierungsvorlage ablehnend gegenüber und verlangt die Festsetzung höherer Aufwertungssätze für die Anlochen. Man hält es für wahrscheinlich daß die Dentschuatioualen die Regierungsvorlage geschlossen ablchne» werden. . ‘
Der Einzug Hindenburgs in Berlin.
Aus Berlin, l 1. Mai 1925, schreibt uns unser Mitarbeiter:
Siu trüber regnerischer Lagt Die ganze Reichshauptstadt befindet sich in einer beispiellosen Spannung, in einer Warte- stimmung. Schon seit den frühen Morgenstunden herrscht in den Straßeiizügen, durch die die Fahrt des neuen Reichspräsidenten von Hmdenburg zum Reichskoiizlerpalais gehen soll, ein lebhaftes geschäftiges Lreiben. 2eder will sich einen Platz sichern, um an dem denkwürdigen Ereignis teilnehmen zu können. Aus'der ganzen Umgebung Berlins sind die Bolksmassen herbeigeströmt, jung und alt reich und arm. Die Reichshauptstadt hat festlichen Fahnenschmuck angelegt. Da ist kaum ein Haus, kaum ein Zensier, wo nicht die schwarz-weiß-rote Fahne im milden Lenz- roinfee weht. Lrotz des trüben Himmels ein feiertäglich stimmungsvolles Bild. Schwarz-weiß-rot beherrscht das ganze Getriebe der Reichshauptstadt, die heute in ihrer äußerlichen Erscheinung ein symbolisches Bild für die Stimmung im ganzen Reiche abgibt. Vereinzelt sieht man auch die Fahnen schwarz- • rat-got denn die Mehrzahl der Anhänger Link, hält sich den Kundgebungen fern. Lrotzdem wird der Gesamteindruck der Massenkundgebung nicht beeinträchtigt.
Der Bahnhof Heerstraße, der an der prunkvollen Ehaussee liegt, die vom Grunewald über Eharlottenburg und den Lier- garten hindurch bis zum Brandenburger Lor führt, ist für den Empfang des Reichspräsidenten festlich geschmückt. Der Bahnsteig ist mit einfachen, schlichten Girlanden bekränzt, der Treppenaufgang wird zu beiden Seiten von Lorbeerbäumen, Blatt- flanzen und Palmen flankiert. Auf dem Dienstgebäude hat man -die Reichsfarben aufgezogen.
Schon seit den Vormittagsstunden beginnt der Aufmarsch der nationalen Organisationen und Verbände sowie der Körperschaften, die an den Straßenzügen Spalier bilden. Anter musterhafter Disziplin, in grüngrauen Windjacken mit schwarz- weiß-roten Abzeichen bewegen sich endlose Züge, die in Reih unb Glied am Straßendamm Aufstellung nehmen. Ls ist eine Strecke von sieben Kilometern, wo Kopf an Kopf die Spalierbildenden Massen in dichter Reihenfolge Aufstellung genommen haben: links und rechts ein Menschenwall, der ohne -Unterbrechung sich von der Heerstraße bis zum Brandenburger Lor hinzieht, und der mehrere Hunderttaufende umfaßt. Dabei muß bemerkt werden, daß ein sehr großer Teil von Vereinigungen, feie an der Spalierbildung teilnchmen wollten, wegen des unae- heuren Andranges nicht mehr zugelassen werden konnte. Ueber d-esen Menschenwall ragt ein ganzer Wald von schwarz-weißroten, ichwarz-weißen und sonstigen vaterländischen Fahnen. Tin farbenprächtiges Bild, das in der anbreche,»den ^lbendstun- oe durch den Glanz de: elektrischen Be-ouchiung umstrahlt wirb JHe Fenster und Balköne der Häuser sind von dichten Menschengruppen besetzt. Sogar auf den Dächern drängt sich Mensch an Menschen, um von der luftig. Höhe aus das prunkvolle Schau spiel mitzuerleben. Niemand scheut die unfreundliche Witterung, die aber ein Einsehen hat und nur ganz selten durch einen seichten Rieselregen unangenehm zur Geltung kommt. 2e näher die Stunde der Ankunft heranrückt, umso
gespannter wird feie Erwartung
Ms vom Braichenburger Lor herkommend endlich das Auto-