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&m?p|preis 10 Goldpjg. Hessische # Morsenzettuna

Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda und Haunetal

Me MW Morgenzeitung" erscheint wöchentlich 6 mal, (außer Msntngs), Sonntags Anzeigen: Die 7 gespaltene MiMmetrrreile 0,l>ö, auswärts 0^>7 Rentenmark. Die 92 mm

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Nummer 1M. Dienstag, den W. Mai 1W.ZS. (L) Jahrgang.

Die französische SicherheA Rote an Deutschland wird schnell beantwortet.

Berlm, 25. Mai. (Sig. 2»fvrmatlonsdiewst.-Telegr.) Wie wir erfahren, erwartet man du Ausivärtigen Amt, daß die fran röfifche Antwortnote auf die deutschen Sicherheitsanregungen unmittelbar nach der Ueberreichung der interallüerten Lutwaff- «ungsuote an Deutschland übermittelt werden soll. Diese fran- rösische Note ist iu ihren Hauptpunkte« den deutschen Regier - vugskreisen bereits bekannt und würde von dem Reichskabinett bereits in sehr kurzer Frist beantwortet werden.

Der Berliner österreichische Gesandte und die AnschtuMage.

Berlin, 25. Mai. (Sig. Snformalionsdionst.-Lelegr.s Wie wir erfahren, sind in der Frage des Anschlusses Oesterreich an Deutschland zwischen dem österreichischen Gesandten in Berlin Dr. Riedl und der Wiener Regierung ernste Meinungsverschie­denheiten ausgebrocheu. Gesandter Dr. Riedl ist als Anhänger der großdeutschen Partei nachdrücklicher Verfechter der An- schlußbervegung, während der neue österreichische Außenminister Dr. Mataja eine absolut anschlußfeindliche Politik betreibt. Ss ist daher möglich, daß Dr. Riedl infolge des Konflikts den Ber­liner Gefandtenposten verläßt.

Ser deutfch-svanWe Handelsvertrag.

Berlin, 25. Mai. (Sig. Snformationsdienst.-Lelegr.) Um die Annahme des deutsch-spanischen Handelsvertragss wird ge- WMvärtig in den parlamentarischen Kreisen lebhaft diskutiert. Es scheint, daß die Aussichten einer Annahme sich wesentlich ge­bessert haben, aber es ist nicht unwahrscheinlich, daß die deutsch- nationale Reichstagsfraktion sich doch noch dazu entschließen wird auf chrer ablehnenden Haltung zu verharren. Wie wir hören, wird es der bevorstehenden Entscheidung im Reichstag zu sehr leb haften Auseinandersetzungen kommen, bei denen Außenminister Dr. Stresemann neue Erklärungen abgeben wird.

Henri; Barmats Haftentlassung.

wtb. Berlin, 25. Mai. telef. Wie der Amtliche Preußi­sche Pressedienst von zuständiger Stelle erfährt, hat der Unter­suchungsrichter auf die Vorstellung des Verteidigers unter Auf­rechterhaltung des Haftbefehls die Freilassung Henry Barmats gegen Leistung einer Sicherheit von 10 000 Mark anerkannt.

Amundsen ist noch nicht vom Nordpol zurück

rotb. Oslo, 25. Mai. telef. Amundsen ist noch nicht zurück­gekehrt.Ljoefarts Lidende" meldet aus Spitzbergen: Heute

Zentrum und Deutsche Volkspartei.

Fn den politischen Kreisen sieht man mit einiger Spannung her künftigen Taktik her Zentrumspartei entgegen, die, wie ans den Erklärungen maßgebender Zsntrumskveise hervorgeht, ge­genüber der Linken ihre völlige Handlungsfreiheit zurückgewon­nen habe. Vorübergehend wollen die Zentrumspolitiker in allen wichtigen innenpolitischen Fragen absolut selbständig vorgehen und sowohl nach rechts als auch nach -links hin keinerlei parla­mentarische Bindungen eingehen. Diese Politik ist das Ergeb- uis langwieriger Auseinandersetzuugeu iinnerhalb der Zentrums­partei,bei der der rechte Flügel es durchgesetzt hat, daß die P^artei in Zukunft aufs nachdrücklichste ihre 'Unabhängigkeit vom Weimarer Block betonen soll. Eine gewisse Rechtsorien­tierung scheint also im Zentrum allmählich einzutreten, wenn auch die Richtung Marx absolut darauf besteht, daß das Zen­trum keine Politik der überstürzten Verfassungsänderungen Mitmachen dürfe. Die Neuorientierung her Zentrumspolitik wird sich in den nächsten Tagen bereits äußerlich zeigen, indem M^Mâumsfraktiou des Reichstages sowohl die Steuerreform

^ Regierung als auch die SoHoorlagen in ihrer Mehrheit an- ^' ^âerhin ist es sehr wahrscheinliche, daß an­der ^ Pfiugstfeiertagen neue Verhandlung-Lin mit oreulZ Volkspartei einsetzen werden-, hie sich am hie Centrum ^MMgsfpage drehen, und deren Ziel es -ist, das Verband,011 ^^ Regierung Luther anzuschließen. Diese sofern von ^den für die parlamentarische Situation in- her -sein, als dadurch möglicherweise die bis- in ein akute/ «P'äldmig des Re-ichskabinetts Luther wieder lichen Kreisen "â treten kann. Gn den volkspartei- has gegenwärtln/^'^ fühlbarer -das Bestreben geltend

§ N-ei-chsKabinett mehr auf die Parteien der

morgen um 2 Uhr lag noch keine Nachricht von Amundsen vor. Die ,Hobby" welche nach der Welmans-Bucht zuruckgekehrt ist, nachdem sie östlich und nördlich der Däneninsel Patroml- lenfahrten ausgeführt hat, meldet schwierige Lisverhättnisse. Un­ter den zurückgebliebenen Mitgliedern macht sich eine gewisse Niedergeschlagenheit wegen des Ausbleibens von Amundsen gel­tend. Sofern der Maschine ein Unfall zugestoßen sein sollte, wür de den Teilnehmern ein langer gefährlicher Weg über das Eis bevorsteheu. Das Wetter ist bewölkt. Die Temperatur liegt etwas unter dem Gefrierpunkt. 2n nördlicher Richtung von der Amsterdamer 3njd hat der Kapitän derFram" offene Wasser bemerkt. Die Siteger würden hier niedergehen können.

wtb. Washington, 25. Mai. telef. Funkspruch. Nachdem die Frist, innerhalb deren man hier Nachricht von Amundsen zu erwarten hofft, nahe ihr Ende erreicht hat werden verschiedene Pläne erörtert um eine Hilfsexpedition für die etwa im Polar­eis festjitzenLen Forscher zu unternehmen. Ss wird in diesem Zusammenhang als möglich bezeichnet, daß das sMarineamt eines von den beiden LenkluftschiffenLos Angelos" oderShenon- doah" zur Feststellung des Aufenthaltes von Amundsen und sei­nen Gehllfen entsandt.

-rotb. London, 25. Mai. telef. Das Fehlen von Nachrichten über Amundsen hat in amerikanischen wissenschaftlicyen Kreisen große Beunruhigung hervorgerufen. Der Nordpolfahrer Mac Mallan, der Anfang 2uni bekanntlich ebenfalls eine Nordpol- fahrt autreten wird, hat in einer Rede in Boston erklärt, daß er seine Expedition für Nachforschungen nach Amundsen zur Ver fügung stellen würde, sofern bis zu seiner Abfahrt voll Amundsen noch kein Lebenszeichen eingegaugen sei.

Sie Bollftrestung der Sofioter Melle.

wtb. Sofia, 24. Mai. telef. Das revidierte Protokoll über die Todesurteile im Attentatsprozeß ist dem Kriegsminister zur Begutachtung vorgelegt worden. Hiernach soll das Todesurteil nur gegen Friedmann, Koew und Sadgorski bestehe« bleiben. Alle übrigen werden zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Nach der Genehmigung des Aevislonsprotokolls durch den König soll das Urteil nach der Entscheidung des Kriegsgerichts öffentlich vollstreckt werden.

Der katholische Glaube und dle vaterländischen Verbände.

Unter diesem Titel schreibt ,cher 2Ute Dessauer" eine in Vaterländischer Verlag, lHalle a. d. Saale erscheinende Unter­schrift:2n seinem Verleumdungsfel-dzu-g gegen die Vaterlän­dischen Verbände hat der iinksdemokratische Flügel der Zen­trumspartei -hartnäckig und verbissen, heimtückisch umd fanatisch d-en Kampf gegen den nationalen Gedanken im deutschen Volke

Mitte zu stützen. Die Position des Reichskanzlers Dr. Luther müsse zweifellos von den Mittelparteien gestärkt werden, wenn nicht die Gefahr eintreten soll, daß die innenpolitischen Gegen­sätze wieder schärfere Formen annehmen. Der Zentrumsführer Marx, der nach Pfingsten wieder in Berlin eintreffen wird, dürfte nach seiner Rückkehr wieder eine große Rolle in der inneren Politik spielen. Es ist zur Zeit noch unbestimmt, ob er haju berufen werden wird, die preußische Regierungsfrage wie­der in Fluß zu bringen', oder ob er ein wichtiges Ministerium in der Reichsregierung erhalten soll. Bekanntlich sind derartige Erwägungen: schon seit längerer Zeit im Gange, aber Marx hat es aus Gründen der Loyalität gegenüber den anderen Wei- marer Parteien abgelehnt, irgendeine neue Mission in der Re­gierungsfrage zu übernehmen, solange nicht in Preußen eine Klärung geschaffen ist. LIlarx will aus grundsätzlichen Er­wägungen heraus bei -den anderen Weimarer Parteien nicht in den Rücken fallen, und es hängt daher sehr viel -baaoh yb, inwieweit namentlich die Demokraten her Neuorientierung der Zentrumspolitik nachfolgen werden. Wenn auch die Zentrums- partei an sich keine Bindungen mehr mit den Weimarer Par- teien anerkennt, so steht Marx in einem gewissen Gegensatz zu den Absichten der Reichstagsfraktion. Es verlautet, daß er fest entschlossen sei, von der Führung der Partei zurückzutreten, wenn die neue Taktik etwa dazu führen sollte, eine engere Füh- l-ungnahme nach rechts herzustellen und die Partei den Demo­kraten und Sozialdemokraten gegenüber zu entfremden. 2m deutschnationalen Lager sieht man der Entwicklung der Bezie­hungen zwischen Volkspartei und Zentrum abwartend entgegen und lehnt es ab, im gegenwärtigen Stadium der Dinge dazu Stellung zu nehmen.

geführt. Was die Herrschaften um den ehemaligen Erfüllungs- Kanzler, einstigen Mädchenschullehror und heutigen Großhänd­ler Dr. 2oseph Wirth, um die gleich ihm marxistisch gefärbte Zentrnmspresse bewogen 'hat, diesen Feldzug zu unternehmen, ist allmählich einwandfrei klar geworden. Der linke Zenitrums- flügel wird von einem Machthunger ohnegleichen getrieben, und leider folgten ihm in diesem gefährlichen Streben, das in engster Gemeinschaft mit der Sozialdemokratie arbeitete und noch heute arbeitet, viele katholische Glaubensge-nosfen, denen durch Lügen und Verdrehungen die Meinung eingetrichtert wurde, daß die katholische Kirche an sich in den Vaterländischen Verbänden einen Feind erblicke und daß der katholische Glaube in seinem innersten Wesen dem nationalen Erneuerungswillen unserer Tage entgegengesetzt sei. Gerade in den letzten Wochen, in den Wochen der 'Wahlvorbereitung, mußten wir's täglich wieder in erschreckender Deutlichkeit erfahren^ wie weit sich diese Zen­trumsgruppen durch Borniertheit und Falschzüngigkeit chrer Führer vergaßen und wie sie sich im freundschaftlichen Zusam­menarbeiten mit der roten Revolverpresse unglaubiiu»te Ver­unglimpfungen unseres Hindenburg und dann auch seiner Wäh­ler frech Herausnahmen.

Die Vaterländischen Verbände waren, seitdem sie sich Schritt für Schritt im opferreichen Ringen gegen rücksichtslose Verfolgung durchgesetzt hatten, in den Augen der Wirthschen Zentrumsleutereaktionäre Organisationen" die von dem Geist der heutigen Schi-eberdemokratie selbstverständlich nichts wissen wollen. Die Vaterländischen Verbände waren, nach der Lügen­propaganda jener schwarz-rot-igelben Drahtzieher, die eigent­lichen und gefährlichsten Feinde der Republik, aus der nach Bar matscher Gefchäftspraxls der Weimarer Klüngel doch nur ein großes Warenhaus machen wollte, um durch Riefenumfatz die Bolksmaffe auszupowern, sich selbst aber ein gesegnetes Dasein zu verschaffen.

Ss ist nicht mehr nötig, darauf hinzuweisen, daß'die warh- Haft fortschrittlichen Elemente heute in Deutschland zu allererst die Vaterländischen Verbände sind, denn ihr oberstes Ziel ist Befreiung von der inneren und äußeren Knechtschaft, ist der Aufbau eines neuen Bismarckreiches der fridericianifchen Pflichttreue. Es ist auch heute nicht mehr nötig, hervorzuheben, daß dem nationalem Gelbstbewußtsein und dem -na-tional-völ- kischen Gesundungsdrang schroff gegenüberstehen die schwarze die gelbe und rote Internationale. Alle Welt kennt die Ziele der Vaterländischen Verbände, nur diese politische Revolutions­gewinnler- und Revolution'sschieberkligue will sie nicht kennen, weil -ihn-en ein neues Reich auf nationaler Grundlage, von alt- preußischem Geist der Gtaatsbejahung und des staatspolitischen Allgemeinwirkens, weil ihnen ein national-starkes Reich die Geschäfte ihres Parteiklüngels und ihrer persönlichen Gelbst­sucht verdirbt. Dieses Zentrum hat mit einer Skrupellosigkeit ohnegleichen dem Vaterlande geschadet und sich dabei immer den Mantel des gläubigen Biedermannes umgehängt, der schein­heilig vorgab, das Lebensinteresse her katholischen Kirche und des katholischen Glaubens forderten den schärfsten Kampf gegen hie vaterländischen Organisationen. Oft genug sind politisch rechts gerichtete Katholiken gegen diesen ungeheuerlichen Schwindel aufgetreten, zumal ja inMischen sogar dem Wirth­schen Zentrumsflügel zum Bewußtsein gekommen sein dürfte, daß es eine grobe Unwahrheit ist, wenn sich das Zentrumhie katholische Partei" nennt, hat -es doch von den deutschen Wäh­lern katholischen Glaubens kaum noch ein Drittel hinter sich. Aber wenn ein ehrlicher katholischer Kämpfer um die nationale Gache die Waffe schwang gegen diese durch nichts !begründeten Angriffe der binksdemokratischen Zentrumsfanatiker, wenn sich die Bayrische Volkspartei als Tochterpartei des Zentrums mit aller Entschiedenheit gegen die Verbrüderung mit der chri­stenfeindlichen und antinationalen Gozialdemokratie wehrte, dann wurde über diese -nationalen Bekenner in geradezu niederträch­tigster Art hergezogen, weil man eben nicht dulden wollte,, daß die nationale Sehnsucht, die ebenso in den katholischen wie in den evangelischen Schichten unseres Volkes lebt und wirkt, auch öffetlich ihren Ausdruck findet. Doppelt und dreifach erfreulich ist es, wenn dieser Wühlerei von berufener katholischer Seite überzeugend und zweifelsfrei beiviesen wird, daß der Katholische Glaube und die katholische Kirche keine Gegner der Vaterlän­dischen Verbände sind und daß der wahre Katholizismus viel­mehr ihrem gesunden Streben hie Würdigung und Unterstützung zuteil werden läßt, die ihnen als den Sturmtruppen des sich nL- hernben Deutschlands zukommt.

'S ar uns liegt eine kleine Schrift, die im Sungdeutschen Ver- lag erschienen ist und den Titel trägt, ,Zür Gott und Vater­land". Sie gibt einen Vortrag des Kaplan öoj. Roth München wieder und bringt bei aller Knappheit eine derartige Fülle unan­greifbarer Gründe für die Notwendigkeit des engsten Zufam- menarbeitens zwischen der christlichen Kirche beider Konfessionen und den Vaterländischen Verbänden, daß wir gerade dieser Tage für geeignet -halten, um Abschnitte aus der von wahrhaftem deut­schen Geist erfüllten Broschüre wieder zugeben.