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Hessische
M-esenzettuns
Ful-aer Kreis-Iatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulöa und Haunetal
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RvKmer 121. Mittwoch, den 27. Mai 1925. 59. (2.) Zahmaag.
Reue Nerhaublungen wegen der Regierungsfrage in Preußen.
Berlin, 26. Mai. (Sig. BnformationsdMst.-Telogr.) Wie wir hören, werden jetzt zwischen der Deutschen Volkspartei und den Deutschnatioualen Besprechungen über die preußische Ae- gierungssralge stattsinden. Die Deutsche Volkspartei wünscht, daß alle Möglichkeiten einer Einigung in Preußen erschöpft werden und will daher verhindern, daß etwa Bedingungen auf- gestellt werden, die von vornherein die Verhandlungen zum Schei lern bringen. Aus diesem Grunde sollen die Personalfragen vorläufig völlig ausgeschaitet bleiben und erst in einem späteren Stadium den Segenstand von Verhandlungen bilden. Zentrum und Demokraten zeigen sich bereit, diesen Weg zu beschreiten.
Berhan-lmgerr wegen der Bsrfgssungs- wünsche der Länder.
Berlin, 26. Mai. (Sig. Biftormationsdienst.-Telegr.) Wie mir hören, hat der Reichsminister des Innern, Schiele, die Län- derregiernngev zu gemeinsamen Verhandlungen über die Ver- fassungswünsche der Länder eingeladen. Es handelt sich dabei um das Bestreben, bei dem geplanten Gesetzentwurf über die Neuregelung der Rechte der Länder einen völligen Ausgleich mit dem Reiche herbeizuführen. Da eine Einigung unschwer erzielt werden dürfte, hofft auch das Reichsfinanzministerium zu et oer Beseitigung der Konflikte über den Ananzausgleich zu gelangen. Es ist daher möglich, daß bei den Vorbesprechungen die Zinanzfragen eine wesentliche Rolle spielen werden.
StzMwottKvte der Bottchssterton- lerem mA vor Samstag.
wtb. Paris, 26. Mai. telef. Wie berichtet wird, ist es wahrscheinlich, daß die Botschafterkonferenz nicht vor kommendem Samstag znsammentreten wird, um den Sext der an Deutschland zu richtenden Note in der Entwaffnungsfrage sest- zulegen.
Zusammenschluß Sesterreichö mit Aalten?
Berlin, 26. Mai. (Sig. Snformationsdienst.-Eelegr.) 3« öeu deutschen Regierungskreisen schenkt man den Nachrichten wonach eine politische Annäherung Oesterreichs an Stätten mit dem Ziele eines Staatlichen Zusammenschlusses geplant sei, kei- wen Glauben. Man ist fest davon überzeugt, daß das österreichische Parlament einen Anschluß an Stätten rückhaltlos ablehnen I
Der Kampf um den deutsch-spanischen Vertrag
Die Reichsregierung ist nunmehr fest entschlossen, dem Reichstag bei der am Mittwoch stattfindenden Beratung über den deutsch-spanischen Handelsvertrag die Annahme des Ab- Kommens zu empfehlen, da sich herausgestellt hat, daß die industriellen Kreise eine Ablehnung als ernste Gefährdung des deutschen Außenhandels betrachten würden. Die Deutzchnatio- nalen^ haben in ihrer Mehrheit im handelspolitischen Ausschuß das Abkommen mit Spanien bekämpft, sodaß seinerzeit der chuß mit einer geringfügigen Mehrheit die Ablehnung des Ertrages beschloß. Setzt will man im Reichstag nachträglich
^Atellen, obwohl ernste Gewissensbedenken 3nM Namentlich der deutsche Weinbau sicht seine y ^ Abkommen mit Spanien, das die Einfuhr und Deutschland außerordentlich begünstigt, und das wahrscheinlich auch Frankreich und andere Länder ver- Ä Ebe. ahn iche Begünstigungen von der Reichs - bedroht. Schon seit Monaten xP ^e Frage, welches von den beiden Uebeln X XroCrX Erschwerung des deutschen Exports bX 01 e ^^»flW 'des deutschen Mein- rcgwrunn » Regierung hat inzwischen auf die Reichs- ausgeübt, indem sie es ablehnt, treffen * wgendwelche anderweitigen Abmachungen zu Da aber 5 “ ^^trag zu Fall bringen sollte. Auge» des Industrie gegenwärtig unter den Stockbat, würde e'in"E Auslande außerordentlich zu leiden deutschen Aubenk deutscher Waren in Spanien von dem Die ‘MbsrS bart empfunden werden, ichaftlichen /^emt bei diesem Widerstreit der wirt- «mgenomineii bllfrlengruppen eine absolut neutrale Haltung Kr die tritt sie sehr lebhaft
0 6 kutsch-spanischen Vertrages ein, weil s e
würde. Allerdings ist man im Berliner Auswärtigen Amt erstaunt darüber, daß die Wiener Regierung bisher noch keine offizielle Erklärung über die im Umlauf befindlichen Gerüchte erlassen hat. Wie wir hierzu noch erfahren, hat die Wiener Regierung die Reichsregierung wissen lasten, daß die Frage des An schlustes an Deutschland offen gelasten und keine anderweitige Entscheidungen erfolgen sollen.
Seine ErWmig ter Bearntenbezüse im Reich.
wtb. Berlin, 26. Mai. telef. Auf eine Entschließung des
Reichstages vom 4. April in der um Prüfung ersucht wurde, ob und auf welcher Grundlage die Bezüge der Beamten eine Erhöhung erfahren könnten, kommt in einem nunmehr vorliegenden Denkschri ft zu dem Schlüße, daß die jetzigen Beamteugehäller, insbesondere auch in den unteren Besoldungsgruppen sowohl ih- rem tatsächlichen Betrage nach, als auch gemesten an denen des Sahres 1915 ebenso hoch und zum Seil noch höher sind, als die Bezüge der großen Masten der Arbeiter und Angestellten der Privatwirtschaft. Die jetzigen Gchälter gewährleisten der Beamtenschaft eine Lebenshaltung die keineswegs unter der Lebenshaltung der übrigen Arbeitnehmerschaft liegt. Da die allgemeine Hebung des Gehalts- und Lohn-Niveaus zu Preissteigerungen führen, andererseits die Konkurrenzfähigkeit der deut- schm Wirtschaft gegenüber dem Auslande und Tarif- sowie Steuererhöhungen im Gefolge haben würden, glaubt die Aeichs- regieruug die Verantwortung für eine Erhöhung der Beamten- beziige im gegenwärtigen Augenblick nicht übernehmen zu könueu.
Amundsen tat den Nordso» nicht erreicht?
wtb. Berlin, 26. Mai. telef. Aach einem Funkspruch an die „V. 5“ herrscht wegen des Ausbleibens von Nachrichten über Amundsen an Bord des Expeditionsschiffes „Fram" ungeheure Erregung. Licht und Wetterverhältniste sind auch heute noch gut. Die Besatzung glaubt, daß die Polarflieger heute gegen 10 Uhr zurückkehren werden.
Nach Osloer Nachrichten der „B. Z." sind die Sachverständigen der Meinung, daß Amundsen den Nordpol nicht erteilt hat, und daß er versuchen wird, den Pol auf Skiern zu erreichen. Der bekannte Polarforscher Nansen habe geäußert, daß trotz Ausbleibens von Nachrichten nicht der geringste Grund zu Befürchtungen vorttege. Sitte Verspätung von einigen Tagen habe nichts zu bedeuten. (Siche hierzu auch den 3. Artikel im heutigen Hauptblatt. D. Ned.).
offensichtlich der Meinung ist, daß eine Ablehnung unMiae Rückwirkungen auf die Wirtschafts-Verhandlungen mit ande- ien Ländern ausüben könnte. Von beutschnationaler Seite ist neuerdings angeregt worden, die Entscheidung über den Handels vertrag zu vertagen. Es ist aber leider kaum anzunehmen, daß diese Vertagungswünsche Berücksichtigung finden, da die Mehrheit der Parteien sich auf den Standpunkt stellt, daß angesichts der Einbringung der neuen Zollvorlagen durch die Reichsre- gierung eine Hinausschiebung, der Entscheidung über den deutsch- spanischen Vertrag einen peinlichen Eindruck im Auslande her- oorrufen mußte. Wenn die Deutschnationalen auf ihrer ablehnenden Haltung verharren, dann hängt alles von der Sozialdemokratie ab, die es in der Hand hat, die Annahme des Vertrages zu sichern. Die Sozialdemokratie macht jedoch aus dieser Angelegenheit eine innenpolitische Machtfrage. Sie will der Regierung Luther beweisen, daß man auf die Loyalität der ozialdemokrat,schon Reichstagsfraktion nicht rechnen dürfe, solange man die Sozialdemokratie von den wichtigen politischen Entscheidungen fernhalte. Namentlich die Einbringung der Sollvorlagen -hat die Opposition der Linken verstärkt, sodaß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion auch diesmal beschließen wird, den Vertrag abzulehnen, um der Regierung Luther keiner lei Schwierigkeiten zu ersparen. Immerhin sind gegenwärtig Versuche im Gange, die Sozialdemokratie umzustimmeii und ihr in der Frage der Zollvorlage Zugeständnisse zu machen. Man Ipricht logar davon, daß es zu einem Kompromiß kommen soll, bei welchem die Linke eine erhebliche Rolle zu spielen hätte Ob diese Gerüchte richtig sind, läßt sich schwer nachprüfen, da alle Verhandlungen hinter den Kulissen geführt werden. Soviel aber ist sicher, daß die sozialdemokratische Fraktion fest entschlossen ist, sich ihre Zustimmung zum Handelsvertrag nur durch anderweitige politische Zugeständnisse abkaufen zu lassen.
Amerika hat die Hilfsexpedition vorbereitet.
wtb. Newgork, 26. Mai. telef. Funkspruch. Nach emer
Meldung der „Herald und Sributte“ aus Washington ist die Ma ritte vorbereitet, gegebenenfalls sofort eine Hilfsexpedition für Amundsen mit der „Shenondoah" oder „Los Angelos" zu unternehmen. Der Lender „Patoka" mit dem Ankermast würde vorher in die Diskobag auf Grönland entsandt werden.
Jie Regierunssbüdung in Belgien.
wtb. Paris, 26. Mai. telef. Havas meldet aus Brüssel:
Der „Peuple" glaubt bezüglich der Unterredungen des mit der Kabinettsbildung betrauten liberalen Abg. Max mit dem katholischen ehemaligen Minister Poullet und mit dem Loriali- steuführer Vandervâe erklär, zu können, daß diese beiden Per- sömaykeiten sich gegen eine außerparlamentarische Regierungs- Kombination ausgesprochen haben, die weder die Lgmpachie des Parlaments noch die des ganzen Landes erhalten würde.
Zur Mmvtkofrage.
wtb. London, 26. Mai. telef. „Dailg Lelegraph" jagt ht einem Leitartikel zur marokkanischen Frage, es würde am besten sein, wenn die französischen Truppen die Erlaubnis erhielten, auf spanischem Gebiete zu operieren, damit sie die Streitkräfte des rebellischen Abd el Krim in einem kurzen energischen Kolo- uialfeldzug vernichteten.
Loolidges Befinden hat sich gebessert.
wtb. Pans, 26. Mai. telef. Havas berichtet aus Wafhiug ton: Sin von der Sacht des Präsidenten abgegebenes Radio- telegramm besagt, daß Präsident Eoolidge sich von seinem Magenbeschwerden erholt hat.
Bestätigung des Sofioter Todesurteits.
wtb. Sofia, 26. Mai. telef. Nach einer Meldung der bulgarischen Telegraphenagentur hat der König das Todesurteil gegen die Kathedralen-Atteutäter bestätigt.
Stresemann über Jeuttlhlanbs Friedenspolitik.
6n der Sitzung des Zentrolvorstanbes der Deutschen Volkspartei am Sonntag ergriff Reichsminister Dr. Stresemann das Wort. Manche Parteifreunde, führte er u. a. aus erheben bie Frage: Wohin geht der Weg? Die letzte Tagung der uberalen Bereinigung hat, wie es scheint, hier und da zu allerlei Kombinationen geführt. Auf der andern Seite sind Mit- teitungen über Bestrebungen -gemacht worden, die darauf hinaus laufen, die für die Reichspräsidentenwahl geschaffene Organisation als eine neue Parteibildung „der deutschen Rechten" ae- wiffermaßen in die deutsche Politik überzuführen. Demgegenüber stelle ich an die Spitze meiner Ausführungen: Es gibt für •uns nur den Weg, den die Deutsche Volkspartei bisher gegangen ist, es gibt für uns weder eine Anlehnung an eine Liuks- gruppterung noch eine Reichsblockpotttik. (Stürmische Zustim- mungst Wenn irgend eine Partei keine Veranlastung hat, et- was von ihrer Selbständigkeit aufzugeben, dann ist es die Deutle Volkspartei. Die Politik im Reiche ist beeinflußt von Gedanken, die von der Deutschen Volkspartei seit Bahren vertreten worden sind. Die Politik der Reichstagsfraktion der oeutfchen Volkspartei seit ihrer Resolution vom 15. Januar 1923 bebeutet nicht die grundsätzliche Ausschließung der Sozialdemokratie, sie ging lediglich davon aus, daß für das Reich die Zusammenfastung der bürgerlichen Kräfte das Gegebene sei. tiefes Ziel hat die Reichstagsfrakiion unter mannigfachen Schwierigkeiten verfolgt. Wenn wir heute auf die kurze Zeit des Ausammenarbeitens mit der Deutschnationalen Volkspartei uvuckschen, dann ist festzustellen, daß diese Arbeit im Kaoinett s ^^ungslos vollzogen hat. Durch die Beteiligung bbltnbs^ 00 ^1 Negierung sind die inneren Ver-
"'Je ^Evlidiert worden. Die Wahl Hindenburgs hat sich nach derselben Richtung ausgewirkt. Bch begrüße diese Kon- otti ierung der verfassungsmäßigen Grundlage unseres Staats-
ir dürfen und wollen keine Verfassungskämpfe über ue btaatsreform fiihren. Für uns handelt es sich um unsere ^eyauptung nach außen; dem hat sich alles andere unterzuordnen stürmischer Beifall.) Dr. Stresemann ging dann auf die Fragen der auswärtigen Politik ein. Daß wir die Dawesge- setze angenommen haben, hat sich als richtig erwiesen. Wenn