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Hessische Morgenzeitung

Aul-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön uns Bogelsberg, Ful-a- und Haunetal

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Summer 126. Mittwoch, den L Amt 1925. 59. (2.) AMgans.

AMögerung der Amnestlefrage infolge von Schwierigkeiten

seitens der LSnderregierungen.

Berlin, 2. 2um. (Sig. 2nformationsdienst.-Telegr.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, konnte die Aeichsregier- ung ihre Absicht, zu den Pfingstseiortagen mit der geplanten Aeichsamnostie aus Anlaß des Amtsantritts des Reichspräsi- deuten nicht herauskommen. Der Grund dieser Verzögerung ist darin zu suchen, daß einige Länderregierungeu noch erhebliche Schwierigkeiten machen, da bekanntlich ohne Zustimmung der Länder eine Aeichsamnestie nicht erlassen werden kann. Die Reichsregierung hat neuerdings darauf hingewiefen, daß der ganze Sinn der Amnestie verloren gehe, wenn sie nicht rechtzeitig genug erfolge, um im Zusammenhang mit dem Amtsantritt des Reichspräsidenten als eine große politische Geste versöhnend auf die Volkskreise einzuwirken.

EmigungsversMe zwischen ReWrat und Reichstag.

Berlin. 2. 3um. (Sig. Lnformationsdienst.-Telegr.) Wie wir hören, werden nach den Pfingstfeiertagen Besprechungen zwischen Vertretern des Reichsrats und der Aeichstagsparteieu stattfinden, um den Konflikt wegen der Fragen der bayerischen Volksgerichte gütlich beizulegen. Namentlich von Seiten der Rechtsparteien wird gewünscht, daß es dem Reichspräsidenten von Hindenburg erspart bleibt, schon jetzt in politische Konflikte ^einzugreifen.

Die Äèbeereichung der Cnt- tvafsnungsnote an Deutschland.

wtb. Berlin, 2. 3uni. telef. Wie Reuter erfährt, wird die Entwaffmmgsnote au Deutschland voraussichtlich heute in Ber­lin überreicht. Möglicherweise wird jedoch eine Verzögerung von ein oder zwei Sagen eintreten. Ss besteht die Absicht, das Begleitschreiben und den gesamten Inhalt der Listen zu veröf­fentlichen, sobald diese Schriftstücke sich in der Hand der deut­schen Regierung befinden. Wie die Berliner Abendblätter hören, ist die Uebergabe der Note der Botschafterkonferenz zur Frage der deutschen Entwaffnung an den Reichskanzler für Donnerstag zu erwarten. Die Veröffentlichung des umfang­reichen Schriftstückes soll wie es heißt bald darauf erfolgen.

Der deuMe Siun-stng.

wtb. Hannover, 2. 3uni. telef. Die zweite Fahrt des Deut­schen Aundfluges bringt, wie bekanntgegeben, nahezu hundert

Vor der Ueberreichung der Rote.

Die Ueberreichung der alliierten Note über de Entw-aff- nungsfrage, die unmittelbar bevorsteht, wird nunmehr die au­ßenpolitischen Verhandlungen wieder in Fluß bringen. Es hat mehrere Monate gedauert, ehe sich die alliierten Regierungen über die endgültige Mitteilung an Deutschland einig geworden sind, und man hat in dieser Zeit den Versuch unternommen, bureb diplomatische Unterhandlungen in der Sicherheitsfrage eine Verstänüigungsgrundlage zu schaffen. Die wichtigste Frage die sich die Reichsregierung nach der Uebermittlung der alliier­ten Rote v'orzulegen hat, wird die sein, ob die in dieser Zeit gefundenen Annäherungspunkte zwischen den Auffassungen 1 eutsthlands und der Alliierton dazu ermutigen könnten, neue öeutjebe Vorschläge zur Lösung des Entwaffnungskonfliktes an eie alliierten Regierungen zu richten. Weiterhin wird sich die eichsregierung nach Auffassung der maßgebenden Berliner ölpiomat,schon Kreise sehr eingehend damit beschäftigen müssen, auf alle detailierten Beschuldigungen der alliierten Regierungen der eingehendsten Weise zu antworten unb etwaige fälschliche Behauptungen der interalliierten Militärkontrollorgane zu wlderiegon Solange der Inhalt der interalliierten Mitteilungen bekannt ist, läßt sich sehr schwer beurteilen, inwie- Ebsregierung in der Lage sein wird, auf die ange- der alliierten Regierungen einzugehen, ton c muß -nach dem kritischen Verlauf der letz-

Mr »e Rücksichten auf die deutschen Deutstblcin> °^^ ei'nem etwaigen Entgegenkommen lieb, oll verhubt ^^" 9* l'^- Wenn irgondmög- eine ^cn> ueue Spannungen zu vermeiden, um Cage zu verbük^^ ^ßin schon ernsten wirtschaftlichen faßt, ^0" y ^ 'N Berlin zwar darauf ge- on der alliierten Mitteilungen außerordentlich

Flugzeuge nach Hannover, die teils die Kontrolle überfliegen, teils landen. Als erstes Flugzeug passierte D. 631, ein Parasol cindccker, die Kontrollstelle um 6,05 Uhr. Nach geraumer Pau­se, um 6,28 Uhr langte das zweite Flugzeug D. 623, ein Daim­ler Flugzeug, auf dem Flugplätze an und flog um 7,28 weiter. Dann folgten in schneller Reihenfolge Maschine auf Maschine, sodaß bis 8 Uhr vormittags insgesamt 29 Flugzeuge auf ibem Flugplatz angekommen, beziehungsweise die Kontrolle überflogen hatten. Sroh des recht bedeckten Himmels war die Sicht ziemlich gut. Die Flugzeuge waren schon von weitem erkennbar. Be­sonders fiel das schneidige Anfliegen des Fliegers Ungewitter auf, der in steilen Kurven zum Flugplatz niederging. Das Ue- berfliegen der Kontrollmarke und das Landen und Starten voll­zog sich vollkommen ohne Unfälle.

AcheOMmchllÄMN für die rWe Seifton in Berlin.

Berlin, 2. 3uni. (Sig. Suformationsdieust.-Eelegr.) Wie wir hören, hat die Berliner fowjelrussische Botschaft die Auf­merksamkeit der deutschen Behörden auf die Tätigkeit russischer Antibolschiwistenkreise gelenkt, die ein ganzes Netz von Ver­schwörungen gegen Persönlichkeiten der Sowjetregierung aus- gebreitet hätten. Snsbesondere will man ernsten Attentalsplä- uen auf die Spur gekommen sein. Ebenso wie bei der russischen Botschaft in London werden also auch in Berlin besondere Si­cherheitsmaßnahmen für die russischen diptoMatifcheu Psrsöu- lichkeiten getroffen werden.

65 weitere Todesurteile im Sofia-Prozeß beantragt.

wt-b. Sofia, 2. 3uni. 3n dem großen Prozeß gegen die kom­munistischen Verschwörer haben sich vor dem Kriegsgericht in Schumen 482 Personen zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte gegen 63 Personen Todesurteile. Das Gericht hat das Urteil noch nicht gefällt.

Spanien und der Zeppeiinverkchr.

wtb. Berlin, 2. 3uni. telef. DemBerliner Tageblatt" zufolge beabsichtigt Dr. Eckner demnächst nach Spanien zu reisen, um dort in einer Reihe von Städten Vorträge über die Ocean- fahrt des Z. A. 3 zu halten. Gleichzeitig wird Dr. Eckner die bereits angeknüpfte Verhandlung über die Einrichtung eines Zeppelinluftverkehrs zwischen Spanien und Südamerika, über­nehmen. Es sei zunächst der Bau eines Versuchsschiffes von

scharf sein wird und im ersten Augenblick ernste Befürchtungen Hervorrufen muß. Umso notwendiger erscheint es aber auch, daß sich die Regierung Luther-Stresemann von jeder Nervosität freihält -und die Dinge an sich herantreten läßt. Auf jeden Fall ist es ausgeschlossen, daß ernste Verwicklungen .eintreten können, denn die alliierten Regierungen dürften sich inzwischen darüber klar geworden sein, daß im gegenwärtigen Stadium der Ent­wicklung der europäischen Verhältnisse eine Politik der schrof- fen Diktate nur die unheilvollsten Rückwirkungen haben muß. Von großer Bedeutung ist es, daß die Reparatpnskommis- sion einstimmig der Botschaflerkonferenz mitgeteilt hat, daß Deutschland seine Reparatiousverpflichtungen treu erfüllt. Von unterrichteter Seite des Berliner Auswärtigen Amtes wird da­rauf hingewiefen, welch außerordentlich große moralische Wirk­ung dieser Beschluß der Reparationskommission auf die öffent­liche Meinung der ganzen Welt, insbesondere auf die Amerikas ausüben muß. Dieses Moment ist so ausschlaggebend, daß man deutscherseits gar keine Veranlassung hat, den Kommenden Aus einandersetzunge-n mit irgendwelchen Befürchtungen entgegenzu- sehen. Der Beschluß der Reparationskommission ist übrigens der Reichsregierung offiziell mitgeteilt worden. Wie wir hören wird die Reichsregierung in ihren Antworten auf die alliierten Mitteilungen selbstverständlich von der außerordentlich bedeut­samen moralischen Rückenstärkung durch die Reparalio-nskom- Mission Gebrauch machen und ausdrücklich darauf Hinweisen, daß die logals Erfüllung der deutschen Verpflichtungen nur dann sichergestellt werden kann, wenn die außenpolitische -Entspan­nung anhält und der deutschen Regierung Gelegenheit gegeben wird, die innerdeutschen politischen und wirtschaftlichen Verhält­nisse weiter zu befosttigen.

30 000 Kubikmeter Gasinhatt, das voraussichtlich in Friedrichs­hafen gebaut werden soll, vorgesehen.

Großfeuer in einem deutschen Kloster.

wtb. Berlin, 2. 3uni. telef. Großfeuer fand in Flerzheim bei Rheinbach in der Nacht zum zweiten Pfingstfeiertag statt. Dort brannte das Kloster mit allen Gebäuden nieder. Die Be- friebsgegenftänbe und das Vieh waren ein Opfer des Feuers. Ueber die Entstehungsurfache konnte noch nichts ermittelt wer­den. Der Schaden ist beträchtlich, da das nenerrichtete Kloster nur sehr gering versichert war.

Autounglulke an een Wngstmertlwen.

wtb. Berlin, 2. 3uni. telef. 3n dem Dorfs Müß (am Schweriner See überfuhr ein Automobil, das von dem Berliner Kaufmann Petersen, dem Bruder des Hamburger ersten Bür­germeisters, gelenkt wurde, eine alte Frau, die sofort getötet wurde. Der Lenker des Automobils verlor die Herrschaft über den Wagen. Das Auto raste gegen einen Baum wobei dem Lenker durch das Motorrad der Brustkorb eingedrückt wurde. Auch er war sofort tot. Zwei im Wagen sitzende Damen wurden schwer verletzt.

wtb. Berlin, 2. 3uni. telef. Bei dem Ostseebad Zinnowitz überfuhr ein Berliner Kraftwagen einen Radfahrer nnd tötete ihn sofort. Auch dieser Wagen raste darauf gegen einen Baum sodaß die Insassen herausgeschleudert wurden. Ein Major Lüugenofs war sofort tot. Die weiteren Schaffen wurden schwer verletzt.

â Erösftnmg der Mitten Nettehes- Msftellung in München.

München, 30. Mai. Wieder wehen die weißen Flaggen mit bem Ausstellungswappen von den Masten an der Auffahrts- straße zum Ausstellungspark, flattern die Wimpel in den Far- ben aller deutschen Länder vor dem Haupteingang. Auch die Stadt hat geflaggt: weiß-blau, schwarz-weiß-rot, schwarz-gelb, schüchtern gelegentlich auf reichsbehördlichen Gebäuden auch schwarz-rot-gold. Ein neues Fanal ungebrochener deutscher Schaffenskraft in kurzer Zeit bas dritte allein in München wurde heute aufgerichtet: die Deutsche Verkehrsausstelluna in München 1925.

die Luftschiffhalle war wieder Festraum für die Eröffnungs- feier. Reichs- unb Landesbehöpden, Vertreter der übrigen Länder waren als Ehrengäste anwesend: Reichswehrminister Dr. Geßler, Reichspostminister Stingl, Reichsverkehrsminister Dr. Krohne, Ministerpräsident Held an der Spitze sämtlicher bayerischen Minister, der württemdergische Staatspräsident Ba­zille, der hessische Ministerpräsident von Brentano, die ehemali­gen Minister von Knilling, von Seidlein, von Kahr, Schweger, der Erste Bürgermeister der Stadt Scharnagl, der Komman­deur des Reichswehrkreises 7 Kreß von Kressenstein sowie ble Rektoren der Universität und Technischen Hochschule waren die hervorragendsten unter den Erschienenen.

Hanfaren erklangen und kündeten bas gedankenreiche Fest­spiel an, das Dr. Eugen Roth zum Verfaster hat und desten" be- c Lutjamston Worte der Komponist August Reuß melodramatisch heraushebt. Auf vier Postamenten erscheinen in diesem Spiel Elemente, rühmen Arbeit und Menschengeist. Urnefen aber steigen aus der Tiefe. Feinde der gebundenen Kraft, suchen sie -cie Lier wieder für sich zu gewinnen und drohen der Erde mit Untergang. Doch den Elementen wird Hilfe. Von allen Seiten strömen die Menschen herbei, als Bauer, Kaufmann, Seefahrer, Bergmann und Handwerker, unb über allem erscheint strahlend cer Herr und Meister des -Thaos, vor dem die Urriefen zurück- roeicben. Er ist Freund dem Geiste und -Werke des Menschen, und sein Ruf erklingt in harmonienreichem Thore. Klar und groß wie der Aufbau in den Gedanken des Gedichtes ist das mo numentale Bühnenbild, das die Professoren Frahm und Kirchner und als Spielleiter Fritz Wasil geschaffen haben.

Die Festrede des Staatssekretärs Ritter von Frank ver- band mit dem Willkommensgruß gedankenreiche Ausführungen über die Bedeutung -des Verkehrs als des Ueberwinders von Baum und Zett, als eines Faktors der Kultur und (Srägers ces deutschen Einhettsgedankens. Dem deutschen Vaterlands des Redners begeistert aufgenommenes Hoch. ,Gerne er­fülle ich , so sagte etwa der Staatssekretär»an diesem festz- l.chen Tage die ehrenvolle Aufgabe, Sie alle herzlichst zu begrü­ßen. Ein besonderes Willkommen auch den Brüde' n aus 0e- Jterreicb, die trotz der politischen Absperrung bu' , yervorra- genbe Beteiligung öffentlicher und -privater Institute . zum Ge- Imgen des Ganzen wesentlich beigetragen und das Band der Stammesverwandtschaft damit neu gefestigt haben. Unsere