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Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Vogelsberg, Ful-a un- Haunetal

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Nummer M.Samstag, den 6. 3uul 1925.59. (24 Zahrgang.

Einberufung des auswärtigen RelOstagsausschuffes wegen her alliierten Entwaffnungsnote.

Berlin, 5. 2uni. (Sig. Snsormationsdienst.-Telegr.) Wie wir hören wird Außenminister Dr. Stresemann am kommenden Mittwoch oder Donnerstag dem auswärtigen Ausschuß der Reichstages ausführliche Mitteilungen über die Tragweite der alliierten Lntwaffnungsiwte machen. Insbesondere wird der Minister sich darüber äußern, welche der alliierten Sorberungen von Deutschland diskutiert werden können oder aber wegen ih­res untragbaren Lharakters abgelehnt werden müssen.

wtb. Berlin, 5. Suni. telef. Wie wir aus dem Reichstag erfahren, beabsichtigt der Vorsitzende des auswärtigen Aus- fchnsies der Abgeordnete Hergt den Ausschuß zur Beratung der Entwaffnungsnote am nächsten Mittwoch einruberufen.

England und die EiKerhMfrage

Berlin, 5. 3nni. (Sig. 2nformatiousdienst.-Telegr.) 3n Berlin hat die offiziöse Aeuternoti;, in der erklärt wird, daß eine Konferenz über die Licherheitsfrage nicht beabsichtigt sei, große Beachtung gefunden. Man erblickt in der Note des Reu terbüros eine ernstgehaltene Demonstration gegenüber den Zor- -erullgen Frankreichs, die zum Ausdruck bringen soll, daß Eng­land nicht an die Möglichkeit eines Zustandekommens der Si­cherheitskonferenz glaubt, solange die Meinungsverfchieden- heiten nicht vollständig beseitigt worden sind. England weigert sich demnach, an einer Konferenz toilzunehmen deren Erfolg nicht absolut verbürgt erscheint.

Deutschland als Drahtzieher dèr Marokko- Unruhen eine französische Verleumdung.

wtb. Paris, 5. 3uni. telef. ön welcher Weise dnrch Nach­richten und durch Meldungen aus Marokko in der letzten Feit wiederholt der krampfhafte Versuch gemacht wird, Deutsch­land (mit den Marokko-Angelegenheiten in Verbindung zu brin­gen, dafür liefert ein Havastelegramm vom 4. Suni aus Tanger ein Beweis, das hier wiedergegeben ist, um das plumpe Manö­ver aufzudecken, denn ohne den Schein eines Beweises werden hier Gerüchte verbreitet, über deren Ursprung noch nicht einmal Auskunft gegeben werden kann. Bezeichnend aber ist es, daß alle diese Nachrichten so datiert werden, als kämen sie aus dem internationalisierten Tanger. Die Nachricht lautet: Wie Ha- vas aus Tauger berichtet, verbreiten Deutsche und Rifageuteu trotz der blutigen Schlappen der Rebellen unter den Eingebore­nen von Tanger lügnerische Gerüchte über die Erfolge Abd et Krims über die französischen Truppen. Die Dissideutenstämme seien infolge der beträchtlichen Verluste kampfesmnde. Das Prestige Abd el Krims sei infolge der Tatsache, daß die Stämme wüßten, daß es sich um ein Vorgehen für Rechnung Deutschlands

Aach der Ueberreichung der alliierten Rote.

Mit der Ueberreichung der alliierten Note über die Ent­waffnung sfvage tritt Mt die außenpolitische Lage in ein ent­scheidendes Stadium ein. Wie verlautet: gebenkt die Reichs­regierung nunmehr eine Reihe von diplomatischen Aktionen zu unternehmen, um die Folgen, die sich aus den neuen alliierten Entwaffnungsbedingungen ergeben, abzuwenden und zu verhü­ten, daß die feit den letzten Monaten betriebene Außenpolitik mit einem Mißerfolg über die Regierung Luther^Stresemann endet. Ueber den 2uhalt der alliierten Note wird bis zur Ver­öffentlichung des Dokumentes von Seiten der deutschen Re­gierungsstellen strengstes Stillschweigen gewahrt. Aus den An­deutungen der unterrichteten Stellen kann man nur so viel ent­nehmen, daß die Lage ziemlich ernst ist, daß aber mit der Wahr scheinlichkeit baldiger Vörhanbluggen zwischen Deutschland und den Alliierten gerechnet werden kaun. 3mi ersten Augenblick erscheint die Situation allerdings so, daß die vorhandenen Schwierigkeiten durch sehr ernste Gegensätze zwischen Deutsch­land und den Alliierten erheblich verschärft werden dürften. Die Forderungen der Alliierten erscheinen derartig schwerwie­gend, daß man zweifellos mit außerordentlich scharfen Depres­sionen bei der deutschen öffentlichen Meinung wird rechnen müs­sen. Aufgabe der Reichsregierung wird es sein, durch schnelle Entschlüsse dem Standpunkt der beteiligten deutschen Kreise Rechnung zu tragen und die Diskussion mit den alliierten Rle- gierungen sofort aufzunehmen. Das Kabinett Luther wird vor­aussichtlich auf die nachdrücklichsten Rückwirkungen des Parla­ments angewiesen sein, da in dieser Frage die Einmütigkeit der deutschen Parteien die denkbar größte Bedeutung für den Verlauf der deutschen diplomatischen Schritte haben wird, ön den parlamentarischen Kreisen ist man -außerordentlich gespannt ßaravf, ««ich« Maßnahmen das Raichsloadiaett zu ergreifen

handele, stark herabgemindert. Daß die Aufstandsbewegung überhaupt noch vorhanden sei, sei einzig und allein auf <die Furcht vor Repressalien Abd el Krims zurückzuführen.

Jie Sitzung des Kabinettsrates vom Freitag.

wtb. Berlin, 5. Sum. telef. Der heute Mittag 12 Uhr un­ter dem Vorsitz des Reichspräsidenten Hindenburg zufammenge- tretene Ministerrat dauerte bis 2 Uhr nachmittags. Es fand eine allgemeine Aussprache über den Inhalt des Memorandums und über weitere Behandlungen der Angelegenheit statt. An der Sitzung haben auch der preußische Ministerpräsident Braun und der Staatssekretär Dr. Weidmann teilgeuommeu.

Eine

Besprechung der Ministerpräsidenten?

Berlin, 5. 3uni. (Sig. 2nformationsdienst.-Telegr.) Wie wirerfahren beabsichtigt die Reichsregierung bei den bevorste­henden Beratungen über die alliierte Note sowie über die Si- cherheits- und Völkerbundsfrage, die im Zusammenhang mit den in Aussicht steheuden Verhandlungen aufgerollt (werden wird in Erwägungen darüber einzutreten, ob es erforderllch erscheint, die Ministerpräsidenten der Länder zu einer Besprechung der außenpolitischen Lage nach Berlin einzuladen Schon unter der Regierung Marx hat man die Geflogenheit eingeführt, vor den Entscheidungen der Reichsregierung die Stellungnahme der Län derregierungen in Betracht zu ziehen.

Der deutsche Rundstug.

wtb. Berlin, 5. Suni. telef. Beim deutschen Rundflug sind heute vormittag 9 Uhr in Berlin weitere Flugzeuge gelandet, die an der dritten Schleifenfahrt des deutschen Rundfluges teilge­nommen haben. Von den 32 zur Fahrt aufgestiegeuen Maschi­nen sind somit 23 zurnckgekehrt. (Siehe auch unter Rubrik: Aus der Tagesgeschichte". D. Red.)

Oeser zurückgekehrt.

wtb. Berlin,5. 2uni. telef. Generaldirektor Oeser hat nach seiner Rückkehr vom Erholungsurlaub die Leitung der Geschäfte wieder übernommen. Staatssekretär Dr. Stieler ist nach Würt­temberg zurückgekehrt.

gedenkt, um dem deutschen Standpunkt Geltung zu verschaffen. Vor allen Dingen ist man aufs höchste daran interessiert, den Wortlaut der alliierten Note kennen zu lernen, von dessen For­mulierung es abhängt, welche Möglichkeiten sich für eine Ver­ständigung ergeben. Solange dieser Wortlaut noch nicht be­kannt ist, beobachtet man in den parlamentarischen Kreisen sehr wenig Neigung zu irgendwelchem Optimismus. Besonders die Rechtsparteien beurteilen angesichts der aus Paris und London vorliegenden Andeutungen die Lage keineswegs so zuversichtlich, wie die Kreise des Auswärtigen Amtes, die allerdings darauf eingestellt sind, die hauptsächlichste Lösung in den Verhandlungs Möglichkeiten zu suchen. Allerdings beurteilt man auch hier die Lage einigermaßen skeptisch, da die noch bestehenden Schwierigkeiten in der Sicherheitsfrage einen überaus starken Druck auf die Lage ausüben. Gewisie Möglichkeiten liegen allerdings in der Haltung Amerikas, das zweifellos an dem Ausgang des Entwaffnnngskonfliktes stark interessiert sein wird. Vorläufig steht die amerikanische öffentliche Meinung noch sehr stark unter dem Eindruck der Meldungen der alliier­ten Presse, sodaß die deutsche Diplomatie ihre Aufgabe auch darin sehen wird, für die Aufklärung der Weltmeinung zu sor­gen. Soviel aber dürfte schon jetzt feststehen, daß die Beschul- biguagen über die angeblichen deutschen Geheimrüstungen ihren Eindruck insofern verfehlt haben, als die alliierten Regierungen davon Abstand genommen haben, die Veröffentlichung der Militärkontrollberichte vorzunehmen. Nach wie vor wird die Reichsregierung an dem Standpunkt fest halten, daß eine solche Veröffentlichung notwendig gewesen wäre, um eine genaue Nachprüfung der Beschuldigungen gegen Deutschland zu er­möglichen.

Schwerverbrecher in Hamburg auf der Flucht erschossen

wtb. Hamburg, 5. Suni. telef. Bei einem Versuch auf der Flucht vonFuhlsbüttel aus wurden heute Vormittag die Schwer­verbrecher Eichenwald und Kroll von einem Sipomaun erschos­sen. Sie hatten versucht, mit anderen Gefangenen zwei Wacht­meister überwältigen, und durch eine zum Spaziergang geöffnete Tür zu entfliehen. Eichenwald hatte in Armsen den Gastwirt Bartels und desien Tochter erschosien und war zu lebenslängli­chem Zuchthaus verurteilt worden. Kroll hate verschiedene Ein­brüche unternommen.

Die Entwllfsnungsnvte.

wtb. Berlln, 4. 3uni. Die Botschafter Englands, Frank­reichs, Steltens und Japans sowie der belgische Gesandte, haben heute mittag dem Reichskanzler die Kollektivnote übergeben, in der die alliierten Regierungen der Reichsregierung die Maß­nahmen mitteilen, von denen sie die Räumung der nördlichen Rheinlandzone abhängig machen. Der englische Botschafter erklärt dabei:

Entsprechend dem am 5. und 26. Sanuar befolgten Ver­fahren habe ich die Ehre, Lw. Lxz. im Namen meiner Kollegen unb im eigenen Namen eine gemeinsame Note unserer Re­gierungen über bie Voraussetzungen ber Räumung der Kölner Zone auszuhändigen.

Der Reichskanzler nahm die Note mit folgender Antwort entgegen: Seit der Uebergabe der alliierten Note am 5. und 26. Sanuar. auf die Ew. Exz. soeben Bezug genommen haben, hat die Reichsregierung sowohl bei der Beantwortung jener Noten als -auch bei anderer Gelegenheit wiederholt Anlaß genommen, ihren Standpunkt in der Frage der Räumung der nördlichen Rheinlandzane darzulegen. 2ch nehme auf diese Erklärungen Bezug. Die mir übergebene Note wird von der Reichsreigie- rung unverzüglich geprüft werden. Die Reichsregierung wird sodann Lntscheidnng über ihre weiteren Maßnahmen treffen. Die Note und ihre Anlagen werden amSonnabend morgen ver­öffentlicht werden.

Die heute dem Reichskanzler von den fünf Botschaftern der Entente übergebens Note wird auf Wunsch der Reichsre- gierung erst am Sonnabend-Vormittag in Berlin, London und Paris veröffentlicht werden. Die Note wird zur Stunde im Auswärtigen Amt übersetzt und zwar zunächst die Mantelnote, die auf fünf Seiten den Inhalt der 2 sehr umfangreichen »tech­nischen Anlagen zusammenfaßt und die den in den Kommuniques der Reichsregierung und in der Ansprache des englischen Bot­schafters sehr stark hervorgehobenen politischen Kern enthält, nämlich die Forderung der Alliierten, daß die in der Note ge­nannten Maßnahmen durchgeführt werden müßten, che eine Räumung der 1. rheinischen Zone eintreten kann. Die Reichs­regierung wird die Note zunächst vom Gesichtspunkt der Frage der Militärkontrolle von den zuständigen Resiorts prüfen lassen und dann in die politische Erörterung -eintreten. Vor Sonn­abend kann die maßgebende Sitzung des Reichskabinetts nicht stattfinden, zumal einige Minister noch auf Dienstreisen sind, oder sich in Urlaub befinden. Bis dahin werden die zuständigen Stellen auch mit der Ueber jetjung und der technischen Durch­führung der Note beschäftigt sein. Die Entscheidung, die die Regierung über die Antwort an die Botschafterkonforen; zu fällen -hat, wird von zwei Gesichtspunkten beeinflußt, einmal wird geprüft werden müssen, ob die von der Entente aufgestell­ten neuen Kontrollforderungen auf Grund der Bestimmungen des Versailler Vertrages berechtigt sind und inwieweit diese Forderungen, soweit sie berechtigt sind, unter praktischen Ge­sichtspunkten erfüllt werden können. Ein Teil der Forderungen scheint, soweit man aus den Andeutungen schließen kann, nicht militärtechnischer, sondern rein politischer Natur zu sein. Da­hin gehört sowohl die Forderung nach Aufhebung des sog. Ge­neralstabes, wie auch die Forderung nach Aufhebn-ng der Kaser­nierung der Schutzpolizei und einige Forderungen, die sich auf die Umstellung industrieller Unternehmen beziehen. Nach An­sicht maßgebender, hinter der Regierung stehender Parlamen­tarier ist für die Frage, in welchem Umfang die neuen Forde­rungen der V otschafterkonferen z erfüllt werden können, von entscheidender Bedeutung, ob die Note dann bestimmte Zu­sicherungen über die Räumung der 1. rheinischen Zone enthält. Solche Zusicherungen würden dann abgegeben sein, wenn 1. einmal ein bestimmter Termin angegeben wäre, 2. die jetzt nach­träglich aufgestellten Forderungen so klar und eindeutig wären, daß nicht über eine Erfüllung oder Nichterfüllung dieser neuen Forderungen noch nachträglich neue Meinungsverschiedenheiten konstruiert werden könnten und dann abermals ein Aufschub der Räumung versucht werden kann. 3n parlamentarischen Kreisen weist man mit Recht darauf hin, daß es sich insbeson-