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Moryenzeituns

Fuldaer Kreisblatt, Anzerser für Rhön und Vogelsberg, Fulda- und Haunetal

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Nummer M. Sonntag, den 7. Sunt ML ZS. M Mrgang.

Bevorstehende wichtige Erklärungen des Reichskanzlers Dr. Luther.

wtb. Berlin, 6 Sum. (Eig. Informationsdienst), telef. Reichskanzler Dr. Luther, beabsichtigt, wie mir hören, in den nächsten Tagen wichtige Erklärungen über den Standpunkt der Reichsregierung zu den mit der Lutwaffnungs- und Licherheils frage zusammenhängenden Problemen abzugoben. 2n den par- lameutarifcheu Kreisen wükischt man, daß die in Aussicht ge­nommene Rede des Kanzlers vor dem Reichstag gehalten wer­den soll. Die Regierungsparteien bereiten nach Vekauutwerden der Rote eine große Interpellation an die Regierungen vor.

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Berlin, 6. 2uni. (Eig.-2nformtionsdienst.) telef. Nach dem der deutsche Botschafter in Paris Dr. von Hoesch von dem französischen Außenminister Briand emfangen wurde, hat auch iu Bersin eine Unterredung zwischen dem französischen Bot­schafter de Margerie und dem deutschen Außenminister Dr. Stresemann eine Unterredung stattgefunden. Die von der französischen Regierung an Deutschland gerichteten Rückfragen in der Sicherheitsfrage werden in den nächsten Lagen ebenfalls vom Reichskabinett beraten werden. Die (Gerüchte, wonach der deutsche Botschafter in Paris dem französischen Außen­minister ein neues deutsches Licherheitsmemorandum angeküu- digt habe, werden im übrigen von maßgebender Stelle demen­tiert.

Sie Umstellung des Stinnes- Konzerns.

^ ^ Berlin, 6. 2um. (Lig.-Snformationsdienst.) telef. Wie ivir hören, sind die Verhandlungen über die Umstellung des Stinnes-Konzerns noch nicht ganz zum Abschluß gelangt. Es ist aber mit Sicherheit zu erwarten, daß alle EnficheidunUen zu einer vollständigen Ueberreinstimmung zwischen den beteiligten Kreisen führen werden. Ls herrscht das Bestreben vor, ange- sichts der Lage des deutschen Geldmarktes dies Zukunft (des Stinnes-Konzerns durch eine interne Umgruppierung sowie durch Realisationen wertvoller Objekte zu sichern, ohne fremdes Kapi tal in Anspruch zu nehmen. Besorârs bemerkenswert ist die Tatsache, daß die neuen Transaktionen bei Stinnes iu den maß­gebenden Finanzkreisen trotz einiger scharfer Kritik absolut keine ungünstigen Eindruck hervorgerufen haben.

Guter Fortgang der deutsch-russischen KandelsdeMungeu.

wtb. Moskau. 6. Juni. telef. Der aus Deutschland hier­her zurückgekehrte Bizekommissiar für den Außenhandel äu­ßerte sich zu Vertretern der russischen Lol^raphenagentur zu­versichtlich über die Lutwicklung des deutsch-russischen Handels. Er betonte, daß die deutsche Ausfuhr nach der Union der Sow- jetrepubtiken um 60 Proz. gegenüber dem Vorfahre gestiegen Jei. Das gegenseitige Vertrauen der russischen Handelsver­tretung zu der deutschen Geschäftswelt habe sich gestärkt, und

Die Kabinettsberalungen in Berlin.

Das Znteresse der politischen Kreise konzentriert sich jetzt vollständig! aus die Vorbereitungen, die die Reichsregierung zur Beantwortung der interalliierten Lntwasfnungsnote trifft. Ei­nige Enttäuschungen hat es hervorgerufen, daß in dem amt­lichen Verübt über den Kabinettsrat unter Vorsitz des Reichs­präsidenten von Hindenburg keinerlei Aufschluß über das Er­gebnis der Besprechungen erteilt wird. Wir glauben zu wis­sen, daß das Reichskabinett bereits seine Stellungnahme zu der Entwaffnungsnote formuliert hat und sehr wichtige Gründe vorlagen, die die Regierungsstellen veranlaßten, vorläufig noch die größte Zurückhaltung zu üben. Die offizielle Stellungnah­me der Reichsregierung soll jedenfalls noch Jo rechtzeitig erfol- W, daß die alliierten Außenminister bei ihren gemeinsamen Besprechungen in Genf dazu Stellung nehmen können. Die Aussprache, die zwischen Briand and Ehamberlain stattfinden wirb, dürfte nach Auffassung der unterrichteten diplomatischen Kreise sehr wahrscheinlich von größter Bedeutung für die wei- teren Besch süsse der Reichsregierung sein. Ls kann si ch daher bei der beoorftebenen Aeußerung des Reichskabinetts nur um «ne provisorische Stellungnahme, nicht aber um den endgül- "^^'ischen Standpunkte handeln, zumal die Rotivendigkeit es eht, vor der Absenduii!g der deutschen Antwortnote in eine L r Prüfung der diplomatischen 'Cage einzutreten. Zu des Auswärtigen Zimtes hält man es für sehr - ' ^ß 'die Reichsregierung zunächst einige Rück- ^ d>ie alliierten Regierungen zu richten haben wird. Es

in den deutschen Sudustriekreisen sei man im Allgemeinen svon der eutwicklung des Handels nach Rußland befriedigt.

Lhamberlains Abreise nach Genf.

wtb. London, 6. Juni. telef. Der Staatssekretär Lham- berlain wird heute Vormittag nach Genf obreren. Einige Blätter glauben, daß er ab Paris mit Briand zusammen reisen wird.

Ser Vertrag von Versailles in der französischen Kammer gebilligt.

wtb. Rom, 6. Juni. telef. Der Vertrag von Versailles ist in der Kammer durch geheime Abstimmung gebilligt worden, und zwar mit 243 gegen 6 Stimmen.

Sie Lage in Wna.

wtb. Peking, 6. Juni. telef. Tszhangtsosiu der sich in Tientsin befindet, äußerte sich über die Vorgänge in Shangai noch nicht, und man erwartet daß er eine fiZertrauenspersou nach Peking entsenden wird, die mit dem Präsidenten Rück­sprache nehmen wird. (Siehe hierzu auch den heutigen Artikel. Die Red.)

Ueber 150 Hitz-Lodesfälle in Amerika.

wtb. Rewgork, 6. Juni. telef. Zufolge der großen Hitze sind in den östlichen Staaten über 150 Todesfällen zu verzeich­nen. Tausende schlafen in den Parkanlagen und an den Ufern des Meeres und der Flüsse. (Siche auch hierzu unter Rubrik: Aus der Tagesgefchichte. Die Red.)

Ein russischer Spionagevrozeß.

wtb. Kief, 6. Juni, telef. Jm Prozeß gegen 16 Mitar­beiter einer antionewjestischen Organisation wurde nach zehn­tägiger Verhandlung der frühere General Belawin, der Mit­arbeiter des ukrainischen Geueralstabes der Roten Armee, Zwanoff, und die Leiterin des Verbindungsdienstes mit den polnischen Seneralstab, Mina Krzeczkowska wegen Spionage zugunsten Polens zum Tode verurteilt. Die übrigen Angeklag­te» erhielten Zuchthausstrafen von ein bis fünf Sahreu.

Ser Wortlaut der EntwaWungsnote.

Bou unserem Berliner Vertreter wird uns aus Berlin vom 6. Juni geschrieben:

Das Bekanntwerden der inleralliierlen Entwaffnungsnote, in der eine große Anzahl von Forderungen militärischer Natur ausgestellt sind, hat übereinstimmend in allen politischen Krei­sen einen ungeheuer starken Eindruck hervorgerufen. Aus der Auszählung der angeblichen Verfehlungen Deutschlands glaubt

ist >daher mit einem sehr regen diplomatischen Verkehr zwischen Berlin, London wb Paris zu rechnen. Daß dabeh die Licher- Heitsfrage von neuem angeschnitten wird, liegt in der Natur der Dinge, aber es wäre ^gänzlich verfehlt, daraus schon jetzt irgend welche Rückschlüsse auf die Möglichkeiten einer Verständigung zu ziehen. Das Augenmerk der Reichsrögierung muß vielmehr darauf gerichtet sein, die diplomatische Lage so zu sondieren, daß die Gefahren eines ^ernsten Konfliktes zwischen Deutschland und den alliierten Regierungen möglichst gemildert werden kön­nen. Einzelne Sortierungen der alliierten Note erscheinen in Berlin derart unerträglich daß es darauf qnkommeu wird, deutscherseits auf einem nachdrücklich ablehnenden Ltandvnnkt zu verharren.Dabei muß der Eindruck vermieden werden, als könne Deutschland durch sein Verhalten das Ziel verfolgen über die Abrüstung sfrage einen Streik mit Frankreich zu pro- duzierm. Aus all diesen Gründen hält es daher «das Berliner auswärtige Amt für zweckmäßig, gemde mit bem französischen Außenminister Briand in Fühlung zu treten und in erster Linie mit Paris zu verhandeln, um alle nur denkbaren Möglichkeiten einer Reibungslosen Beilegung der Streitfragen zu erschöpfen. Nach Beendigung des unter Vorsitz des Reichspräsidenten ab­gehalten Kabinettsrat war im übrigen in allen politischen Krei­sen übereinstimmend die Auffassung verbreitet, baß die Reichs­regierung, die llmnmehr einzuschlagenden Wege bereits sehr sorgfältig vorbereitet 'hat.

man.in den Regierungskreisen wissen zu können, daß es den alliierten Regierungen in der Hauptsache bar auf ankam, in der ganzen Weltmeiuung die Auffassung M verbreiten, Deutschland habe sich schwerwiegende Umgehungen des Versailler Vertrages zuschulden kommen lassen. Bei einer genauen Nachprüfung müsse sich aber ergeben, daß d i angeblichen Verstöße vom rein militärischen Standpunkt ans absolut harmlos sind, und daß die LntentesachverstLndigen den Vorwurf ber deutschen Ge Heim- rüstungen einfach mid)t aufrecht erhalten können. Immerhin enthält die Rote so starke Zumutungen an Deutschland, daß durch 'ihre Ueberraschung eine sehr kritische Lage eingetretsn ist. Von größter Bedeutung ist jedoch der politische Teils ber Entente note, der sich mit der Räumung der Kölner Zone be­faßt. Die alliierten Regierungen stellen fest, daß es von beim guten Willen der Regierung und der Behörden abgehängt, die miinärifchekt Verstöße in verhältnismäßig kurzer Frist abzustel­len. Es sei Sache der deutschen Regierung selbst, die Voraus- setzugnen zu einer schnellen Räumung zu ermöglichen. Diese an sich persönliche Stelle wird aber aufgehoben durch die sehr schwerwiegende Bedingung, daß die militärische Kontrollkom- misfion erst nach der Beseitigung der Verstöße 'aufgehoben wer­den soll.

Die Note verlangt ferner, daß die Stellung des Ehejs der Heeresleitung in die Grenzen zurückgeführt wird, die sie im Sahre 1919 bei der ersten Aufstellüng der Reichswehr hätte, daß also die Befehlseinheit über die Gruppenkommandos und Wehrkreiskommandos megfällt und der Ehef der Heeresleitung nur noch ausführelldes Organ des Rei chswehrministers bleibt. Die übrigen militärischen Forderungen setzen sich aus den un- zäyligen Kleinigkeiten zusammen, wie sie' aus den früheren Ve- , riazten der Kontrollkommission genügend bekannt sind. Be­züglich der Schutzpolizei wird behauptet daß ihre Stärke die im Abkommen von Boulog ne zugelassene Zahl um 30 000 Mann überschreite, die .entlassen werden sollen. Ferner soll die zentrale Leitung der Pollzei in ben einzelnen Ländern aufgehoben werden und an die Kommunalverwaltungen übergehen, jede militärische Ausbildung, soweit sie nicht für den Polizeidienst notwendig ist, fortfallen und die 'bisherige Angleichung der Dienstgradbe- zeichnunJSn an die Reichswehr aufgeben werden. Endlich sollen in Zukunft keinerlei vorübergehende Verstärkungen der Poli­zei durch Hilfsmannschaften mehr stattfinden. Wenn diese Sorbe rangen erfüllt werden, ist die Entente bereit, für die grö­ßeren Städte, Sndustriezontren usw., ber weiteren Kasernierung der Schutzpolizei zuzustimmon. Eine Auflösuug der Vaterlän­dischen Verbände wird nicht gefordert, doch verlangt die Note, das Gesetze geschaffen werden, die jede militärische Ausbildung dieser Verbände 'unmöglich machen, und daß dafür gesorgt wird jede Verbindung der Verbänbe mit der Reichswehr zu unter­drücken. Für die Jnbuftrie werden sehr erheblicheUmstel­lungen" in einer größeren Zahl wichtiger deutscher Fabriken verlangt. Es wird eine große Anzahl von Eiuzelfällen aufge­führt, in denen früher zur Herstellung von Kriegsmaterial ver­wendete Maschinen zu zerstören bezw. zu verteilen sind. Das bezieht sich u. a. auf Krupp, die Deutschen Werke, eine große Fabrik in Karlsruhe u. J. f. Die Durchführung soll unter Auf­sicht und in jedem Falle nach vorheriger Verständigung mit der Suteralliierten Müitärkontrollkommisiion erfolgen. Die unge­heure Fülle von Material das in dem Memorandum enthalten ist, beweist, welche langwierige Verhandlungen notwendig sein werden, bis das gefährliche Gebiet der angeblichen Verstöße Deutschlands gereinigt ist. Wenn auch in der Rote selbst keine Andeutung über Verhandlungsmöglichkeiten enthalten ist, so entnimmt man doch aus der ganzen Tonart daß bie alliierten Regierungen den Verhandlungsweg offen gelassen haben.

Sie französischen Wünsche znm Sicherkeilsvakt.

Paris, 5. Juni. Die französische Antwort auf das eng­lische Sicherheitsmemorandum ist nunmehr in London übergeben worden. Nach der Pariser Presie gibt die Rote nähere Auf­klärung über die französische ^luffassung und soll geeignet sein, als Grundlage für die Verhandlungen Ehamberlains mit Bri­and zu bienen. Ehamberlain soll übrigens denselben Zug nach Genf benutzen wie Briand, um bereits die Reise zu Beratungen ausnutzen zu können. Die Einzelheiten, die von verschiedenden Blättern verbreitet werden, lassen allerdings nach wie vor eine unerklärliche Differenz zwischen den bisherigen eniglischen Erklärungen über den Gegenseitigkeitscharakter des Sicher- Heitspaktes und den französischen Erwartungen offen. Jnsbe- sondere drehte es sich bei diesen Erörterungen um die Frage, ob Frankreich befugt sein solle, gegebenenfalls seinen östlichen Tra- bantenstaaten zu Hilfe zu Kommen und M diesem Zwecke die neutralisierte Rheiulondzone mit seinen Truppen durchschreiten zu dürfen. Dieses Zugeständnis soll in einer schriftlichen Zu- satzantivort, d" inoffiziellen Eharakter trug, von London aus kurz nach Ueberreichung der 'letzten englischen Note erfolgt sein