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Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön uns Vogelsberg, Fulda- und Haunetal

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Nummer 1& Sonnerstag, den 11. Onni 1925. 59. (2.) Zahrgang.

Der auswärtige Ausschuß des Reichstages ist wegen der Entwassuungsnote rusammengetreten.

wtb. Berlin, 10. 2mii. telef. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags ist heute vormittag }u enter Befprechuulg der Lutwaffnungsnote unter dem Vorsitz des Abgeordneteu Hergt- dtnl. zufammeugetreteu. Von der Reichsregierung waren Stre- semann, Schiele von Schlieben, Neuhaus, Geßler und Krohne erschienen, sowie als Vertreter des Reichsministers für die be­setzten Gebite Gemeralkommiflar Schmid. Ferner waren eine große Reche von Vertretern der einzelnen Länder zugegen. Die Verhandlungen wurden durch Ausfichrungen des Reichsautzen- millisters und des Reichswchrministers eingeleilet.

Aeichsaußemuinister Dr. Stresemann kennzeichnete in seiner Darlegung den vorläufigen Standpunkt des Kabinetts zur Lnt- waffnungsnote. Soweit die Entwaffnung suote die Belange der Reichswehr berührt, erörterte sie der Aeichswohrmimster. Die Beanstandungen, die in der Lutwaffnungsnote sich gegen die deutsche Wirtschaft richten, besprach der Aoichsinnenminister. Der Reichssiuanzminister äußerte sich über die Wirkungen der Rote auf den Haushalt des Rechtes und die Rentabilltät. 2m Rahmen des wirtschaftlichen Fiwanzkomplexes der durch die Ent- waffnwngsnote beeinflußt wird äußerte sich der Reichswirt- schaftsmiuister.

Bersin, 9. 2uni. (Erg. Snformationsdienst.-EÄogr.) Wie wir hören wird Reichskanzler Dr. Lucher dem Reichskabinett den Vorschlag machen, den alliierten Regierungen abermals ein Angebot auf gegenseitige Verhandlungen über die Beilegung des Entwaffnungskoufliktes zu machen. Die Reichsregierung wird die ganze Woche über damit beschäftigt sein, den deutschen Standpunkt festzulogen und die Frage der Annahme oder Ableh­nung der alliierten Forderungen zu prüfen. Erst im Laufe der nächsten Woche kann damit begonnen werden, die deutsche Ant­wortnote an die Alliierten vorzubereiten. Es bestehen noch ernste Schwierigkeiten, da sich die außenpolitische Lage durch die Genfer Besprechungen keineswegs gebessert hat.

Die Flaggenfragt vertagt.

Bersin, 9. 2um. (Sig. 2»formationsdieust.-Eelegr.) Wie verlautet, ist auf Wunsch der Reichsregierung die Frage der Aenderung der Reichsfarben, die vom Reichsminister des 2nnern sowie von den Rechtsparteien angeschnitten worden war, ver­tagt worden, solange die außenpolisischen Schwierigkeiten nicht überwunden sind, sollen solche innenpolitische Erörterungen zu­rückgestellt werden.

Jie Uebertreibungen des Militärkontrollberichts.

Der Bericht der interalliierten MilitärkontroMommission, der «jetzt veröffentlicht worden ist, wird von den «zuständigen deut schen Stellen außerordentlich skeptisch beurteilt. Man weißt darauf hin, daß dieser Bericht schon im Januar verfaßt wor­den ist und bis jetzt schon eine Reihe von Beanstandungen durch die deutscheu militärischen Stellen beseitigt worden sind. Die schwerwiegendste Beschuldigung, die in dem Bericht enthalten ist, ist die der angeblichen Obstruktion der Kontrollmaßnahmen durch deutsche Behörden. Gegenüber diesem Vorwurf wird von deutscher Seite darauf hingewiesen, daß die interalliierte Ge- neralinspektion während der Feit ihrer Gütigkeit in Deutschland zweitausend Konkrollbosuche vorgenommlen hat, ohne daß auch nur ein Fall bekannt gMrwrden wäre, wonach diese Kontrollbe­suche chren (Zweck nicht erreicht hätten. Das Auftreten der interalliierten Militärkontrollorgane sei zeitweise sehr schroff gewesen, doch habe die Generalinspektion bis zum Schluß rei­bungslos durchgeführt werden können. Die deutschen Re­gierungsstellen gehen auch auf die Anschuldigung ein, wonach den Kontrollorgangen die Einsicht in bestimmtes Aktonmateria! verweigert worden fei. Alle Dokumente, die auf Grund der DersMer Bestimmungen zur Einsicht angefordert wurden, sind von den deutschen Militärbehörden vorgelegt worden. Darüber Yinaus wurde jedoch das gesamte Aktenmaterial der Behörden

* ^ur Ansicht gefordert, wozu nach deutscher Kontrollorgane nicht berechtigt waren, da sich in her ^"'M^rial auch private Familienangelegeicheiten neu ^^vrangtzhörigen befunden haben, die man Unberufe­waren } J111 A"âch geben wollte. 2m 2ahre 1923 Hälfte herabap^^ ^ Reichswehr was die der ^°ß in der damaligen ernsten Feit aufzufüllen ^ ^olwendigkmt eintrat, die Bestände ^^urch diesen Umstand erklärt es sich daß die es Ausrüftungsmaterials wieder aufgenommen

Auf der Suche nach Amundsen.

wtb. Vgrd, 10. 2uni. telef. Der Führer der arktischen Expedition Mc. Millan, der heute ansbricht, erklärte, es sei kaum zweifelhaft, daß seine Expedition die andere Expedition kurz nach dem Verlaßen der Polarbasis, etwa am 1. August sich­ten werde.

Minlfterbefvrechung in Frankfurt a. M.

wtb. Frankfurt a. M., 10. 2uui. telef. Gelegentlich einer Reise des englischen Arbeitsmiuifüers nach Deutschland, hatte dieser heute in Frankfurt mit dem deutschen Arbeitsminifier eine Begegnung. Beide Minister sprachen sich informatorisch über Angelegenheiten aus, die beide Länder interessieren.

Reichsdeutsche Ferienkinder nach Oesterreich.

wtb. Graz, 10. Omri. Heute traf der erste diesjährige Fug mit reichsdeutschen Kindern ein. 200 Kinder sind bereits in Salzburg und Obersteiermark anPflegeeltern abgegeben wor­den, während 140 für Mittelsteiermark bestimmte Kinder in Graz ausfliegen. Den Reichsdeutschen Kindern und deren Be­gleitung wurde am Bahnhof ein herzlicher Empfang bereitet.

Sie Gefahren für den Sicherheitspakt.

Von .unserem Berliner Mitarbeiter wird uns unterm 10. Suni geschrieben:

ön den deutschen Regierungskreifen sicht man der Ent­wicklung der Sicherheitsfrage, wie sie sich nach den Genfer Be­sprechungen «zwischen Ehamberlain und Briand darstellt, mit großer Besorgnis entgegen. Man wird jetzt versuchen müssen, die Durchmarschsrage, die in den Mittelpunkt der Auseinander setzungen getreten ist, so zu klären, daß für Deutschland keine weiteren Bedenken bestehen. Sollte allerdings der Fall ein­treten, daß die in einem Haves-Bericht angedeutete Regelung von England angenommen wird, dann wäre der Gedanke des Sicherheitspaktes auf dem Boden der Gleichberechtigung tot, denn Deutschland könne darin absolut keine Gewähr für die Garantierung seines Friedens erblicken. Die deutsche Re­gierungen macht schon jetzt darauf aufmerksam, daß eine solche Lösung mit den Völkerbundssatzungen völlig unvereinbar wäre. Das Auswärtige Amt ist, wie wir soeben erfahren, sofort be­auftragt worden, die Frage des Durchmarsches in einem Me-

wurde und zwar nach vorheriger Mitteilung an die interalliierte M il i t ä r k ou t r o ll komm iss io m

Wenn in dem Kontrollbericht weiter beanstandet wird, daß die Einrichtung der EvaditionSkompagnien der Reichswehr eine Umgehung des Versailler Vertrages bedeuten, wird hiergegen ebenfalls von deutscher Seite Widerspruch erhoben. Man er­klärt, daß keinerlei Grund vorliege, die Einrichtung der Eradi- tionskompagnien bei der Reichswehr irgendwie mit verbotenen Rüstungen in (Zusammenhang zubringeu. Die weitere An­schuldigung, daß die alte Landwehrorganisations noch bestehe, kann angesichts der Eatsache, daß diese Organisation schon vor fünfundzwanzig Fahren durch die Bezirkskommandos ersetzt wurde, nur darauf zurückgeführt werden, daß die Militärkon- trollorgano irgendwo auf dem Lande noch die alten Schilder Landwehrbezirk. . . Landwehrkompagnie" angetroffen haben. 2n den Festungen sind lediglich Erhaltungsarbeiten worgenom- men worden, deren Ungeführlichkeit die Botschafterkonferenz nachträglich zugeben mußte. Die Forderung, daß nach der voll­zogenen Aushebung des Kriegsleistungsgesetzes auch die Aus- führungsgesetze einzelner Länder dazu ausgehoben werden muß­ten, erledigt sich von selbst. Mit der Aufhebung eines Reichs­gesetzes sind nach deutschem Recht selbstverständlich auch die dazu ergangenen Ausführungsgesetze hinfällig. Gegenüber dem Vorwurf, daß gewisse Gesetze zur Durchführung der Entwaff- nungsbestiinmnngen noch nicht durchgeführt sind, wird deutscher­seits darauf hingewiesen daß bereits am 26. 2uni 1921 durch Reichsgesetze die Fabrikation sowie die Ein- und Ausfuhr von Waffen- und Kriegsmaterial genau geregelt sind. Einzelne Punkte dieses Gesetzes wurden von der Kontrollkommission be- -anstandet, doch wird hierüber seit langer Feit verhandelt. Die deutschen Stellen kommen zu dem Schluß daß der Vorwurf des Kontrollberichtes, die deutsche Regierung zeige schlechten Wil­len, auf starken Uebertreibungen beruht.

morandum festzulegen und die französische Ehese nachdrücklichst zu widerlegen. Die deutsche Regierung geht von der Auffas­sung aus, daß Frankreich im Falle eines Sicherheitspaktes im Rahmen des Völkerbundes nicht die Befugnis erhalten könne, an seinen bisherigen außenpolitischen Bündnissen festzuhalten. Das Bündnissystem, das vom Völkerbund ausdrücklich ver­worfen wird, würde in diesem Falle ganz offensichtliche Spitzen gegen Deutschiand enthalten, und die schwersten Gefahren in sich bergen. Wenn die deutsche Regierung über die Sicher- Heitsfrage verhandeln soll, so 'könnten ihr derartige unannehm­bare Lösungen nicht ?ugemutet werden.

2n Berlin hat man nicht den Eindruck, daß die französische Regierung erustlhaft bestrebt ist, auf den deutschen Sicherheits- Vorschlag einzugehen. Vielmehr hat die französische Diploma­tie bisher alles getan um den deutschen Vorschlägen auszuweichen und ihre sachliche Erörterung zu erschweren. Erschwert wird die Diskussion zweifellos durch die juristischen Spitzfindigkeiten, die bei der Aufrollung der Durchmarschfragen in die Debatte getragen worden sind. Die deutsche Regierung wird sich schwer­lich auf derartige juristische Erörterungen einlassen können, nach dem sie bereits in klarer und eindeutiger Form ihre Vorschläge formuliert hat. Bei den nächsten diplomatischen Untechandlun- gen wird daher von deutscher Seite rundweg erklärt werden müs sen, daß die Reichsregierung an ihren Vorschlägen festhält und jede andere Formel ablehnt.

2n den unterrichtetenRegierungskrisen nimmt man an, daß nunmehr die Reichsregierung in den nächsten Sagen in der Lage sein wird, auch über die Entwaffnunasnyte der alL.- ierten Regierungen Stellung zu nehmen und im AnschlußAaran die Frage aufzurollen, ob durch die Haltung der Alliierten das Fustandekommen eines Sichebheitspaktes tatsächlich gefördert wobden ist oder nicht. Deutschland habe feine Bereitwilligkeit den Frieden zu garantieren, wiederholt in der «nachdrücklichsten Form kundgetan, und es müsse jede Verantwortung für ein Scheitern dieser Verhandlungen ablehneu, wenn sich auf Grund der Verschärfung der außenpolitischen Situation unüberwind­liche Schwierigkeiten ergeben sollten.

Krupps Antwort auf Ne Kontrollnote.

Sffeu, 9. öuni. Die letzte Rote der Botschaftetkonferenz die in ihrem Seil 3 unter Namensnennung die Fabriken, De­pots und M'ebkftätten aufführt, die die interalliierte Militär- kontrollkommission glaubte beanstanden zu müssen, verzeichnet un ter dem «Untertitel .Genehmigte Fabriken" an erster Stelle bie Firma Krupp in Essen. Die neuen Beanstandungen bei der ^irma Krupp veranlaßten einen Korrespondenten des Berliner Lag" beim Rirektorium um eine Unterredung nachzusuchen. Fereitwilligerweise stellte sich einer der Herren zur Verfügung, und aus dessen Mund erfuhren wir, daß nach wie vor die großen Maschinen der Werkstätte Nr. 10 das Hauptstreitobjekt zwi- schen der Kruppschen Verwaltung und der Koittrottkommission bilden. Es handelt sich hier um

ehre Anzahl stabiler Drehbänke,

auf denen schon im Fahre 1914, als es noch keine Kon troll kom - Mission gab, zu einem großen Seil nur dem Frieden dienende Werte hergestellt wurden. Freilich kommen auf diesen Bänken nur große Schmiedestücke zur Verarbeitung, so daß hier aller- dings auch GeischUtzrohre hergestellt webden können, was aber unter den gegenwärtig obwaltenden blmständen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Schon aus dem Grunde, weil eine Unter- kommission der Kontrollkommission sich ständig im Werke zur ^etriebskontrolle hinsichtlich der Bedingungen aus dem Frie- densvertrag aufhält; und diese Kommission sorgt auch in der Sat getreulich dafür, daß im Fahr nicht mehr als die zugelas- Jenen sage und schreibe vier Kanonenrohre den Betrieb oer- lallen! So dienen die beanstandeten Drehbänke heute aus- x ^riedenszwecken, und ihr Verlust wäre sowohl für ben betrieb als auch im nationalen Fnteresse um Jo schmerzli- tber weit gerade in diesen Monaten auf ihnen hochwertige Auftrage, insbesondere für das Ausland, zur Ausführung kom men, was angesichts unserer wirtschaftlichen Depression' nicht hoch genug eingeschatzt werden kann. Ohne diese Maschinen wäre eine Belieferung nicht mehr denkbar, und so liegt auch '" nm verschiedenen Leiten ausgesprochene Vermutung k .p. es heb bei der verlangten «Zerstörung weniger um Mi i arische Interessen als um die Schädigung der wiederrecht- lichen deutschen Konkurrenz im Auslande handelt.

Punkt zwei fordert die

Zerstörung von 11 Pressen

?ur Herstellung komprimierter Lxplosivkörper. Auch hierfür gilt das bereits Gesagte. Die Pressen können wohl zur Her- stellung von Lxplofivkörpern benutzt werden, dienen jedoch jetzt schon jahrelang durchaus friedlichen (Zwecken, weil ja sonst ihr Oetrieb schon «längst durch die «Unlerkommission untersagt wor