Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger Mr Rhön unL MZelsherg, Ful-a un- Haunetal
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Nummer 135. Sonntag, den 14. Amt 1925. 59. (2.) Zahrgang.
Die ersten Besprechungen der Relchsregierung mit der internst. Rilttiittommistien.
Berlln, 13. 3uni, (Cig.-SnformattonsMettJt.) Telegr. Wie wir hören, werden in der aber nächsten Woche die ierstr» Ve- sprechungen Mische« der Reich sregi er rmg mrd der interalliierte« Militcwkontrolltcomrmstion über die Mierten Entwaffnn ngs- fordernuge« stattfinde«. An diesen Vesprechnnge« wird in erster Linie Außenminister Dr. Stresemau« teilnehme«.
Sie deutschen Notschaftee auch Stritt geladen.
Berti«, 13. 2u«i. fEig.-2sformatio«sdre«ft.) Telegr. Die deutsche« Botschafter i* London, Paris mrd Rom sind von der Rerchsregiermig beauftragt worden, nach der Durchführung der diplomatische« Sondier augsaktioneu zur Berichtzerstattnug »ach Berlin z» komme». Wie wir hören, soll die außenpolitische Lage mit bat Botschafter« erörtert werde«, bevor noch die Reichsregierung endgültige Beschlüsse ht der E«twaffn«nasfrage ML
3m den Besprechungen mit den «milkt- Präsidenten der Länder.
Berü«, 13. Sunt. (Lig.-Snformationsdienst.s Telegr. An den B^prechmege« mit den Ministerpräsidenten der Länder nehmen fast sämtliche Minister des Reichskabinetts teil. Reichs Kanzler Dr. Luther, Außen»imster, Dr. Stresemann und der Reichsminister des Sauern Schiele eröffnen die Aussprache ^Hrebehwe|xeobe Darlegungen über die alliierte Entrvaftsüygs- note. Auch der Reichswehrminister Dr. Geßler ch»d Reichs- wirtschaftsmimstsr Dr. Aeuhaus werden sprechen. Am Schluß der Beratungen wird die Roichsregiornug gemeinsam mit den RNnisterpräsideuten der Länder ein Lommunique ausgebe«.
Französischer Druck auf das Rheinland.
wtb, Arautcfurt a. M., 13. Sani. telef. Wie das WTB. von zuständiger Stelle erfuhr, hat die Rheiulaudskoumrissiou sämtliche Veranstaltungen unter freiem Himmel, die anlästig der Sahrtauseudfeier geplant waren, in den Städten des besetzten Gebietes mit französischer Garnison untersagt.
Emigungsverhandlungen im rheinifch-westfäl. Hochbaustreik?
wtb. Berlin, 13. 2 um. telef. Aach der „V.-A." sind in Bochum laut Beschluß der Aontralvormittlung, die für Sonntag im Rheinland und Westfalen angeküudigteu Streikmaßnahmen auf Grund der veränderten Situation in letzter Stunde nicht in
Die Kirchenvertreter bei Hindenburg.
Der Reichspräsident empfing am 12. 2uni die Vertreter der Religionsgemeinschaften zur Entgegennahme ihrer Glückwünsche anläßlich seines Amtsantritts.
Namens des Deutsche« evangelische« Kirchenbundes überbrachte der Präsident des evangelischen Oberkirchenrats in Ver lin, D. Dr. Kapler, die Wünsche der Gesamtheit der deutschen evangelischen Landeskirchen. Er dankte dem Reichspräsidenten für den Empfang, in dem er nicht nur einen staatspolitischen Akt, sondern auch den Ausdruck eines tiefreligiösen Empfindens erblickte und versicherte namens seiner Glaubensgemeinschaft eeren Bereitwilligkeit, an dem Aufbau des Vaterlandes und an der Sammlung und Einigung des Volkes mit allen Kräften mitzuarbeiten,
Der fürstbischöfliche Delegat, Weihbischof Dr. Deitmer, sprach dem Reichspräsidenten die Glückwünsche der katholischen Religionsgemeinschaft aus. Er wies auf die freudige Austim- ktung hin, die die bisherigen Kundgebungen des Reichspräsi- denten bei den deutschen Katholiken ausgelöst haben und gab die Versicherung, daß die katholische Kirche, die sich stets als Träger der Autorität und Ordnung erwiesen habe, jederzeit !c m Religion und Kirche ruhenden Kräfte der Staatsre- gierung zur Verfügung stellen werde.
. s ^^rster des Landesverbandes der jüdische« Ge- ™ begrüßte Kammergerichtsrat L. Wolff den Herrn -?^öenten. Er drückte die Befriedigung der deutschen ö eili, r bie vom Reichspräsidenten gegebene Husicherung
' 0 Parteien und Bekenntnissen in gleicher Weise ent- "lrn, und gelobte namens der deutschen Suden weitere
Kraft getreten, da versucht wurde, neue Einigrrngsverhand- l««go« herbeizufichren.
Sie Lage in Wm.
wtb. Kanton, 13. 2uni. telef. Reuter «leldet: 3000 Ma«« Kauto«-Gr«ppen überschritt^« gest er« vo« der 2«sel Ho-na» ans de« Strom, und ginge« 3 Meile« östlich €nngs= Hang an Land. Sn Enngshang einer Vorstadt Rawsons, begann sofort ein Gefecht, später drangen Ne Kanton-Trupp«« weiter in die Stadt em, mrd kämpften in der Rahe der Universität von Ranson. Halbwegs z« Kanton, «m den ««ständische» Schamieu ist mit Barrikaden befestigt, dies ist keine Borskhtsmechregel, da Unruhen nicht erwartet werden.
Lustmord an einem zehnjährigen Kinde bei Berlin.
»tb. Berlix, 13. 2uni. telef. Heute früh 4 einhalb Uhr wurde die Leiche der 1 0jährigen Schülerin, Seutra Eckert, Ne seit dem S. Sam vermißt war, aufgefnnben. Die Leiche lag i» einem KorHelde, dicht an der Landstraße Berlin-Earow, in der Aähe des väterlichen Laubesgrundstückes in Blankenburg. Das kleine Mädchen lag auf der linken Seite und war vollkommen zusauuuengekrümmt. Es trug nur noch ein Hemd, das Kleid fehlte, «ud der ganze Befund ließ darauf schließen daß es das Opfer eWes Lustmordes geworden ist. 2m Laufe des heutigen Tages wird npch die Höhe der Belohnung, die auf die Ermittlung des Mörders ausgesetzt ist, bekanntgegeben.
Die wr »er Woche.
Von unserem Berliner Vertreter wird uns aus Berlin unterm 12. Suni geschrieben:
Mit der endlich überreichten Rote der alliierten Regierungen über die Entwaffnungsfrage ist die außenpolitische Situation in ein sehr kritisches Stadium eingetreten. Eine Woche ist jetzt seit der Veröffentlichung der Xvote vergangen daß sich die Reichsregierung in der Lage sah, schon jetzt eine Stellungnahme zu den einzelnen Forderungen der alliierten Mächte bekanntzugeben. Ununterbrochen finden Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und den zuständigen Ressor-Miniftern statt, und auch die Parteiführer sind vom Reichskanzler eingehend über den Tharakter der alliierten Note unterrichtet worden. Der Hochbetrieb der außenpolitischen Beratungen läßt erkennen, daß man seit der Londoner Konferenz in der Bereinigung der pouMuien Streit fragen zwischen Deutschland und den Alli - ierten nur sehr langsam vorwärts geschritten ist.
Nach fünf Monaten ist endlich der Bericht der interalliierten 'Militärkontrollkommission der Oeffentlichkeit übergeben worden. Man hätte annehmen können, daß dieser Bericht, den die alliierten ^Regierungen hinsichtlich ihrer Entwaffnungsforde-
hingebende und eifrige Mitarbeit an den vaterländischen Aufgaben.
Der Reichspräsident erwiderte mit nachstehender Ansprache «Meine sehr verehrten Herrenl öch danke Shnen herzlich für die Worte der Begrüßung, die Sie als Vertreter der Religionsgemeinschaften soeben an wich gerichtet, und für die Glückwünsche, die Sie mir gebracht haben. Shre von gleicher Gesinnung getragenen Erklärungen der Bereitwilligkeit, die durch sie vertretenen religiösen Kräfte des deutschen Volkes der Erhaltung unseres Staates und dem Wiederaufbau unseres geliebten Vaterlandes nutzbar zu machen, erfüllen mich mit hoher Befriedigung. Sch erblicke darin um Jo mehr eine wertvolle Bürgschaft für die Zestignng unseres inneren Verhältnisses, als ich mir voll bewußt bin, welch große Aufgaben die Religionsge- selischaften an der Gestaltung des seelischen Lebens der Ration zu erfüllen haben. 2ch gebe Shnen bei dieser Gelegenheit erneut die Versicherung, daß ich in meinem hohen Amte mit gleicher Gewissenhaftigkeit alle Bekenntnisse und Weltanschauungen achten und stets den Geist innere Volksgemeinschaft schützen werde. Wenn ich einen Wunsch anschließen darf, so bitte ich Sie, diesen gemeinsamen Empfang der Vertreter der verschiedenen Bekenntnisse durch den Vertreter des Deutschen Reichs nicht nur als eine bloße Form anzusehen; wie Sie, meine Herren, sich hier zusammen gefunden haben, um mir Shre gleichgestimmten Wünsche auszudrücken, so möge auch in den Reihen der Kirchen und Gemeinschaften sich stets der Sinn für Versöhnlichkett, gegenseitige Achtsng und einträchtige Hnsammen- «rbeit finden, ohne den die Ankunft Deutschlands nicht gefördert werden kann.“
rangen und der Verzögerung der Räumung der nördlichen Rheinlandzone zum Anlaß genommen hatten, in der ganzen Welt lebhafte Erörterungen Hervorrufen würde. Dies ist aber keineswegs geschehen. Die Veröffentlichung erfolgte so -unauffällig, daß dieser Bericht nahezu in Vergessenheit geraten ist und kaum irgendwelche Beachtung in der Welt gefunden hat. Die Reichsregierung glaubt ihrerseits davon Abstand nehmen zu können, auf den Bericht einzugehen, denn die Anschuldigungen, die darin gegen Deutschland ausgesprochen werden dem sind so kleinlicher Natur, daß es leicht sein würde, die Märchen von den deutschen Geheimrüstungen zu widerlegen. Trotz der immer hin ausführlichen Suhftantierung der einzelnen angeblichen deutschen Verstöße wird selbst von der französischen Presse kaum noch geleugnet, daß der Bericht kaum zur Rechtfertigung des alliierten Vorgehens gegen Deutschland dient.
Die mit großer Spannung erwartete Ausammenkunft Mischen Ehamberlai« ««d Brimrd, die am Montag stattgefunden hat, dürfte zu sehr weittragenden, schicksalsschweren Vereinbarungen zwischen England und Frankreich geführt haben. Chamberlain und Briand gaben vor der Presse gemeinsame Er Klärungen ab, indenen sie betonten, daß in der Sicherheitsfrage eine vollständige Eimgung Mischen England und Zrarckreich zustande gekommen sei. Worin diese Einigung besteht, wird jedoch wohlweislich verschwiegen. Man hat sogar den Eindruck, daß es nicht sehr weit l>er ist mit der englisch-französischen Verständigung, denn das französische Havasbüro hat einen geheimnisvollen Bericht herausgegeben, der zu erregten Auseinandersetzungen Mischen der englischen und der französischen Oeffentlichkeit geführt hat. Die Engländer sind nicht schr entzückt von den Mitteilungen des Havasbüros, Oie sie als tendenziös und irreführend bezeichnen, und die von chnen, durch zahlreiche Interpretationen der Völkerbundssatzungen widerlegt werden. Anscheinend bestehen immer noch große Schwierigkeiten zwischen England und Zrankreich, die keineswegs dadurch beseitigt werden, daß man erklärt, die französische Note auf Oie deutschen Sicherheitsforderungen habe in ihrer jetzigen Fassung die Billigung des englischen Kabinetts gefunden. England denkt nicht daran, die französischen These'zu unterstützen, wonach im Halle eines polnisch-russischen Krieger, der nicht von Polen pro- notiert ist, das Recht habe, durch die neutralisierte Rheinland- zone zu marschieren. Da die deutsche Regierung festbleiben wird und auf derartige Abmachungen unter keinen Umständen ein- gehen dürfte, hat die französische Regierung kaum irgendwelche Aussicht, ihre These in der Durchmarschfrage zur Geltuna zu- bringen.
Der Reichstag ist nach Pfingsten wieder zusammengetre- en, um den Reichswehretat und die von der Sozialdemokratie und den Kommunisten gestellten Mißtrauensanträge gegen den ^eichswehrminister schnellstens zu erledigen. Während jetzt im Reichstagsplenum nur noch die Etatsfragen zur Erörterung kommen, wird in den Ausschüssen fieberhaft gearbeitet, damit enbhj das Parlament in die Serien gehen kann. Snfolge der Warfen politischen Gegensätze und der schwierigen Konstellation im Reichstage ist ein ausgedehnter Beratungsstoff zurückgeblie- ben. Der ReichsfmanMinister m-uß seinen ganzen Einfluß aus- uben um zu verhindern, daß sich das Parlament beurlaubt, be- vor der Reichshaushalt unter Dach und Aach gebracht ist. An sich hatte der Etat spätestens Anfang Mai verabschiedet sein muffen, aber die außenpolitischen Komplikationen der letzten Wochen haben die Parteien veranlaßt, die Haushaltsfragen zu vernachlässigen und sich fast ausschließlich mit der großen Poli- tik M beschäftigen. 2etzt wird dem Parlament nichts anderes uorig bleiben, bis in den Suli hinein beisammen zu bleiben, um I er Regierung die Möglichkeit zu geben, auf Grund der Reae- lung des Reichshaushaltes ihre dringenden Aufgaben ungestört zu erledigen.
t ie üicherheitsnote, die die alliierten Regierungen als Antwort auf die deutschen Vorschläge einreichen wird, dürfte ranmehr die außenpolitischen Situation völlig beherrschen Die Reichsregierung hat sich darauf eingestellt, diese Note als Prüfstein für die Möglichkeiten einer Verständigung anzusehen und ihre weiteren Schritte dementsprechend einzurichten. Gibt die- se Note die Möglichkeit zu Verhandlungen, so wird Berlin unverzüglich antworten, um so schnell wie möglich zu Verhand- lungen, zu kommen. Der Inhalt der Sicherheitsnote ist für râkonut. Man kann daher noch nicht wissen, ob Ne Meldungen der ausländischen Presse zutreffen, wonach auf VLck^ öicherheitsnote eine baldige Verständigung in der ^ ^rbunbsfrage möglich sein werde. Nach Auffassung der F.'f??âise müsse Deutschland jetzt seinen Stand
« Völkerbund festlegen, ehe es daran denken könne, einen Garantiepakt abzuschließen. Wenn diese englischen Behauptungen zutreffen, so würde tatsächlich die Reichsregierung gezwungen fein, ihren Standpunkt zum Völkerbund auf'«rund ur alliierten Note neuerdings nachzuprüfem.