Einzelbild herunterladen
 

Hessische

Morvenzeituns

Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda und Haunetal

SieMW 3R*flen|*mg" <f4*t wicheEh 8 e* (Mtz« Montags). Sonntag, mu H.M.Z. tm 8». etw:4<: Doch bie Pop tejogen nwnailM 1.50 Setrttnm.

Für die Voüsgemeinschast Für den Ständefrieden

An,eigen: Die 7 gespaltene Millimetn,eUe 0,04, auswärts 0,07 Renlenmarl. Sie 92 mm breite Millimeter Reklamezeile lokal 0,30, auswärts 0,40 Kentenmart. Bei Wieder hân, Rabatt Postlchecklonta Frankfurt -. M. 28012. Fulda, Kan-Ifü-tze 44. Ferufprecher 118.

Nummer 145

Freitag, den 26. Sunt 1925.

59. (2.) Jahrgang.

Die deutsche Reichsregieruns erwartet pünktliche Durchstidniag der NAmum des Ruhrgebietes.

Berlin, 25. 2mm. lLig-Sk^ormâWsdieust.-Lelsgr.) Wie wir hören, wird der ÄVÄchsvegLeruyg in den nächsten Lagen eine offizttüe M-ttâng der französische« Rogierrmg aber die«- auutg des RuhrgMets zugehen. Sn den deutschen Regler« r^s- Kreisen gibt man der selbstverständlichen Erwartung Ausdruck, daß nmtmelyr die pünktliche Durchsüßung der RäumungsMaß- nahmen im Ruhrgebiet absolut feststes. Man yl sich auch voll- kommen darüber klar, daß die norf) ajusfijcheuden politisches Aus einanders-etzungen mit Frankreich über die nüMiche Rheinland- zoae mrd über die alliierten Lntrvaffnungssordorunge» keine weitere Ausdehnung erfahre» worden und auf diese Probleme b^chränkt bleiben.

Jas ablehnende Reichswehrgutachten.

Berlin, 25. 3mti. fEig. Fysormationsdilmst.-^r.) Das in ablehnendem Sinne gehaltene Gutachten des Reichswehrmi- nisteriums über dfe alliierten LittwaffmMgsforderungen bildet, wie wir hören, zur Seit den Gegenstand lebhafter Erörterungen der maßgebenden ÄdeglerungsKreise. Zwischen dem Reichs- Kabinett und dem Reichsw-chrministerrmn besteht volle Ernmütig- Kttt darüber, daß die Ablehnung der alliierten Lwtwasfuuugs- fprderungen keineswegs prinzipiell ist und daß es Aufgabe der diplomatischen Stellen sein wird, aus dem Verhandlungswege die 4?WkUKnng der für Deutsrtstaud unannehmbaren Fordern»- --

B Die Räumung i

Die offiziösen französischen Mitteilungen über die bevor­stehende Räumung des Ruhrgebietes beherrschen vollständig das Interesse der maßgebenden Berliner Regierungâreife, die sich sehr eingehend mit der politischen Tragweite dieser franzö­sischen Erklärungen beschäftigen. Es zeigt sich, daß mit einem Schlage die außenpolitische Situation wesentlich günstiger keur- teilt wird, als dies noch an den vorher gegangenen Lagen der Fall war. Die Tatsache, daß das Ruhrgebiet nunmehr ge­räumt werden soll, und daß hierzu erforderlichen militärischen Maßnahmen zur Zurückziehung der Truppen bereits in wenigen Wochen beginnen sollen, hat es in Berlin einen ungeheuren Lin druck gemacht. Obwohl man immer wieder betonen muß, daß die Räumung des Ruhrgebiets nach den Londoner Abmach­ungen absolut nicht mehr darstellt als einen selbstverständlichen Akt der Vertragserfüllung durch die Besatzungsmächte herrscht eine ehrliche Svende über die bevorstehende Befreiung des Ruhrgebiets, selbstverständlich versteht man hierunter auch die Städte Duisburg Ruhrort und Düsseldorf, eine Freu- t>e, die über viele ernste Besorgnisse hinwegsehen läßt, die sich aus der ganzen Art der Behandlung der Entwaffnungs- und Sicherheitsfrage durch die alliierten Regierungen ergeben hatte. Es ist jetzt kein Geheimnis mehr, daß die deutsche Regierung in Paris wegen der Räumung des Ruhrgebiets offiziell ange­fragt hat. Obwohl man in den amtlichen Kreisen hierüber strengstes Stillschweigen bewahrt, läßt man ganz deutlich durch­blicken, daß die französische Regierung mit ihrer Ankündigung der pünktlichen Zurückziehung der Truppen einen wirklich ern­sten Schritt unternommen hat, um die ganze Verhandlungsat­mosphäre zwischen Deutschland und Frankreich zu entspannen. Wie wichtig diese Latsache für die Beurteilung der weiteren Schritte der Reichsregierung sein wird, geht auch übrigens daraus hervor,, daß das Reichskabinett sich nunmehr endlich in der Lage sieht, über den Stand der außenpolitischen Situation gegenüber den Parteien und der Presse offener freimütiger zu sprechen. Wir glauben zu wissen, daß mit den französischen Er- Klarungen der Weg zu einem sehr ausgibigen Meinungsaus- tausch zwischen Berlin und Paris freigemacht ist. Dieser Meinungsaustausch hat erst begonnen und dürfte noch einiae Wochen in Anspruch nehmen. Man rechnet im Berliner Aus- wartigen Amt jetzt mchr denn je mit der Wahrscheinlichkeit 3 die Konferenzpläne zur Lösung der Sicherheitsfrage immer

Formen annehmen, und daß man alsbald erpfte Bor- kprS^ ^bffen kann, um bis zum Septeniber auch die Völ- d ; Ä Etliche Schritte vorwärts zu bring ön X?Ä^ T ^ ^ "" Optimismus ge­bot den & ««'Je außerordentlich erstaunt, aber es Munqen d ^' Mb die gegenwärtigen optimistischen Dar- wagungen ? Ä ^"E lorMtige und vorsichtige Er- ment keine c ^ im Mgenwärligen Mo- werden können s^d Z rl ^r ^nae Sckagt

^^to doch die vorsichtige Vorbereitung der

gen }u erreichen. Darüber hinaus soll jedenfalls der erchthafte Versuch gemacht werden, eine Verständigung über das gaxze Lut wassmkngsprobl«« ?u erzielen. Man hält es für möglich, daß das Zustandekommen eines Sicherheitspakies an sich schon die ganze Lntwaffnungsfrage in ein viel harmloseres Ltadirwr ver­setzen wird.

Der Zollkrieg zwischen Neulschlanb u. Polen verhütet?

Verlln, 25. Juni. (Erg. Snsormatiovsdieust.-Lrlegr.) Wie

wir hören, wird es voraussichtlich möglich sein, die Gefahr eines Zollkrieges zwischen Deutschland und Polen zu verhüten. Aus der Latsache, daß der deutsche Gesandte in Warschau, Ullrich Rauscher in Berlin eingetroffen ist und andererseits der potai- sche Gesandte in Berlin sich nach Warschau begeben hat, geht hervor, daß von beiden Letten Vorbereitungen getroffen wer­de», um die gescheiterten Wirtschaftsverhaudlungen wheder in Fluß bringen zu können. Augenblicklich verhalten sich beide Lei­te noch abwartend, sodaß eine Verschärfung der Lage nicht zu verzeichnen ist.

«Till

wrb. Berlin, 25. 3tmi. telef. Der Lteneransschuß des Reichstages hat bei der Behandlung der Weichtener einstim-

Ruhrgebietes.

öffentlichen Meinung als ein Anzeichen dafür dienen, daß in außenpolitischer Hinsicht sich bedeutungsvolle Wandlungen voll­ziehen, deren sichtbares Auftreten allerdings noch eine Frage oon Wochen und Monaten ist. 3m Auslande denkt man über den Pariser Beschluß sehr viel nüchterner. Wie ein Londoner Korrespondent meldet, betrachtet man die Veröffentlichung des Räumungsbeschlusses als einen Versuch, auf die Debatte im englischen Llnterhause einzuwirken und die Stimmung für ein Kompromiß im französischen Sinne günstig zu beeinflussen. Ein­zelne Blätter sprechen von einerschönen Geste" der franzö­sischen Regierung und wenden sich gegen ihre heimlichen Hinter gedanken. Am unbekümmertsten natürlich das Blatt Cloyd Georges, Dailg Ehronicle, in dem es heißt, keine Ration könne einer anderen eine Sicherung garantieren, so lange diese Ration gegen jene weiter Waffen schmiede. Frankreich mußte, wäre es ehrlich, abrüsten und seine Schulden bezahlen. Ehamber- lain müßte heute den Beweis dafür antreten, daß er Frank­reich gegenüber diese Rotwendigkeit erwogen habe. Die Dailg Rems fordern eine Sicherheilsgarantie Frankreichs gegenüber England im Hinblick auf Luftangriffe und A-Boote. Man wer­de hierüber Ehamberlain schr gründlich befragen. Der Dailg Gxpreß spricht von einer stündlichen Zunahme der Abneigung bes englischen Volkes gegen den Sicherheitspakt. Das Blatt kommt noch einmal auf die berüchtigte Havas-Rote zurück, die doch wohl die Wahrheit gesagt habe, und kündigt Lhambcr- kun für heute nachmittag eine mächtige Opposition im Unter- ^?use an, die von den Vätern und Müttern, Käme, die ihre 5öhne nicht durch einen europäischen Pakt zum Lode verurtei­len lassen wollten. Auch die öffentliche Meinung Amerikas will offenbar an eine wirkliche Versöhnlichkeit Frankreichs nicht recht glauben. Es wird dopeschirt:

Aewgork, 24. 3uni. Die Zeitungen schenken dem Be- Ichluß des Pariser Ministerrats hinsichtlich der Räumung der ^uhr keine große Beachtung. Aur die World würdigt kurz jeine Bedeutung und erklärt, der Pariser Beschluß beweise, daß FraUkreich seine Schlinge weiter um Deutschlands Kohlen­gebiet ziehen wolle, da ein wesentlicher Teil des Ruhrdistrikts besetzt bleibe. Auf diese Weise behielten die Franzosen und die Belgier die Kontrolle der Ruhreisenbahnen, der Wasserwege sowie des gesamten Verkehrs zwischen Ruhr und Rhein. 3n diesem Zusammenhang muß darauf aufmerksam gemacht werden daß selbst in französischen Militärkreisen, an deren Spitze der jetzt wieder einflußreiche General Sarrail steht, die Besetzung des Ruhrgebietes als ein militärischer Fehler betrachtet wird. Sarrail hat seinerzeit ausgesprochen, daß Deutschland viel besser in Abhängigkeit geboten werden könne, wenn sein industrieller MittÄpuiikt unter den Kanonen der franz. Armee läge, nicht aber in seinem Etappengebiet. Wir müssen also darauf achten, daß das Ruhrgebiet nicht wieder zu einem Gegenstand franzö­sischer Erpressungen gemacht wird.

mig einen Antrag der deutschen Volkspartei angenommen, der die Weinsteuer bis zum 30. Dezember 1927 von 20 auf 10 Pro­zent ermäßigt. Vom 1. Oktober 1927 ab soll die Weinsteuer wieder 20 Prozent betragen.

Benesch über die Anschlußfrage und die Donauförderation.

VW, Ptag, 25. Omri. telef. 2» Erwiderung einer während der Debatte an ihn gerichteten Anfrage erklärte Benesch über die Auschlußsrage und über die Doualckonsörderatiov, daß er schon seit Beginn seinen Standpunkt formuliert habe, den die Regierung einnehme. Er habe diesen Standpunkt unzählige Ma­le dargelegt und glaube, daß kein Grund vorhanden sei, diesen Standpunkt zu ändern. Der Minister stellte ausdrücklich fest, daß er aus demselben Standpunkt wie bisher beharre. Aus den Einwand des Abgeordneten Kafkas, daß die gegenwärtige Poli­tik des Landes eine Fortsetzung der Lellung Europas in ein Lager der Sieger und der Geschlagenen darstelle, erwiderte der Minister, daß die auswärtige Politik sich immer dagegen ge­wehrt habe und sich weiter dagegen wehren werde, daß nicht wieder eintrefe, was 1914 geschehen sei.

«Italiens Kriegsschulden an Amerika.

wtb. London, 25. 2um. telef. Wie Reuter ans Washing­ton meldet, nimmt heute Italien die Verhandlungen not der Schuldenkommission wegen der Sicherstellung der italienischen Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten auf.

Revolution in Athen.

Athen, 25. Juni. (United Preß.) Lme Gruppe revotnliouä- rer Offiziere besetzt heute früh alle öffentürhen Gebäude. Nach den ersten Berichten haben die Anführer die Situation in ganz Griechenland in der Hand.

Neun Personen von einem Irrsinnigen ermordet.

wtb. Rom, 27. 3um. telef. DerMessagero" berichtet, daß in einem Dorfe bei Messina ein 3rrjitmiger neun Personen ge­tötet und vier verwundet habe, bis er von einem Verwandten getötet wurde.

Irr Streich gegen General von Eeeüt.

Von unserem Berliner Mitarbeiter wird uns unterm 25. Juni geschrieben:

Die kürzlich überreichte Lntwaffnungsnote der Entente hat naturgemäß in allen davon berührten Kreisen lebhaftes Auf­sehen erregt. Wie wir bereits mitteilten, hat sich das Reichs­wehrministerium, das ja in erster Linie von den Forderungen der Rote berührt wird, eingehend geäußert. Bei der Beant­wortung der Rote, die ja über kurz öder lang doch erfolgen muß, wird sich die deutsche Regierung lediglich von Grundsätzen sachlicher Objektivität leiten lassen. Die deutsche Regierung hat seinerzeit zugesagt, alle Bestimmungen des Versailler Ver­trages zu erfüllen. An dieser Grenze findet aber die Lrfüllungs- bereilschaft ihr Lude. Die Gegenseite arbeitet häufig mit der Behauptung, die angegriffenen deutschen Organisationen be­deuteten eine Möbilmachungsmaßnahme. Eine "nähere Erläute­rung hierzu haben sich die Ententemächte bisher aber geschenkt. Die Behauptung allein genügt noch lange nicht. Der Versailler Vertrag hat dem Deutschen Reiche ein Heer von bestimmter Stärke und Ausrüstung gelassen; was damals zugebilligt ist, soll jetzt im Wege der Auslegung wertlos gemacht "werden Da­ngen uns zur Wöhr zu setzen, ist unser gutes Recht. Die Ab- slchten der 3. M. K. K. sind zuweilen einem gewissen Wechsel unterworfen. Das zeigt sich besonders klar an ihrem Verhal- tcn gegenüber der Stellung des Ehefs der Heeresleitung. 3m ^hrc 1920 hat der Reichspräsident Ebort die Befehlsver­haltnisse im Reichsheer geregelt. Die vorläufige Regelung im Sahre 1919 unterstellte die höchsten Befehlshaber im Heere dem Reichswehrmiuister unmittelbar und schaltete den Ehef der Heeresleitung in gewisser Bezichung aus dem Snstanwmveoe aus. Der Reichswchrminifter Dr. Seßter hat deshalb auch bald