__ Hessische x
Morvenzeituns
Fuldaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda- und Haunetal
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'Ol« „HaMi Margenzâng'' «scheint wSchentlich 6 mal, (außer Mantagr), Sonntag» . ^.. r^„S»t.:«h6W breite Millimeter ReNam-z-il- lolal 0,30, auswärts V.w R-ntenmaN. Bei Wi-derhoim«
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Nummer 147
Sonntag, den A. Sunt 1925
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59. (?.) Jahrgang.
Die -eutjche Negierung mit Menmaßnahmen im Zellkampf mit Polen beschäftigt
Berlik, 27. Suni. (EiZ.-2nformationsdlc»st. Ts'Dzr.) Ve- kauutlich hat die polnische Negierung infolge der Scheiterns der deutsch-Kölnischen Haudelsvortragsverhandlungen Kampfmaß- nahmen augsdroht, die sich in erster Linie auf das Verbot der Cntfuhr deutscher Waren in Polen beziehen und die am Frei- tag in Kraft treten Jollen. 3n den Berliner Negierungskrei- fen D man, wie wir an zuständiger Stelle erfahren, der Auf» fassung, dG es sich dabei zunächst nur um Androhung von Kampfmaßnahnieu handelt, und es muß abgekartet werden, vb sie auch tätsächl. in Kraft gesetzt werden. Für alle Fälle aber ist -die deutsche Negierung damit beschäftigt, Gegenmaßnahme zu ergreif«, über deren Einzelheiten noch keine Entscheidung getroffen ist. Die deutsche Regierung ist nach wie wor bereit, ein Gandelsprovifsrium mit Polen abzuschließen, das bisher stets von Polen vereitelt worden ist. Der Abschluß eines solchen Provisoriums würde aber wur in Frage kommen könnstr, wenn Polen seine-Kampfmaßnahmen nicht in Kraft setzt.
Ruhigere Lage in Wna.
wtb. Peking, 27. Snui. telef. Snfolge bst energischen Achtung des Marschalls Tschanasolin wird die Stimmung im Norden ruhiger. Auch dem Chef der Exekutive tu Ltuan-Lhi- Sui scheint ein baldiger Ausgleich mit den Mächten erwünscht zu sein der bei ihrer versöhnlichen Haltung zu erhoffen äst, falls keine neuen Fwischeufälle sich ereigne».
Wnas B.W um Amerikas AMervenlivn.
.) Dec chinestsche Se-;
-bet dem diplo
ist. Der Gesandte wachte dem Staatssekretär Kellogg gegen über Anregungen die, rote <es. den Aschern Hätz darauf hinaus laufen, daß Ehina Awerika um feine Mteu Dielte bittet.
WM Nr. Brmns.
- ;f®g.=3tffumatto^ Lelegr.) Reichsarbeitsminister Dr. Brauns kann heute, Lonwabend auf eine ununterbrochene LätigSkit -als Rleirt)sarbeitLininister zurück blicker > Dr. Brauns K Mitglied von acht Kabinetten gewe- feu. . Er ist am 27. Lum als Mitglied des Kabinetts Fehrenbach in die Reichsregrerrmg eingstretev. Er gehörte von da ab an: dein ersten Kabinett Wirt As Ende Mai 1921, dem zweiten Kabinett Wirch bis Oktober 1921, dem Kabinett Cuno bis November 1922, dem -erK'n Kabinett Lt^esemann bis August 1923, bem zweiten Kabinett Stresemann bis Oktober 1923, sbem Kabirett Marx bis Sanitär 1925, n* seit dieser Feit ist dr Mttglk d des gegenwärtigen Kabinetts Lucher. Sin fünf- j ästiges Minister Jubiläum ist unter dem heMyen RegvnL immer
Die besitze Antwort an Frankreich
Pas Reichskabinett hat am Mittwoch und ‘Donnerstag in eingehenden 'Beratungen die außenpolitische Lage und die Aiit- 'wortng^ VriaKs auf den deutschen Licherhèoorschlag besprochen. Am Donnerstag abend hat das Kabinett dann in -einem einstimmigen Beschluß die weiteren Maßnohmen festge- legt 2m Laufe--es Freitags abends wurde ein amtliches Gom- mullique Mröffentivht, das die Entschlüsse der Reareruna mtt- teibt;
soweit man in Parlamentarischen Kreisen hört, wird di« Regierung die Antwortnote Briands vorläufig nur in der Form beantworten, daß zwar offiziell auf schriftlichen oder mündlichen Wege in Paris und in London das grundsätzliche Einverständnis der deutschmi Regierung zu weiteren Verhandlungen über die Sicherheitsfrage mitgeteilt wird. Auf Einzelheiten der Antwortnote Briands und auf die darin ausgesprochenen bestimmten Forderungen Frankreichs und Englands für den Abschluß von Sdwbsverträgen, Garantieverträgen und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund wird nicht geantwortet werden. Die Regierung wird vielmehr darauf aufmerkfam machen lassen, daß diese Fragen in der Antwortnote Briands nicht klar behandelt sind, und entsprechende Rückfragen stellen. Lie beziehen sich vor allem auf die Konstruktion der Garantie eines dritten Staates beim Abschluß von Lchiedsverträgen, auf me Frage, inwieweit die Satzungen des Völkerbundes gegen- u er den Bestimmungen von Lchiedsverträgen in Geltung blei- eil, und auch darauf, daß noch der Antwortnote Briands nicht nur Frankreich, sondern auch England auf den bedingungslosen
hkr etwas Lettenes. Auf eine noch längere /ununterbrochene Amtstätigkeit als Minister kann nur noch Reichswehrminister Dr. Geßler zurückblicken., der wenige Monate früher, im März 1920, schon in das Kabinett »Müller eingetreten ist und seitdem sämtlich« nachfolgenden Kabinetten angehört hat.
Reispruch des Oberleutnant Zordan.
wtb. Minden, 27. 2um. telef. 2m Weserunglück-Pro- zG wurde heute Oberleutnant Sordan freigesprochen. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt.
Rkttritt des portugiesischen Kabinetts.
wtd. Paris, 27. Suni. telef. Havss meldet aus Lissabon: Das Kabinett ist zurückgetreten.
Wieder ein „MiLgslümidtger" verurteilt.
-wlb. Paris, 27. 3uni. telef. Wie dem „Sournal“ aus Aasnnr gemeldet wird, hat das dortige Kriegsgericht den deutschen Major Armin in contumaciam zum Lode verurteilt, weil er angeblich 23 Personen erschießen und zwei Gutshöfe in Brand stecken ließ. Außerdem soll er sich unter Anwendung von Gewalt Möbel und Kunftgegeustände aus dem Schloß Frauce- wart augeeignet haben.
Erdbebey in Ungarn.
wtb. Budapest, 27. 2vm Telef. 3u Sveßkaarzsa wurde du Erdbeben verspürt. Frvei mächtige Erdstöße bewegten sich in nordsüdlicher Richtung. Die Mauern der Häuser erlitten Risse, Schornsteine stürzten ein. Die Leute flüchteten aus den Häusern auf die Straße, wobei eine Frau von einem Fiegelstein auf den Kopf getroffen und schwer verletzt wurde.
England und der Ekherheitsvatt.
Von unserem Berliner Vertreter wird uns unterm 27. Vvni geschrieben:
Die Rede Chamberlains hat, -wie wir hören, in allen politischen Kreisen das größte Aufsehen erregt. Besondere Be- Deutung legt man den Ausführungen des englischen Ministers des Auswärtigen bei, in denen er es entschieden in Abrede stellt chaß bereits ein fester Vertrag oder auch nur der Entwurf eines Vertrages vorliege. Lmmechin aber glaubt man in parlamen- ta rischen Kreisen aus der Art und Weise, wie Chamberlain bie Gsnfcr Vereinbarungen durchweg verteidigt, einen Beweis da- fÜ7 zu sehen, daß die britische Politik sich stark im Schlepptau dc^ « französischen Wagens bWnde. Die maßgebenden Kreise
Eintritt Deutschlandk in den Völkerbund ohne Londersteliung gegenüber den Artikeln 15 und 16 bestehen. Erst wenn diese AückfrgAen beantwortet sind, wird die Regierung weitere Lnt- scheidungm fassen können.
Man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, daß die diplo malischen Verhandlungen über die Hicherheitsfrage mit den deutschen Rückfragen sich zunächst wochenlang hinziehen können, zumal zwischen London und Paris gerade über die unklaren Punkte noch keinerlei Einigung zu bestehen scheint. Das ergab sich mit aller Deutlichkeit aus der Rede Ehamberlams, der die Stage der Garantie bei Lchiedsverträgen grimd'ätzlich anders ausgelegt hat, als sie nach deutscher .Auffassung in der Antwortnote Briands dargestellt worden ist. Das Kommunique der Aeichsregieruug W auch dem Reichspräsidenten vorgelegt wor d«. Es gibt die leiumütige Stellungnahme des Kabinetts wieder, womit sich auch alle in den letzten Lagen im Reichstag verbreiteten Gerüchte über angebliche Unstimmigkeiten zwischen den Aegierungsfraktionen über den weiteren Verlauf der auswärtigen Politik von selbst erledigen. Man lermutet weiter in parlamentarischen Kreisen, daß das Kommunique auch in einem Satz die Befürchtungen anderer europäischer Staaten wegen der einseitigen Wirkung eines Garantiepaktes zwischen Deutschland und Frankreich widerlegt, und zwar mit dem §in- weis darauf, daß der Abschluß eines Garantiepäktes im 'Westen Deutschlands Beziehungen zu anderen europäischen Staaten in keiiur Weise berührt.
sind zur Stunde noch nicht in der Lage, eine abschließende Stellungnahme zu den Ausführungen Chamberlains festzulegen, be- vor nicht der Wortlaut der Rede in Berlin vor':egt. 2mmer- hi i aloubt man zu erkennen, daß die Rede eine große Anzahl interessanter Punkte enthält, die für die Beurteilung der Vorgänge, die zur Ueberreichung der französischen Note geführt haben, von Wichtigkeit sind. Bevor man zu einer sachlichen Stellungnahme übergeht, müßten erst die starken Differenz- punkte zwischen der französischen und de' englisch0!* Auffassung geklärt sein. Ss ist besonders ausgefallen, daß im englischen Unterhause sehr scharfe Kritik an der bekannten Note der Ha- vas Agentur geübt wurde, in der ausdrücklich das französische Durchmanschrecht als vollende Tatsache hingestellt worden war, während doch aus der Rede Chamberlains hervorgeht, daß gerade über diese wichtige Frage weitgehende Meinungsorc- fchiedenheiten zwischen Paris und London bestehen. Man weist in deutschen Regierungskreisen nach wie vor nachdrücklichst darauf hin, daß irgendwelche Verhandlungen von deutscher Seite überhaupt nicht in Frage kommen, wenn das Durchmarschrecht gefördert werden sollte. Von maßgebender Seite wird noch besonders darauf hingewiesen, daß der englische Außenminister mit einer baldigen Verständigung mit Deutschland in der Ent- waffnungsfrage rechnet, und zwar beruht diese Auffassung auf der Aeußerung Ehamberlains, wonach die Kölner Fone in wenigen Monaten geräumt werden könne. Die deutsche Regierung dürfte ihren Standpunkt jedoch unzweideutig dahin zum Ausdruck bringen, daß ohne eine Räumung dieser Fone es Deutschland nicht möglich sein wird, auf die in der französischen Note aufgeworfenen Fragen abschließend zu antworten.
Sm übrigen verhält man sich in parlamentarischen Kreisen im Großen und Ganzen der Rede Chamberlains gegenüber ziem lieh zurückhaltend und glaubt eine Verhandlungsmöglichkeit in unmittelbare Aähe gerückt zu sehen, zumal der englische Außen minister das NebeneinonderKehen von Schiedsgerichts-Verträgen mit der Garantie einer Großmacht und den Satzungen des Völkerbundes insofern klarstellt, als er in dieser Beziehung den Vorrang des Völkerbundes vor den Schiedsgerichtsverträgen energisch hervorhebt.
FranzWche Sorgen.
<Von unserem Pariser Korrespondenten).
Paris, im 3uui 1925.
Bei dem Bankett der Presse des Departements führte Präsident Doumergue aus: Die Besserung der Finanzlage hänge nicht allein von den Bemühungen und der Snitiatioe der- jenigen ab, denen die offizielle Sorge dafür obliege, sondern vom Patriotismus, von der Opferbereitschaft und dem Willen zum oujammenbalt aller Bürger nicht weniger wie von ihrem unerschütterlichen Vertrauen auf diejenigen Mittel, die sie durch beharrliche Arbeit, durch Fleiß und Anteiligen; sowie nicht zum mindesten durch ein brüderliches Lich-verstehen bis zur Unenb- licbkeit wirksam erhalten könnten. Der feste Wille zu Friede und Ordnung, jo schloß der Präsident, der das gesamte Volk beherrsche, werde viel rascher die Finanzlage wieder auf einen normalen Stand bringen, als die Pessimisten sich träumen ließen. Dessen sei er gewiß.
- „ ^^ Doumergues Sprache hört muß an einen fast idealen oustand glauben. Aber von dem scheint das Volk weit ent- fernt: 2edenfalls hört man c-Ilenthalben die eine Stimme: daß oer Worte zetzt genug gewechselt seien, und man endlich Laten k'heu will und i ebenfalls ist die Stimmung in Ansehung der finanziellen Lage nicht rosig. *
Dasselbe Gefühl hat man, wenn man den Bericht über die ^ RationalVirtschaftsraks liest. Painleve führte un Lorsch und setzte in der Eröffnungsrede Fiele und Fwecke -.ei neugegrunbeten Organisation auseinander. Sie bezweckt m engster Fusammenheit alle Kräfte Frankreichs, so au pro- cuktivem wie auf fozialem Gebiete zu vereinigen. Der Natio- B ^ b"ftiu,mt’ ^" tätlichen Organisationen als
" Ed zu dienen, ohne die Souveränität des Parlaments ReMruirgshohe.it zu beeinträchtigen. Er umfaßt 47 Ö wichtigsten Berufs- u. sozialen Organi- salionen gemäht werden, und teilt sich in drei Abteilungen- Ver braucher, Arbeit und Kapital. Wenn auch ihre Stimme nur ÄÄÄ* *^***.€i,tri*'-"'» w Bielleicht ist in ihr ein Mittel gefunden, bas den allgemei- ^enft^brU5 ^: Aber schließlich sind es nicht allein ^e wirtschaftlichen Quälereien, bie dem Lande den Stempel der .h’tvofitat aufprage wie bem Luden, den sein Freund
au leine Aeußerung hin, es gehe wirklich und wahrhaftig gut, erstaunt und unverständlich fragte: „2a, haste denn keine Fami- he? geht es Frankreich mit Marokko. Wäre sonst alles Heil, so wurde docy Marokko eine Sorge schaffen. 2ede Parlaments sitzung bringt neuen Aerger, und die Balgereien zwischen Re-