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Nummer US

r Mittwoch, den 1. Suli ISA.

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59. (2.) Mrgang.

Die Derberrttung des deutschen Berhandlungsungebotes an Frankreich.

Berlin, 36. 3uni. (Sig. SnformatronMsnst-Telegr.; Wie lMr Höven, wird die Vorbereitung des von der Reichsr Gierung beabsichtigten VerhandtungsEgebot an Frankreich noch mehre­re Lage in Anspruch nehmen, sodaß eventuell mit einer Berzö» geruvg des beabsichtigten diplomatischen Schrittes in Paris ge­rechnet werden muß. Die Regierungsstellen teilen mit, daß in den nächsten Lagen noch keine Entscheidung über die Zorm des deutschen Angebotes fallen werde.

Energischer Zollkrieg geg. Polen

Berlin, 29. 3unL (Sig. SufvnnationMenst-Lelegr.) Die polnische Regierung hat bis zum gegenwärtigen Augenblick noch keine offiziellen Maßnahmen griffen, die als Beginn eines deutsch-polnischen Zollkrieges ansgefaßt wevdon könnten. Wie wir hören, ist die Reichs regier ung selbstverständlich entschlossen, mit energischen GegemuMnahmen zu airtworten falls Polen wirtschaftliche Druckmittel gegen Deutschland anwenden sollte.

Sie Sozialbemskralle mb die deutWe AußenvvliNk.

Berlin, 29. Gum. (Sig. L^ormationsdienft-Letegris Aus fozialdeni akratischen Kreisen erfährt man, daß die Sozialdemo­kratie bioRegieruug Luther in den außenpolitischen Tragen mcht unterstützen will. Das Reichskabineü müsse seine außen­politischen Aufgaben mit Hilfe der hinter ihm fixenden Partei­en zu lösen betrachte«, da es die Sozialdemokratie als Opposi­tionspartei keineswegs als chre Pflicht erachte, der Regierung Luther aus chreu Verlegenheiten herauskommeu zu helfen. 3m übrigen bedauere die sozialdemokratische Reichstagsfraktion die Unentschlossenheit des Reichskabinetts in der Trage des Ein­tritts Deutschlands in den Völkerbund. Durch diese Unentschios senheit werde sich die außenpolitische Situation Deutschlands im mer schwieriger gestalten.

Re Weiser Reise des österreichischen Außenminister.

Berlin, 29. Onni. (Sig. Suformationsdienft-Telegr.) Die Latsache, daß der österreichische Außenminister Dr. Mataja sich zu Besprechungen mit der französischen Regierung nach Paris begeben hat, hat in den deutschen politischen Kreisen große Ve- unruhigung hervorgerufen. Wie wir hören, soll der österreichi­sche Außenminister auch die Absicht haben, auf seiner Rückreise der Reichsregierung einen Besuch abzustatten. Es Uff aber sehr fraglich, ob er diese Absicht ausführen wird, nachdem er bereits mit der französischen Regierung verhandelt hat und in

Die Räumung der Kölner Zone.

Wie wir von maßgebender unterrichteter Seite erfahren, ist vor kurzer Zeit in einer noch unverbindlichen Aussprache zwischen den deutschen diplomatischen Vertretungen und den alliierten Besatzungsmächten die Trage der Räumung der nörd­lichen Rheinlandzone kurz angeschnitten worden. Danach steht zu erwarten, daß die englische Regierung ihren Einfluß aufbie­ten wird, um die Räumung der Kölner Zone mit einer Beschteu «igung vornehmen zu können. Die englische öffentliche Mei­nung geht sogar dahin-, daß die Räumung Kölns iMbedingt mit der des Ruhrgebiets zusammen bis zum 16. August erfolgen müsse. Da die Reichsregierung offiziell nicht über die neuer­lichen Absichten der alliierten Regierungen hinsicyllich der nörd­lichen Rheinlandzone unterrichtet worden ist, sondern nur auf die letzte alliierte Mitteilung über die Entwafsnungsfrage ange- wiefen ist, wonach die Räumung der nördlichen Rheinlandzone eist nach der Erfüllung der neuen Entwoffnungsforderungen folgen soll, muß erst abgewartet werden, ob die engujax Re- guiuug wirklich die Absicht hat, den anderen Bes atz ungsniäch­ten die gleichzeitige Räumung Kölns mit der des Ruhrgebiets vorzuschlagen.

,. ^e deutsche Regierung wird ihrerseits alles aufbieten, um '0a möglichst sofortige Räumung der Kölner Zone zu erreichen.

o lte von englischer Seite kein Vermitliungsvorschlag erfolgen, jo wird die Reichsregierung von sich aus einen entsprechenden oilQlag an die alliierten Regierungen richten, um zum minde sten die gleichzeitige Räumung der Kölner Zone, mit der des Ruhrgebiets zu erzielen. Eine solche Zusage würde dabei gar­nicht einmal ein großes Zugeständnis an Deutschland bedeuten, oa nach deutscher Auffassung die nördliche Rheinlandzone be­reits am 15. Sanuar hätte geräumt sein müssen.

Deutschland eine stark mißtrauische Aufnahme gewärtigen muß. Merkwürdigerweise haben die Unfreundlichkeiten des neuen österreichischen Kabinetts gegenüber der Awschlußfrage bisher noch nicht zu einer Lrübung der deutsch-österreichischen Bezieh nagen geführt.

WM Kampf bis zum letzten Mann.

wtb. London, 30. 3uni. telef. Reuter meldet aus Peking Setter al Zenggushiang hat in einem über ganz Ehiua verbrei­teten Rundtelegramm erklärt, er sei bereit, einen Krieg der Ber geltung gegen die Zeinde Lhinas zu führen, obgleich weder sei­ne Lrnppen noch deren Ausrüstung so gut seien, wie diejenigen der Teinde. Er wolle kämpfen bis sein letzter Mann gefallen sei. (Siehe hierzu auch den heutigen 3. Artikel. D. Red.)

Botschafter Empfange beim Reichspräsidenten.

Berlin, 29. 3uni. Der Reichspräsident hat heute vormittag 11.30 Ahr den neu ernannten außerordentlichen und bevollmäch tigten Botschafter der Bereinigten Staaten Don Amerika, Hr. Schurmann, zur Entgegennahme sein. Begiaubigungsschrei- bens unB des Abberufungsschreibeus des bisherigen außeror­dentlichen und bevollmächtigte» Botschafters der Vereinigten Staaten, Herrn Hougthon, empfangen. Botschafter Schurmann hielt hierbei folgende Ansprache an den Herrn Reichspräsiden­ten: . /

.Eure Exzellenz! Der bisherige außerordentliche und be­vollmächtigte Botschafter der Bereinigten Staaten von Ameri­ka Herr Elanson B. Houghton ist auf einen anderen Posten versetzt worden und außerstande, sein Abberufungsschreiben per sönlich zu überreichen. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat mich daher beauftragt, dasselbe Eurer Ex­zellenz einzuhändigen. Gleichzeitig habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz mein Beglaubigungsschreiben als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter bei der Regierung Eurer Exzellenz zu übergeben. Es ist der

Wunsch meiner Regierung in dem vollsten Maße gegen­seitige Zreundschaft zwischen unseren beiden Ländern zu pflegen.

Persönlich von herzlichen 'Empfindungen beseelt, die in gemein­samem Leben und gemeinsamem Studium ihren Anfang nahmen und durch fortgesetzte gesellschaftliche Beziehungen genährt worden sind, wird es mir eine besondere Senugtuung sein, die Snstruktionen meiner Regierung auszuführen. Sch bitte angelegentlich, daß die Regierung Eurer Exzel­lenz mir Vertrauen und Zusammenarbeit gewäh­ren möchte, wie sie meinem Amtsvorgänger in so reichem

Paris, 29. 3uni. Der Befehl zur Räumung des Ruhrge­bietes ist Sonnabend erteilt worden. Am Quai d'Orsay wurde heute hierzu bemerkt, daß diese Räumung des Ruhrgebietes selbstverständlich nur mit Vorsicht und streng systematisch durch- geführt werden könnte. Augenblicklich sei man mit der Räu­mung verschiedener Proviant- und Waffenlager beschäftigt. Danach würden weitere Räumungsmaßnahmen befohlen werden.

An den zuständigen deutchen Stellen ist von einem Beginn der deutschen Räumungsmaßnahmen bisher noch nichts be­kannt. Es wird aber immerhin für möglich gehalten, daß mit einer allmählichen Räumung der Proviant- und Waffenlager in einigen Städten des Ruhrgebietes der Anfang gemacht wor­den ist. Man darf also voraussetzen, daß die heutige französi­sche Regierung zum mindesten eine Verminderung der Ruhrbe­satzung ernstlich ins Auge gefaßt hat. Die vollständige Räu- mungist bekanntlich nicht im Londoner Protokoll vorgesehen, wohl aber während der Verhandlungen der Londoner Konfe­renz von allen Beteiligten als bindende Verpflichtung angese­hen worden. Wenn trotzdem das Mißtrauen in Deutschland nicht zu beseitigen ist, so hat sich die französische Regierung dies selbst zuzuschreiben. Mir sind zu oft betrogen worden, um nicht an französische Versprechungen, und seien sie noch so verbrieft, erst zu glauben, wenn sie ausgeführt worden sind. Das hindert jedoch nicht, daß wir die restlose Zurückziehung der französischen 'Truppen und Zivilbehörden nicht nur aus dem gesamten Ruhr­gebiet, sondern auch aus dem sogenannten Einbruchsgebiet, den Brückenköpfen von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort für eine selbstverständliche Pflicht der Trauzosen halten, ohne deren Er füllung der Dawes-Plan nicht durchgeführt werden kann, und auch nicht bindendes Recht bleibt.

' Maße und mit so glücklichem Erfolg gewährt worden sind. Als dann werden wir zusammen das Wiedererstehen der alten Be­ziehungen herzlicher Zreundschaft zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Vock fördern, die in der Vergangenheit in so hervorragender Weise zum Zrieden und zum Wohle der Menschheit beigetragen haben. Wiewohl sich die Welt heute im Zriedenszustande befindet, genießt sie nicht die Zrüchte des Strebens. Die Gespenster der Zurcht und des Mißtrauens ge­hen unter den Rationen um und stehen ihrem besten Streben nach wirtschaftlicher, sozialer und moralischer Wiederherstellung entgegen. Wenngleich es die Politik Amerikas ist, an der Jung europäischer Tragen nicht teilzunehmen, und wenngleich es mir daher nicht anstehen würde, hinsichtlich des Wertes der po­litischen Aktion, die jetzt erwogen wird, eine Meinung zu be­kunden, so ist es mir doch verstattet, es für ein glückliches Omen für den Trieben und die Gesundheit der Welt zu begrüßen, daß Deutschland eine neue Anwendung der vitalen Grundsätze der Verständigung und des gegenseitigen Vertrauen« vorgeschlagen hat. Mit tiefer Bewunderung für das, was Deutschland in der Vergangenheit für die Zivilisation beigetragen hat und mit festem Glauben an die Zähigkeit des deutschen Volkes, seine derzeitigen Schwierigkeiten zu überwinden, habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz die besten Wünsche des Präsidenten und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika für das Wohl und das Gedeihen Deutschlands zu übermitteln".

Der Reichspräsie^llt erwiderte mit folgenden Worten:

,zHerr Botschafter! Sch freue mich, aus den Händen Eurer Exzellenz zugleich mit dem Abbe rufungsschreiben Shres verehr­ten Herrn Amtsvorgängers das Beglaubigungsschreiben ent­gegenzunehmen, durch das der Präsident der Vereinigten Staa ten von Amerika Sie beim Deutschen Reich als außerordentli­chen und bevollmächtigten Botschafter beglaubigt.

ZUr die freundlichen Worte, die Sie soeben an mich gerich­tet haben, spreche ich meinen aufrichtigen Dank aus. Sch habe daraus mit großer Genugtuung entnommen, daß Shre hohe Rs gierung den Wunsch hegt, auch fernerhin die zwischen dem Deut sehen Reich und den Vereinigten Staaten von Amerika be­stehende wechselteitige Zreundschaft in weitestgehendem Maße zu pflegen. Seien Sie versichert, verehrter Herr Botschafter, daß ich and die Reichrregierung eingedenk der zahlreichen Zreund- schaftsbeweise, die Deutschland in den letzten schweren Sahren von ihrem Lande empfangen hat, von den nämlichen Bestrebun­gen geleitet sind, wie Shre Regierung; wir werden tun, was in unseren Kräften steht, um Shnen die Erfüllung der mit Shrem verantwortungsreichen Amt verbundenen Aufgaben zu erleich­tern. Reben den ausgedehnten wirtschaftüchen Beziehungen die Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika wechselseitig verbinden, sind unsere beiden Länder von jeher durch starke geistige Bande verbunden. Sch zweifle nicht, daß Sie als ehemaliger Student dreier deutscher Universitäten, als Gelehrter von Weltruf und als langjähriger Präsident der be­rühmten Eornell-Universität, die uns schon einmal in Shrem Herrn Amtsvorgänger Andrew D Wiche einen hervorragen­den Vertreter des Landes gegeben hat, gerade für die ameri­kanisch-deutschen kulturellen und geistigen Beziehungen volles Verständnis besitzen werden. Eurer Exzellenz Hinweis auf das unbefriedete Europa und Shre sympathische Würdigung der neu en Schritte, die die Reichsregierung unternommen hat, um eine gegenseitige und aufrichtige Verständigung herbeizuführen, be­weisen, daß Sie, Herr Botschafter, warmherziges Verständ­nis für die politische Angelegenheiten und die ehrlichen auf ei­nen wirklichen Zrieden gerichteten Absichten des deutschen Volkes besitzen. Zür die guten Wünsche der Herrn Präsiden­ten und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika die Sie mir gütigst übermittelt haben, spreche ich Shnen mei­nen verbindlichsten Dank aus. 3m Namen des Deutschen Rei­ches heiße ich Sie, Herr Botschafter, herzlich willkommen".

M*

Berlin, 29. 3uni. Der Herr Reichspräsident hat heute mittag 12.30 den neuernannten österreichischen außerordentli- ben Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Zrank zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens empfangen. Gesandter Dr. Orank hielt hierbei folgende Ansprache:

»-Herr Reichrpräsrdentl Das Schreiben des Herrn Bundes Präsidenten der Republik Oesterreich, das ich Shnen zu über­reichen beauftragt bin, und das ich Sie bitte entgegen nehmen zu wollen, beglaubigt mich bei der deutschen Regierung als außer­ordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Oester­reichs und enthält den Ausdruck der Gefühle und Wünsche, die der Herr Bundespräsident und mit ihm das ganze Volk der Person Eurer Exzellenz und dem Deutschen Reiche entgegen­bringt. Mit staunender Bewunderung verfolgen wir in der Oeffentlichkeit die ungeheuren und erfolgverheißenden Anstreng ungen des deutschen Volkes, durch rastlose Arbeit wettzumachen was ihm ein schlimmes Geschick an Schwerem aufgebürdet hat. Die ungebrochene Lebenskraft des deutschen Volkes, die sich hierin äußert, ist uns Trost in unserm eigenen Ungemach und Ansporn für die Aufgaben, welche die Gegenwart uns stellt.