Einzelbild herunterladen
 

^ln?"tpreis ko Soldpfg.

Kefftfche Morsenzettuns

Fuwaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Vogelsberg, Fulda un- Haunetal

or«Stp^e Morgsnzntllng" erscheint wöchentlich 6 mal, (außer Montags), Sonntags . , Anzeigen: Die 7 gespaltene Millimeterzeile 0,04, auswärts 0P7 Rentenmaik. Sie 92 mm

nti 5. M. 3. im Bi», BeMtzSpreff«: Durch die Post bezogen monatlich 1.50 Rentenm, FÜk die Volksgemeinschaft Fük ÄSN StändeftikdeN breite Millimeter Rellamezeile lokal 0.30, auswärts 0,40 Rentenmark. Bei Wiederholung

cusschkioßlich Postgebühren. Bei Zustellung durch unsere Träger monatlich 1.75 Rentenmark. Rabatt. Postscheckkonto Frankfurt a. M. 28012. Fulda, Kanalstraße 44. Fernsprecher 113.

Nummer 150 Freitag, den 3. Mi 19A. 59. M Mrgang.

Eine deutsche NM eo

überreicht.

Berlin, 2. Juli. sEig. SnformatrouLdrenst.-Telsgr.) Wie wir höre», hat die Aeichsregrerung nunmehr eine Note ausge- arbeitet^! e sich auf Las deutsche Bestreben nach direkten Er­örterungen mit Frankreich bezicht, und die allgemein aus die Frage der Entwaffnung, des Licherheitspaktes und der Luft- fahrtfragen eingcht. Me Note ist noch nicht ganz jsiertigge- stellt und unterliegt noch immer der Prüfung des Aeichskabi- netts. Mit chrer Ueberreichuug kann aber innerhalb der näch­sten acht bis rchn Tage gerechnet werden.

Spannung zwischen dem Kabinett Luther und den Demokraten.

Berlin, 2. 3ufi. (Lig. Suformatiouâeust-Lelegr.) Zwi­schen dem Reichskabinett Luther cmd sder demokratischen Reichs tagsfraktion ist eine neuerliche Spannung eingstreten, nachdem die Regierung die demokratischen Kompromißvorschläge in der Schutzrottfrage abgelehnt hat. Aus demkratischen Kreisen er­fährt man, daß mit einer Berschärfung der demokratischen Op- position gegen die Regierung gerechnet werden müsse, da Reichs Kanzler Dr. Luther es scheinbar nicht mehr in der Hand habe, die Regierung dem Einfluß der Rechtsparteien zu entziehen und sich die positive Mitarbeit nicht zur Regierung gehören­den Parteien zu sichern.

Auswertung der Evarkassenguthaben.

wtb. Berlin, 2. Suli. telef. Der Aufwertungs-Ausschuß des Reichstages hat sich heute mit der Aufwertung für Spar- kasteugllchabeu beschäftigt. Aach längerer Debatte ist ein Kompromißvorschlag angenommen worden, uachdem die Spar- Kassenguthaben mindesteus um 12% Prozent ausgewertet wer­den sollen und zwar diejenigen Guthaben die bis 15. 7. 22 ein­gelegt worden sind.

Ae reutsK-fnmMischen WirlMMMhanblungsn.

wtb. Paris, 2. Susi. telef. Havas berichtet: Die fran­zösische Wirtschaftsdelegasion hat gestern nachmittag die Prüf uug der letzten deutschen Segenvorschläge für (bas abzuschlie- tzende Handelsprovisorium beendet. Sie hat ,.ch außerdem mit dem Text der französischen Antwort beschäftigt, die den deut­schen Unterhändlern überreicht werden soll, von denen Han-

Der Wunsch nach einer außenpolitischen Aussprache.

3n der Sitzung des auswärtigen Ausschusses des Reichs­tages haben die parlamentarischen Kreise den Wunsch auf eine möglichst sofortige Debatte über die Außenpolitik ausgespro­chen, zumal die Mitteilungen des Außenministers Dr. Strese­mann über die Stellungnahme des Reichskabinetts geeignet waren, auch die Reichstagsparteien ihrerseits zu Meinungs­äußerungen zu veranlassen. Es zeigte sich, daß die Beurteilung der Sicherheitsfrage im gegenwärtigen Augenblick nicht ein­heitlich genug, ist, um den deutschen Standpunkt endgültig fest­legen zu können. -Zwischen den Parteien bestehen noch so starke Gegensätze, daß das Parlament geradezu nach einer Aussprache drängts um über die Tragweite der gegenwärtigen Situation volle Klarheit zu gewinnen.

Es ist kein Zufall, daß die Vorstände der Deutschen Volks Partei auf ihrer Tagung zum ersten Mal die Forderung auf ei­ne öffentliche Aussprache gestellt haben-, denn die Partei des Außenministers fühlt am stärksten die tlnerträglichkeit des gegenwärtigen Zustandes, der für Regierung und Reichstag ernste Schwierigkeiten heraufbeschwört. Die bisherigen ver­einzelten Angriffe rechtsgerichteter Kreise gegen den Außen­minister Dr. Stresemann sind vor allen Dingen als ein System der mangelhaften Fühlungnahme zwischen Regierung und Par­teien zu bewerten. Sowohl in den Kreisen der Reichsregierung als auch der Regierungsparteien ist man sich darüber klar, daß solche. Angriffe eine ständige Wiederholung finden werden; wenn jetzt nicht endlich in eine Erörterung der Lage eingetre­ten wird. Der Reichstag wird also in kürzester Frist eine neue Debatte über die auswärtige Politik einleiten, doch steht zur Zeit noch nicht fest, bis wann der Außenminister Dr. Strese­mann in der Lage sein wird, vor dem Reichstagspleuum zu sprechen. Wichtig ist auch die Frage, wann es zu Verhand­lungen zwischen Deutschland und Frankreich kommen wird. Diese Verhandlungen bedürfen auch einer sorgfältigen parla­mentarischen Vorbereitung, denn vor dem Beginn einer ernst­

delsminstter Ehamuct binnen kürzester Frist chre endgültige Stellungnahme verlangen würde.

Polen eröffnet den Zollkrieg gegen Deutschland.

wtb. Warschau, 1. Susi, telef. Wie soeben amtlich mitge- teilt wird, ist seit heute die Verfügung des Verbots der Liufuhr aller auf der Lifte vom 17. 2uui angeführten Artikel in Kraft gesetzt worden. Alle diese von Deutschland kommenden Waren werden angehalten.

Der Moskauer Seulschen-Prozeß.

Bersin, 2. Susi. (Eig Suformationsdieust.-Tel^r.) Die beantragten Todesurteile gegen die in Moskau Mgeklagten deutschen Studenten kommen den Berliner Regierungskreiseu nicht unerwartet. Wie wir hören, werden in den nächsten Tagen Schritte der deutschen Regierung in Moskau eiugeleitet wer­den. Dabei herrscht allerdings das Bestreben vor, einen Kon­flikt zwischen Deutschland und Rußland zu vermeiden. Sumrer Hin besteht die Gefahr, daß (es zu einer ernsten Spannung kom­men wird, wenn etwa von russischer Seite irgend ein Druck auf die Reichsregierung ausgeübt werden sollte.

Rußlands energische Sprache gegen England.

wtb. Moskau, 2. Susi, jtelef. Tschitscherin erklärte einem Vertreter der Russischen Telegraphen Agentur in einer Unter­redung, die Hetze der englischen Presse gegen Lowfetrnßland aus Anlaß der Ereigniste in Ehina sei nunmchr beinahe offiziell durch die Rede des Staatssekretärs für Sudien, Lord Birken­head gutgeheißen. Diese Rede sei insofern ungewöhnlich, als in ihr zum Ausdruck komme, daß ein Mitglied der Regierung den Abbruch der diplomatischen Bezieh uugeu austrebe und auf diese Weise auf einen unfreundlichen Akt hinarbeite, dessen letzte Kon sequenzen nur ein Krieg sein würde. Die gegenwärtig englische Regierung sei einzig und allein für das Scheitern der russisch- englischen Verständigung verantworflich. Die Sowjetregierung sei nach wie vor bereit, sich mit jedem Staat zur Konsolitierung des Welffriedens zu verständigen.

Amerikas Anleihe für Bayern.

wtb. Aewgork, 2. Susi, telef. DieRewgork World" meldet aus Washington es verlaute, daß die Voreinbarungeu

haften Diskussion muß die Reichsregierung wissen, wie weit sie in ihrem Entgegenkommen gegenüber Frankreich gehen darf. Der französische Außenminister Briand, der für die französische Regierung die Verhandlungen führen will, befindet sich Zweifel los in einer günstigeren Position als die ^deutschen Staatsmän­ner, die die denkbar größte Mühe haben werden, der deutschen öffentlichen Meinung klar zp machen, welche Vorteile sich aus einem Sicherheitspakt für Deutschland ergeben würden. Für Frankreich sind die Vorteile eines Sicherheitspaktes ohne wei­teres schon jetzt sichtbar denn die französische Politik hat da­bei die Aussicht, ihre -Unabhängigkeit gegenüber den anderen Alliierten wesentlich zu stärken und ihren Einfluß auf die Ge­staltung der europäischen Lage zu sichern. Die Garantierung der Westgrenzen würde außerdem die territorialen Erfolge Frankreichs aus dem'Weltkriege unbedingt sicherstellen, wäh­rend auf der anderen Seite Deutschlands die endgültige Ver­pflichtung einzugehen -hätte, sich mit seiner jetzigen Lage abm- findem Aus diesem Grunde ist die Aufmerksamkeit der deut­schen Diplomatie darauf gerichtet, als Ersatz für den endgül­tigen Verzicht auf Elsaß-Lothringe» eine Revision seiner Ost- grenzen zu fordern, damit die feueren Fehler korrigiert wer­den können, die bei der Regelung der Oftfragen seit dem Ver­sailler-Vertrag gegenüber Deutschland begangen worden sind. Nur, wenn es gelingen sollte, die deutsche Stellung sm -Osten Zu verbessern, würde man in Deutschland eine Möglichkeit sehen, den Sicherheitspakt mit den Westmächten als einen Fortschritt und als einen wirklichen Erfolg für 'Deutschland zu betrachten. Sn diesen Gedankengängen sieht man in den deut­schen Regierungskreisen einen gewissen Ausweg, um aus der jetzigen ganz ungeklärten Situation herauszukommen, die für Deutschland außerordentlich nachteilige Folgen nach sich ziehen muß, wenn die Sicherheitsverhaudlu-ngen sich als aussichtslos erweisen sollten.

über die Auflegung einer Anleihe für Bagern im Betrage von 25 Millionen Dollar zum Abschluß gekommen sind.

Deutsche Abwehr gegen Polen.

Das Reichskabinett ist sich nunmehr über die Abrvchr- maßnahmeu gegenüber Polen schlüstig geworden, die sich ange­sichts der besonderen wirtschaftlichen Maßnahmen Polens als erforderlich gezeigt haben. Die deutschen Maßnahmen werden bekavutgegebeu werden, sobald die Zustimmung der Reichs- rates vorsiegt.

Es ist zu wünschen, daß die geplanten Abwehrmaßnahmen sich mit aller Schärfe gegen den von Polen einge leiteten. Zoll­krieg gegen Deutschland wenden und unserem östlichen Nach­barn, der sich anscheinend noch nicht ganz mit den Gepflogen­heiten des Verkehrs zwischen zivilisierten Mächten vertraut gemacht hat, deutlich Machen, welches Risiko ein solcher Zoll­krieg für Polen selbst mit sich bringt. Während die deutsche Einfuhr nach Polen sich jährlich auf etwa 400 Millionen be­läuft und damit nur etwa fünf Prozent der deutschen Gesamt­ausfuhr beträgt, exportiert Pol en nach Deutschland für 550 Millionen Mark Waren oder 45 Prozent seiner Gesamtaus- fuhr. Diese Zahlen zeigen schon deutlich genug, auf welcher Seite der eigentliche Nachteil bei einem Zollkrieg liegen wür­de, wenn auch die Unzuträglichkeilen für gewisse Zweige der deutschen Wirtschaft nicht zu verkennen sein werden. Es würde zu weit führen, nachzuweisen, daß Polen gar nicht imstande ist, gerade die Warengruppen, die es nach Deutschland ausgeführt anderweitig abzusetzen. Es handelt sich dabei meist um Roh­stoffe, die allein m Deutschland wegen der geringen Enffer- nungen absatzfähig sind.

Ebenso aber wie bei den deutsch-französischen -Handelsver- tragsoerhandlungen sind auch bei dem Abbruch mit Polen nicht so sehr wirtschaftliche Gesichtspunkte maßgebend gewesen als vielmehr die Zwangsvorstellung, als ob Deutschland auf die Dauer politisch und wirtschaftlich der Prügelknabe und das Ausbeutungsobjekt für ganz Europa sein müsse und als ob es selbstverständlich sei, daß alle jene wirtschaftlichen Sonderbe­stimmungen, durch die im Versailler Vertrag die deutsche Wirt schaft geknebelt und vorbelastet worden ist, auch auf die Dauer aufrecht zu erhalten seien, um die widernatürlichen Wirtschafts Verhältnisse in Europa für dieSiegerft aasen nicht fühlbar zu mach-en und damit auch die -Unmöglichkeit des heutigen poli­tischen Systems zu verschleiern. Sowohl Polen wie Frankreich werden sich bereitfinden müssen, Deutschland als gleichberech­tigten Wirtschaftsfaktor anzusohen und demzufolge auf eine VorzugsbeHandlung Verzicht zu leistem

Von welcher Feindseligkeit alle polnischen Maßnahmen gegen Deutschland eingegeben sind, zeigt die geradezu schamlose Hetze der nationalistischen Presse in Warschau gegen das deut­sche Verlangen nach Revision des polnischen Korridors. Die gus trübsten Quellen finanzierte Gazeta Warszawska ver­steigt sich zu der unverschämten Forderung nach Verbreiterung des Korridors und wünscht, zu diesem Zwecke, daßPolen mit dem Bajonett auf der Karte die künftigen Grenzen des Kor­ridors zeichne". Diese Grenzen sollen nach den Wünschen die­ser politischen Amokläufer das ganze Ermland, die deutsche Grenzmark und Hinterpvmmern umfassen. Man sieht offen­sichtlich, daß die Grenzen Elsiens durch den Krieg noch über die Weichsel hinaus vorgeschoben worden sind. Die Forderung nach solchen Frieden kann leider auf Grund der bisherigen Er­fahrungen nicht allein als eine Entgleisung angesehen werden; wir entsinnen uns noch recht gut, daß verschiedentlich recht hoch gestellte Persönlichkeit in Polen sich in derartigen Dro­hungen ergangen haben, und daß sich Polen schon längst mit Waffengewalt gegen das abgerüstete Deutschland gewandt hätte um seine Ländergier zu befriedigen, wenn nicht gewisse interna­tionale Rücksichten ihm ein solches Experiment zu gewagt er­scheinen ließen. Gleichwohl bleibt den Herrschaften in -War­schau doch zu raten, den Mund in Zukunft weniger voll zu nehmen. Vielleicht tut der wirtschaftliche Zusammenbruch in Polen bei Abschneidung der Ausfuhrmöglichkeiten nach Deutschland das Seine dazu, den sich dort lächerlich blähenden Größenwahn zu dämpfen.

*

VettrauenSvertrW für Stresemann.

öm Auswärtigen Ausschuß des Reichstages, über dessen Zusammentritt wird in gestriger Nr. derHess.-Morgenztg." berichtet, gab der Außenminister Dr. Stresemann in den Ver­handlungen einen UeberMirk über die Geschichte der Sicherheits fragen und über die Möglichkei-tn, die der deutschen Regierung nach der Antwortnote Briands iwch bleiben. 3m Ausschuß an die sehr langen Ausführungen des Außenministers sprachen