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Morsenzertung

Fuldaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Vogelsberg, Fulba und Haunetal

Die MfiMj. Moraenzeitung" «14** wöchentlich 6 mal, (auher Montags), Sonntags mit H M 3 im N». Be^s-preq-: Durch Ne Post bezogen monatlich 1.50 Rentenm. auLlchllotzich PostgettHren. Bei Zustellung du-ch uns«« Träger monatlich 1.75 Kentenmart

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Für die Volksgemeinschaft Für den Ständefrieden

Rwmner 151

Samstag, den 4. Suli 1925.

59. (2.) Zahrgang.

Am MiNwock außklipolitischt MM im Reichstag.

Berlin, 3. Jnü. (Eig. Fuformaiionsdiäst.-Telegr.) Wie wir soeben aus parlamentarischen Kreisen erfahren, soll die au­ßenpolitische Aussprache im Reichstag bereits am Mittwoch nächster Woche mit einer Erklärung des Außenministers Dr. Stresemann emgeleitet werden. Zwischen den hinter der Re­gierung stehendenParteien dürften vorher noch eingehende Uu* levhandlungen ftattfindesu, deren Zchl es ist, Me Haltung der Re­gierung M unterstützen. Die deutschnatiouaie Fraktion wird sich dann darüber schlüssig werden, ob sie sich in der Lage sicht, dem AußenmiuWer Dr. Stresemann chr Vertrauen ausMsprechen.

Hindenburgs außenvolitische Besprechung mit Luther.

Berlin, 3. Full. (Erg. Snformationsdionst.-Letegr.) Reichs Präsident von Hindenburg wird, wie wir hören, am Souuabend eine Besprechung mit dem Reichskanzler Dr. Luther und dem Außenminister Dr. Stresemann haben, die ihm über den Stand der außenpolitischen Lage sowie über die parlamentarische Si­tuation Bericht erstatten werden.

Zum

mit Dolen.

Berlin, 3. Full. (Erg. Snsormatiousdienst -Eelsgr.) Vie polnische Regierung hat den, mit der Führung der Wirtschafts- verhandluugjen mit Deutschland beauftragten, polnischen Unter Händlern bisher noch nicht die Weisung gegeben, Berlin zu ver­lassen. Aus dem Verbleiben der polnizche» Unterhändler in der Reichshauptstadt ist zu entnehmen, daß Polen offensichtlich noch an die Möglichkeiten neuer Verhandlungen mit Deutsch­land zu glauben scheint. Wie wir hören, wird sich dm Roichs- regierung völlig abwartend verhalten. Deutscherseits sieht man vorläufig absolut keine Veranlassung, die abgerissenen Vu- Handlungssäden etwa wieder auszunehmen. Man erklärt, daß es von der Haltung Polens abhängen werde, ob und innneweit die deutschen Gegenmaßnahmen zur Anwendung gebracht werden mästen. (Siehe auch unter Rubrik: Aus der Tagesgeschichte. Die Red.)

Neue AechmdlmMN im San-els- vertrag mit Svanien.

Berlin, 3. Fuli. (Sig. Fnformationsdienst.-Telegr.) Rach der Ratifikation des deutsch-spanischen Handelsvertrages ist die deutsche Regierung entsprechend den bei der Beratung im Reichstag abgegebenen Erklärungen an die spanische Regier­ung herangetreten, um sofort neue Verhandlungen über Abän­derung der im Reichstag beanstandeten Bestimmungen einzuiei- ten. Die spanische Regierung hat sich zu solchen Verhandlungen bcrctt erklärt. Eine deutsche Kommission ist nunmehr Zu den Serhandlungeu nach Madrid abgereist. Sie setzt sich zusammen

Vor einer außerpolttifchen

Auf Betreiben der Deutschen Volkspartei wird nunmehr -im Reichstag eine große Aussprache über die außenpslitisch-e Lage stattfinden-. Schon während der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses hatte der Außenminister Dr. Stresemann die Par teiführ-er -darauf aufmerksam gemacht, daß es der Regierung sehr gelegen käme, wenn jetzt über die auswärtige Politik eine Generaldebatte stattfinden sollte, bei -der die Auffassungen der deutschen Parteien allerdings einheitlich zum Ausdruck kom­men müßten. Singel eitet wurde die Debatte durch -eine Rede des Außenministers Dr. Stresemann. Bis wann der Minister in der Lage sein wird, namens der Reichsreg-ierung Erklä­rungen abzugeben, wird sich erst in der nächsten Kabinettssitz- ung entscheiden. Fn Regierungskreisen erklärt man, daß das Reichskabinett großen Wert darauf lege, nochmals zu betonen daß alle bisherigen Beschlüsse über die Sicherheitsfrage von allen Ministern einmütig gebilligt worden sind. Fetzt sei auch eine Klärung der Stellungnahme der Parteien möglich, die nicht länger verzögert werden dürfe. Bei einer so wichtigen Srage wie derjenigen des Sicherheilspaktes könne man sich unmöglich -damit begnügen, die Diskussion hinter verschlossenen Türen zu führen, -w-ie es auf der Konferenz der M-in-isterpräsi- denten und im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages am Mittwoch geschehen ist. Die Reichsregierung -werde die Ge­legenheit benutzen. Auch den Parteien müße daran gelegen fein, eine möglichst einheitliche Stellung kund zu geben und den in der französischen Rote enthaltenen für Deutschland unan* aehmbaren Gedankengängen |bie Anffassulngen Deutschlands eutgegenzuhalten.

aus Vertretern der beteiligten Restorts, unter Führung des frü Heren bagerischen Ministerpräsidenten Graf Lercheufeld. Ei­nige Vertreter des Weinbaues haben sich der Kommission ange- schlosteu.

Die Snsel Mgih in Gefahr.

wtb. Berlin, 3. Full. telef. Wie die Blätter hören, halten englische Archäologen die Lage der Sus el Wight die der Küste von Hampshire vorgelagert ist, für sehr bâoht. Es besteht die Gefahr, daß in absehbarer Zeit durch die Wellen des at­lantischen Ozeans die Susel in zwei Seile zerbrochen wird. Ein englischer Gelehrter ist der Ansicht, daß unter Umständen ein starker Südweststnrm genügen dürfte, um das Zerstörnugswerk zu vollenden. Daun würde aber auch eine Ueberflutung der Küstenstriche der Bucht von Lolenüent unvermeidlich sein.

Die chinesischen Wirren.

Von unserem Korrespondenten wird uns aus Pecking, im Funi geschrieben:

Ehina gleicht heute einem ungeheuren ruhigen Krater- felde, in dem von Zeit zu Zeit dampfende Feuerstrahlen aus­steigen und ein Grollen in der Tiefe verkündet, daß zerstörende Kräfte im Innern rastlos tätig sind. Scheinbar zufällig ent­stehen diese Eruptionen an' Plätzen, aber sie haben alle einen gemeinsamen Herd, aus dem sie gespeist wer­den. Rach der scheinbaren Beilegung des letzten Bürger­krieges und der Bildung einer provisorischen Regierung in Pecking schien das Land auf dem Wege seiner Konsolidie­rung seiner inneren Zustände zu sein. Aber die ausländischen Kapitalien und der Ehrgeiz der militärischen Führer blieben rastlos tätig, das Gewonnene auszubauen und neue Vorteile aus der Loge zu ziehen. Tschang-Tso-Lin, welcher durch den Krieg Herr der Lage in Thing geworden war, versuchte seinen Nebenbuhler Zeug-Ru-Siang, auch aus den Weftprovinzen zu verdrängen und die militärische Macht in Pecking an sich zu reißen, wo noch Anhänger Fons die entscheidende Rolle spiel­ten. Große Truppenversch-iebungen aus der Mandschurei nach der Thiliprovinz und Scahtung wurden von Mukden aus in Szene -gesetzt und all gemein sprach man von einer neuen Kriege rischen Auseinandersetzung zwischen Fong und Tschang, -den siegreichen Parteigenossen des letzten Bürgerkrieges. Da flammte plötzlich -in Schanghai eine neue unerwartete Bewe­gung auf. Die Erschießung demonstrierender chinesischer Stu* deuten in den Straften von Schanghai durch englische Polizei erregte eine allgemeine Ausruhrbewegung, die ihre Spitze vor­nehmlich gegen die Hauptbeteiligten, England und Fapan rich­tet. Der gutentwickelte Presse- und Propaga-ndadienst der nationalen Studentenschaft verbreitete die Wahrheit über die Schanghaier Vorgänge mit ungeheurer Geschwindigkeit über das Land und erregte überall Kundgebungen der Teilnahme an der Fr-emdenfeindlichkeit. Die gedruckten Aeußerungen gehen soweit, die Schanghaier Ereignisse mit der Schande des Opium

Aussprache im Aeichslag.

Wie wir hören, entwickelt sich die außenpolitische Lage seit einigen Tagen in einem etwas rascheren- Tempo, als man in Deutschland ursprünglich angenommen hatte. Nach dem ge­genwärtigen Stand der Dinge ist es sogar nicht ausgeschlossen, daß die bisherigen Unterhandlungen zu einer Konferenz führen werden. Von volksparteilicher Seite wird ausdrücklich erklärt baß die ^nt-erprel-lation den Zweck habe, die innenpolitische Lage im Reichstage zu klären. Die halbamtliche Auvteilung über die Stellung des Reichskabinetts zur Sicherheitsfrage habe nämlich bei der doutschn-ation-alen Partei nicht überall die Wirkung ausgeübt, die man in der Regierung -erwartet hatte. Es könne zu ernsten Schmierigkeiten führen, wenn sich -etwa der Eindruck festigen sollte, daß die gegenwärtige Re­gierungsmehrheit in den außenpolitischen 3ragen nicht auf einer sicheren Grundlage stehe.

Die Situation im Reichstage ist jedenfalls außerordentlich gespannt. Die Opposition wird sich voriaufig zurückhalten und abwarten, wie sich die Regierungsparteien selbst zu den ange- kündigten Erklärungen des Reichsaußenministers ^r. Strese­mann verhalten werden. Die Deutsche Volkspartei selbst wird am Schluß der Debatte ein Vertrauensvotum- für den Außen­minister Dr. Stresemann beantragen, während die Sozialde­mokratie einen Mißtrauensantrag einbringen wird, um ihrer­seits die Dcutschnationaleii zu zwingen, zu der Vertrauensfrage eindeutig Stellung zu nehmen.

Krieges und der21 Paragraphen" zu vergleichen und stellen Forderungen, die, nur zur Hälfte ausgeführt, den Einfluß der fremden Mächte in Thina völlig lahmlegen würden. Man ist sich bewußt, -daß diese nur dem Argument der Gewalt weichen -würden und appelliert deshalb an die Großherzigkeit der Re­gierung. Da diese aber ihrerseits in den Händen der militä­rischen Führer ist, so liegt die eigentliche Entscheidung bei die­sen. Die Generäle denken aber nicht daran, daß gehet Er­worbene um einer heroischen Tat willen preiszugeben, von der sie sich offenbar keinen Erfolg versprechen. Immerhin muß es Wunder nehmen, daß -noch keiner der Generale die Ge­legenheit ergriffen Hai, sich zum Heros der Rationen zu machen und di-e so populäre ädee der Fremdenvertreibung zum Siege zu führen. Das Argument, daß der Ausgang einer kriege- rijcgen Entscheidung dem des Boxerkrieges gleichen würde, ist nicht mehr stichhaltig. Zunächst ist das chinesische Militär in den immerwährenden Kriegen an qualitativem Wert gewach­sen, vor allem stellen dieSengtientruppen einen durchaus modernen Kampfwert dar; sodann ist der Ring der Mächte sehr bedeutsam durchbrochen worden, seitdem Deutschland bei­seitesteht und Rußland seine Bereitschaft erklärt hat, omid in die chinesischen Wirren einzugreifen. Die russische Hilfe würde freilich ein Danaergeschenk -bedeuten, weil sie nur um den Preis der Bolschewisierung denkbar wäre, die ohnehin in v le­sen chinesischen Köpfen als Argument der Furcht vor Rußland spukt. Die Aktivität des russischen Botschafters Karachan, der bestrebt ist, das Feuer zu schüren und die Gegensätze un­überbrückbar zu machen, ist eher geeignet, Mißtrauen als Zu­neigung zu erwecken. So schwankt Thina zwischen den Ein­flüssen offener -Feinde und gefährlicher Freunde hin und her, ohne vorläufig irgend einen modus vivendi zu finden.

Bei der so oft proklamierten Humanität der ...ächte und ihrer so oft gezeigten rührenden Sorge für fremde Angelegen­heiten sollte man meinen, daß ihnen alles daran liegen müßte, die Wirren in Tyina zu einem endlichen ownJtaiS> zu bringen. Anstatt dessen sind sie immer wieder die Ursache für neue Un* ruhen. Nur ein schwaches und in sich zerfallenes Thina bietet heute noch die Möglichkeit, es für egoistische Zwecke auszu­nutzen. Zu tief haben die Fremden Sheen Wurzel gefaßt, als haft sich ein einiges und starkes Thina die gewohnte Ueberoor teilung durch die Fremden gefallen ließe.Divide et i-mpera", teile -und herrsche" ist heute die Staatsweisheit der Mächte, mit der sie das Rad der Lntwicklung aufzuhalten suchen.

Stand und Entwicklung der fremden Armeen.

Von unserem Berliner Mitarbeiter:

Das Heer des britischen Reiches.

, Die Landstreitkräfte- des britischen Reiches bieten fast dasselbe Bild wie in den Zeiten vor dem Weltkriege. Die akt. Armee (bestehend aus Freiwilligen mit 3 bis Tjähriger aktiver Dienstzeit) hält im Mutterlan-de zur sofortigen Verwen-dung ein Expeditionskorps von 6 Fnfanterie-Divisionen und 1 Ka­vallerie-Division bereit. Sie wird im Mobilmachungsfalle aufgefüllt durch die Armee-Reserve (92.000 Mann) und die technische Reserve (23.000 Mann).

Das Mill-artige Territorialheer im Mutterlande ist in 14 Fnfanterie-Divisionen und 1 Kavallerie-Division eingeteilt unb zur Feit 150 000 Mann stark. Es ist als Rahmenheer für hie Aufstellung eines großen Volksheeres im Mutterlande ge­dacht.

Fn Aegypten befinden sich 14 000 aktive britische Soldaten 10 000 Angehörige der sudanesischen und 7 000 der ägyptischen Armee.

Am Kölner Brückenkopf stehen 10000 aktive britische Soldaten, in den Restkolvnien und Mandatsländern finden wir 25 000 aktive Soldaten, darunter 6 OOO farbige.

Die Dominions haben nach dem Weltkriege ihre Streit­kräfte neu organisiert und schärfer zusammen gefaßt. Es ha­ben ausgestellt:

Kanada: einen aktiven Stamm von 4 000 Mann

und 120 000 Milizen,

Australien: einen aktiven Stamm von 3 000 Mann

und 100 000 Milizen,

Neuseeland: einen aktiven Stamm von 1 000 Mann

und 40 000 Milizen,

Südafrika: einen aktiven Stamm oon. 8 000 Mann

und 40000 Milizen.

Die bemerkenswertesten Fortschritte haben die britischen' Heeresteile m den letzten Fahren auf dem Gebiet der Technik gemacht. Dies ist aus der Einführung neuer Tanks, drahtloser Telephonie und großzügiger Mechanisierung -der Artillerie und Nachsch-iidtruppen ersichtlich.