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, Morsenzeitung

Ful-aee Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda- und Haunetal

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Wjjjj^lZ Mittwoch, den 8. 8uN 1925. 59. M Wrgmg.

Vertagung der deulsch-französlfchen San-elsverttagsGerhan-lunsen.

Mb, «Paris, 7. S«ü. telef. 2a der heute vormittag statt- gehabte« Uwterredung zwischen Staatssekretär Dr. Trendelen­burg v«d Handelsmimster Lhmnvot ist folgendes gemeiufchaft- liches Ko-m«mmquo veröffentlicht worden: Die Führer der deutschen rmd französische« Wirlfchaftsdelogatiouen hatten wie vorgesehen, eine Besprechung, um die Frage ?u studieren wie währünd der Vertagung der Verhandlung die Verbindung auf­recht erhalten werden soll. Ss wurde beschlossen daß sich die beiden Delegationsführer wieder am 5. September zur Prüf­ung der Lage zusamme«fmden und daß die am 28. Februar ge- troffene Abmachung erneuert wird, nach der beiderseits die Ver pflichtung übernommen wird, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nicht horch ausschließlich oder besonders gegchi das andere Land gerichtete Maßnahmen zu stören, um uötigeufalls Beschwerden gegen die Handhabung der Lin- und Ausfuhrverbote und Anträge auf Lin- und Aus­fuhrbewilligung wohüvolleud zu prüfen. Das es für notwendig gehalten wurde schon jetzt einige Punkte festzulegen, die am 5. September von den beiden DelegationsführerA geprüft werden sollen, wird Staatssekretär Dr. Lreudeleuburg noch 1 bis 2 La­ge in Paris verweilen.

Hierzu drahtet uts noch unser Berliner Mitarbeiter, aller­dings als eiue dem heute Vormittag iu Paris gefaßte» Beschluß voransgehende Auffassung:

An amtlicher Stelle wird uns bestätigt, daß die Pressemel­dungen zutreffend sind, wonach die deutsch-französischen Han- delsvertragsverhandtllngeu nicht nur auf dem toten Punkt an­gekommen sind, sondern auch wenig Aussicht vorhanden ist, bei der Einstellung der französischen Regierung die Verhandlungen in absehbarer Zeit wieder in Fluß zu bringe«.

Kem Rücktritt Brockdorft- Rantzaus.

Berlin, 7. Suli. (5ig. Snformationsdienft.-Lelegr.) Wie wir an zuständiger Stelle erfahren entbehren die Gerüchte, die von einem bevorstehenden Rücktritt des deutschen Botschafters in Moskau Grafen Brockdorff-Rantzau wissen wollen, Mlicher Begründung. Namentlich ist es abwegig, diese Gerüchte mit dem kürzlichen Besuch des russischen Lowjetvertreters Litwinoff bei dem ReichsaußemniMster Dr. Stresemann auf seiher Durch reise durch Berlin oder mit den drei Todesurteilen in dem Mos kauer Prozeß gegen die drei deutschen Staatsangehörigen brin­gen zu wollen.

! Erhöhung der Beamtengehälter?

Berlin, 7. Suli. sLig. Suformatiousdieust.-Lelegr.) Die Spitzenorgauisatümeu der Boamten-Gewerkschaften waren sich vor einiger Zeit darüber schlüssig geworden, daß sie eineu ge­

Der vertragsloie Wand mit Frankreich.

Die Unterbrechung der deutsch-französischen Wirtschafts- Verhandlungen hat zur Folge, daß der am 10. Saunar begon­nene vertragslose Zustand weiter fortgeführt wird. Sn Sn- dustriskreisen ist man über die Unuachgiebigkeit der Franzosen in der Zollfrage außerordentlich verwundert, da man der Ueber Zeugung ist, daß die Folge der Unterbrechung und. bie- Hinaus­schiebung des Abschlusses eines Provisoriums sich weniger am deutschen als am französischen Wirtschastskörper zeigen wird. Deutschland befindet sich, wenn' man die Kriegs- und Aach- Kriegsjahre dazu rechnet, bereits seit zehn Sahren wirtschaft­lich und handelspolitisch in einem solchen Zustande und ist völlig auf sich selbst gestellt gewesen. Die 5 Inflation ist von der Sndu- ' allerdings mit Wertverlust überwunden worden >und man Mit, auch die jetzige Zeit der Geldverknlappung und des Ab­da Mangels einigermaßen gut und nicht völlig erschöpft zu durch Ch öiwkreicl) begiMt nach Meinung -ber Sndustriellen £r| je ?-' iw kritische Zeit, wenn die Erkenntnis nicht bald die L^ertragsbeoo lmochtig^ten und deren Auftragsgeber zur Um- \ ^""'K - J- 'c ersten Anzeichen liegen in dem Lturz des \ gesamteuropäische Wirtschaftslage wird die Mo größeren Einfluß ausüben können, " ^nder sich seit Sahreu bemüht haben, sich neue ^^bafstu. Was die deutsche Sudustrie, allen '^'^"^ ^ deir deutschoii Delegation unter bi s lucht, ist der Zollkrieg, der aller und für Frankreichs Wirtschaft UN- habeirmußte. Die letzten Besprechungen zwischen Trendelenburg und Lhaumet am Alontag werden sich

meinsamen Schritt beim Reichskanzler Dr. Luther unternehmen wollten, um eine allgemeine Beamten-Gehaltserhöhung zu er- zielen. Die Organisationen waren der Ansicht, daß eine Unter­redung mit dem Reichsfinanzminister keine Erfolge zeitigen wür­de. Der Reichskanzler wird, wie wir höre«, in deser Woche voraussichtlich noch nicht in der Lage sein, die Beamtenvertre- ter zu empfangen, da er zuerst die dringendsten polittsche« Fra- gcu geklärt sehen will.

Die ernste Lage in Marokko.

wtb. London, 7. Suli. telef.Dallg News" weisen in ih- rcm Artikel auf den Ernst der Lage für tue französischen Grup­pen in Marokko hin und sagen, Abd el Krim befiube sich in ei­ner starken Stellung und wiße, daß der einzige Weg zur Been­digung dieses Krieges der '&erbanblintgsimeg sei. Ls bestehe auf jeden Fall kein Grund die britischen Interessen in die ma­rokkanischen Wirren hinein zu ziehen.

Sie PetersbomSlebe verhaftet.

wtb. Rom, 8. Suli. telef. Der Polizei ist es gelungen, ei­nen der Haupttäter bei dem Diebstahl (den wir in der gestrigen ,^ess. Morg. Ztg." meldeten. D. Red.) in der Schatzkammer der St. Peterskirche mit drei Mittätern zu verhaftete«. Line Anzahl der geraubten Schätze ist wieder anfgefurtde« worden.

Die ' " A ll Verhältnisse in Chile.

Die lateiname rika nischon Länder in Südamerika waren von jeher ein beliebtes Gebiet für deutsche Auswanderer. Mit Ausnahme von Brasilien haben diese Staaten auch während des Krieges die Beziehungen zu Deutschland aufrechterhalten. Der Krieg hat selbstverständlich auch den Wohlstand der deut­schen Ansiedler stark mitgenommen. Aber heute ist der Wie­deraufbau im besten Gange. Lin bevorzugtes Auswanderungs land ist stets Lhile gewesen. Ls wird daher von Sutereffe Jein, einiges über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Lhile zu er­fahren:

Nach dem Bericht der deutschen Handelskammer in Val­paraiso haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Lhile im Sahre 1924 günstig entwickelt. Sie zeichneten sich durch steigen­de Umsätze bei befriedigendem Nutzen aus. Das gilt! besonders für den großen Bezirk Santiago. Die Mehrzahl der Firmen war mit dem Geschäftsergebnis im allgemeinen zufrieden. Line Unterbrechung erfuhr diese günstige Entwicklung nur gegen Ende des Sahres durch die Unsicherheit der innerpolitischen Zustände. Diese lähmten die Unternehmungslust vorübergehend und zwangen das Wirtschaftsleben auf allen Gebieten zur Vor- fichk

Die wichtigste chilenische Industrie, die SalpetererMgung, war gut beschäftigt, die Ausfuhr von Salpeter und die Zahl

auch vor allem um diese Zrage drehen. Ls ist der Whle der deuffchen bluterhändler, zu einer -gütigen Einigung mit den Zranzoseii zu kommen, um sobald wie möglich die unterbroche­nen Verhandlungen wieder aufzunohmem Die Zwischenzeit soll von beiden Regierungen benutzt worden, bie Zollgrenze zu verabschieden. Die deutsche Sudustrie rechnet auf das Be­stimmteste damit, daß im Reichstag das Zollgesetz noch vor Lchluh der jetzigen Lagungsperiode unter Dach und Zach ge­bracht wird, damit es auch möglich ist, die Liufuhr-Verbote aufzuheben. Eine andere Zoi'ge der Berhandlungsunterbre- chung ist allerdings auch der Abbruch der privaten Bespre­chungen der Lchwer-Sndustrieen der beiden Länder. Die bis­her getroffenen Llbmachungen werden vorläufig noch nicht in Kraft treten, da sie nur unter der Voraussetzung Geltung er­langen sollten, daß ein Provisorium zustande kommt. Auch in­nerpolitisch dürfte der jetzige Ausgang der Verhandlungen nicht ohne Wirkung bleiben. Die Sozialdemokraten beschäf­tigen sich mit der Frage, ob es nicht ratsam sei, von der Reichs regierung einen Rechenschaftsbericht über die geführten Be­sprechungen in Paris zu erlangen, der den Beweis dafür er­bringen soll, ob von der Re ichs regierung und deren Bevoll- Mächtigten die Möglichkeiten zum, Gelingen des gesteckten Zie­len bis zum Letzten erschöpft worden sind, und ob das Schei­tern der Verhandlungen nicht etwa der Unzufriedenheit einiger ,Wirtschaftsgruppen zuzusrhrcibeu ist. Ob die Demokraten sich einem Vorgehen der Sozialdemokraten anschließen würden, steht noch dahiin

der arbeitenden Werke stieg. Auch die Mineuiudustrie ent­faltete eine stärkere Tätigkeit und größere Unternehmungslust, die zu verschiedenen Neugründungen führte. Viele alte Minen «wurden erneut >m Betrieb genommen. Die Kohlenindustrie hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die sich aus den hohen Löhnen und dem Wettbewerb der ausländischen Kohle ergab. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse erzielten im allgemeinen ssinen .guten Preis. Die Arbeiterknappheit ließ nach infolge verschiedener Maßnahmen. Ueber die Ein- und Ausfuhr ist folgendes zu sagen. Die Einfuhr beschränkte jtui hauptsächlich auf Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände da zur Luocuswaren kein Geld vorhanden war. Deutsche Ware» waren an sich, sehr begehrt, doch war der Absatz in Lhile erschwert durch die den Weltmarktpreis weit überschreitenden Preisforderungen der deutschen Produzenten. Nach dem erfolgten Preisabbau war, so berichtet die deutsche Handelskammer, die Wettbe­werbsfähigkeit selbst für sehr igute Waren wieder gegeben. Besonders unangenehm machten sich die hohen deutschen Pro­duktionskosten im Kleineisengeschäft geltend. Hier konnten die englischen .Waren infolge der billigeren Preise die deutschen teilweise verdrängen. Sonst ließ das Geschäft in Lisenwaren zu wünschen übrig. Die Kupferausfuhr hielt sich auf der glei­chen Höhe wie im Sahre 1923, desgleichen die Boraxverschif­fungen und die Sodherstellung. Die günstige Entwicklung des Handels beeinflußte auch den Eisenbahnverkehr vorteilhaft. Auch der Schiffsverkehr in den Nordhäfen Lhiles hob sich ge­genüber dem Sahre 1923. Für Deutschland bedeutungsvoll ist der Umstand, daß die deutschen Linien wieder einen erheblichen Anteil an den Frachten hatten.

Aus der Zagessefchlchte.

Während -er Parlcmrentspause.

Berti«, 7. Subi. lEig. Snformat ionsdieu st.-Lelegr.) Die beiden sitzungsfreien Lage am Montag und Dienstag im Reichs tag werden von der Relchsregierung, insbesondere vom Reichs­kanzler Dr. Luther 'dazu benutzt werden, die augenblicklich bestehenden parlamentarischen Schwierigkeiten zu beseitigen. Sn erster Linie handelt es sich jetzt darum, dem Kabinett in der Frage der Außenpolitik keine neuen Schwierigkeiten zu berei­ten. Der Reichskanzler wird den Parteiführern darlegen, aus welchen Gründen er die Parteien gebeten hat, von der öffent­lichen Diskussion in der Sicherheitsfrage Abstand zu nehmen, solange die deutsche Note nach Paris nicht abgegangen ist. Zu gleicher Zeit wird er aber auch die Gelegenheit benutzen, um auf bie Notwendigkeit der Erledigung des gesamten vorliegenden Beratungsstoffes und der Verabschiedung der in Frage kom- nienden Gesetze hinzuweisen. Sn einer besonders schwierigen Lage befindet sich das Zentrum, das zum Beispiel in der Zoll­frage vollkommen geteilter Auffassung ist, während der größere rechte Flügel den Wunsch der Deutschnationalen auf das leb­hafteste unterstützt, das Zollgesetz sobald als möglich schon im Hinblick auf die schwebenden Handelsvertragsverhandlungen zu verabschieden, wünscht der linke Flügel, der in starker Min­derheit ist, jede Gelegenheit mit der linken Opposition der De­mokraten und Sozialdemokraten die Arbeiten der Regierung zu sabotieren. Dem Reichskanzler wird viel daran liegen, die »ge­teilten Meinungen innerhalb des Zentrums durch Kompromiß- Vorschläge auf eine einheitliche Basis zu bringen.

Der schwedische Flottenbesuch.

wb. Kiel, 7. Suli. Die schwedische Flotte, die sich zu Be­such der Kieler Segelwoche angemeldet hatte, ist gestern mor­gen in der Kieler Bucht eingetroffen. Das aus etwa 25 Ein­heiten bestehende Geschwader, das neben zwei Linienschiffen si­ne Anzahl von Lorpedobooten, Minenfchiffsn, Unterseebooten mid Flugzeugen umfaßt, wurde von einem deutschen Kriegsschiff eingeholt.

Die Neuruppiner Loldateutage.

wb. Neuruppin, 6. Suli. Der Sonnabend war den ge- sch-äftlicizen Verhandlungen der Wohlfahrtsorganisation des Deutschen Kriegerbundes geweiht. Am Abend vereinigten sich die Kameraden zu einem Begrüßungskommers im Saale des Apollo-iGartens, auf dem Veterinärrat Dr. Memmen als Vor sitzender des Kreiskriegerverbandcs Neuruppin die auswärti­gen Gäste begrüßte. Sn Vertretung des Präsidenten des Deutschen Kriegerbundes, Generaloberst von Heeringen, war Generalleutnant Graf von Zinkenstem erschienen. Auch Ge­neral Litzmann, der Sieger von Brzesini, war anwesend. Unb es war der Höhepunkt des Abends, als der Erste Bürger- m elfter von Neuruppin dem greifen Haudegen seine Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt, der stellvertretende Vundesprä- sident die Verleihung der Lhrenmitgliedschaft des Dsutschen Kriegsrbundes unter jubelndem Beifall der Versammelten mit- teilte. Am Sonntag morgens fand an dem Lhrenfriedhof vor