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Hessische x MorsenMtuns

AMarr Kreisblatt, Anzeiger für Rhön uns Vogelsberg, Ful-a und Haunetal

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Rimmer 168 Freitag, den 24. Wi 1921 59. g) Zahrsang.

Rehmtnsttge Aorverhandlungen für die internatlenale GlOertzeitskekferenz.

Berlin, 23. 2uli. (Sig. Snformationsdienst.-Lelegr.) Wie wir aus Kreisen des Berliner Auswärtigen Amtes erfahren, hält die Reichsregierung es für ganz ausgeschlossen, daß es vor Ende Oktober oder November zu einer internationalen Sicher­heitskonferenz kommen wird. Nach den bisherigen Aeußer­ungen der französischen AeMrungskreise wird sogar mit einer Fortführung des Notenwechsels gerechnet werden müssen. Vor läufig werden die diplomatischen Unterhandlungen den ganze« August über andauern, sodaß vielleicht in den letzten Augustta- genmit der Antwortnote Frankreichs zu rechnen ist. Immerhin kouezntriert sich jetzt die Aufmerksamkeit der beteiligten Re­gierungen auf den englischen Plan, im September eine Vorbe­sprechung der Außenminister der beteiligten Länder zu veran­stalten. Wenn die französische Regierung gegen diesen Plan nichts einwendet, so wird diese Vorbesprechung von Deutschland ohne weiteres akzeptiert werden.

Ein MvMiiWr Imst FrmstrMs ms DmtWmb.

Berlin, 23. 2uli. (Sig. Snformalionsidienst.-Lelegr.) Nach Mitteilungen aus französischen diploMatischen Kreisen soll die französische Regierung, die Absicht haben, von Deutschland eiNe Beantwortung der alliierten Lntwaffnnngsnole zu fordern, be­vor es zu irgendwelchen Erörterungen über die Räumung der nördlichen Rheinlandzone kommen könne. Lin Beschluß über die Räumung der Kölner Zone werde nur auf Grund einer be­friedigenden deutschen Antwort gefaßt werden können.

Sir MonWtiiWW in Wm vorläufig zuMgesiellt.

Berlin, 23. Juli. (Sig. Snformationsdienst.-Lelegr.) Von unterrichteter Stelle wird mitgeteilt, daß die polnische Regier­ung ihren Beschluß, die deutschen Optanten aus Polen auszu­weisen, vorläufig zurückgestellt und der Aeichsregisrung davon Mitteilung gemacht hat. Man erwartet daher, daß diese pol­nischen Gewaltmaßnahmen im August noch nicht zur Aus-

Jie Erklärungen

2m Reichstag hat der Reichs-außenmini'ster Dr. Strese­mann die große Aussprache über die Außenpolitik mit einer Rede emgeleitet, in der -der deutsche Standpuiukt zu allen ge­genwärtig schwebenden Fragen so gemaa d-argeleigt ist, daß nun- nrehr die Karten offen liefen mit denen die deutsche Regierung mit der Gegenseite in Vevbaskdlungen über den Licherheitspakt eintreten will. Das große -Ereignis der Stresemannrede drückte sich übrlMns schon äußerlich darin ans, -daß das diplomatische orps in der Reichsta-gssitzung fast vollzählig erschienen war.

Lon vomchevem stand fest, daß der Mimister fei* seichte Auf- n Ä® am Vorabend diplomatischer Auseinandersetzungen alle M,ßver! andn-sse zu beseitigen, die zur Seit noch Hinsicht­lich der Durchführung der in Frage' 'stehenden. Probleme beste- hen. Trotz alledem zeigte Dr. Stresemann einen Optimismus, der bei den Parteien große Uederraschnng hèrvorrief. Der Minister ging allmählich von -der Äüfsassnng aus, daß die At­mosphäre der Londoner Konferenz auch bei den künftigen Ver­handlungen wieder -e-int-retcin werde. Nicht- iohne Gindruck blieb '^> als er hetonte, diese Hoffnung werde durch! die Tatsache 'bestärkt, daß Frankreich und Belgien die Ruhrräumung noch vor tem -vertragsmäßigen Termin worgenommen haben. Lr ste he nicht an, der Genugtuung über diese B-ekundn-irg des guten Willens Ausdruck zu geben. Bis hierhin waren die Ausführ­ungen des Ministers im Hause mit der Lenkbar größten Span­nung verfolgt .'worden.

^H'On -hatte lange nicht mehr im Reichstag so versöhnliche Worte eines deutschen Außenministers gehört, wie diesmal, wo < r. Stresemann angesichts der Bestrebungen der Reichsregier ^"g '^E möglichst günstige Ve^rhand'lumgsgrundlage zu- schaffen m erster Linie auf die -einigenden Momente hinwies, die nach ' eutscher Ll-uffassung geeignet sind, einen Trfolg hei den bevor- heheudeu V-e-rha-ndl-un-g-en zu ermöglichen. Ueber die Vorge- schlchche des dentschen Memorandums hat sich der Minister ein wenig offenherziger ausgesprochen als dies bisher der Fall war. Ob er mit seinen -Erklärungen die Bedenken der Deutsch nationalen -endgültig zerstreut hat, ist zwar- noch nicht ersichtlich, aber .immerhin, empfand man -es als ein besonderes Entgegen- Kommen der Regierung, daß sie über den Rahmen der De« toste' hinaus auch ihre Beweggründe darlegtie, die sie zu ter WWderaufrollung des Licherhekitsprohlems. veranlaßt hatten Douttotanb, so erklärte Dr. Stresemann, glaubt an * gutes Dingen der Sicherhei-tsverhandlungen, an feinem guten 'Wil­len soll es nicht fehlen. Nur in einem befriedeten Luropa, nur

fühnlng gelangen. Ju der nächsten Woche sollen neue Be­sprechungen zwischen der Reichsregierung und den polnischen Unterhändlern über die eventuelle Wiederaufnahme der Wirt- schaftsverhandlungen stattfinden.

Sas Rostamr Todesurteil noch in der SAvede.

Berlin, 23. Juli. (Sig. önformationsdienst.-Telegr.) Wie wir von bestinformierter Leite erfahren, sind die deutsch-russi­schen Auseinandersetzungen über das Moskauer Todesurteil ge gen die deutschen Studenten Wolscht und Kindermann gegen­wärtig völlig zum Stillstand gekommen. Die russische Sowjet- regierung will aber in den ersten Augustlagen einen Beschluß darüber fassen, ob die verurteilten Deutschen begnadigt werden oder die Vollstreckung des Todesurteils, die bekanntlich ausge­setzt worden ist, erfolgen soll. Damit würde die Angelegenheit selbstverständlich wieder in Fluß kommen, ohne daß allerdings abzusehen ist, bis wann eine letzte Entscheidung über das Schick­sal der jungen Studenten fallen wird.

Hirsch zum Vürgermeister von Dortmund gewählt.

wtb. Dortmund, 23. Juli, teles. Zum Bürgermeister von Dortmund wurde der von der sozialdemokratischen Fraktion präsentierte frühere preußische Ministerpräsident Paul Hirsch (Tharlottenburg) mit 36 gegen 31 Stimmen, die auf den Stadt- rat Dr. Kaiser fielen, gewähii. /

Lchlffsstreik von Chinesen in Yokohama.

wtb. Tokio, 22. Juli, telef. Bei Ankunft des Dampfers Empreß of Australia" in Yokohama sind 200 Lhinefen von der Besatzung in den Streik getreten. Sie wurden durch 200 Sapa ner ersetzt. Der Rest der chinesischen Besatzimg, der die Ab­sicht hat, bei der Ankunft in Kobe in Streik zu treten, wird gleichfalls durch japanische Seeleute ersetzt werden.

Dr. Streßemanns.

'bei einer Abkehr von ter Politik ter Sanktivuen, könne Deutschland den "Londoner Hahln^ngsplan durchführen. Das sind die moralüischen und politischen Argunrente, mit teeren die Regierung an die Diskussion mit der Ge-genfeite he,vangchen wird. Und wenn auch die heutige Rede Les Au-ßenministers nicht alle Wützsche and Forderungen, ter Parteien berücksichtz- gen kannte, so zeigte doch Ler nngeheure Beifall, Len dfe Mehr !heit Lem Minister spendete, daß fast der gesamte Reichstag hin ter dem Außenminister m Lieser .Frage steht. Dieser Eindruck muß fbstgehailten werden langesichlts der Tatsache', teß die De­batte erst begoncieci hat. Von dem ersten Augenb, lick an, zeigte es si,ch daß Lie verantwortungsbew-ußte Opposition sich chcht im ter Lage fühlte, die Wirkungen ter Ministerrede auzn- schwächen. Der so zialLemokra tische Wortführer Dr. Breit- scheib, Ler wohl aus innenpolitischen Gründon heftige Kritik an Lem Verhalten Les Reichskanzlers Dr. Luther übte, der seiner Meinung nach Lie Rechte Les Parlaments mißachtet ha- Le, indem er erst jetzt dem Reichstag 'Gelegenheit gab, zu den wichtigsten anßenpoiitischan Aktivnein Stellung zu nohmen. Dr. Brcitscheid setzte sich fast ausschließlich mit Len Deutschnatio- "â auseinander, war aber gezwcmgen, Lie Ausführungen' Dr. Stresemanns in der nachdrücklichsten Weise zu unterstützen.. Die nachfvlgonde Rede des Dcutschnat-ionalen Graf Westarp war zunächst ebenfalls aus Kritik eingestellt, .ater diese Kritik be­schränkte sich lediglich auf formale AngelegecheitM und hielt sich von der außenpoliitschen Erklärung der Regierung moßte wifed) fern. Die Darlegungen Les -deutsch,nationalen Führers -waren einecoli kommene Blankovollmach t für den Außen-im- nister Dr. Stresemann, ter zweifellos am Ende Lieser Debatte <M Vertrauensvotum erhalten wird, das in erster Linie seiner Person gilt, auch wenn es nur Lie Form einer Billi-oungsfo-r- mel hat, Lie der parlanient, arischen Taktik wegen gewählt wer­den mußte.

Elite klei, ne Sensation gab es, als Ler Redner des F-entrums Dr. Kaas, auf die Widerstände Ler Deutschnatio-na-len ,gegen die Fortführung ter bisherigen Außenpolitik anspielte und da­bei innenpolitisch von Ler Regierung Luther ziemlich weit ab- rückte. Der Hentrumsredner brachte demonstrativ Lie Lluf- fassung Zinn Ausdruck, Laß bis Fontrumspartei nur unter den staatApolitische,» Notwendigkeiten das^ 'gegenwärtige Ldeichs- Kabinett unterstütze nnd Lel!onle dann -unter -un-gehenrem Llufse- hen nnL l-ebhaftenHört-Hörl-Rufen, daß Las Hentrum ent­schlossen sei, Lie Fortführung des bisherig-en außenpolitischen

Kurses zu sichern, ohne Lie es keinen Tag länger in her Regier­ung verbleiben werde. Dieser Ausflug ins innenpol-itische war insofern bed-eutungsvoll, als man allgemein angenommen hatte, daß der Hogenwartige parlamentarische Erfolg -des Reichskabi- netts Luther in Lon -außenpolitischen Fragen anch i-nnenpol-itische Rückwirkungen' haben könne. Das Hentrum schien es aber für angebracht zu halten, auch auf b?e Gogensätze hinzuweisen, die noch immer zwischen der Mitte und dem Kabinett Luther bestehen. Für Lie Demokraten war es gsradezu eine Ermunter­ung Laß D-r. Kaas in seinen weiteren Ausfüh-rungen- Lurchb !ik- kcn ließ, Laß Lie Politik der früheren Regierungen, irrste« sondere ter Ka.binette Wirth und Marx, dem Zentrum weit sympathischer -ist als Lie des gegenwärtigen Reichs Kabinetts

-und ter hinter -ihr stehenden Rechtsparteien.

Sie große Ausssrache im Reichstage.

Am 22. Lull fand im Reichstag! die große außenpolitische Aussprache über ten Sicheriheits-pakt statt. Am Regierumgs- chisch hatten -der Reichskanzler D-r. Luther, Ler Reichsinnenmi- nister Schiele, Re-ichsjustizminister Dr. Franken Platz genom­men. Das Wort erhielt sofort nach Erörterung Ler Sißung ter Re-ichs-außMminister Dr. Stresemann.

Er erinnert einleitend an seine Reichstagsrede vom 18. Mai und an die Erörterungen über die Sicherheitsfra-ge. Eine Lösung o-hne Deutschland würde eine Lösung gegen Deutsch­land sein. Aus Liesen Erwägungen .hätte Deutschland- die Fol- giMung -gezogen sich positiv an der -L-ösun-g der Sicferbeitsfrage zu bsterkgen. Das deutsche Memorandum habe seine Bea-nt- wortun-g durch die französische Note vom 16. Juni gefunden. Die deutsche Antwort sei am 20. öuli abgesanLt worden. Diese beschleunigte Absendung sei ein Bewsitz für Deutschlands auf­richtigen Wu'llen Las FrieLens-werk zu fördern. Ln Oer französi jrb'On Rote sei bereits Ler Versuch gemacht', konkret auf das Problem des Sicherheitsvertrages einzugehen. Das Ziel der Lrörterun-gen sei ter Pakt mit Deutschland. Welche Mächte sich beteiligen mürben, sei noch nicht zu übersehen. Den Kem- punkt Les angestrsbton Bertragswerkes bilbe

Ler westliche Garantiepakt.

Lazu komme -der Ausbau -dos Systems der bo ch ied s ae-rich-ts vor - träge. Maßgebende Linzelpunkte seien noch ungeklärt, beson­ders One Ausgestaltung Les Gicherheitspaktes iim -einzelnen, bte Schiadsg-erirhtsverträge u-nd Lie Stellung Deutschlands zu-m Völkerbund. Ungeklärt sei auch das Verhältnis des Si-cher- hei-tspaktVs zu Len B-estimmungen Les Versailler Vertrages und Les Rheinlandabkommsns. Ls sei zu hoffen, daß -unsere sachliche Kritik wesentlich zur Klärung Ler Dinge beitragen werde. Dre Darlegung Les doutschen Standpunktes 'habe in Pavis und Amerika und London volle Würdigung gefunden. Mankönne hoffen, zu 'einem positiven Ergebnis zu- gelangen'. Die Hoffnung wurde fejfärkt Lurch Lie Räumung Les Ruhr­gebietes noch vor Lem vertragsmäßigen Termin. Lebhafte Zu- st-immung herrscht tei ten Regierungsparteien, als Strese­mann hervorhebt, man müsse mit Genugtuung foststellon, daß die französische und belgische Regierung ihren guten Willen gezeigt hätten.

Es kommt bann zu einem Zusammenstoß Mischen dem *2\eießsaußenmbnrfter und Len Völkischen. Stresemann äußert sich Lahm, birè Ent-ent-e habe sich in ihrer Entscheidung cruch nicht stören lassen Lurch Lie krampfhafte Bewois-fühiung des Grafen iieventlow, Ler Nachweisen wollte, Laß Ler -grundlegende fran- zösischo Text -die Vesatzungsmä-cht-e lediglich verpflichte, nach Lem 16. August mit Ler Räumung fo-rtzuschrei ton, und daß Lurch eine falsche Ueborfeßung tes Auswärtigen Amtes Oie deutsch« Oeffentlichkeii getäuscht worden sei. Zwisechnrufe 'unL Lärm ertönt bei den Völkischen, als Stresemann fortfährt, Laß solche Aeußerungen in -einer Zeit, m der die Regierung .ihre ganzen Achtvengungen aus die Gicherung der Räumung -richte, vom Standpunkt ter Wahrung der -nationalen öntorefsen inner« träg.ab so:. Der völkische Abg. Dietrich-Franken erhält einen Ordnungsruf.

Stresemann fuhr Laun weiter fort, es seien Zweifel auf« getaucht, ob nun

die Räumung der Sanktionsstädte ebenfalls erfolgen werde. Er sagt, er «habe niemals daran gezweifelt, haß die Alliierten -ihre in London übernommenen Vorpflichtu-nWn erfüllen würden u. er sei überzeugt, daß auch d-ie iSaniktionsftäbte Lemnächst geräumt werden würd-en. Wie- Leru-m wurden Zwischenrufe bei den Völkischen laut, -als Stre« semann fort fährt: es könne sein, daß es Gruppen in diesem Hause gäbe, die in Ler Räumung überhaupt eine -nnerfreuftche HanLlu-ng 'erblickten.

Anter Zustimmung stellte der Min-ister fest, daß nach Lon­don eine L-n-tfpannung ter öffentlichen Meinung eintrat. Aber Oie Aichträumung der nördlichen Rheinland zo-ne am 10. Ja« nuar habe die Entspannung wieder zurü-cktrsten lassen. Die of« fernen Restpunkte der Entwaffnungsnote hätten Keinen- Gru-nd für die weitere B-esötzung ter Rhei-ulanLzon-e geboten. Die