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Morgenzeitung

Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön un- Begelsberg, Fulda- und Haunetal

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Nummer 173

SonntrAag, den 30. Still 1925.

59. (2.) zahrgang.

Die Annahme -es Finanzausgleiches im Reichstage gesichert.

Berlin, 29. Suli. (Sig. Schormationsdienst.-Gelegr.) Wie wir aus parlamentarischen Kreisen hören, ist es der Reichsre- gierung gelungen, eine einmütige Auffassung der Regierungs­parteien im Finanzausgleich zustande zu bringen. Man rechnet weiter mit dem ablehnenden Standpunkt der Bayerischen Volks Partei, da die bagerische Landesregierung darauf besteht, 90 Prozent aller Einnahmen für sich in Anspruch zu nehmen. Die Regierung hat sich besonders im Hinblick auf die Besprechungen mit den Industriellen nicht geneigt gezeigt, dem bayerischen Standpunkt weiter eNtgegenzukommen. Die Annahme des Ge- setzes ist unter allen Umständen gesichert.

Die deutsche Luftsahrnote.

Berlin, 29. 2uli. (Sig. informationsdienst.-Eelegr.) Die Kommission, die von dem Luftbeirat eingesetzt worden war, um ein Gutachten auszuarbeiten, in dem die vollen Auswirkungen auf den Gefamtgebieten des Luftfahrtwssens erörtert werden sollen, hat ihre Arbeiten bisher noch nicht beendet. Man er­wartet aber, baß das Gutachten bereits in den nächsten Lagen fertiggestellt sein wird. Wie verlautet, wird das Gutachten die in der letzten Rote der Botschafterkonferonz enthaltenen Be­stimmungen für die deutsche Luftfahrt ablehnew, sodaß die Reichs regierung den alliierten Regierungen nur in diesem Sinne ant­worten kaun.

Keine deutsch russischen

Sondembmachungen.

Berlin, 29. Suli. (Lig. 2nfovmationsdieust.-Gelogr.) Wie wir hören, hat die englische Regierung dieser Gage auf diploma­tischem Wege bei der Reichsregierung angefragt, ob zwischen Deutschland und Rußland irgendwelche Vereinbarungen beste­hen, durch die bei Deutschland besondere Bedenken gegen den Eintritt in den Völkerbund sowie gegen den Abschluß eines Sicherheitspaktes aufgetaucht sein könnten. Die Reichsregier- «ng hat daraufhin unverzüglich das Zoreign Office wissen lasten, daß außer dem Rapallo-Vertrag weder politische noch sonstige Abmachungen zwischen Dentschland und Rutzland bestehen.

Luther u. die Ruhr-Bergarbeiter.

Berlin, 29. Juli. (Eig. Snformationsdienst.-Gelegr.) Reichs Kanzler Dr. Luther hat heute eine Besprechung mit den Ver­tretern der Bergarbeiter des Auhrgebietes über die gegen­wärtige Arbeitskrise im Bergbau gehabt. Wie wir hierzu aus gewerkschaftlichen Kreisen hören, haben die Bergarbeiter beim Reichskanzler lebhafte Beschwerden über die Arbeitsregelung

Der Reichstag bleibt noch beisammen.

Der Aeltestenrat des Reichstages hat nunmehr ein «für alle­mal entschieden, baß die Zollvorlagen noch vor den Reichs­tagsferien verabschiedet werden müssen und nicht eher an eine Vertagung des Parlaments gedacht werden kann, bis der dringendste Arbeitsstoff erledigt ist. Um von Vornherein die Möglichkeit einer Obstruktion der Linken vorzübeugen, wurde gleichzeitig beschlossen, die Redezeit äbzukürzen und die Reichs- tagsjsitzuugen länger auszudehnen, sodatz die Volksvertretung an jedem Sitzungstag bis in die späten Abendstunden hinein ta­gen muß. Dieses Vorgehen der Regierungsmehrheit, die im Aeltestenrat den Sieg davon trug, hat bei der Links Opposition die denkbar größte Erregung heroorgerufen. Die Spannung, die seit den letzten Gagen zwischen der Rechten und den Links­parteien eingetreten ist, hat sich derart verschärft, baß inan mit einem sehr stürmischen Abschluß der gegenwärtigen Gagungs- Periode rechnen muß. Inzwischen hat die sozialdemokratische Reichstagssrak'tion beschlossen, zur >3 oll vor läge noch eine Rei- He von Anträgen einzubringen, damit sich die Beratung au- tzerordentlich lange ausdehnen wird. Der Kampf verspricht insofern sehr interessant zu werden,, als nunmehr zwei geschlos- sene Fronten, der Block der rechtsbürgerlichen Parteien und der Block der Linken, sich gegenübertreten werden. Da zu den Steuerfragen ebenfalls zahlreiche Anträge der Opposition vor- liegen, die in der Kürze der Zeit gar nicht mehr sachlich beraten werben können, werden jetzt sehr erregte Proteste laut, die sich gegen das Eiltempo der Beratungen richten, und in denen der Regierung der Vorwurf gemacht wird, baß sie durch taktische Manöver eine Klärung der parlamentarischen Situation un­möglich gemacht habe.

Die Sozialdemokraten und dieDemokraten sind besonders erbost über die Haltung des Zentrums, bas ihrer Meinung auf dem besten Wege sei, nach rechts iabzuschwoicken und den bei der

im Ruhrbergbau vorgebracht und haben mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, baß sämtliche Bergarbeiter-Organisationen eine Verlängerung der Arbeitszeit wegen der damit verbundenen weiteren Arbeiterentlastungen ablehnen müßten.

Sie Unlettt-ung Korsch mit Briand.

Berlin, 29. Juli. (Sig. Shformationsdieust.-Gelegr.) Wie von den maßgebenden Regierungskreisen nunmehr - mitgeteilt wird, hat der deutsche Botschafter in Paris, Dr. v. Hoesch, nach der Ueberreichung der deutschen Note lediglich eine mündliche Erläuterung über den Standpunkt der Reichsregierung gegeben.

Es ist richtig, baß die Rede des Reichskanzlers im Reichstag ganz neue Momente enthielt, u. baß der Botschafter auf Grund seiner Instruktionen garnicht in der Lage war, dem französischen Außenminister Briand ähnlich lautende Mitteilungen zu machen. Demnach scheint das diplomatische Mißverständnis, das sich bei der Ueberreichung der deutschen Note ergeben hatte, endgültig aufgeklärt zu sein.

Räumung des Düsseldorfer Aegierunggebäudes.

rotb. Düsseldorf, 28. Juli. telef. Die Franzosen räumten heute das seit Jahresfrist besetzte Düsteldorfer Regiernugsge- bäude.

Die Lage im englischen Bergbau.

wtb. London, 29. Juli. telef. Das Kabinett beschäftigte sich in der heutigen Vormittagssitzung erneut mit der Lage im Bergbau. Dem Vernehmen nach ist man noch nicht zu eutgül- tigen Entschließungen über die Gewährung finanzieller Bei- Hilse zur Behebung der gegenwärtigonAollage gelangt. Der Premierminister Baldwin hatte heute vormittag eine Unterred ung mit dem Vollzugsausschuß der Bergarbeiter. Jm Laufe des Nachmittags soll unter seinem Vorsitz eine gemeinsame Be­sprechung zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern stattfinden. Der Generalrat des Gewerkschaftskongresses hat für Freitag abend Sitzungen der Vertreter der Arbeiterorga­nisationen einberufen, in denen barüber beraten werden soll, wie der Beschluß den Bergleuten bei Ausbruch eines Streiks, alle möglichen Unterstützungen zuteil werden zu lasten, am besten durchgeführt wird.

Bombenanschlag in Parma.

wtb. Nom, 29. Juli, telef. Gegen das Haus des Obmanns der Kriegsteilnehmer in Parma wurde heute nacht eine Bombe geworfen, worauf ein heftiges Gewehrfeuer aus den umliegen­den Häusern gegen die fliehenden Täter einfetzte von denen kei­ne Spur gefunden wurde.

Roichspräsideutenwahl geschaffenen Block der Weimarer Par­teien zu zerstören. Bei der Sozialdemokratie gewinnt immer mehr der linke Flügel die Oberhand, der für radikalere Me­thoden eintritt und jedes Zusammenarbeiten mit den bürgerli­chen Parteien ablehnt. Schon die Gatsache, baß die Sozialde­mokratie nach Beendigung der außenpolitischen Aussprache ge­gen die Billigungsformel gestimmt hat, ist ein Beweis für die immer schroffer heroortretende Radikalisierung der sozialdemo- kratischen Reichstagsfraktion, die, wie man hört, entschlossen ist, in Zukunft bei jeder Gelegenheit der Regierung Luther das Mißtrauen zu bekunden. Auch bei der Beratung der Oollvorlagen will die Sozialdemokratie einen Mißt rauensantrag gegen das Reichskabinett einbringen, der zwar der Ablehnung verfallen wird, dem aber gewisse agitatorische Wirkungen nicht abzusprechen sind. Bedenklich erscheint übrigens auch die Hal- tung der Demokraten, die zwar für die Sudustriezölle stimmen wollen, während sie die landwirtschaftlichen Schutzzölle in ihrer gegenwärtigen Form rundweg, ablehnen. Dadurch werden die Regierungsparteien immer mehr in die Verteidigung gedrängt, sodatz namentlich im Zentrum starke Beunruhigung einzutreten beginnt. Der linke Flügel des Zentrums, hinter dem die christ­liche Arbeiterschaft steht, nimmt eine außerordentlich bedroh­liche Haltung ein, indem seine Führer erklären, unter keinen Umständen für das Zollkompromitz stimmen zu können und sich weigern, sich dem Fraktionszwang unterzuordnen. Auch bie in­dustriellen Kreise der Deutschen Volkspartei sind mit bem Zoll­kompromiß nicht einverstanden, aber sie haben sich inzwischen damit abgefunden, baß die Regierungsvorlage nicht mehr abge- ändert werden kann, nachdem der Reichskanzler wochenlang bemüht war, ein Kompromiß unter den Regierungsparteien zu­stande zub ringen.

Keilises Gebiet.

Bedarf es einer Begründung für den Vorschlag einer Ge­fallenenehrung, den der Stahlhelm heute dem deutschen Volke vorträgt? Daß es eine Ehrenpflicht Deutschlands ist, so schreibt bie Wochenschrift des Bundes der FrontsoldatenDer Stahl heim, seinen zwei Millionen Gefallenen eine Stätte des Ge­denkens zu errichten, hat bereits vor Jahresfrist die Reichs- regierung anerkannt. Daß diese Ehrenpflicht tief ins Bewußt­sein des Volkes gedrungen ist, beweisen die Gotenmäler und Ge­denksteine, bie von Gemeinden, Regimentsvereinen und anderen Verbänden überall im Lande bereits geschaffen wurden.

Manch einer könnte fragen, ob die örtlichen Gefallenendeük- mAer nicht genügten, ob nicht gerade mit ihrer Errichtung das Gedächtnis der Goten am besten geehrt werde. Wir meinen: nein! Jn jenen äußert sich der Dank und die Grauer festum- rissener Kreise gegenüber einer, gleichfalls beschränkten Gruppe unserer Gefallenen. Worauf es aber ankommt, ist, baß das ganze Volk der Gesamtheit seiner toten Söhne und Brüder gedenke. Denn sie fielen ja nicht für eine Gemeinde, nicht für ihr Regiment, sondern für bas ganze, große Deutschland. Fer­ner: wir Deutschen neigen mehr als andere Völker zur Eigen­brötelei und zum Denken in engen landsmannschaftlichen Gren­zen. Ein Ehrenmal für bie Gefallenen des ganzen Volkes wird den Blick weiten, das Gefühl der großen 5chickfal sverbunden- heit stärken helfen. Schließlich: niemals ist es nötiger gewe­sen als heute, zu zeigen, daß der deutsche Staat wenigstens de­nen zu danken weiß, die ihm das höchste Opfer, das ihres Le­bens, gebracht haben.

Frankreich, England, Belgien und Jtalien haben ihren Ge­fallenen diesen Dank bereits abgestattet. Deutschland, dessen Frontsoldaten Schwereres unb Größeres geleistet haben als bie Gruppen unserer Gegner, steht hinter ihnen zurück. Es tut not, baß gehandelt wird!

Das ist der Grund, weshalb der Stahlhelm, Bund der Front Joibaten, die Frage der Gefallenenehrung aufgegriffen hat u. sie nicht ruhen lasten wird, bis das Werk vollendet ist. Seit vor Jahresfrist, am Gage der zehnjährigen Wiederkehr des Kriegs­ausbruches, die Reichsregierung sich zu der Verpflichtung einer Gotenehrung bekannt hat, ist der Oeffentlichkeit nichts über eine Förderung dieser Arbeit bekannt geworden. Es ist zu fürch ten, daß diediesbezüglichen" Akten beim letzten Regierungs­wechsel verlegt worden sind und im Schranke irgend eines mit anderen Aufgaben überlasteten Amtes langsam verstauben. Das darf nicht sein! Wir Frontsoldaten im Stahlhelm sind den Ge­fallenen durch das blutgeb rankte Band der Zrontkammerad- schaft besonders eng verbunden und deshalb vor allen berechtigt und verpflichtet, dem Gedächtnis unserer toten Kampfgenos­sen zu dienen. Wir fordern vom deutschen Volke, wir fordern von den Regierungen des Reiches u. der Länder, baß nicht mehr länger gezögert werde. Manche andere Schuld des Reiches ist in der letzten Zeit verleugnet worden, dieser Ehrenschuld des Dankes an die Gefallenen kann und darf sich kein Volk entzie­hen, das auf Achtung Anspruch erhebt.

Noch etwas anderes ist es, was uns berechtigt, Aufmerk­samkeit für unseren Vorschlag zu fordern. Niemand kennt wohl den Geist besser, in dem unsere Gefallenen im Kampfe für das Vaterland standen und starben, als wir Frontsoldaten, die wir einst an ihrer Seite im gleichen Schritt und Gritt marschier­ten, deren Augen sie fallen sahen, und deren Hände ihnen das schmucklose 'leßte Bett bereiteten. And daß in ihrem Geiste der Goten Gedächtnisstätte errichtet werden muß, wer wollte das bestreiten! (Uebrigens auch ein Grund, weshalb nicht gezögert werden darf, soll nicht der Inhalt eines späteren Denkmals an der Seele der Goten vorbeireden. Das Leipziger Völker­schlachtsdenkmal, das nichts vom Geiste von 1813, alles vom Geiste von 1913 verkörpert, sollte ein warnendes Beispiel sein.)

Alle bislang bekannt gegebenen und erörterten Vorschläge eines Ehrenmales haben dem Geiste des deutschen Frontsolda­ten nicht ober nur teilweise gerecht zu werden verstanden. Es ist nicht die Absicht dieser Zeilen, die verschiedenen Vorschlä­ge durchzusprechen und einzeln zu kritisieren. Aber es muß fest- gestellt werden was unmöglich ist.

Unmöglich ist: die Errichtung von Nutzbauten. Sie ent­sprechen nicht dem Sinn des Kampfes, den unsere gefallenen Kameraden kämpften. Und sie sind nicht geeignet, den trauern­den Gedanken der deutschen Mutter einen Punkt stiller Samm­lung und wehmütiger Rast zu bieten. ,

Unmöglich ist: die Errichtung eines Ehrenmals in einer Grenzmark. Nicht für den Rhein, nicht für Ostpreußen allein, find unsere Gefallenen gestorben. Sie starben für ganz Deutsch­land. Jn seinem Herzen, allen gleich zugänglich muß die Ge- dächtnisstätte liegen.

Unmöglich ist: die Errichtung im Verkehrs-Brennpunkt einer Großstadt (etwa Berlins). Gerade der Eharakter der Srotzstadt, der eine Entfremdung vom Gefühl der Heimat eher