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Ful-aer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Ful-a- und Haunetal

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RumnM-M Samstag, den 8. August kW. 59. M Zahrgang

Stresemann im AuswSrtlgen Ausschuß über die Außenpslitik.

Berlin, 7. August. (Eig.-Lnsormationsdienst. Eelegr.) Wie wir hören beabsichtigt Außenminister Dr. Stresemann den Aus wärtigen Ausschuß des Reichstages vor dem Reichstagsferien zusammen zu berufen, um ihm Mitteilungen über die außenpoli­tischen Lage zu machen. Wenn die Ueberreichung der alliierten Antwort noch zum 15. August erfolgt ist, so würde auch die Möglichkeit bestehen, daß man sich über die weitere Haltung der Reichsregierung im Ausschuß selbst unterhalten wird.

Sie untersrochenen deutsch span. SandelsseMag-Verhandlkinstn.

È^ Berlin, 7. August. (Lig.-Suformationsbieust. Eelegr. Wie wir hören wird die deutsche Delegation die in Madrid mit der spanischen Regierung verhandelt hat, heute in Berlin zurücker- wartet. Die deutschen Delegierten sollen jedoch bereits schon im Laufe der nächsten Woche wieder nach Madrid zurückkehren nachdem sie neue önftrnkfionen von der Reichsregierung er­halten haben. 3n den Regierungskreisen glaubt man, daß die offiziellen Verhandlungen schon Ende dieses Monats wieder ausgenommen werden können. Sollte bis zum 16. Oktober kei­ne Einigung erzielt sein, so wurde die deutsche Regierung bereit sein, bis zum neuen Uebereinkommen den gegenwärtigen Ver­trag noch weiter gelten zu lasten sodaß ein Wirtschaftskrieg mit Spanien überhaupt nicht in Frage kommen kann.

^Jauernmte 140 Prozent?

wtb. Berlin, 7. August, telef. Verschiedenen Blättern ist mitgeteilt worden, daß der Reichswirtschaftsminister dem Reichsbund deutscher Mietervereine erklärt habe, daß mit einer Dauermiote von 140 Prozent zu rechnen sei. Die Frage der Wohnungswirtschaft werde im Aeichsarbeitsministerium bear­beitet. Weder der Reichswirtschaftsminister noch der Vertre­ter des Reichswirtschaftministerium haben eine derartige Er­klärung abgegeben.

Sie «ritgsslbulben an Amerika.

wtb. London, 7. August, telef. Aus amtlichen Kreisen Washingtons läßt sich dieEimes" berichten, daß es weder Bel gien noch einer anderen Schuldnernation gestattet werden könne eine Bezeichnung und sei es auch nur eine solche indirekter Art zwischen Ahrem Fa!h!«un!gen au iw Vereinigt« Ltaat« «mH ih­ren Reparationseinkünften aus Deutschland herzustellen.

Frankreichs neue Vorschläge

Aus den LNittei-lun-gen der englischen Presse erfährt ma«n EMch, b- die französisch« Megsi«r«u'ug schon seht den Entwurf 8s Sicherheitspakle s 'ansHearbeitet hat, der Deutschsassiid zur Annahme vorgelegt werden soll, falls es zu- woitewu Bsbhand- lunigM zwischen den ibeteillUgitienr iRsgisrunlg« wird. Soll ton diese Meldungen ^Mj zutreffen, so würden. sie Jür Deutschland in mehrfacher HAOM sehr interesfaut sein-. Fu- nÄchist kanv man deutscherseits niiehts dagegen «weÄm, wenn die französische Regiierung schon- jetzt den Versuch- «unternimmt, ein Vewtragsprosek-t auszuardeiiten, aber man hält es in den Berliner Regierungskreisen für sehr bedenklich, wenn etwa der französische Entwurf mehr sein sollte, als ein bloßes schriftliches Memorandum. So lange die direkten Verhandlungen noch nicht begonnen haben, ist es nach deutscher Auffassung überhaupt verfch-lt, ijirbioiii die einzelnen Paragwanhen eines Hi'chenhoits- paktes ousarkeiitän zu wollen. Der französische Vorisuch kann ^ader in d em Falle sehr zur Erktärnug der SttuKttioin beitragen', Menn DenUchjlond aus den skizzierten Paragraphen entnehmen kann, «welch« Fassun!g Frankrei-ch einem Sich'erheitspakt zu- -go- ben wünscht. Deutscherseits, 'wird man jedenfalls donon AbstaNd nehmen, in der 'gleichen Weise vorzngchen, 'und man würde -ei«n bereits von Frankreich festgelogtes Projekt einer sehr genanen Prüfung unterzi'chen, ehe man es als Verhandlung s-gruitd«lage anerken'ncn mürde.

Die enDifche Presse bwngt onsfüihrliiche Metdnnge'N über das Programm hovorstrhenden BeWöchlung zwiischon Ehamb«erlain «und BriÄd. Nach hem 'neuerlichen Mittoüuugm fche'int es ober nicht zuzutreffeinz daß Briond bereits den fer­tigen Sext des Äicherheitsoertrages. Nach London MMringou wird-, 'denn zweifellos sei die französische Recherung -garnicht daran in-teressiert, schon jetzt ihre Karten -auMhsÜdM, zum«al

Sestige Kämpfe in Rarekks.

wtb. Paris, 7. August, telef.Havas" veröffentlicht ein aus Fez vom 6. August stammendes Kommunique« übt die Kamp je in Marokko. 3n der Gegend von Fez-El-Vali ist es im Laufe des 6. August zu heftigen Kämpfen gekommen. Die fran- zöstschen Gruppen sind in der Gegend von Kurneu vorgestoßen, wo der Feind stark verschanzt, war. Seine Stellung wurde im Sturmangriff genommen. Er selbst wurde unter Verlust von 50 Esten, Gefangenen und Kriegsmaterial in die Flucht ge­schlagen. 3m Frontabschnitt Ozean-Eafrant sind die feind­lichen Abteilungen, die die Straße von Ozean nach Suk-El-Ar da bedrohten, in die Gegend nördlich von Mzfrun und Azfes zu rückgegangen, um bei Eagesende in der Gegend von Azquem wieder aufzutauchen. 3m Gebiet von Letta werden feindliche Einbrüche gemeldet. Eine französische Abteilung hat in der Gegend von Mzfrun dem Feind ein Ereffeu geliefert, der in Unordnung flüchtete und dabei Flugzeugen und Artillerie be­schossen wurden. Sm mittleren Frontabschnitt sind die Rif- lruppen bei dem Vcni-Ferouals wieder aufgetaucht und haben den Stämmen eine Kriegskontribution von 150.000 Frs auf- crlegt.

wtb. 3ernfalem 7. August, telef. Laut näheren« Berichten aus Amman haben die Franzosen in den jüngsten Kämpfen gegen die Drussen eines Eanks und Maschinengewehre verloren. Meh ; rcre ^französische Flugzeuge sind zum Absturz gebracht worden. Die Franzosen haben den nördlichen Eeil von Hauran geräumt.

Verhandlung en mit Abd es Krim.

Wtb. London, 7. August telef. DieEimes" meldet aus Langer, nach dem nunmehr, Abd el Krim die Hauptpunkte der französisch-spanischen Zriedensbedingungon bekanntgegoben wor den seien, würde der nächste Schritt von seiner Seite erwartet. Man nehme an, daß dieser nächste Schritt auf dem Schlachtfelde und nicht am diplomatischen Eische erfolgen werde, da die Aus­sicht, daß Abdelkrim die Bedingungen in ihrer fetzigen Ge­stalt annehme, sehr gering sei.

Aeuu Personen bei einer Pulverexplosion in Stallen getötet.

wtb. Ravenna, 7. August telef. Sn der Pulverfabrik von von San-Martino in Disstrikt Lugo sind aus unbekannten Gründen große Pulvermassen explodiert. Neun Personen wur den getötet, darunter sieben Frauen, die in der Fabrik beschäf­tigt waren.

sonst schon von 'Mgllischer Sette aus «e kÄlSMuische Lvklä- ru'ug evfolgen -w-ür-de, daß man vor dem Beginn' 'der Berhand- ümgem tritt DM'HWamjd über diese Dinge nveh garnicht sprechen kanU. dniHem wäre es astv laußepvridsnitlüeh' übertrieben, wenn man deilrtFchemsä die Besorgnis hegen wollte-, ha.ß bei den alMeân Regiemmgen die Absicht bestehe, D-cutschloind vor vollendete EaHachen zu -stellen.

än den Berliner diplomatischen Krei-sen Dediawtet heute, daß die -geplante FHammenkwiift der Außenminister in Sems wahrscheinlich doch noeh Zustandekommen wird'. Da bis An­fang September bereits längst die alliierte Antwort an Dentsch- land vorliegen wird, wäre eine solche Begegnung 'lder alliier­ten Staatsmänner mit dem deutschen Außenminister Stresemann der natürliche Weg zur Eröffnung der direkten mündlichen Ver Handlungen, die man w Mo Stelle dar schriftlichen Awseiina-nder f-etzuinjgm setzen will. Man miiimimit in Berilin -am, daß die Bor- lbaspvachlMM» sticht schon m> dein «ebstän Septemhavtagau, sondern -ivaihchchaMch etst gegen Mitte Ssptamber im Auschlluß an die B'evatun'gen des Völkeribundsriat'es stat'tfind'eii' averdeu, D a si-ch der Auheinmiuister Dr. Streseman'N' in der übernächsten Woche auf -eiste LllhblMi-gsreise 'begaben will,'imte 'er 'bis dahin ^zwei­fellos imstande Mn, sich no ch Genf zu Hegakeu, um dort mit Briand und Lhamberlam zu verhawdeln. W'as dis Frage des SmitTÜtits Deutschlands in den Völkerbund Mbetbiffts so 'hat man nesteWmgs dm 'Eindruck, daß die o-llieerten NegierumgM -weiter hin «ne oibwaBmde Haltung Ämmhmen und die dmtsche Re­gierung ächt zu Ärgeudweilchlsn eniHcheidendon Beschluss« drän- gen werdeu. 3m -übrigen wirb in Genf die Gelegenheit vor- hand« sein, verschieden!« mit der Vöikerhundsfrag« zusammen­hängende Probleme eubgültig zu klären.

Eine Unterredung mit Sr. Eckener.

Verliu, 7. August. (Eigener änform-atio-nsdienst.) Dr. tz'U'go Eck'SN'sr, her 'gegmwärtig 'unoosgesetzt an seinem Projekt einer Feppel-infahrt nach dem Nordpol arbekitiet, hatte die Fnennbll'chkolt, sich 'unser«m Boviiner Vortvet-er --gegsnübe-r om- -gehen'd über seine Absichten zu äußenn. Da er bereits im April -chsten Rohres mit der Ansschreibun-g siner offen trieften Lamm. Jung ?um Bnu eines Po-lo-rschi-ffes, dos bskanMich 100.000 Kubikmetier Roum'inhaüt haben soll, 'beginnen will, 'legte er dm größten Wort darauf, zu 'betonen, daß Wie notwendigen Geld­mittel allein von beutfefter Sette aufgebracht worden müßten. Dr. Eckonor srk'Iärte, daß es M -erster Linie -darauf ankomme, die nationale Bedeutung der Ang'sloge'nheit -voll zu würdigen. War an -sich schon die Fahrt des 5- R. 3 nach Amerika ein-e Lei-stung, wie sie die ganze Welt- noch nicht gesehen hatte, so wolle man dentscherseits durch die Nordpol fahrt weitere Be­weise dafür orhrlmgen, wie nngntbohr-ich die großzügige Ansge- staltu'ng- des deutschen Luftschiffbaues für die ganze Kultur ist.. Der Föppetlin ist deutsches Eigonbum nnd Monopol und muß es auch dleib'sn. Gegenüber den Plänen, eine internationale Lamm iung für den Po'larzeppebin- zu veranstalten, nimmt Dr. Eckener eine absolut -ablehnende Haltung ein. Er betone, daß er hierzu niemals seine H-and bieten würde, denn dadurch werde nur ein Vorwand dafür -geschaffen, die Erfolge des deutschen Luftschiff­baues auf das ausländsscho Konto gutzuschrei'bsn. Mit her in Aussicht gönommemon Aktion will Dr. Eckonor die große Le- bensDhigksit des deutsch«' Lust-schiDbaues 'beweisen, -der dahin- siechen müsse, wenn der j-etzt -gefaßt« Plan ins Wasser fallen sollte.

Gegenüber den Aufsagungen, daß das Ausland S-oiber sann mein webde, um uns don Bau' eines -großen Luftschiffes zu -er- -gÄcheu, -äußerte sich Oer berühmte Luftschiffkon'ftrukteur da- hin, daß das Ausland sich schwer davor hüt-en werde, durch se:m'L Geldmittel einer denchschon Erfindung und -damit indirekt auch -dem deutschen Geist zum Liege zu verhelfen. Allord-i-n-gs -wäre es notwendig, eine internationale wissenschaftliche Kom­mission zu ibi&m, die die Leitung der Nordpol-expedition über­nimmt. Deron dann erst werde es möglich sein, von der Bot­schaft« rkon-ferenz die Genehmigung zum Bau des Aordpvl- zeppölins zu «langen. D-as Luftschiff selbst aber darf niemand anders -gehören als Deutschland, denn sonst wäre der Nutzen der ganzen 2-ach« in Frage gestellt.

. Jie Politik der Woche.

Von 'unserem Berliner Mitarbeiter wird uns unterm 7. August geschrieben:

Reichskanzler Dr. Luther hat es für notwendig befunden, -angesichts her emmer gefahrdrohender 'werdenden Arbettskrife im Ruhrborgbau die Vertreter der Ruhra-rbeiters-chaft zu sich zu «berufen um «mit «ihnen die 'Lgge zu besprochen. Etwa acht Tage vorher waren die Delegierten der Arbeitgel-er bei ihm, um dar zulegen, welche Gründe zu -den- Botriobsstillegun-gen wid zu den L! rbâlereuhlaj fungen geführt haben. Die Gewerkschaftsvertre- 'ter -führten 'lebhafte Klagen über hie außerordentlich ungünstigen Arb«tsverlhältnisfe -und ford-erten vom Relrhskanzl-er, daß die Reg'orung endlich zu- der Einsicht' -gelange, daß das Ruhrgebiet j â Notltand-sgobiot angesehen- werden müsse, k'um nach all den 1 schweren- wibtscha-ftlichen Erschüttierum-gen -der letzten Sahne be­sitze die Ruhrbevölkeriung ui-cht die 'notwendigen Hi-lfsm'iittel rind Kräfte, um dis schweren Folgen einer Massenarbeitslosigkeit er tragen zukönnen.

3m Reichstag kam -es am vorigen Lonnadeud wieder e'i-n- m-al zu einem sehr peinlichen- Fwischeufa ll, wie mau ?bn glück- 'licherweise 'Nicht oft du-rchzuniachien hat. Durch das Berhalt-e-n -einiger konimunllstischor AbgeorNueter -worden rmerhörte L-änn- szenen hervorgerufen-, sodaß eine -geos^mete Fortführung der Sitzung 'U'NM-ö-gl'ich war. Der der deutschmatiioual« Partei an­gehörige M-zepräsideut Graef schritt n-unni-ehr zu -energischen Mitteln, uni die kommmMMche Opposition zum 'Schweigen zu b-rlWAu. Csr wies den Ltbgeord-neten Sad-a-j-ch aus dem Saal unb jebiob ihn für mehrere Sih-ungstage -aus, was jedoch auf Seiten der radikalen Linken schärfst« Widerstand hervorrief. Erst «nachdem d:o Po ze: tu den Neichs-ta-g geho-lt -wurde, dio die beiden -kommunist-schen« Führer Sada-sch «und Hollein aus dem Saal führte, konnte he «unt«erhrochen>e Sitzung fort geführt wer­den. Dieser Vorgang hatte zur Fchge, daß der Ae-btesteurat sofort zulamni-entrat, um neue G-eschä ft so rdinungsm-aßnahmen zu bej cblüc-brn. Die Mehrheit im Aeltestenrat stellte sich hinter d en Vi-zep'räsi'deMen, eb enso wie Oie B eschwerden der Rechts- ipanteien gegen -den Roichstagspräsiden-ten Loe-be zurückgowios« werden mutten. Man- einigte sich schließlich dahin, daß'Sozial- -demokrat« und Demokraten auf Obstruktion nachdrücki'chst verr-ch^-on «und lediglich an den fachlichen Debatten tell-n-ehinen woll«.