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* FMaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön unb Vogelsberg, Fulda- und A^Nnetal

2leHeWHe Morgenzcitung" erscheint wöchentlich 6 mal, (außer Montags), Sonntags Anzeigen: Die 7 gespaltene MiNmeterzeile v n^i, auswärts g,07 Rentenmark. Dit 92 mm

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Summer iss Donnerstag, den 13. August ISA. 19. (2.) Mrgang

Beratungen im Relchskablnett über die MUMM

Berlin, 12. August, sLig.-Snsormationsdieust. Lelegr.) Aus Veranlassung des Reichswirtfchaftsministers Dr. Neuhaus wird das Reichskabinett in den nächsten Lagen in eingehende Beratungen über die Anzeichen einer sehr schweren Krise der deutschen Wirtschaft eintreten. Wie wir hören, ist beabsichtigt, den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht sowie Vertreter des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und des Großhandels zu diesen Beratungen hinzuzuziehen. Die Gerüchte über die Möglichkeiten einer finanziellen Stützungsaktion durch die Reichsregierung werden von maßgebender Leite energisch de­mentiert. Von Seiten der Regierung könnten lediglich orga­nisatorische Maßnahmen ergriffen werden, um seine weitere Verschärfung der Wirtschaftskrise zu verhüten.

die besetzten Gebiete in Frage kommen, da gegen chn aus rhei­nischen Fentrumskreisen Bedenken geltend gemacht worden seien. Nunmehr soll die Absicht bestehen, das Ministerium dem Fentrumsabgoordneten Dr. Kaas nochmals anzubieten, der bitte Berufung in das Reichskabinett noch vor wenigen Wochen ab- gelehnt hatte. Mit der endgültigen Besetzung, des Ministeriums für die besetzten Gebiete ist kaum vor Ende September zu rech­nen.

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I Vertagung des Reichstages.

Berlin, 12. August. (Lig.-önformatiousdienst. Lelegr.) Wie wir hören, sind die Regierungsparteien übereingekommen, die Vertagung des Reichstages noch am Freitag herbeizufüh­ren, da der Sonnabend katholischer Feiertag -ist. Der Obstruk­tion der äußersten Linken gegenüber wollen die Regierungspar- ' seien mit strengsten Maßnahmen vorgehen, um eine weitere I Verschleppung der Beratungen zu verhüten. Man hofft daß es auch möglich sein wird, die Rmneffiefrage am Freitag zu ver­abschieden.

Das Reichskabinett bleibt noch

I beisammen

Berlin 12. August. (Lig.-Lnformationsdienst. Lelegr.) Da man m den Kreisen der Reichsregierung mit einem baldigen . HM reffen ^ Antwort der alliierten Regierungen auf die letzte f deutsche Sicherheitsnote rechnet, wird das Reichskabinett auch j nach den Reichstagsferien noch beisammen bleiben, um - die außenpolitischen Lage zu prüfen. Segen Lude August gedenkt der Außenminister Dr. Stresemann einen kurzen Lrholungsur- laub anzutreten, den er dazu ausnut?en will, um mit einflußrei­chen politischen Persönlichkeiten Fühlung zu nehmen. Auch der Reichskanzler Dr. Luther gedenkt alsbald nach dem Lintreffen der alliierten Note seinen Urlaub anzutreten.

I ZurNeubesetzung -esRetchsmtnistertums für die besetzten Gebiete.

Berlin, 12, August. (Lig.-Luformationsdienst. Lelegr.) Wie i neuerdings in den parlamentarischen Kreisen verlautet, soll der ' Zentrumsabgeordnete von Guerard nicht mehr als Minister für

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Sie Londoner Besprechungen.

wtb. London, 12. August telef. DieMorningpost" bringt eine Meldung, daß eine Zusammenkunft mit den Deutschen in wenigen Lagen stattfinden werde. Line allgemeine Konferenz werde für später in Aussicht genommen. Sie werde vielleicht in Brüssel, London oder Genf stattfindeu. inzwischen sei Frallkreichs Stellung behindert durch koloniale Schwierigkeiten. Dem Blatt zufolge erklärte Briand gestern, bezüglich der 'an Deutschland zu richtenden Rote, daß wenn der Wortlaut ver­einbart sei, die Ansicht der übrigen unmittelbar berührten Alli­ierten eingeholt werden msse. Daß keine Veröffentlichung er­folgen könne, bevor sich die Note in Händen der deutschen Re­gierung befinde. Das Blatt erfährt, daß bei der Fusammen- Kunft gestern vormittag Briand und Lhamberlain den abge-' änderten Entwurf der Antwort vorgelegt habe, die Frankreich nach Berlin senden werde. Diese Abänderungen brächten den englischen und französischen Standpunkt einander merklich näher Die Unterredung am gestrigen Nachmittag habe Briand über­zeugt, daß die Ansicht beider Kabinette übereinffinttnen werde, und der Hauptzweck der augenblicklichen Besprechungen fer, daß die Alliierten den Wortlaut vereinbarten der Deutschland in Gestalt eines Ultimatums an den Kopf geworfen werde, son­dern Deutschland unterbreitet werden könne, in der Erwartung daß es ihn annehmen werde. 3n wenigen Lagen werde -man von anderen Besprechungen hören, an denen die Deutschen teil nehmen würden.

völkerung ist, so darf doch dabei nicht übersehen werden, daß ?mar das Uebersliegen unbesetzten Gebietes durch französische Militärflieger iVerkehrsflieger) nicht gestattet ist, daß aber vor­läufig der Versailler Vertrag den Militärflugzeugen der Alli­ierten das Recht zum Uebersliegen des deutschen Gebietes gibt, nichts destoweniger darf angenommen werden, daß die badische Regierung anläßlich der Beunruhigung der Bevölkerung über das wiederholte Beobachten von Flugzeugen über dem unbesetz­ten Gebiet bei dem zuständigen Reichsministerium geeignete Schritte unternimmt.

VeLgiens Schulden nn MinerLkn.

wtb. Washington, 12. August, telef. Der -erste Schulden- sundierungsvorschlag Belgiens ist von amerikanischer Seite als unannehmbar erachtet worden. Die Kommissionen setzen die Lr- örterungen heute fort.

Die <Lgphuoi!ifndie in f^nnnu festgestellt.

wtb. Hanau, 12. August, telef. Die durch das Mar­burger Medizinaluntersuchungsamt Angestellten Untersuchungen haben ergeben, daß die Lgphuserkranknngen durch Snfektiou der Milch in einer hiesigen Molkerei verursacht worden sind, die daraufhin am Samstag geschlossen wurde. Line Abnahme der Lrkrankungeu ist heute bereits deutlich wahrzunehmen. Die Gesamtzahl der Lgphus- und Paratgphuskranken, sowie der Verdächtigen hat sich gegen gestern nur um 1 auf 68 erhöht. 3n 52 Fällen handelt es sich um Unterleibstyphus, der bisher zu vier Todesfällen geführt hat. Die Fahl der Paratgphuskrankeu beträgt 5 und die der Verdächtigen 11.

Das Aberfliegen badischen Gebiets durch die Franzosen.

wtb. Mannheim, 12. August, telef. Nach dem in den letzten Lagen ein französches Flugzeug-Geschwader bereits über rechtsrheinischem Gebiet auf dem Fluge zwischen Karlsruhe und Mannheim beobachtet wurde, kreiste neuerdings ein franzö­sisches Militärflugzen längere Feit über dem Mannheimer Flug­platz. Dieses Uebersliegen der deutschen Grenze bezw. der Gren­ze des besetzten Gebietes, hat in der Grenzbevölkerung lebhafte Unruhe hervorgerufen. So begreiflich diese (Haltung der Be-

Die Unterredung Nrianb Lhambttlein.

Das Lvgèbuis ber B-espr-echuuaon -zwischen Briand Mih Ehamb-e-rl»i-n- rourb v-ova-nssichtlich für das weitere Schicksal des ^ch-enhMsprv!blems euts-ch-eidend sein, benn wen-n die b-eldc-n ^Äa-cvtsm-älme-r sich -wicht auf eine -gemeinsame Linie -einigen w-sr söc-n, ist für -ubsehbave- -Feit hinaus an eine F-ortführ-u-na her Er- »rdsWggen kaum zu douke-n, Obwohl die englische und fran-zL- W Presse intimer -noch ifvrtfähvt, -Ein-ze-liheiten- über eine ge» lanjie Sicherheitskonferenz zu veröffenchlirhe-n, hat der Konferenz gedanke bisher noch nicht feste Formen angenommen. Es ist auch

fraglich, ab Briand unb EhaMb-e-rlain narb Abschluß 6er ^P^pvechungen ffcban die Gele-genhe-i-t für -gekommen- Haften, mit Mvin festümriss-en-e-n KvNfere-nzpla-n hervorzutreton-, benm ass h vGrammpunkts der -Erö-rte-rungen- ist bisher nur die Beratung ^er Antwort an Deutschland unb die Prüfung der sr-anzösisch-en aktiDorfchiläge vo-rges-chen. Darüber hinaus -werden- sich Br!-- Fud -und Ehantb-erlain voraussichtl-ich über die Eiübe-rufung^ der i q. ^^âij Hüßonminister zu einer Bo-öb-espr-e-chun-g o-erständigen. nistervi'ân^^^^^ La-!s-a-ch-e, baß -auch der französische Mi- L ' ^^n-leve zu der Bölke-rbundsta-gu-ng -nach -Genf

«aglische Premiorministe-r Boidw-in sich

^? t? 1 1 ^ " ---"âkpwchm!,. «ich, «Hb Mc Wwik'w -otaat-sm-a-nner, unter and-erem .nnt.ri, ,

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ir- |WrraJch®nb wwkt übrigens die Haltung ber ©W»ieiilW

Kr-oissir ganz offen über die M-ö-gl-ichkei-tlen -u-nd Aussicht " der S-enfe-r Bobbesprechangen diskutiert, w-ollen bie^ffi- RegierunAsstellen von- -einem solchen Projekt lieber -offi--

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zell irgendwelche ^etmtms erhalten haben. Trotz dieser F-u-rück- Habdung der Wiiholmstraße iftman im Reichstag fest davon über zeugt, daß bereits inoffiziell derartige Vorschläge, wie die Fu- sammenkunft der Staatsmänner in Genf, gemacht werden sind. Natürlich taun die R-eichsr-egiem-ng von sich -aus hierzu airbt ehe-r Ltelking nehmen, -als -b-is sie offiziell von den Absichten der alliierten Regi-evungen veüst-ändig-t worden ist.

Nach den aus London- -vorliegenden Meldungen soll Briand anMdlich eine -günstige A-ufualhme bei der englischen Regierung finden, -und schon jetzt geht ans der Siellu-ngnahme der führ-en- den -eniglißchen Presseorgane hervor, daß die heo-orstehend-en U-n-terh-andlung-e-n -zw-isch-en B-riand rind Llhamh-srlam mit einer völligen Einigung über di-e B-eantwor-lanig der deutschen Note endigen würden. D-ie Herstellung -e-iner alli-ierten Li-nheitssw-nt würde -natürliche in D-euGchla-nd mit gem-isch.t-en Gefühlen- anf- genommen werden, aber man -glaubt, -aus den 'bisherigen Er- salhrnngen entnelhmen zu -können, da-ß immer -nach eint großer Fragenkomplex -assen -bl-eübt, und giletzten Endes dach -noch die N-o-lw-e-n-di-gike-it -e-i-ntr-iti-, -am Konf-er-enzViLch eine Lösung anlf wltÄierer -Li-n-ie zu s-u-ch-en-.

R^a-s die Frage des -Ei-nchr-itts Deulfch-Ia-nds m den V-älk-er- du-nd 'betrifft, so dürfte eine -Klärung vvn der Genfer Tagung des!-kerbnndr-ates -n-i-cht zu -erwarten sein. Diese Angel-egen- brit-nigt j-etzt -auch msmger von dem guten 'W-ill-en der Völker dündmäch-t-e soldlst -ab, als vi-ölm-ehr von -der B-erei-tsch-aft Frank- -re-i-chs -in-b-eziug au-f den A-rÄkell 16 der-lkerb-undssatzungen -und -a-uf die Durchm-arschfraze-e dem d-eu-tschen- Stand-p-u-nikt R-ech- -nu-ug zu -tragen. Danach müßte sich hie französische Regierung bereit finden, -in den S-i-cherheitspa-kt einte Klausel an-fzu-nehmen, die ausd--rkli-che -b-eto-n-t, daß nur mit Fusti-mm-uug D-eutlschl-ands -Tr-u-ppe-n der vertragss-chsießenden Parteien deutsches G-âlet passieren dürfen, D-ad-urch -würde Artikel 16 der V-vllk-e-rb-und- satzunge-n ohne weiteres seine Schärfe -ver-li-eren.

Die amtliche Nerfassungsfeier in Berlin.

Ban -unserem B-e-rli-n-er M-it-a-rbeiter wird -uns -unterm 12. August geschrieben:

Die -große -V-erfasfungsfeiier d-es -Reichstages stand diesmal im Fei-ch-e-n des ilviederersta-nd-en-en Staats-zersm-o-ni-ells, das -in den -letzten Jahren an-gesichts der -ernsten nnd schweren Feit stark vernachlässigt -worden -w-ar. Das -amtbich-e Berlin, die Höchsten Träger -des Staates, der Wissenschaft, der Kunst -und des öffentlichen pos-itischen Reibens gaben sich in dem großen prunk- v-oll-en W-all-o-th-a-u ein Stelld-ichein, -um den Festakt des sechs-- jährigen B-estehens -der Verfassung dm Weimar -in würdiger Form zu -begehen.

-5cho-n sauge vor B-eginn der Fei-erlichKei-ten hatte sich -i-n we-item tt-Mkreis des R-eichstagsgebä-udes eine riesige unü-bersöh Ibare M-enschenm-enge vers-am-me-lt, di-e des-vn-ders auf den -neuen Reichspräsidenten vo-n Hindendu-rg wartete, deff-e-n Persönlich­keit -im Mittelpunkt des Festaktes stand. Die Polizei ni-ußte mit einem starken Aufgebot hie Anfahrt der Festtei-l-ne-hm-er vor der hsrandrängienden M-enschenm-eng-e sichern -und sperrte des­halb bie V-a-niiimei-l-e ab. Inzwischen fuhren der Reichskanzler Dr. Luther -und die Minister des R-sichsk-abi-ii-etts an der Auf­fahrt vor, wenige M-inut-en darauf di-e Vertreter des -dipl-vma^ tis-ch-sn Korps -u-nd d-i-e Mitglieder des R-eichsrates sowie des Preußischen Sla-atsm-i-n-i-steriums. Endlich, kurz -vo-r 12.00 Uhr, -lvurde -auch der Kraftwagen des Reichspräsidenten v-vn Hi-nden- bürg gesichtet, der sich -in Begl-eitu-ng seines mil-i-tärischen Ad­jutanten -beifand. Als die Menge den R-ei-chspräsid-en-ten- er-- kan-nte, dra-chte sie -ihm stürmische Ovationen bar-, während der Reichspräsident -freundlich den Hut -lüftete.

Der 5itzuitgss-aal des Reichstages trug anläßlich des großen Tages festli-ch-en Blumen- -und Tan-nenschmuck. Ueber -dem Platz ibes Präsidenten war der Reichsadler mit dem schwor--rvt---goldenon Reichs-faNben angebracht, -während an den Tribünen, von j-ung-em Tanwsngrün -umrahmt, die Wappen -der deutschen Länder prangten. Neben bett Abgeordneten der M-ehrheitspartei-e-n -waren die Vertreter des -geistigen Lebens erschienen, -an -ihrer Lpitze -der greife Dichter Gerhard Haupt- mann dessen markanter. Kopf von den Anwesenden sofort er= ka-nnt w-urde. Kurz mach 12.00 Uhr erscheint die »hohe Gestalt des R-eichspräsid-enten von Hindenburg, den die A-n-wesendeir durch Eilhebe-n von -ihren Litzen begrüßte. Geleitet von dem Reichs-ta-gspräsi-den-ten Losbe -nahm das Rei-chso-berha-upt an der MMeftribÄne Platz. Unter -lautloser Stille -gab dann Reichs­präsident von H'ndeichpr-g das Feichen zum Beginn der Feierlich tat. Das V .... ^dhidlzarmoln-ischie Orchester -eröffnet die- Feier mit bei 1. Lgmp-Honie -von Brahms, beren -wunderbar feierliche Klänge imit der ganzen würdigen Ltufmachung des. Festaktes -prachtvoll ha-nnaui-erten. Die offizielle Festrede hielt der Bonner G-e-le-hrtze, Professor Hermann- Platz, der seine Anslführungsn gan.} auf die geistige Höhe seines Ll-udit-oviums ei-n-gestellt hatte. Dann sprach -der Reichskanzler Dr. Luther in seiner frischen-, -teinperamen-toollen 2l-rt -einige Worte über

' freu pâfchoir Mwwfaer ber Srier, intern er -nicht- ohne .Humor