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Ful-aer Kreisblatt, Anzeiver für Rhön und Vogelsberg, Fulda- und Haunetal

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Summer 187 Samstag, den 15. August 1925. 59. M Zakrgang

Die MmeiKung der alliierten Antwortnote voraussichtlich am Mittwoch.

Berti», 14. August. fLig.-Lnformations-lSust. Lelogr.) Wie wir erfahren, ist die Reichsregierung davon verständigt, worden, daß die alliierte Antwortnote, die allerdings von der französischen Regierung überreicht werden wird, voraussichtlich am Mittwoch in Berlin zur Ueberreichung gelangt. Der Ent­wurf der Rote ist bereife der belgischen und der italienischen Regierung zur Begutachtung vorgelegt worden. Ueber den tat fachlichen Schalt wird vorläufig noch strengfiesSttllfchwoigen bewahrt, zumal man auch diesmal wieder die Veröffentlichung des Dokumentes auf einige Tage zurückstollen dürste.

Frankreichs Entgegenkommen?

Berlin, 14. August. fLig.-Lnformatlonsdienst. Eelegr.) 3n den Kreisen der französischen Botschaft in Berlin erfährt man die französische Regierung sei mit England vollkommen einig darüber, daß Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied an den weiteren Verhandlungen über die Sicherheitsfrage teilnehmen müsse. «Die französische Regierung werde die Handlungsfreiheit Deutschlands in keiner Weise beeinträchtigen und sie werde je­den Vorschlag mit größter Aufmerksamkeit prüfen. Die Her­stellung einer Verständigung zwischen Briand und Ehamberlain bedeutet keineswegs eine vorzeitige Festlegung des alliierten Standpunktes in der Sicherheitsfrage. Sedc der alsiierten Re­gierungen habe sich chre endgültige Lutfcheidung noch vorbehal­ten, und es könne auch gar keine Rede davon sein, daß man Deutschland vor vollendeten Tatfachon stellen wolle.

_Ier deulfch-amerlt. ßaobtlsvtttras.

wtb. Washington, 14. August, telef. Handelsmiurster Hoover äußerte sich in bezug auf die Ratifikation des deutsch- amerikanischen Handelsvertrages u. a. die Bereinigten Staa­ten seien zum Unterschied von den meisten europäischen Ratio­nen nicht in der Cage über die Bedingungen zu handeln, Aber der Vertrag enthalte eine Meistbegünstigungsklausel und werde daher dem amerikanischen Handel die gleichen Vorteile bieten, welche evtl, später von Deutschland anderen Cändern einge­räumt würden.

Keine Stützung des Rutzrbergbaues.

wtb. Essen, 14. August, telef. Wie dem WLB. von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist von einer Stützung des Ruhrbergbaues durch die Reichsbank absolut keine Rede. Es kommen, weder größere Teil- noch irgendwelche lSetdkredite in Frage.

Deutschland wünscht eine Konferenz.

1 L«g der fran-zösischeni Diplomatie läßt darauf fchliejzen-, daß bei der B-esprechuug Mischen Ehamberlain und Briand die Frage offen gelassen -worden ist, ob das Sicher- Heitspwbliem auf dem Wege einer allgemeinen Konferenz oder mrr auf dem Wege diplomatischer Verhandlungen gelöst wer­den soll. Der französische Außenminister Briand hat sogar während seines Aufenthaltes in London Gegenüber Preffeoer- tretem gsäpßert die Einberufung einer großen Konferenz werde nicht unbedingt notwendig fein, da zur 'Vollendung eines Sicherheitsabkolmmens schon genügende Vorbereitungen getrof- feir worden seien. Diese außerordentlich interessante Aeuße­rung Briands wird in Deutschland umso grö!ßeres AuGehen her vorrufeu müssen, als die erste halbamtliche -Havasnotiiz aus- brücklich betont hatte, daß man eine Konferenz mit Deutschland «uzüberufen wünsche. Für Deutschland erhebt sich jetzt die

* ^er Kouferenzgedanke verwirklicht werden soll loder . ^cr 1)611 Reichsaußenminister Dr. Stresemann kennt, von großen Konferenzen nicht allzu viel hält, aber durfte der Minister wohl ohne weiteres den

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^^^bnndiungeu auf schriftlichem Wege geführt wird. «It wenn man den A-otenwechsel ein für gllenwi ^schließt so wurden ldvch dee deuOchen diplolmatischM Vertreter von der Gegenseite inimer wieder aufgefordert werden, ihre Daüegung

Ermäßigte Vrivatdiskont für kurze Sichten.

wtb. Berlin, 14. August. telef. Der Privat-Diskont wurde an der heutigen Börse für kurze Lichten auf 7-reiviertel Prozent ermäßigt, für lange Lichten bleibt er unverändert 7füiffachtel.

14,200 Deutsche in der tranzvstchrn Fremdenlegion.

Berlin, 14. August. sLig.-Lnformationsdieust. Eelegr.) 3U den zahlreichen widersprechenden Meldungen, Ibie in der letzten Zeit-über die Einstellung deutscher Staatsbürger in der franzö- sichen Fremdenlegion verbreitet worden sind, erfahren wir von unterrichteter Seite folgende Einzelheiten: Ls kann tatsächlich nicht geleugnet werden, daß die Zahl der in der Fremdenlegion dienenden Deutschen erschreckend hoch ist. Bon den 20.000 Soldaten der Fremdenlegion sind 14.200 Deutsche oder Deutsch österreicher, unter denen sich tatsächlich auch ehemalige Offi­ziere befinden. Absolut falsch wäre, die bedauernswerten Opfer der Fremdenlegion als minderwertige Deutsche bezeich­nen zu wollen. Sehr viele von ihnen die nach dem Kriege chre Existenz verloren haben, sind aus bitterster Rot zur Fremden­legion gegangen. Man muß hoffen, daß trotz der immerwähren den Arbeitslosigkeit keine weiteren Gestellungen Deutscher bei der Fremdenlegion stattfinden werden, nachdem sich herausge- stellt hat, wie furchtbar die Cage der Fremdenlegiouäre ist, die teilweise bei 49 Grad Hitze gegen die aufständischen Marok­kaner kämpfen müssen, und die bei der Unkenntnis der Ver­hältnisse des Landes dauernder Lebensgefahr ausgesetzt sind.

Noch keine Besserung der Typhrrs- eprdemie in tpnrm

wtb. Hanau, 14. August, telef. Gestern war ein neuer Todesfall durch Lgphus zu verzeichnen. Die Epidemie hat nun­mehr sechs Opfer gefordert. 3m ganzen sind 69 Egphuser- kranknngen gemeldet.

Die Spende Schneidemühls für die Optanten.

wtb. Schneidernühl, 14. August, telef. Die Ltadtver- orbnetenoerfammlnng hat gestern einstimmig beschlossen, zur Be seitigung der driugensten Rot im Optanteulager 10 000 Reichs-

nochmals schriftlich zu fixieren, sodaß an die -Ltelle der Roten die sogenanntenoides memoires" treten würden. Eine unver- bindifiche mündliche Llussprache, wie sie scheinbar in Genf 'vor­gesehen ist, würde aber keineswegs eine Konferenz ersetzen können, bei der die Sachverständigen der beteiligten Länder Ge­legenheit erhalten, chre Gutachten mündlich vorzutragen. Die deutsche Regierung wird ans all diesen Gründen darauf bestehen daß eine Follkonferenz einberufen wird. Don Zeitpunkt umd den Ort dier Zusammenkunft der Konforenz Könutie allerdings die deutsche Regievunig ohne weicheres dem Ermessen- der alliierten RegisrungLn überlassen^ deren Aufgabe es ist, die technischen Borbereitungou für den Abschluß des Liche-chsitspaktes zu tref feu. Bevor die deutschie Regierung nicht den genauen Wort­laut der Aintwv'rtnote der alliierten Regiemngeu kennt, wird fie mit ihrer Stellungnahme noch Wrückhalten müssen. Deut­scherseits kann man jetzt nur die 2luffafsunig zmn Ausblick bringen, daß 'man die ?si!öglichkeiten des Zustandekommens ei­nes iSicherlheitspaktes keinesw>egs so optimistisch beu-rteilt, dies setzt namentlich in der Pariser Presse >geschielht, die die Dinge so durstellt, als ob man innerhalb weiniger Wochen das Pro­tokoll über den Sichecheitspalkt unterzeichnen könne. Aus den offiziösen Aeußerungen der alliierten Regieruirgen hat man »och keineswegs entnehmen können daß der deutsch-französische Ge­gensatz überwunden wäre, denn in Wirklichkeit scheint es der französischen Regierung gelungen zu sein, die in der letzten ^te Briands enthaltene These durch eine weitere Verständigung mit EhaMberloin aiufrecht zu erhalten. Die fran'zösische These trägt aber dem deutschen Standpunkt obsolnt nicht Rechinung und enthält sogar ganz unnnnchmbore Bedingungen, unter de­nen der ggnze Sicherheitspalkt nur zu einem einseitigen Macht­instrument gegen Deutschland dienen würde. Gies ist jedenfalls die unveränderte Auffassung der ^Reichsiregierung die sich in diesem Falle mit der Mehrheit der deutschen- Pa>rteien 'völlig einig weiß.

mark zu bewilligen. Außerdem wurden mit allen Stimmen, au­ßer denen der Kommunisten, eine Entschließung ^angenommen, die Stadtverordnetenversammlung sich schärfsteus gegen die 's k des polnischen Staates in der Optantcuftage aus- spricht.

Zusammenstoß in Koljlfurt

wtb. Görlitz, 14. August, telef. Gestern mittag gegen 1 Uhr stießen auf dem Bahnhof Kohlfurt ein Ueberführungszug einem Rangierzuge in die Flanken sodaß 10 Wagen entgleisten und ineinander geschoben wurden. Die Aufräumungsarbeiteu wurden von der Betriebswerkstätte in Kohlfurt vorgenommen. und waren gegen 7 Uhr abends beendet. Der Materialschaden ist erheblich. Personen sind nicht zu Schade» gekommen. Die ausfahrenden Güterzüge in der Richtung Görlitz - Fâenberg- Lommerfeld werden über Gleis 1 und 2 geleitet.

Die Politik der Woche.

Von unserem Berliner Mitarbeiter w-ird uns unterm 14. August 'geschrieben:

Die letzte Woche -gestaltä sich in außen- and iunonpolitis-cher Hinsicht -äußerst eWignis-reich sodaß die politischen Kreise trotz der vorM-rülcklten- Ferienzeit dauornh in Sp-anmung^ gehaltert wurldien. 3m Reichstag ging, der dramatische Schilußkampf unter beispiellos häßlichen Lrsche-inunaen der VerwildeMMg der par­lamentarischen Sitten vor sich, aber es gelang immerhin, das Werk der Steuer- und Zollgesetzgebung in verhältnismäßig kurzer Zeit zu 'verabschiioden. Die Opposition die keine Mög­lichkeit mehr sah, -ihren Widerspruch gegen die Regiorn-ngsvor- laigien zur Geltung zu bringen und deren 'Redefreiheit aufs äu­ßerte beschränkt wurde, ließ die schärfsten Proteste los, um ihre Ohnmacht gegenüber der festgies-chi! offenen Regierungsmehrheit zu v'srschleüern. T-atsächk-ch hat die Opposition eine entscheiden- dc parlamentarische Mieder-lage erlitten, deren sie sich aber in­sofern- nicht schämen zu- müssen glaubt, als die Regierung Lut­her tatsächlich mir mit ganz wenigen Stim-iyen gesiegt hat. 3m übrigen darf nicht übersehen werden, daß das schroffe Vorgehen der Regierunigsmeihrhei-t gegenüber der -pa-riame-ntaris-chen Frei­heit der Opposition von gew-issen Rotwenidigkoi-ten diktiert war. Man mußte endlich zum Schluß der 'parlamentarischen TagU'Ngen Kommen, die seit Fähren md)it mehr bis in den August hinein gedauert haben. Es war wirklich- kein Wunder, daß täglich die namentlich in vorgerückten Alter stehenden Abgeo-rdnetM dis Geduld -ve-rl-oren und erklärten, daß ihre Gesundheit ruiniert werde, weinn man von ihnen verlange, täglich über zehn Stun­den den erregten Auseinodersotzungen beizuwohnon. Die kom­munistische Opposition hat neuerdings Methoden angewandt, die das Reichstagspräsidi-um zu den schärfsten Maßnahmen her- ausforde. n. Fast in jeder Sitzung kam es zu dem beschämenden Sch-auspiel, d- bürgerliche Abgeordnete von dm Kommunisten mit den gewöhnlichsten Schimpfworten bedacht wurden. Der Führer der Bageris-chen Bolkspartsi, Domkapituiar Leicht, wurde von ihnen als gerissener Pfaffe bezeich'net, der greife völk»parteiliche Ab^ 'ordnete Kahl mußte sich die Beschimpfung alter .Schieber gefallen lassen, während der Bicepräsident Graef sogar als Henker -und R Mthund hingestellt wurde. Es ist daher kein Wunder, wenn «t.:ch einmal energische Mittel in An­wendung gebracht wurden, m mit dieser Verehrung des par­lamentarischen Cobens Schlup zu machen. Der CHontag war der schwärzeste Tag, an dem ogar, die Polizei wiederholt Hausknechtsdlenste verrichten mußte, um die widerspenstigen Kommunisten Worthelden aus dem Sitzunessaale Herauszuwerf. ^lllerdiings scheinen dabei einzelne Polizeibeamte ihre Befug­nisse überschritten u. einen Kommunist-ischen Abgeordn. Schütz in der ungehörigsten Weise mißhandelt zu haben.' Es ist jeden­falls zu wünschen daß die schuldigen Beamten bestraft und aus dem Dienst entlassen werden, damit in 'Zukunff derartige uner­hörte Vorfälle nicht wieder vorkommen. Reichskanzler Dr. Luther h-at persönlich die Zollb-eratungenmit einer Ansprache eröffnet und damit der großen Bedeutung der Materie Rech- mung -getragen, Was die Regierung Luther bei der Verabschie- bung des Steuerprogmmnrs geleistet hat, feine Würdigung in der Kundgebung des Reichspräsideirten von Hindenburg, der als Reichsoberhaupt den 'beteiligten Staatsmännern den wärm­sten Dank -ausgesprochen hat. Der Dank des Reichsoberha-up- tes, der an sich eine Seltenheit im öffentlichen Staatslebendar stellt, ist in diesem Falle woihlverdient, denn ohne die -energische Haltung des Reichskobinetts wäre es unmöglich gewesen, ei­nen -geordneten Etat aufzustellen.

Der Reichstag ist überraschend schnell zur Vertagung ge­kommen und wird -nunmehr bis Mitte R-ov-ember nicht mehr zusamment-reten. Angesichts der leidenschaftlich erregten Aus- einande-rsetzungen-, die das Parlament hinter sich ihat, wäre es sehr zu begrüßen, wenn sich inzwischen die angegriffenen Ner­ven 'beruhigen -und die -nächste Sitzungsperiode unter günstigeren