SeWche
Morgenzeitung
Ful-are Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda- und Haunetal
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Rümmer 194 Dienstag, den 25. August 1925. 59. (2.) Jahrgang
Bor Wlchtisen Beschlüssen in der Leuerunsssrage.
Berlin, 24. August. (Gig .VnsormationsdreM ' T-eiegr.) Wie wir hören, wird bas Reich skabi nett in der kommenben Woche fertige Beschlüsse über die Bekämpfung der Teuerung fassen. Diese Beschlüsse sehen vorläufig noch keine Zwangsver- haMungeu vor, sondern enthalten eine Reihe von wirtschaft-- lichen Maßnahmen, die einen Druck auf die ‘Preisgestaltung hauptsächlich für Lebensmittel ausüben soll. Ueber den Charakter dieser Maßnahmen wird vorläufig noch Stillschweigen bewahrt.
Die sofortige Einberufung des Auswärtigen Ausschusses verlangt.
Berün, 24. August. (Cig.-önformatwnsbienff.Celegr.) Aus parlamentarischen Kreisen erfährt man, daß die sozialdemokratische sReichstagsfraktion au den Borsitzenden des Auswärügen Ausschusses des Reichstages ein Schreiben gerichtet hat, das mit Rücksicht auf die bevorstehende französische Note die sofortige Linberufung des Ausschustes verlangt. Auch die Deutsch völkischen beabsichtigen eine ähnliche Forderung zu stellen, da sie unter allen Umständen vor dem Beginn der VerhaMungen über den Stand der Sicherheitsfrage unterrichtet sein wollen.
Der Lohnkonflitt bei der Reichsbahn.
Berlin, 24. August. (Lig.-Snformationsdienst. Telegr.) Die Lisenbahnerorganisalionen haben den Reichsarbeitsminister ersucht, sofort ein Schlichtungsverfahren einzuleiten, um dm <Se- fahrm eines Gifenbahnerstreiks vorzubeugen. Das Arbeilsmi' -MÜHWu Mâ«u sofort die Berufittlmig arrfachrne«. und ume Verhandlungen aicheraumen. Ob es schon in kurzer Zeit zur Fällung eines Schiedsspruches kommen wird, muß jedoch abge- wartet werden. Die Lisenbahnerorganisalionm haben darauf hingewiesm, daß eine weitere Verschleppung der Lohn- und Gehaltssragen die größte Beunruhigung Hervorrufen und womöglich zu wilden Teilstreiks führen körnte.
Sie AmaestieSerorbauag.
rotb. Berlin, 24. August telef. Die Berordnung über Gewährung von Straffreiheit in Preußen ist in der neuesten Num- m« der preußischen Gesetzsammlung vom 22. August veröffent
Ueberreichung der Rote.
Das mgste'riös-e Du-nkeils das w iw HehM Tagen über die fbf>r pe'â-:ch w-iirlkeuL-e Verzögerung der französischen Antwor't- nv,te ^herrscht hat, -ist -nunmehr endlich beseitigt. Man -erfährt jetzt, Laß ch Len -letzten -Tagen «« -Erörterungen minier dem
^'^ENM stadttzefu-nL-en ha'b-e-n mmlb daß die seit
m Bema bei der franzÄß-schM Botschaft hereiMe^ Mnds Note Dii unverändertem Text am M-ovtag Mittag der LM-.s-chon Reg-erung übergeben w-ordem -ist. Die Bemmhumgem der pâjsch^Mech!, schem Diplomatie, bischer Rote noch bcs-on- dere Klaus-eln über L'ie QsWmizm W^ufügens sind vorläufig E dein WidMpriuch Lngüamds gescheitert, sodaß -man- die -ga-nze om>ßenpv,!itische Situatiom jetzt Maret überfeilw Lm. beut -a-us ^omdvm voüliieMiden Mitteilüngen -ist -.zu entineibmeni, daß die Sw des Timtvitts DemüfchiaGs im dem Bârdmmd mach wie vor iw Bacherigirmmd steht und als BMngmmg für dew Abschluß «es Si^chorheitspasties aufrecht ermatten werden soll. Auf der anderem &®fie soll Fvainstreich bereit sein, eimige schwer An>- jp'iluche iciuif. miânviiche Aktionen gegemÄber DM!schüamd .preis» Mgeden. D^ie Loâwer Kegimmingsstell« höben hervor, >daß die II Nu,olischt Rote vom Geiste der BersÄhoüichhcht igetragem sei u>nd Mded'imAtiM Fortschritt darstesle.
mirb^on ^" wirklichem Absichtm der alliierten Westmächle ausführlichen Bericht, der in Berlin eingetroffe» kommen bet intS ^^L^ ^ ^" baldiges Zusammon- rung miittldw? mrS ^5*®“ Wächte zu einer mündlichen Lrörte- Zusammmkunft bi3ij5 s^1^ zunächst eine Mächte stattfinden sott. Sachverständiger der beteiligten durch prWe^’i^ '^^deu ergänzt
Wti Gude September einte wahrscheimkeh staitWnd« soll. 3m, dem ^Akomfsronz m Brüsses man mit einem solchem Prv8t^dm,2Ä^^^^ Ä Mwais die bchgisehe Hanplsladit '^âieiOamden s«, ^r W XÄ KÄSTT »rotiern 6er deilolMem- Neachmnlwâ 5 Konferenz Ber-
licht worden, Die Verordnung tritt mit sem auf die Verordnung folgenden Tage in Kraft.
Der Tarifkonflikt bei den Banken.
wtb. Berlin, 24. August telef. Wie der Allgemeine Verband der Bankangestellten mitteilt, findet am Donnerstag, den 27, August im Aeichsarbeilsministerinm Schlichtnngsverhand- luugen zur Beilegung des Sarifkonflikts, Zum Schüchter ist Aegierungsrat Kutig bestellt worden.
Mit dem Förderkorb in die Tiefe gestürzt.
wtb. Essen, 24. August, telef. Am Sonntag, vormittag ereignete sich gegen 10 Uhr auf dem Schacht 2 S der Gewerkschaft Graf Bismark in Buer-Erle ein ziemlich schwerer Un- glücksfall. Bei einer Reparatur am Förderkorb riß eine Kette und der Korb Mr zte 12 Meter in die Tiefe. Drei, in dem För- derkorb befindliche Bergarbeiter erlitten dadurch erhebliche Ver letzungen, namentlich Arm- und Beinbrüche. Tote warm nicht zu beklagen.
Blutiger Zusammenstoß in Gelnhausen.
wtb. Gelnhausen, 24. August telef. Anläßlich der am Sonntag, seitens der vaterländischen Verbände der deutsch- nationalen Volkspartei und der Dmtschnationalen Arbeiterpartei abgehaltenon deutschen Tages, kam es nachmittags zu Zusammenstößen, mit Angchörigen das roten Frontkämpfer- bundes. Eine große Anzahl roter Frontkämpfer sprang auf die Gruppe der Nationalsozialistischeu-Arbeiter-Partei ein und versuchte Leu Zug zmn Auslösen zu bringen. Als es ihnen nicht gelang, haben sie Ziegelsteine, die von einem Neubau entwendet wordm waren, in den Zug geworfen. Hierdurch mürben sieben Teilnehmer zum Teil schwer verletzt. Die sofort eingreifende Polizei konnte mühelos ibie Ordnung und Ruhe wieder Herstellen
Der Sturz des polnischen Slotg.
wtb. Warschau, 24. August, telef, Der außenbörsliche Verkehr antwortete auf dem legten Rückgang des Zietg auf dem Weltbörsen mit einem neuerlichen sprunghaftem Steigen der Kurse der 'fremden Valuta. Der Dollar wurde mit 6,40 und 7,00 Zietg gehandelt.
ein politisches nnd mnr ito geifer Linio mim ein jnvistisches Prvd- tem lhandeiN ffcainini. Darülder Himans will dio denlsche Regiiernng aber auch Gchsgenheit erhallten, biie Lntiivafsnnngslfragei mmd die Räumung der Köchier Zone zur Lprachle brimigeN, was ans ei'ner ^Salchverständigenkomijievemz, die sich teidiglich mit idem Thema des Sichsrhöitspaiktes ibeschäOigen würde, nicht möglich wäre. Nachträglich erführt iman, daß bie engHche Regierung albsâ bereit ist, ähren Konferenzplan W Gunsten der deNtschen GimwendnNZen lalbziuändem mid sich ebem'salls Wr eine große Boikwmferenz ,zn enlschsiiden, bei der diie Staatsmänner die Hauptrolle zu spielen hätt«, während die jnristischen Sachver'-' ständigen «in den >M büIdemdM Ltnterkommissionen die technffchen Arbeiten zu 'erledigen ihättien. Sollte es zutreffen, baß die franch fische Rote Heino wöitere schriistlichien AnMiinaNdersetzungen He>r- aussiordern wiâ, dürfte es -möiglich sein, die diplomatischen Bor- verhnndliumgen schon ^lmfang September zu eröffnen.
_ (^TI dem Bericht des WTB.-iBertreters ist jedoch ein Fehler enthalten, der in Berlin einige Bedenken hervvrgeru-
bE Dieser Fehler tautet 'folgendermaßen: Was die w» der deutschen Râ 'gemachten Borbchaite anbckangt, so wird von britischer Seite benierlkt, man ikann von hier Alliierten nicht er- warten, daß sie in Bezug ans iden Vertrag' von Bechailles einen Hahbek emgöhew. Hierzu .erklärt iman von, 'deutsch- offiziöser Steife, daß dos letzte Rote der Reichsregierung in keiner H'iw- sicht irgend einen Handel mit dem Versailler Vertrag beantragt habe, sondern daß man Lechalb davon gesproch'en 'hätte, einige Stellen des Versailler Vertrages, die nach dem Abschluß eines Sicherheiitspöktes überholt sein würden, den neu geschäffeinen Berhältnlissen an'zupasfem 2lns diese GrörteMngen kiann die deutsche Reigierung Nicht verzichten', denn schließlich muß der Licherlheitspä anch für DeuOchilanlh einige Vorteile haben-, wenn die deutsche äffenltliche Meinung sieh damit einverstanden erklären soll. Sollten' Isich die alliillerteu Regierungmk -tatsächlich a,uf den Standpunikt stellew, daß an dem Versailler Vertrag nicht gerüttelt werben darf, so würde dadurch die Diskussion aUßsrordeUtlich erschwovt and womöglich illusorisch gemacht iiv-eâu. Aus diesem Grunde würde die Reichsregierung leb- ha-ften Widerspruch erhöben-, wenn die Rote Iber 'französischen Regierung in dieser Hinsicht eine ^lblehnnng an DmiOchland aussprechen sollte.
Jer
Kandelsvertrag.
Von nnsercm Berliner Mitarbeiter wird uns unterm 24. AuWst geschriebeu:
Bei der Beiurteilumg her Schwierigkeiten, die sich anlähl'ch der Bera-tnmig über den dentsch-sMnischen- Handelsvertrag he-rausgestellt höben-, wird von znstäiUöiger Seite daraus hinge- wiesM^ daß es wohl eine feststohende Tatsache ist, daß kein Land von der wi rtschaWi-chen aryb politischen BeLentiung wie D'ciuffch- land in gleichem Maße vor die Ausgabe gestellt ist, ta kürzester Frist sei« Handelsbezi'chungen- von Grund -aus mit d'er gesamten Welt zu ,emnemierni. ‘Der Mel-tkvieg hat hierin verheerend, 'gewirkt minlb der FröeLensvertrag von Versailles hat 'in Bezug aus die gehabten -Handelsbezieihungeu Deutschlands mit den Lutente- mächteu iwesEtöich dazu beilgetragen, ei«n völligen Stillstand hervvrzurufen. Die Lage der deutschen -Regierung war dadurch besonders schwierig, Laß Deutsch'land in poiitisch'er Hinsicht ohnmächtig und in wirtschaftlich'er Beziehung Mlig verarmt und geknechtet Lastand, dazu im «Zinnern einem 'brand-enden Meer glich, durchsetzt von Strömuingen und Gegenströmungen. Aus diesem letzten UmstanLecheraus ist es zu erklären, daß der deutschen Regierung bei Abschluß -von HaNLelsverträgen selbst von deutscher Sötte nicht seilten große Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden- Gin Beispiel dafür ist der deutsch-spaunische Handöksoertrag der von vornherein einen polttischen Zankapfel zwischen den bekämpfenden Parteien und ön-tereffengegemsätzen biildete. Zwar gelang es der Regierung, unter äußersten Anstrengungen aus außenpolitischen M-otiven heraus die Zustimmung des Reichstages zu dem Vertrag zu 'erlangen. Allerdings hatte es sich inzwischen herausgestellt, La-ß der Vertrag in einzel«n Punkten für Dsuilschlamd weniger günstig, durch die niedrigen Sätze aus spanische Weine für die deutsche Winzer- schaft geradezu kat'astropih'a! war. Gs kam hinzu, daß sich die Verhältnstfe, von denen man bei der -Beratung des Vertrages ansgegangen war, inzwischen 'srnnbsätzi'ich verschobieni hatten. Das unifreiwAüige Bölutadiumping für deutsche W'crren, gegen das sich Spanten früher M schätzen wußte, war inzivischon -ab- gslöst wo-rd'sn Lurch gleich hohe-, wenn- nicht ihöhere Gestehungskosten der dsu-ffchan Srdujstr-ie 'im Verhältnis M denfsNigen seiner Aachbarn. Die 5a-ch!age ist w'eitsrhin insofern, verändert als Doutsch'lands Ansführ in Spanien sich seit 1925 in -einem Nliajße vergirößeüt hat, daß Deütfchiland einer der größten, -wenn nicht der größte Abneihmer überhaupt für spanische ^Südfrüchte und Weine geworben war. ^lus den Grwä'gungen Lieser Ge- samtilage 'her-aus hatte die Regierung entsprechend ihrer Zusage 'im Reichstage am 16. Suli den vorläufigen Handelsvertrag gekündigt und gleichzeitig neue VerlhanLiungen mit der spanischen Regierung eiugeieitet. Bei Beginn dieser Verhandiungen 'waren Leulschorseits für diejenigen LanLesprodukte, auf deren ^tus- führ 'Spanien besoüberes Gewi-cht i-egle, also für Wei«, W traüben, Apfelsinen «usw. neue Zollsätze vorgeschlagen worden!, und daß von spanisch'er Seite ein Gegenangebot gemacht wurde, Las Aussicht auf erfoigrei-che Verhandüungen bot. Sondeib'orer- wetse ist dieses Angebot plötzl'ich aus formalen Grilnden -nachträglich 'zunUckgenommen worden. Gs stöht also zurzeit das 'letzte dMtschis Angebot ais Verbragsgrundllage zu-r Debatte. Da^ man sich bi« erfölgre-iche Wetterführung 'der Verhandluingen für die nächste Zeit nicht versprechen- konnte, kehrte die deutsche Dele- gatlvn nach Berlin zurück, um neue i^ftruktionen- einzuholen. Gbeuso wird man .sich spanischersdtts da.ran' -machen, den do rtigen Standpunkt zu revidieren. Die .von einigen -rheinischen- Blät- tem verbreitete Nachricht von einem Abbruch der Beziehungen treffen, wie wir hören, jedeizfasts in bieder Form Keineswegs zu. Gs muß ebenso entschieden -zu-rückgcwiiefeu werden!, wenn- «ein -rhei-u-isches B.ait den Äla-ndpuükt vertritt, daß Spanien- luufero maßios-M Forderungen oh« weiteres äkgei'ehnt höbe. Von maßlosen ForL-eruugen -ka.nn Leuilscherseits, wie uns verficheiti -wird, 'gar Ke:« Rede sein. Gs ist auch nicht.zutreffend, daß die voillä'ufige Aittoch-rechllmg Ler Verhandlungen einzig -und allein oder auch nur in der Hauptsache ans die Betommg -rmserer Landwirtschaft und in erster Linie unserer W'inzerintieresfen zurück zu führen ist.
Gs list betont, daß die spanische Industrie schon- früher ergste Bedenken- gegen- die FordimuWen' der d-eu-tsch-en- Industrie -erhöben hat müb es -steht schon deshalb außer Zweifel', daß auch di-e 'mbust'ri-eellen G-esichtspuukte bei den -letzten Verha-ndlumigelr -ei« wes-eutlicho Rölle mitMpiiebt thöbon-. W-i-e uns von ?u- ständiger Seite mütgeteiit wird, b-estelht vorläufig begründete Aussicht, d!i-e VerhaMungen im Laufe des Mona.ts September soweit -fo-rtzu-fühven, daß man! vor Ablauf des bisherigen Verlages wenigstens -zu einem Provisorium gelangt.
Als u'uoevautivortl-ich wird es -bezeichnet, wenn man -von gew-isfer Seite schon fetzt versucht, eiiw kommenden Wirtschaftskrieg mit Spanien als Schreckgespenst an d-ie Wand zu mölen. Sowohl auf deutscher wie ans s-Mnischor Seite besteht der feste Wille febe -irgendwie -ernsthafte Auseinandersetzung zu ver- mfeiltw -und zu -einem friMicheu HanL-elsabkommen zu -geilangen. Spanien 'ha-t angesichts der großen Beldeutung Deu-ffchlanLs als Käufer mips dem spanischen Markt ein orhöblichos Fnteress-e an einer Verständigung.