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MoegenMtuKS
Ml-ahr Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Bovelsberg, Fulda und Haunetal
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Für die Volksgemeinschaft — Für den Ständefrieden
Kabelt. Po(tschânto Frankfurt a. M. 28012. gutta, KanalfNahe 44. F-rnfnirch« 118.
Stummer 195
Mittwoch, den 26. August 1925.
59. (2.) ZOrgang
Deutschland und die Genfer Bölkerbundslagung.
Berlin, 25. August (Lig.-Snformâusdionft Lelegr.) Wie wir hören, wird sich die Reichsregierung auf der diesmaligen Tagung des Völkerbunds in Genf lediglich wie bisher durch eine Persönlichkeit der deutschen Gesandtschaft in Bern Bericht erstatten lassen. Die Ernennung eines -Wziösen Beob- adyters ist nicht beabsichtigt. Da mehrere Parlamentarier des deutschen Reichstages aus politischem Suteresse nach Genf reisen werden, wird die Reichsregierung von mehreren Seiten Bericht entgegennehmen, die für die weiteren Entschließungen Deutschlands in der Bölkerbuudsfrage von Wert sein können. Möglich aber wenig wahrscheinlich ist eine neue Fühlungnahme der Völkerbundmächte mit der deutschen Regierung. Der sozialdemokratische lReichstagsabgeordnete Dr. Breitscheidt, der, wie verlautet, sich ebenfalls nach Genf begeben soll, swird seibstver- fläudiich von der Reichsregierung keinerlei besondere Aufträge erhalten, sondern lediglich für seine Partei, mit den Bölker- bundkreisen in Fühlung treten.
Die Verhandlungen mit der MitärkontroUtommisfion.
Berlin, 25. August lSig.-Lnformationsdieust Telogr.) Die Verhandlungen, die zwischen der von der deutschen Regierung eingerichteten Kommissionen und der interalliierten Militärkon- trollkommission über die in der letzten Entivafsnungsnote anfge- worfeuen Fragen geführt worden sind, haben durch die Abreise des Generals Walch nach Paris vorläufig eine Unterbrechung erfahren. Irgend ein abschließendes Ergebnis W naturgemäß erzielt worden, da die interallüerte Konttollkommission nicht mit ausreichenden Instruktionen versehen war. Schon
jetzt läßt sich feststellen, daß die Lntwaffwungssrage bei den Erörterungen über den Licherheitspakt nach wie vor leine Rolle spielen wird und daß die deutsche Regierung versuchen muß, mit Frankreich eine Verständigung über die Abmilderung der Lnt- waffMNgsforderungen zu erzielen.
Düsseldorf endlich geräumt.
wtb. Düsseldorf, 25. August telef. Die Besatzung ist soeben kurz vor 10 Ahr über ine Rhein-brücke ins altbesetzte Gebiet abgerückt. Während die bisherigen Akte der Räumung -es Rnhrreviers und des Lanktionsgebietes, z. B. auch gestern «achmittag noch der Abzug der Belgier aus Duisburg, aufs Unauffälligste abgewickelt worden waren vollzog sich der Abzug der Franzosen aus Düsseldorf nach einem vorher bekanntgegebene« Programm m feierlichen Formen. Die Besatzung zog sodann mit klingendem Spiel durch den Hofgarten und über die Rheinbrücke sah. Düsseldorf ist damit geräumt, doch dauert formell der Besatzungszustand noch bis heute Mitternacht.
Lum Austritt Wirths aus der Zentrumsfraktion.
Dem Reichskanzler ac D. Fehrenbach -ging aus Mar-ieu- dad vom Reichska-n-Zl-er a. D. Dr. Wirth foilgentbes Schreiben M
„Dem Vorstand der Zentrmasfraktion des sSreichstagesl Getreu der von mir übernommenen politischen demokratischen Liche im deutschen Volksstaat beehre ich mich, dem Vorstander Zewtrnmsfraktio« des Deutscheu Reichstages chitzuteilen, daß ich außerhalb der Fraktion des Zentrums im Reichstag stehend mich fernerhin als Vertreter des sozialen und republika- uischen Zentrums bezeichnen werde."
Das Ausscheiden des -Herrn Dr. Writh ES dem Zeu- trumsfvaktiou — um -etwas -anderes handelt es sich vor-läufig kaum ist geeignet zu einer Klärung der mmmpvÄHchm Ver- oltniiste -:-il -erhMich-e-m Maße ibeizutrageu. Nachdem die Zen- rumÄfrastiWn -des Reichstages « den liierten1 Mo-na-ten- lunb -iu-s- . '"" ?M bei der Zoll- -und Steuergesetzgebung zu einer Stär» ung 'fr 4)c|jlltoon, fees ^N-in-isteriums L-uthe-r vorhblfeu -hat, mar * v-ufgetauchlt, wie sich wo!h!l Herr Dr.
* , s' "^r -eigentlich grundsäGiche-n- A-en-d-enuug der Ze-n-- S^ '«ââ„ Ei». Mid*« tu
.ächstagsfäiv«, HHpwchen. Seine fetzige
L-.L?*« Wm ***»• *■ ihm * ter 5«*.
^^ dchM.ch-er Maliur gew-esen- sein mWâ
dEt ât v-otz-äu-fig M !ber -ueuereu ÄMtschen Politik ® M 1917 , dem Lage der Erzberger- sthM Zrc>eidenisr4oiâu, o-ugesang-eu hatte. Damoüs degarm XÄÄ ^ der Liâäbmarsch des Zent«
W-rths ^liustri-tt aus der Zralktion wi-rd hoffen-t^'ch dieses
Die Räumung von Duisburg und Hamborn.
wtb. Duisburg, 25. August. telef. Die Stadt Duisburg ist heute mittag 12 Uhr von den Truppen geräumt worden. Die Räumnugsfrist läuft bis heute abend 12 Uhr ab, womit auch die Besatzung aufhört. Rach Abzug der Besatzung werden heute um Mitternacht in Groß-Duisburg sämtliche -Kirchen - glocken ein Viertelstundelang geläutet werden. Aus Hamborn wird mitgetellt, daß ein belgischer Stabsoffizier der Stadtverwaltung ein Schreiben überreichte, wonach auch dort am 25. August 12 Uhr nachts Gebiete die seit 8. März 1921 durch die belgischen besetzt sind geräumt werde«.
Vor der Aussperrung von 60000 Bauarbeitern.
wtb. Berlin, 25. August, telef. Eine Generalversammlung der Bauarbeiter hat heute vormittag in Berlin beschlossen, den am Freitag gefällten Schiedsspruch abzulchnen. Ueber die von den Arbeitgebern beantragte VerbiMichkeiserklärung des Schiedsspruches wird am nnerstag nachmittag im Reichsar- beitsministerium verhandelt werden. Sollte es nicht in letzter Stunde zu einer Einigung kommen, werden am Freitag durch die Generalaussperrung etwa 60 000 Bauarbeiter in Deutschland entlasten werden.
Alassenkündigung in Liegen.
wtb. Liegen, 25. August telef. Zum 1. Oktober ist 200 Arbeitern der Schranbenfabrik in Wärgendorf gekündigt worden. Das Werk wirb an oiejem Lage vollständig Mgetegt Die Maschine« hat ein Lgudikat übernommen.
Ablehnung des Essener Schiedsspruches.
wtb. Esten, 25. August, telef. Wie das WLB. von zuständiger Leite erfährt, haben die vier Bergarbeiter Verbände an den iReichskommistar Melich ein gemeinsames Schreiben gerichtet in dem sie den am 19. August gefällten Schiedsspruch einmütig ablehnen.
Bor dem Generalstreik der Gewerkschaften in Warschau.
wtb. Warschau, 25. August telef. Die Warschauer Gewerkschaften haben gestern abend den Beschluß gefaßt am 28.8. in den Generalstreik zu treten, sofern nicht bis zu diesem Zeitpunkt der Lohnkampf bei der Warschauer Metallindustrie durch Lilllenken der Sndrsttrie beigelegt sein würden.
Stadium w der Goschichto der Zentru-mspartei auf Zeit abge° schlosteu. Wir meihmeu olllerdiugs -nicht g-w, -daß Iiro Iber Zentrums- Partei niuwiwchr oiuch offiziell -neue Wege oder -gar ein Rechtskurs -beg-i-wnt. Solche Entwick^liungew machen sich * Parteien immer nur langsam -und (unter vielen Hemmungen- demerktbar. Ader mit dem- Ausscheiden von Dr. -Wirth wird- das Zentrum von einem -Llem-ent befreit, das eigsnMch .ch der Zentrunrspartei Wt mchts mehr -zu siuchen hat. Herr Dr. Wirch, der Vater des unglückselig«« Wortes: „Der Fein- steht rechts", war seiner ganzen Polltik nach eher Sozial-ernokrat als Zentrumsmann.
Wan darf annchmen, daß nach Idom Fortfall der Hem- m-ungen, di-e Dr. Wirth, der veränè>-erten Sach-lage 'entgeüien-ge- stellt hat, auch in der Zeutrumspartei eine innerliche Rundung -nach den Äahre-n- -eigener Kampf eintreten wird.
Daran- ändert -au-ch -nichts der Umstand, daß Herr Dr. Wirth iini seinem B-rieife an Herrn F-ehre-Nbach sagtz daß er sich â „B-ertreter des sozi-al-en -und repmWka-nischen. Zentrums" -Dhlie-n moll-e. -Ein solcher Hinw-eis soll -auf die Zen-trumskreise, !d-ie sticht mit Herrn Dr. Wirth gelbem, als Drohung wiââ Et- m-a -als D rvhung- derart, daß sich Herr Dr. Wk-rth vordchaiten wolle, die -repuhll-ka-nischeir -uich so fallen El-emente des Zentrums Hinter seiner Führung zu -s-aMmel-N -und vom Zentrum -aibzusp-l-i-t^ t-eru. Erfaihrungsgemäß wich -in Zsutrumslkreis-en- mit dieser Po-l-it-ik nl-chts -erre--cht. Die M-asse des Zentrums -geht -immer mit der s-ewAllig-en F-ühmng. Dio Führung im Zentrum hat aber zurzeit Herr Dr. Wirth nicht. Wenn- Ibereife -berichtet wird, daß -el-nzel-ne Pers-ö-nl-ichke-iteu der Part-ei v-echuch-eu wollen, den Ri-ß -zu -übeMeistem-, so ibanibeit es sich n-atürl-ich am Be- stredu-ngen-, dsp Zentrums-f-mstt-i-on aus ihrer -gegenwärt-igen B-ahn hem-uszudrä-ngen -mtb Jie -bem Einfluß von Dr. Wirth abermals -naheznhring-en.
Nach der Ueberreichung der französischen Note.
Bon -unserem B-erli-nor Mitarbeiter wich ans unterm 25. AlWust ges-chri-eben:
Die fra-nzösische Mot-e besi-nd-et sich -nunmehr i-n- d« Händen her Meichsregie-ru-NI. Vor der Be-röffM-tDch-uug -des Dokumentes wich -s s fch-iv-er sâ, -si-n genaueres Bild über di-e neu-' -geschaffene Situation zu -gewinnen, aber man -hat -den Eindruck, daß diie B«rli-n-er Megs-erung schon beim -ersten âerflächiichen Studium des Snhal-tes ernste B-edenken- hinsichtlich Èer wenig entgegeckommenden Haltung der frain-zösisch-en Regierung hegen muß. -W-enn es -auch zutrifft, daß der allg-emei-ne Ehara-Kter der Antwort Briands -au-ßero-rbentl-ich versö-hnl-ich und ko-nzKant gehalten ist, so staun diese Eatsach-e -kaum -darüber hinwegtäu- sch-en, .ba^ ter S la-ndpun-stt der französischen Regi-erung in fach- lieber B-ezi-chu-ng nur sehr wenig Aussicht auf eine -baldige Klärung- der Situation Zulä ßt.
Die Rote soll, wie verlautet, -in ter Hauptsache darauf eingestellt sein -nu-nmehr die Berhan-d-l-ungen -zw-i schon den alliierten -Regierungen -und D-euitschland zu -eröffnen. Ueber die Art dieser V-erhanbl-ungen ist se-dvch -nichts Näheres gesagt, viölimdhr sind alle Mögli-chk-eiten des e-i-nxuschlageniden Vovh-anÄlu-ngs- weges offen gelassen worden-. Sn fachlicher Hinsicht dürfte in erster Linie die Tatsache in den Vordergrund gerückt werden, daß nach A-uffassumg ter -alliierten Regi-erung der durch den V-ersa-ii-ier Vertrag -geschäffene Zustand -befestigt, -nicht aber ab- geändert werd-sn soll. Auch die Frage des Eintritts Dsutschl-ands -in den Bölsterhund wird von der Vora-uss-etz-ung aus behänd okt, daß man dsutsch-e Vorbehalte anb Bedingungen grundsätzlich nicht -anSl-kennMk will. Es -kommt -nunimhr -darauf an, wie diese Punsttö der französischen Note ausgelegt werden sollen. Sind die alliierten Regiierungen ter Auffassung, daß auch -nur die l-e-is-este Beränd-em-ng der am unerträglichsten geltenden Bestimmungen tes .Bersailler Bertrages gl-eichdedeutend sein würde mit einer Revision des Friedenspastt-es, so wird -man- deutscherseits hiergegen die stärststen Einwendunge-n geltend machen müssen.
Mit einer schriftli-ch>en -Bea-ntwortung der Note durch DeuHchland wird von vornherein nicht gerechnet werden-, denn eine weitere Z-or-tführung des Schri-ftivechsels würde die Erörterungen auf absehbare Zeit hinaus verzögern. Voraussichtlich wird sich die Reichsregierung damit begnügen, von dem Wunsche -der alliierten Re-gierungen mit Deutschland in Verhandlungen einzutretè-n, Kenntnis zu mhmen. Darüber hinaus nainb wenig Anlaß vorli-egsn, sich mit dem sachl-ichen Standpunkt irgendwie schriDich -auseinanderzusetzen. Voraussichtlich wird man deutscherseits antworten, daß die Reichsregierung zu alsbaldigen Berhandlungen -bereit ist -unld daß solche Verhandlungen^ am besten auf dem -Wege einer allgemeinen Konferenz der beteiligten ^Regierungen zum Ziele Mren können. Sn dieser kurzen Mâilung käme also der deutsche ^Standpunkt, wonach eine Vbllstonferenz emzükerufen ist, -von vornherein klar zum Ausdruck. Wenn die Gegenseite noch nicht daran gedacht -haben sollte, -eine solche Konferenz vorzukereiten, so würde es jedenfalls notwendig sein, daß die Reichsregierung ihrerseits einen festumriss-enenen Konferenzvonschlag macht, der allerdings von der Gegenseite au-f-gegriffen werden müßte, denn Deutschland sc-lhst kommt als einladende Macht nicht in Frage
Die Mitteilung-en, die der fran-chsische Botschafter bei ter Ueberreichung der Note dem Außenminister Dr. Stresemann gemacht hat, sollen übrigens, wie man von -mrterrichteter Seite erfährt, wesentlich entgegenkommender gehalten sein als der Fn-ha-lt der Antwortnote Briands selbst. Mese Tats-ache wä-re an sich nicht überraschend, -da ein schriftliches Dokument schon aus rein taktischen Erwägungen -heraus -nicht so weitgehend ge» ha-lten fein kann wie eine mündliche M-i-tteilu-ng, die weniger auf Formalitäten eingestellt ist. Aus den Eistlärungen des französischen Botschafters wird -im übrigen bie Reichsregierung entnehmen können, welche Linie der Bech-andl-ungsmöglidykert von Iben alliiertest Mßenministern bereits -in Erwägung gezogei worden -ist. Es ist vora-uszusdhen-, daß bis zur Berö-ffentiich • g der Note -noch sehr viel U-nk!a-rheiten vorhanden sein werden und daß vorläufig die Situation noch -reichlich kompliziert er» scheinen muß. Da jedoch ter Außenmi-n-ister Dr. Strefemmn alâ-ld Gelegenheit -n-ehmen wird, in einer -politischen Rede auf die außenpolitis-ch-e Lage eiwzugöhen, wird man im Verlauf noe- ll-i-ger -Tage f-eststell-en -können-, welchen Gang die Entwickung der Si-cherheitserörterii-ngen in der -n-ächsten Zeit nehmen nw» den.
Der Kirchenkongreß in Stockholm.
Von -unserem Kv-rrespondent-en wird ans aus Stockholm, 20. August 1925 geschrieben:
Längs der via triumphalis, welche St-ockholm besitzt, uib die vom Gustav Adolfsplatz über die Slorbbrüdce am Re.nzstag