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Hessische #

Morsenzeltuns

&in?plpräs 10 Goldpfg.

Fuldaer Kreisblatt, Ameise« für Rhön und Bogelsberv, Zul-a und Haunetal

OleHessische Morgenzeilung" erscheint wöchentlich 6 mal, (außer Montags), Sonntags mit H. M. Z. im Bild. Bezugspreise: Durch die Post bezogen monatlich 1.50 Rentenm. cuLschliestlich Postgebühren. Bei Zustellung durch unsere Träger monatlich 1.75 Rentenmark.

Für die Volksgemeinschaft Für den Ständefrieden

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Rsmmr 196

Donmrstas, dm 27. August 1925

59. (2.) Jahrgang

Erst im SeptemAr ReglerungsmaßnahmZn Zur Senkung der Lebenshaltungspreise

Berlin, 26. August. sEig.-öusormationsdienst Eelegr.) Die von der Aeichsregierung in Aussicht genommenen Maßnahmen zur Senkung der Lebenshalrungspreise werden voraussichtlich erst im Laufe des nächsten Monats durchgeführt werden können, öu den Kreisen der Aeichsregierung ist man sich darüber klar, daß es sich vorläufig nur um einen provisorischen Eingriff 'in das Wirtschaftsleben handeln könne, und daß bei einem Miß- erfolg der eingeleiteten Aktion weitere Schritte in Erwägung gezogen werden müssen. Da inzwischen auf verschiedenen Märk­ten eine weitere Verteuerung singetreteu ist, soll der Druck der Preisprüsungsstellen in nächster Zeit eine weitere Verschärfung erfahren.

Am Sonkerstag Aeröffentlichung der sranzssisAe» Anttvortnote.

wtb. Berlin, 26. August. telef. Aufgrund einer neuer­lichen Vereinbarung mit der französischen Regierung wird die französische Antwortnote in der Sicherheitsfrage bereits am Donnerstag früh gleichzeitig in Berlin und in anderen Haupt­städten veröffentlicht werden.

Sonstiger Stand der deuW russischW Berhandlunsen.

Berlin, 26. August. fEig.-Snformationsdienst Eelegr.) Wie 'wir hören, hat die Aeichsregierung bei den Verhandlungen mit Sowjet-Rußland über die Regelung der künftigen Wir- schaftsbeziehungen sehr nichtige russische Zugeständnisse erzielen können. 2« vorderster Linie stehen die Erleichterungen im bei­derseitigen Einreiseverkehr und die Ausgestaltung des deutsch- rusiischen^ Transitverkehrs. Da jedoch von russischer Seite noch weitere Zilgeständnisje gemacht werden müssen, um das Zustande kommen eines Handelsvertrages zu ermöglichen, ist gegenwärtig eine kleine Pause der Verhandlungen in Aussicht genommen. Immerhin ist zu erwarten, daß der in Aussicht stehende deutsch- russische Handelsvertrag durch seine vorteilhaften Grundlagen von größter Bedeutung sowohl für Deutschland als huch für Rußland sein dürfte.

Ein Einigungsvorfchlag des Zentrums an Dr. Wirth.

Berlin, 26. August. (Eig.-önformationsdienst Eelegr.) Aus Zentrumskreisen erfahren wir, jdaß sowohl der «Reichsparteivor-

Die Räumung der Lanktronsstätte

Die ^Mische Situation w«ird augonblicksich beherrscht durch d«e-umu-nig der «Sankl«iv,nWädte Duislburg, DüMdo-r-f unb Rührovt«, deren einigermaßen pünktk-che Vurcbfüßrung in allen Cl cileii bes Reiches einen außerordentlich ftarkenEindruck ge­mocht ho-t. Nachdem nunmehr das Ruhr- und Sanktionsgebiet befreit ist, stellen bie maßgebenden «deutschen Veigierungsikreife fest, baß in der «gesamten «außsnpvliHchien Gage trotz ber inocb bestehend«»» sachlichen iSegemfäße zwischen Deutschland und bem Alliierten -eine ho-chbedeutsam«e Enifpainmung eingietreten ist, -die man keinesfalls üb-erfehen L«ü«rfe unb beren große Vebeutung .für die weitere Entwicklung ber Außenp-ol-itiik zweWlos bei den vorgc«fehe«nen mümbficbm Verhandlungen in Erscheinung treten roepbe. Das rein zufällige Zius«a>mm«entre«ffsn der Z,urückz:«ehuüg -der Truppen aus Iben Sanktio«nLstäd«ton mit der ft«cb«e-r-reichnn!g ter französischen Antwortnote gebe naturgemäß Veoan'afsung, baran zu -ermnern^ welch sichtbares «Zeichen der iVeribefferung ber politischen «Lage Veutifcbilambs n«a«ch ber Annahme des Da- TOisgut achtens durch «Dents-chla-Nd «eingetveten -ist. Vor ber «Lon- <>1^ ânfevonz ibätiten selbst bie optimistischsten Beurteiler der aierim!,^ 'KM-agt, vor«a«uszusagen, «daß es ber deutschen Re- über « È feste <nnd «endgültige Vereinbarung tu ibrinaien ^'^ A«ulhr- und Sanktionsgebivtes -zustande die Freigab«» ber Vuihr ^^Emaun b:e -Zusa-go erreichtem daß

Opposition immer und raÜ s W^ung von feiten ber *e Versprechen «Keinen «Wer 7 M ^ ** ©rfirlfuinigi niemals ernstli-ch ^"" man mit der Meichsr«egiemng betont daß 'W-edecholt hat die Gültig sei und daß die geäußerten. oepfiprocben enb- unbegrünbet wären. Solange^ ^"^E-en ovstzogen war, war es .^~ng «noch «nicht

öone weitesten Kroifen ber Bovö^^-,, Z~'1^ ^r IKofaer

stand als auch der Zraktionsvorstand des Zentrums Schritte unternehmen werden, um den früheren Reichskanzler Dr. Wirth zur ^Rückgängigmachung feines Entschlusses zu bewegen. Die Zentrumsfraksion beabsichtigt im übrigen die Erklärung abzu­geben daß sie ihre demokratischen Grundsätze nie verleugnet habe und nie verleugnen werde. Einige führende Zentrumsab­geordnete haben sich inzwischen zu Dr. Wirth begeben um mit ihm persönlich zu unterhandeln.

Felömarfchall Conrad von ßoetzendorf t.

wtb. Mergentheim, 26. August telef. Der oesterreichische Feldmarschall Eonrad von Hoetzendors ist gestern 5 Uhr nach­mittags plötzlich gestorben. (Der im Dezember 1912 zum Ehef

des ®enerafftabs ernannte Armeeführer rm Weltkriegs am November 1852 in Danzig geboren.)

II.

Llnisetter in üngarn.

wtb. Seabadka, 26. August telef. Das Unwetter Scabadka forderte mehrere Menschenleben. Der Turm der

in re-

formierten Kirche stürzte ein und begrub einen Mann unter sich Ein anderer Mann wurde von einem fallenden Baum und ein dritter von einem einstürzenden Dachstuhle erschlagen. Die Kabinen des Bades Poiics hat der Sturm fast sämtlich zerstört und in die Fluten gerissen. Unter den Badenden entstand eine Panik.

MW.

Bou Stomas ö. Moümosim-Konstantinopel.

Die ^Orieutalische Frage" hat jahvzehntsl«an«g die Welt «bou>n-ru«higt und die RisgèsrungM Europ«as «gar manches Lsial au dM Abgrund tintiger Kriegs ^gebracht, die meistens nur mit MÄhe veühindert werden konnten. Der Wel^ilkrieg, der « foi- nem Verlaufe alle «möglichcu Völkevfrageu !a«ufg»w-ü«hllt hatte, sollte bei seiner Liquidierung ou-ch- dieserOrientak'schen Frage" een -Erlde derelton. Sedsnfalk hoffte «man« so. Die nötigen Schritte waren «d-azu schon vor dem Kriege unternommeu worden. Mit­ten èm SchlachlBnIärim verhandelte man be-re-lts hierüber, galt doch vieles hiermit «Znfammc-nhängondes Äs Einsatz der B-e- teil-igten. Die «Lösung ibestand «einfach in der Ainfteilunig des Osmonischlen Meiches, was h-e-rn-ach auch talsächlich geschehen ist. Doch «hat man sich gründlich geirrt. Früher Hot es «nur eine o-rientatische Frage -gegeben,, Heute gibt es deren db-eusov-iöle wie die Zähil der Staaton, die aus dem uuermeßlichen Gebiete -des

Diese Sachlage hat sich jetzt geändert. Die Meichsregierung ist weit entfernt «davon, die Tatsache der Räumung Ibes Ruhr­und SaiilktionsgebieteS «als einen großartigen Erfolg ihrer Politik zu «betrachten, aber sie «kann wenigstens für die nächste

Zukunft wieder mit einem größeren Maß von Vertrauen sei­tens der Bevölkerung und des Parlaments rechnen. Wenn jetzt die iVerhandlungeu über den Sicherheitspakt in Fluß kommen 'werden, so wird -es -zweifellos «nicht an solchen Stimmen fehlen-, tie die «s-chwersten Bedenken gegen -d«ie PÄitik :bes A«ußsnmi- nifters Dr. Stresemann edbeiben werden, und die ton Stand- punkt vertreten, daß ein Sichdrhsitspakt und ein Eintritt Deutschlands in den Völkerbund «nicht im Interesse tos Reiches liege. Diese ausgesprochenen Gegner der «gegeNwärtig-en Re- '§'^rnng wurden zweifellos die Obertonb gewinnen, wenn sie bas Argument auf «ihrer Seite «hätten, daß die Gegenfeitv «doch nicht «d«aran «deNke, Deu-lschüand als gleichberechtigt- -zu be« trachten und baß sie «immer neiue «Wego finden könne, die ver­traglichen Abmachungen mit Deutschland .zu verletzten. Tat- sachlich -wiurdsn «Verhandlungen« über einen Sichierheiitspakt für selbe «deutf-che Meichsrägiovung eine glatte Unmöglichkeit bar- stellen, «wenn die Räumung des R«uhr- unb Stofotionsgebietes

erfolgt «wäre. So aber Darf die MegVMng mit einem ge- w'U'M Selbstvertrauen die Berantwor-tu«ng für ihre weitere 'Wiitik uns sich «nehmen «und an «die Lösung des Sichmlzeits- «u«nd Völketzbustbspr-Mems «herantr-etenc h-n diesem Sinne be- bentet_ die pünktliche Durchführung der Rämimng «einen ganz erheblichen Forfs-ch-ritt in ber Befestigung her «inueren unb äuße­rn Lage Deutschlands und muß tementfpretonb toi der Ve* urteilung der au'ßenpolitischen Gesamtlaigo «u«Nbbdingt «in Rech- «lmng gestellt «werden. Darüber «hinaus berechtigt die gegen­wärtige Situation auch -zu der An-n«ahme, baß mit der Räu- mung Ibes Rühr- unb SaNktivnsgebietes die Aera tor -gew-alt- lernen Sanktionen «gegenüber Deu«tfch!Md -ihren Abschluß fintot unb auf «unabfehbare Feit hinaus ähnsiche Fälle «nicht «mehr in Erscheinung treten werden«.

Halbmondes herausgcschuitteu worden sind. Eine b-cd-eutiends Stelle -nimmt unter ihnen die Mofsnl-Angelegenheit ein.

,lWsnn mir die Bedeutung Moffuls und M-efopotamie-ns «bekannt gewesen -wäre, so «hätte ich sie löhnen niemals zu«ge- standonl" rief Elsm-snvoau- -auf einer Sitzung im Sahre 1919 er­regt Llogd Georges -entgegen. Doch s-eübst, wenn Herr Ele- menoeau di-eses vorher -gewußt hätte, so würdcu sich die Eng- ländor davon durchaus nicht -b-eeiuflussen 'lassen. Auf Mofs«ul und Mesopotamie-n h-aben sie seit langem ihr Augenmerk -ge­richtet. Lord Eu-rzon erklärte kurz vor seinem Ableben ganz offen, auf Mofful zu verzichten, sei gegen die nationale Ehre Englands. Unermüdlich haben die Engländer um diese Länder geworden, mit Gold, -mit diplo-matisch-e-n und Kriogswaffeu. Ge- wiffe K-reis-e E-roßbritanui-e-ns haben h-ievfü-r unerhörte Summen a fond-s perd-u verausgabt,, unb auch sonst -ist «nichts unversucht -ge-blidbe-n. Ab-ges-eh-eu vo-n d-en pvl:tis-ch-e-n und ftrat-egifch-en Punkten, siegt der Wert tiefer asiatischen Landstriche vor allem in den Nahhtha- Md Petrol-e-umquellcu-, deren Reichtum ohne -Ereuz-eu ifein soll.

Der Frieden von -Sevres schien Ero-ßdrita-n-wieu den Besitz der e-Hehnten Pet-rvl-cumguelle-n gefi-ch-ert zu haben. Aber bis Siege Kemal Paschas, die gänzliche Be-rände-rung des orien» talischen -p-vlit-is-chen -Horizontes, die eigonartiige-n W-and-lun-gen -in der Haltung der alliierten Mächte dem Forc-i-gn Office einen Sttzich durch die -MechDnng gemacht. Angora -bean-fpru-cht -aufs energischste w Provinz Mossul, wodurch seinerzeit tie Friedens konfer-M-z zu Lanf-a-nne mehrfach zu scheitern drohte. Dam-als -griff man zu einem Natbehelf: Die Moff-u-lfrage wurde mit- einigen «anderen Prbblemen beiseite -gestellt; man un-t-erzeichuete die Fvi-ed-enL-akte und -vere-inb-arte, -hi-erüder -auf einer späteren Konferenz eine Einigung zu-erzielen, «oder es auf ein P-lebiszit unter der Aufsicht des-lke-rdundss ankommcn -zu laff-cm

Die b-esond-'Lrs -Konferenz -wurde denn -auch -am Eoldsnen Horn an-b-eraumt. Die Domni-wgftve-et -fa-nd-te als Delieg-i-ortsn Srr Vercy Cox. Bom B-sginin der Berthand-lung -an zeigte es sich, daß Vertreter Londons garn-i-cht daran gelegen war, -eine -Einigung herbei zu-ssühren. Nach einem längeren Schlepp­manöver erklärte s-chbießlich ö<ir Cox, -er sshe^daß man sich nicht verftändiMn-nwe, weshalb man sich auf Grund des Lau­f-anne r B-ert-rages -(1. ©eil Territoriale Klausel Art. 3) <bem Entscheid des Bölkerdnndes unterwerfen muffe. ä-nMifchen -aber gongen -Englands Age-nten- i-n Mef-o-potamien- ans -Werk. Lllles wurde zugunsten eines für Ero-ßoritann-ion günstigen! Aus­falls des P.-ebiszites -v-o-rb-erei-tet. Die neu geback-enen Königs ber arabischen ^felbständigeu" Reiche ârak, Hedschas «usw. hal­fen tobet, konnten -aber trotzdem -nicht verhindern, da-ß großo Lil asten 'ber Bevölkerung dem engl-schen Regime -ahhotd maren un'b «während der Abf»immu-ng auf Seiten der wirkliche Frei­heit -vorsprechenlben Angora-Reg-ierung traten. Die Völker- dundskommiWion, die sich aus dem Schweden Wirsen, dem bel- -gischen Oteuften Paulis und bem Ungarn Teleki zufamm-enfetzt, ?u denen von türkischer Seite Df-chewvd -Pascha delegiert wurde, scheint -während i-hres .Aufenthaltes im strittigen Gobi-et nicht tie «ertwünf-chte Bow-egungsfreihe-i-t göhab-t zu haben, was he- fonders von dem türkis eben Delegierten gilt. Uebemall standen 'iifyrtieui britische Söldner im Wege. Trotz aller Gewaltakte der fremden Machthaber konnten aber zahlreiche Stimmen gegen Oblbion und für die Türkei abgegeben «weiden, so daß allgemein angenommen wurde, der Bericht der Völkerbun-dsko-mmistion -würde zugnnfteir Angoras -au-sfallen. Schon versuchten Lord' Bi-rkeuhead urid Sir Ronald Lindsay, der britische Gesandte iu Konstantinopel, durch direkte Verhan-d'un-gen- mit ben Türken eine Regel-icng der LNosfulfrage «herbei zirführem Das gelang chnen «allerdings mich. LNan «erwartete also geduldig «auf den B e- richt des Aus-fchustes und feine Bes«pr-echung, die im September biefes Lahres stattfinden soll. Ende Suli Iftaer Bericht schließ- licb durch das Bölke-rb-u-iidHekretariat «in G-en-f der türkischen und engilis-chei« iRegieriung überm-ittelt wv-rden. Doch -bevor er noch im Besitze Angoras war, -wurden schon ©eile des Berichtes entgegen den vorher getroffenen Vereinbarungen, in der Lon- donerTimes" veröffentl-icht. Diess Sndiskretiou, die viel Staub «außgewiirbelt hat, wird wähl keine weiteren- Folgen, zei­tigen. Doch hat sie eine äußerst «unangen-ehme Wirkung auf die m «Bet racht k-ommeâen Vegierungen -ausgeübt iusbefonbere auf Angora, tos stets «bemüht ist, korrekt -zu ihandeln «und «gegebene Behsprechen zu «halten. W'ie verlautet, soll der B-ericht« [eben» falls memandem «befriedigen^ Er soll -in der Art der delphischen Orakel -äbgsfaßt fein urlbein sehr zweideutiges Urteil -gefällt -haben.

Vie türkische Regierung hat «den Ereignissen mcht müßig ZUges-chau«». Sie «sammelte fleißig Lüateria«!, um biie Richtig- keiit -ihres Standpunktes der Welt «darzulogeu.

Da«s -angâünd-igteRote Büch" ist «erschienen «und lin seiner Art eine VertâWngkschrift ersten Ranges für die türkische öarfa. Aber es dürfte sehr fraglich sein, ob heut-Mage genügend «Gewicht auf Rechte umb Gerechtheit gelegt wird, und ob Man auf bergleicßen Rücksicht! zu Mhmen gedenkt. Von jeher be- Schrte man in Landou eine Brücke, die von Aegypten nach Indien reichen -soll. Diese Brücke Arabien « Mesapota-