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Hessische

Morsenzeituns

FMarr Kreisblatt, Anzeisss für Rhön und Voselsbers, Ful-a unö Haunetal

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Sommer 218 Dienstag, den 22. Sevtembrr 1925.ZS. (2.) MrgMg

Die -eutfche AMstt wird in Weiß am 22. September abends überreicht.

Berlin, 21. Sept (Sig. Snfokmalronsd.-Telegr.) Bon maßgebender Seite erfahren wir, daß die deutsche Antwort auf die alliierte Einladung durch einen Schritt der deutschen Bot­schafter in London und Paris am Dienstag Abend überreicht werden soll. Es wird sich um eine längere diplomatische Mit- teilung handeln, die am Donnerstag oder Speitag nach vorheri­ger Vereinbarung mit den alliierten Aegierungen veröffentlicht werden soll. ReneMngs nimmt man aluch in Berlin an, daß sich die deutsche Regierung damit einverstanden erklärt, die Kon seren? am 5. Oktober in Luzern zu eröffnen.

KsbinMMung in Bersin.

wtb. Berlin, 21. Sept. telef. Die angjekündigte Kabi- nettssitzung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers und unter Lell nähme sämtlicher Minister beginnt heute um 4.50 Uhr.

Sein vorzeitiger Zusammentritt des ReiMages.

Berlin, 21. Sept. (Sig. Snformationsdienst-Telegr.) Die Forderung der radikalen Flügelparteien um alsbaldige Einberu- fung des Reichstages werden, wiie man verfährt, ganz entschieden abgelehnt werden Da man mit einer mehrwöchentlichen Dauer der Sicherheitskonferenz zu rechnen hat und die parlamentari­sche Situation genügend geklärt ist, soll der Termin des Meder- rusammentritts des Reichstages Mr Mitte Rovewbâ nach wie vor aufrecht erhalten wserden. Bis zu diesem Zeitpunkt werde die anßenpâlsch^ Lage auch derart geklärt sein, daß die Reichs regierung in der Lage ist, in einer Vollsitzung des Reichstages über den Ausfall der Sicherheitskonferenz Rechenschaft abzu- legen.

Die Etumüttgtrtt der Parteien.

Berlin, 21. September. (Sig. Onformationsdienst Telegr.) Wie wir hören, wird sich Reichskanzler Dr. Luther pn der Aussprache der am Mittwoch stattfindenon Tagung des Aus­wärtigen AusschnDes sehr lebhaft beteiligen, um zu erreichen, daß die Entschließungen des Reichskabiuetts einmülige Billi­gung der großen Reichstaigsparteien finden. Die Aussprache wird in allererster Linie auf das deutsche Verhandlungspro- gramm sich beziehen und nur die Fragen des Sicherheitspaktes

Jie bevorstehende Sicherheitskonferenz.

Mit den Beschlüssen-, die der Berliner Ministerrat am Montag 21, September über die Einladung der alliierten Re­gierungen gefaßt haben wird, wird voraussichtlich auch die letzte Entscheidung über den Eharakter der geplanten Sicherheits­konferenz gefallen sein. Die diplomatischen Unterhandlungen die in den letzten fünf Lagen zwischen Berlin, London, Paris, Brüssel stattgefunden haben, können noch nicht als endgültig abgeschlossen gelten, denn noch immer steht die Frage offen, ob es der deutschen Regierung restlos gelingen wird, ihre Wünsche hinsichtlich der Verhandlungen über den Sicherheitspakt durch­zusetzen. Am Montag und Dienstag haben wahrscheinlich die letzten diplomatischen Vorbereitungen eingesetzt, und erst dann läßt sich übersehen, in wie weit eine Verständigung zwischen den beteiligten Regierungcm zustande gekommen ist. Schon jetzt läßt sich aber soviel feststellen, daß es bereits gelungen ist, das Feld der Verhandlungen über den Sicherheitspakt auf die wichtigsten Fragen abzugrenzen, und daß man wahrscheinlich schon von der großen Konferenz sprechen kann, die zum Ab­schluß des Sichcrheitspaktes führen soll. Da man deutscher­seits immer wieder darauf hingewiesen hat, wie notwendig es erscheint, den Weg einer beschlußfähigen Konferenz zu wählen, hat auch die Gegenseite eingesehen, daß es ganz zwecklos fein wurde, der deutschen Regierung zuzumuten, ihre Staatsmänner, ècn sogenanntenunverbindlichen Zusammenkünften" aussetzen )u wollen, die nur zu innenpolitischem Mißtrauen Anlaß geben konnten.

.. Die Oktober-Konferenz soll also endgültig sein und in ähn- ^M Formen vor sich gehen, wie die Londoner Konferenz, auf Zs hgz Abkommen über das DawLsgutachten und über die Räumung des Ruhrgebietes zustande kam. Die deutsche Re- Mrung hat also den gewünschten Erfolg gehabt, zu verhindern, caß man ihr ein unbefriedigendes Konferenzprojekt aufnötigte und daß die beteiligten Regierungen von vornherein auf bs- uninte Einzelerörterungen festgelegt wurden.

Das vorläufige Verhandlungsprogramm ergibt sich ohne netteres aus der Formulierung des materiellen Fragekomplexes,

betreffen. Das Problem des Eintrittes in den Völkerbund wird jedenfalls nicht den Gegenstand einer erschöpfenden Erörte­rung darstellen können, da man deutscherseits diese Frage noch nicht für endgültig geklärt ansicht.

ZWtWein kommt nicht nach Bertin.

Berlin, 21. Sept. (Sig. Suformationsd.-Lelegr.) Wie wir aus Kreisen der Berliner sowjet-russischen Botschaft erfah­ren, hat der russische Außenminister Tschitscherin die Absicht, zu einer Fühlungnahme mit der deutschen Regierung nach Berlin zu kommen, endgültig aufgegeben. Dagegen sei das Projekt ei­ner Reise Tschitscherins nach Warschau, Brüssel und Rom auf­recht -erhalten. Eine Fühlungnahme mit der deutschen Regier­ung werde aber dann in Frage kommen können, wenn die Si- cher hei tsverh an dl u ngen beendet sind. Es habe sich keine Mög­lichkeit mehr ergeben, vor der Sicherheitskonferenz eine Aus­sprache zwischen den Vertretern der russischen und der deut­schen Regierung herbeizuführen.

Irâesm ubsrömMmEmbau

Dr. Eckener weilt zurzeit in München, um mit den nahe- stellenden Stellen zu besprechen, die mit der Organisation der Zeppelin-Eckener-Volksspende Zusammenhängen. Einem Mün­chener Pressevertreter gegenüber äußerte sich Dr. Eckener fol­gendermaßen:

Es bestand von vornherein die Absicht, eine Sammlung zu veranstalten, an der sich das ganze Volk in allen seinen Schich­ten beteilig®n sollte. Sie kann man nur durchführen, wenn man nur ganz kleine Beiträge von jedermann erwartet. Um zum Spenden anzuregen, wird beabsichtigt, jedem Spender ein Er­innerungszeichen für seine Gabe zu überreichen. Zum Beispiel eine Nadel, die die Initialen 3- R., von Flügeln umgeben, zeigt, bei einem Beitrag von 20 Pfennig. Diese Radel soll von einem Münchener Künstler entworfen werden. Spender von Beiträgen von einer Mark erhalten eine Rosette. Wer größere Beiträge bringt, wird Quittungen erhalten mit der Unterschrift Eckeners. Ferner werden Postkarten mit dem Bild des Grafen Zeppelin und dem Aufdruck .Zeppelin-Eckener-Volksspende" an dir Stifter verteilt. Um die Sammlungen in allen deutschen Staaten durchführen zu können, sind noch gewisse Formalitäten mit den einzelnen Regierungen zu erledigen. 2n Süddeutschland ist die Organisation und die Erledigung dieser Formalitäten am wei­testen gediehen. Es kann erwartet werden, daß zwischen dem

der bereits auf der Londoner Furistenkonferenz informatorisch behandelt worden ist. 5m Vordergrund steht der Rheinpakt, der das Sicherheitsabkommen zwischen Deutschland und den Westm ächten enthält und der den Rahmen aller damit zusam­menhängenden Abmachungen abgeben soll. Einen besonderen Raum nehmen die Schiedsgerichtsverträge, die gleichzeitig zwi­schen Deutschland, Frankreich und Belgien abgeschlossen wer­den. 5 m Anschluß daran will man auch die Schiedsverträge zwischen Deutschland und Polen sowie Deutschland und der Tschechoslowakei zur Erörterung bringen. Soweit sich dieses umfangreiche Feld der rechtlichen Verträge übersehen läßt, würde die Sicherheitskonferenz zur Folge haben, daß noch mo­natelang unter den einzelnen beteiligten Regierungen technische Verhandlungen stattfinden müssen, sich aus dem Gesamtabkom­men automatisch ergeben.

Deutscherseits hat man sich nunmehr zu dem Entschluß ver­anlaßt gesehen, die Führung der Verhandlungen in die Hände des Reichskanzlers Dr. Luther zu legen, der gemeinsam mit dem Außenminister Dr. Stresemann an der Konferenz teilnehmen wird. Diese Tatsache läßt darauf schließen, daß auch der eng­lische Premierminister Baldwin und der französische Minister­präsident Painleve sich kaum der Notwendigkeit entziehen kön­nen, ebenfalls zur Sicherheitskonferenz zu gehen und sich per­sönlich an den Erörterungen zu beteiligen. Obwohl die franzö­sische Regierung mit der Absicht umgeht, Briand zum franzö­sischen Verhandlungsführer zu machen, wird sie schon des Pre­stiges wegen gezwungen sein, den Ministerpräsidenten Painleve zu delegieren und ihn ebenfalls mit den Hauptvollmachten aus­zustatten. Es war die englische Regierung, die die Anregung gegeben hat, den Eharakter der Konferenz so zu erweitern, daß den Wünschen der deutschen Regierung im vollen Umfange Rechnung getragen wird. Dadurch dürfte es der Reichsre­gierung wesentlich erleichtert werden, die alliierte Einladung anzunehmen und dem Programm zuzustimmen, das wahrschein­lich bereits am kommenden Mittwoch oder Donnerstag endgül­tig vor liegen wird. »

12. und 15. Oktober, wenn sich die Ueberführung des 3- R. 3 nach Amerika zum erstenmal jährt oder an dem darauffolgenden Sonntag dis Volkssammlung durchgeführt werden wird. Für die Gesamtorganisation der Sammlung innerhalb Bayerns ist zurzeit ein Landesausschuß in Bildung begriffen in dem alle Hauptberufsstände vertreten sind. Dieser Landesausschuh wird in enger Fühlungnahme mit dem bayerischen Städtebund die Durchführung der Spende übernehmen. Es wird auch eine Spende der Auslanddeutschen organisiert in Zusammenarbeit mit dem deutschen Auslandinstitut in Stuttgart.

Dr. Eckener glaubt, daß dem Bau des Polarfchrffes vom Feindbund keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Nansen hat sich bei der Besprechung in Berlin vor etwa acht Tagen bereiterklärt, sich bei der Botschafterkonferenz mit seiner ganzen Autorität für die Erteilung der Genehmigung einzusehen. Sollte wider Erwarten das Polarluftschiff nicht genehmigt werden, so wird das gesammelte Geld in erster Linie zur Er­haltung des Luftschiffbaues Zeppelin in Friedrichshafen ver­wendet werden, um die Erfahrung und die dort bereits geleistete Arbeit in eine spätere bessere Zeit hinüberzuretten. Man würde sich damit begnügen, ein Versuchsschiff mit den Ausmaßen zu bauen, die im Versailler Diktalfrieden zugelassen worden sind, also mit Fassungsvermögen von 30 000 Kubikmeter. Das kann dann dazu dienen. Probleme der praktischen Luftschiffahrt zu studieren, die bisher noch der Lösung harren.

WetaMta

Bankiertag und Geld- unb Kreditnot. Der Zinsenabban unb die Deutsche Landwirtschaft. Die Hilfsmaßnahmen der Reichsregiernng. Lustlosigkeit und Zurückhaltung der Börse.

Von unserem Berliner.Handelsmitarbeiter wird uns ge­schrieben:

Die Verhandlungen des 6. allgemeinen deutschen Bankier- tages, deren weitgehende Bedeutung durch persönliche Teil­nahme mehrerer Reichs- und Staatsminister an den Eröff- nungsfelerlichkeiten gekennzeichnet wird, haben den furchtbaren Niedergang der deutschen Wirtschaft m der Nachkriegszeit aufs Neue grell beleuchtet. Wer aber erwartet hat daß die ein­gehenden und fachlich- fachlich höchst beachtenswerten Erörte­rungen der hier versammelten maßgebenden Zinanzgrößen des Reiches Mittel und Wege zur schnellen und richtigen Lösung der verschiedenen, schwierigen Wirtschaftsprobleme offenbaren würden, ist wieder einmal gründlich enttäuscht worden. Auch hier ist man zwar über die Ursachen der schwierigen Lage und über die Notwendigkeiten, die zu einer Besserung führen müß­ten, nur einer Meinung, fordert aber die wichtigsten Abhilfe­maßnahmen von der anderen Seite, das heißt in erster Linie von der Reichsregierung. Begreiflicherweise standen die Finanz­fragen weitaus im Vordergrund der Beratungen, zumal ja ge­rade die andauernd schwere Geld- und Kreditnot eine der wun­desten Stellen ist, an der die deutsche Wirtschaft ernstliche kracht. Aber gerade nach dieser Richtung hin sind die Erwartungen leider unerfüllt geblieben die auf einen Abbau der viel zu hohen Zinsforderungen und KreditprovSsionen der Banken und der Bankiers, gerichtet waren. Man behält es sich anscheinend vor, die diesbezüglichen schon seit einiger Zeit schwebenden Verhand­lungen im engeren Kreise und unter Ausschuß der großen Oef- fentlichkeit festzusetzen, läßt indessen schon jetzt kaum noch Zwei­fel daran, daß die auch von der Reichsregierung zur Förderung der allgemeinen Preissenkung nachdrücklich verl-angte Verbil­ligung diese Franks pesen nicht dem allgemein für notwendig ge­haltenen Maße erfolgen dürfte. Dabei gibt man offen zu, daß eine derartige nur geringe Herabsetzung dieser Zins- und Bank Unkosten für die Wirtschaft keineswegs die wünschenswerte Er­leichterung bedeuten könne, glaubt aber andererseits, angesichts der noch immer wesentlich verteuerten eigenen Ausgaben ohne neue größere Entlassungen von Angestellten u. außerd. auch im Interesse der Aufrechterhaltung einer Dividendcnverteilung sei­tens der Banken, von weiter gehendem Entgegenkommen absehen zu müssen. 5n der großen Öffentlichkeit und namentlich in den auf Bankkredit angewiesenen großen wie kleinen Handels- und. Fndustriekveisen wird man diesen Standpunkt mit Recht nur lehr bedingt teilen können. Es ist zweifellos ein in den heutigen ZeitverhLItnisscn schwersten und knappcsten Verdienst unhalt­barer Zustand, daß die Banken für Guthaben nur einen Zins­satz von etwa 5 Prozent vergüten, dagegen für Bankkredite gleichzeitig 10 bis 11 Prozent und darüber, und außerdem noch eine Kreditprovision von 3 Prozent fordern. Wenn schon der Reichsbankprälsident auf dem Bankierlag neuerdings eine Er­mäßigung des Reichsbankdiskontes und hiermit den Auftakt für die notwendige Zinsverbilligung ebenso wie eine weitere Er­leichterung der sonstigen Kreditbedingungen der Reichsbank für die nächste Zeit im Interesse der Stabilität der Markwährung als ausgeschlossen bezeichnet, hat, so sollten die Banken wenig­stens dazu übergehen, die Suthabenzinsen alsbald zu erhöhen und