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HeWche x Morgenzeituns

Fuldaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Vogelsberg, Fulda- und Haunetal

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Dle Naumans See Kölner Zsne erst Witte November durchgeWrt?

ivtb. Berlin, 22. Sept telef. Die von einem Berliner Blatte vor einiger Zeit gebrachte Meldung, daß bei der Zusammen-. Kunst der Außenminister Frankreichs, Englands und Belgiens in Genf Vereinbarungen über die Räumung der Kölner Zone getroffen worden sind, erfährt nunmehr in einer Aachricht des Berliner Lageblattes aus Köln eine Bestätigung. Das Blatt will von höchster Stelle der Aheinlandkommission in Koblenz er fahren haben, daß die Räumung der Kölner Zone bis Mitte No veulber durchgeführt sein soll.

Kurze Berzögeruno der deutschen Antwort.

Berlin, 22. Sept. (Sig. Snformationsd.-Leltlgr.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird die deutsche Ant­wort auf die Einladung der alliierten Regierungen wahrschein lich nur um zwei Lage verzögert werden. Die gegenwärtig im Gange b^iudlichen Berhandlringen des Reichskabiuetts haben ergeben, daß die Roichsregierung vor der endgültigen Festlegung der deutschen Antwort noch den Standpunkt der beteiligten Par teien insbesondere der deutschnatiodu prüfen muß. Reichskanz­ler Dr. Luther hat daher die Parteiführer ersucht, daß Jie am Mittwoch in der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages burd) ihre Vertreter bindende Erklärungen über ihre Auffassung abgeben. Man erwartet, daß das Reichskabi­nett unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten von Hindenburg am Mittwoch seine endgültigen Beschlüsse fassen wird.

Mmlsterprüsibenteu.

Berlin, 22. Sept. sEig. Onsormationsd.-Lclogr.) Wie wir erfahren, sind die Ministerpräsidenton der Länder zu Ende dieser Woche zu einer Konferenz mit der Rolchsregiernng über die außenpolitische Lasge nach Berlin einigeladen worden. Auf dieser Konferenz werden Reichskanzler Dr. Luther und Außen minister Dr. Stresemann die Beschlüsse dos Roichskabinetts dar legen iiub nähere Mitteilungen über die Zusammensetzung der deutschen Delegation für die Paktkonferenz machen. Die Län derrogierungen werden wahrscheinlich ihrerseits einen Vertran- ensma»» bestimmen, der der deutschen Delegatio« augelzören wird.

Keine Wtoma hollänWtr und schlvelzer Vertreter bei der öilherkettsvnktö-Konfcrcnz.

ivtb. Berlin, 22. Sept. telef. Die Meldungen von einer Zuziehung holländischer und schweizer Vertreter zu der 'Mini- stcr-Koufercnz über den Sicherheitspakt dürfte sich, wie die Blätter hören, nicht bestätigen.

wMwweaeeoMÄeetiiHKwiiieeeBÄMeÄeÄtoÄtiüaÄiei^meesö^ÄMeMeeaeB«»*^^ i*1*-*«"*6"

Das Verhandlungsangebot der Efchechoflowakei.

Der Schritt des Berliner tschechoslowakischen Gesandten bei der Roichsregierung, durch dm Deutschland ausgefordert wird, mit der Tschechoslowakei ein S chi e d s ge r i cht sabk o mm en abzuschließen, hat in Berlin durchaus keine Uederrgschuug ber- vorgerufm. Vielmehr war man deutscherseits von vornherein der Ansicht, daß die Regser-niWeu der östlichen Mächte von sich aus die Sniiiative ergreifen müssen, wenn sie ein Suter esse daran haben, mit Deutschland zu irgend welchen Vereinbarnngen zu gelangen. Vile Lschechosloivakei hat sich jetzt endlich dieser Er­kenntnis gebeugt und ist direkt an Deutschland herangetreten, während sie bisher gemeinsam mit Polen immer wieder ihren Einfluß in London und Paris geltend zu machen suchte, um auf dem Umwege über die Ententemächte an den Sicherheitsabkom­men beteiligt werden zu können. Daß ein solches Borgehen in Deutschland eine Atmosphäre des schärfsten Mißtrauens schaf­fen mußte, war gan? felbstverstäudlsch, sodaß sich die östlichen Mächte nicht wundern dürfen, wenn die deutsch» Regierung es verhindert hat, daß die alliierten Regierungen Polen und die Tschechoslowakei von sich aus zu den 61 cherheitrerörtemngen ßiuzuzieheir. Setzt, wo die Prager Regierung den ersten Schritt ^lu getan hat, um mit Deutschland zu direkten Verhandlungen I" kommen, bestätigt sich auch die Richtigkeit der deutsche n ^vliM, bie an dem Prinzip festhielt, baß der Licherbel»*ookt ^ biglich eine 2l ngk'legfenheit der West Mächte ist und daß die O)t * Mächte sich an Deutschland zu wenden haben, wenn sie mit ihm ebenfalls zu Garanlleabinach«ngen gelangen wollen. Man kann nunmehr mit einigem Suteresse der künftigen Haltung Polens Mlgegeiiseheu, das bis heute noch nicht den Entschluß gefaßt hat, an Deutschland heranzutreteu. Früher oder später wird sich jedoch die polnische Regierung doch noch dazu entschließen' miis- fm, dem Beispiel der Lscöechoslowakei zu folgen' und ebenfalls

Eine Resolution der JeutsAvationalen zur Sicherdriwpolitik.

Berlin, 22. Sept. (Sig, Snformationsb.-Selent.) Von parlamentarischer Seifte erfahren wir, daß es bei den Besprech­ungen der deutschnationalen Führer, die am Montag begonnen haben, zu sehr lebhaften Auseinandersetzungen über die Haltung der Partei Mr Sicherheitspotttik gekommen ist. Die Meinungen über die Zweckmäßigkeit einer Teilnahme Deutschlands an der Sicherheitskonferenz gingen teilweise ziemlich stark auseinander, immerhin ist es gelungen, die Stellungnahme der deutschnationa­len Vorstände auf eine Resolution fostzulogen, die unverzüglich dem Reichskanzler Dr. Luther übermittelt worden ist.

Ser Arbeitsplan des Meußeuvarlamentes.

wtb. Berlin, 22. Sept. telef. 3m Aeltesten-Aussch des Preußischen Landtages wurde in Aussicht genommen vom 5. bis 12. Oktober eine Pause in den Plenarsitzungen eintreten zu las­se», damit der Barmat-Ausschuß weiter vechandeln kann. Der genaue Zeitpunkt steht bis jetzt noch nicht fest. Sr ist davon ab­hängig, ob es vielleicht noch möglich ist, an den ursprünglich für die Provinzial-, Landtags- und Kreistagsivahlen festgesetzten Termin den 25. Oktober festzuhalten. Dio zweite Lesung der Vorlage über die Provinzial-, Landtags- und Kreistagsivahlen soll am Freitag dieser Woche erfolgen. Für die dritte Lesung ist der Dienstag der kommenden Woche in Aussicht genommen.

Ein Spionage-Prozeß in Leipzig.

ivtb. Leipzig, 22. Sept. telef. Vor dem 4. Strafsenat dos Reichsgerichts hatte sich heute der Unteroffizier der 2deichs- wehr Richard Könner zu verantworten. St war des Verrats militäischer Geheimnisse und der Spionage augeklagt. 3n der Zeit von 1^22-24 hatte der Angeklagte u. a. Schriftstücke und Akten, die im Interesse der LandesverteidVlmg geheim gehalten wurden, dem französische» Werbedienst gegen hohe Belohnung ausgehäudigt. Die Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Das Urteil gpgen ihn lautete auf 10 Sahre Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Sahre und Beschlagnahme der bei ihm Vorgefundenen 2000 MK.

Ein litautilbeö Klugzeng in Polen bcWonnhmt.

wtb. Warschau, 22. Sept. telef. Gestern landete ein litau­isches Militärflugzeug aus poluischem Boden im Wilnaor Ge­biete. Das Flugzeug wurde von den polnischen Behörden be­schlagnahmt und Flugzeugführer und Beobachter gefangen ge- nommen.

ein Verhandlungsangebot an Deutschland zu richten.

Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch hat als geschickter Diplomat seine Aktien mit einer solchen Beschleu­nigung eiuge leitet, daß die Zrage der Schiedsgerichtsverträge dadurch sofort einen akuten Eharakter gewinnt. Man hat in den Berliner diplomatischen Kreisen den Eindruck, Dr. Benesch gehe diesmal in vollem Eiilverständnis mit der französischen Re­gierung vor, die ihm durch Briand einen deutlichen Wink ge­geben hat. Sehr auffallend ist beispielsweise die 'Tatsache, daß der tschechische Schritt noch vor dem deutschen iMsuisterrat er­folgt ist und dadurch die Reichsregiernug gezwungen wird, schon jetzt, wo man über die alliierte Einladung berät, hierzu Stel­lung zu -nehmen und bas tschechische Angebot mit der bevor­stehenden Sicherheitskonfereuz in Znsammen-Haug zu bringen. Smmerhin wirb man sich deutscherseits auf bleu Standpunkt stellen, baß ein deutsch-tschechischer Schi edscwr trag erst nach der Sid)crbeitskonfeneit) abgeschlossen werben kann. Bei der Er­örterung des Sicherheitspaktes werde man zu einem Ergebnis über den allgemeinen1 Eharakter der Schiedsverträge gelangen, sodaß es unschwer sein werde, auf dieser Basis den Wünschen der lEscho-choslolwakei Rechnung zu tragen. Das Prager An- ßoumiN'isteriuni werde sich demnach- gebulben müssen, bis die Angelegenheit zwischen den beiden Mächten spruchreif geworden ist und es werde ihr kaum gelingen, durch ihr Verhauidlungs- a 11 gebot an die Reichsreg-ieruug den Gang der Sicherheitser- örterniigen irgendwie entscheidend zu beeinflussen. Rach unseren SnformationÄU dürfte die Reichsregleruug schon in kürzester 5 nist Gelegeniheit ne buten, aus das tschechische Angebot zu ant­worten und den deutschen Standpunkt darzulegen, der in der Hrage der iScbieOsverträge schon durch frühere ^Abmachungen mit anderen Staaten hinreichend geklärt sein dürfte.

Bayerische Mik am Zentrum.

München, 21. September. Auf der wichtigen politischen Kundgebung des einstigen bagerischen Zentrums bzw. der heu­tigen Bayerischen Volkspartei, auf der Sahresverfammlun-g des bayerischen patriotischen Bauernvereins zu Tuntenhausen, hat gestern Dr. Georg Heim, auf das freudigste begrüßt, das Haupt referat über aktuelle Fragen der 3nnen- und Außenpolitik ge­halten. iU. a. führte Dr. Heim aus. fr

Seit der Wahl Hindenburgs find die Verhältnisse im Auslande für uns nicht ungünstiger, sondern günstiger geworden. Allerdings schwebt nach wie vor der Versailler -Unfriedensver- trag über uns. 3et?t hört man, daß ein Sicherheitsvertrag ab­geschlossen werden soll. Erst handelte es sich darum, in dem Da- wesplan die wirtschaftlichen Ansprüche der Franzosen zu sichern. Dieser Plan hat die wirtschaftliche Seite des Versailler Ver­trages für Frankreich gelöst, aber nicht für Deutschland. Denn wir werden diese Lasten auf die Dauer nicht tragen können. Frankreich will neue, machtpolitische Sicherungen.

Allerdings ist deren Notwendigkeit nicht einzusehen, denn wir sind unbewaffnet, während Frankreich 200 000 Mann mehr unter den Waffen hat als vor dem Kriege und außerdem deut­sches Gebiet besetzt hält. Man sollte meinen, eine Sicherung wäre nicht für die Franzosen notwendig, sondern für uns. Man verlangt jetzt von Deutschland, was eigentlich England erfüllen sollte, das den Franzosen bei den Friedensverhandlungen ein Defensivbündnis versprochen hatte. Das Rheiniandabkommen ist von den Franzosen keinen Augenblick gehalten worden. 3m- mer noch sind schwarze Truppen in Deutschland."

Fu den- Verhandlungen über den Sicherheitspakt führte der«hebner aus:Der Außenminister, der den- Sicherheitspakt betreibt, geht einen schweren Gang, Wenn der Pakt unter­schrieben wird und wir in den Völkerbund eintreten, so bedeu­tet das nichts anderes als die fetzte Anerkennung des Versail­ler Diktats, eine Verlängerung des Wechsels, den wir Frank- reich ausgestellt haben, trotz unserer Uebezeugn ng, daß wir ihn nicht einlösen können. Es ist eben das Verhängnis des deutschen Volkes, daß es damals nicht den Mut fand diesen Vertrag zurückzuweisen. Was bedeutet, überhaupt ein Ver­trag stoischen einem bewaffneten und einem unbewaffneten Geg- uer. Wir Deutsche werden ihn jederzeit halten, Frankreich aber wird den Fetzen, wenn es ihm paßt, mit einem Säbelhieb durchschlagen. 3cb weiß nicht, ob Stresemann, der sicher die besten 'Absichten hat nicht einen ungeheuren Schaden anrichten wird. Mindestens müßte der Grund für eine Besetzung der rheinischen Gebiete fort fallen; sie müßten von den französischen Ti uppen geräumt werden. Auch müßte die schmachvolle mili­tärische Gerichtsbarkeit im besetzten Gebiete aufhören. Ein schwaches Volk darf sich nach keiner Seite verpflichten. Wir dürfen auch dem Völkerbund nicht bei treten. Für uns gilt das Wort:Nie davon sprechen immer daran denkens"

Auf die iu-nerpolitischen Fragen übergehend, wandte sich der Redner zunächst gegen das Zentrum.Der Unitarismus, so legte er dar,führt wirtschaftlich zur Verödung und kulturell zur Verblödung. Die scharfe Auswirkung des Barmal-Skan- dals auf das ganze deutsche Wirtschaftsleben wäre nicht einge» treten, wenn wir nicht diese zentralistische Wirtschaft hätten. 311 unserem Lager sind die alten Zentrumsgrundsätze, denn die größten Führer der Zentrums waren unentwegte Föderalisten. Man hat mir zum Vorwurf gemacht, daß ich in einem Aufruf bie Wahl Hindenburgs empfohlen habe. Das wurde als Ver- iat an der katholischen Sache erklärt. 3d) würde auch heute nicht anders handeln, weil ich mich in der Politik nicht von Gefühlen, sondern von dem Verstände leiten fasse. Da die Katho liken in Deulschlaud in der Minderheit sind, ist gerade mit der Zentralisierung bie Gefahr verbunden, daß sie eines Tages durch Bündnisse irgendivelcher Art an die Wand gedrückt werden-. Wir brauchen also nicht umzukehren. Das Zentrum muß um- kehreul Eine Einigung ist nicht möglich, solange kein grund­sätzlicher Wechsel eintritt.

3d) muß dabei ein offenes Wort auch an gewisse Leute in Bagern, vor allem an einige Geistliche in Franken' richten. <Der Redner spielte damit auf Versuche einer Wiedervereini- gung der jägerischen Volkspartei mit dem Zentrum an, die vor allem von den geistlichen Kreisen in Franken ausgehen. D. Schilling.) ^Selbst wenn wir Führer wollten, die ParoleZu- rück zum Zentrum!" würde von Hunderttauseuden nicht be- folgt werden. Die Zeiten sind noch nicht vergessen, zu denen der Reichskanzler Wirth von den Bagern als von Bierdim- pjeln gesprochen hat, zu denen Erzberger sagte, der Zentralis- mus sei Trumpf, zu denen Wirth erklärte, wenn es zum Kampf komme zwischen Rechts und Links, dann hieße es für ihn, der Feind steht rechts. Wenn sich beim Kampfe um die kommende Schulgesetzgebung die Geister scheiden, wo werden da die Freun­de des Herrn Marx sein? Die Bayerische Volkspartei ist keine Mehrheitspartei, aber sie hat klug operiert.

Bagern war das erste Land, in dem ohne Sozialdemokraten regiert wurde, das erste Land, in dem nach den furchtbaren Er-