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Morgenzeituny

Fuldaer Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Bogelsbers, Ful-a- und Haunetal

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Ssnntag, den 27. Sevtember 1925.

59. (2.) Whrgang

ZE

Die deutsche Antwortnote ist am Samstag Abend übergeben worden.

wlb. Berlin, 26. September. Mef. Die deutsche Antwort- uote ist wie den Blättern mitgstellt heute Samstag Abend übergeben werden. Als Zeitpunkt für die Veröffentlichung ist vorläufig Dienstag vormittag in Aussicht genommen. Als Be­ginn der Konferenz dürfte der 5. Oktober in Frage kommen. Die Aachrichten, daß gegen Locarno »als KoiHerenzort Be­denken beständen, find bisher nicht bestätigt worden. Bisher steht fest, daß Deutschland vom Aeichsaußenmimster und dem Reichskanzler vertreten wird. Erst in der kommenden Woche wird es sich feststellen lasten, ob außerdem noch weitere Regie­rungs-Vertreter teilnehmen.

Jie BefMümsen AGlüNds.

Berlin, 26. September. (Eig.-2nsormationsd. Eelsgr.) Die russische SowjetvogiMüng scheint nach den Suformatiowen der diplomatischen Kreise auch jetzt noch fieberhaft bemüht zu sein, der Licherheitspolilik der Westmächie durch ihre Verhandlun­gen mit Polen mit allen Mitteln entgegenzuwirken. 5n Mos­kau behauptet man, »daß der Westpakt für Rußland eine un­erträgliche Situation schaffen werde, und daß Deutschland sich ganz vergeblich den Anschein gebe, als ob es durch eine West- oriontiepung feiner auswärtigen Politik absolut keine Aende­rung in den Beziehungen zu Rußland eintreten lasten werde. Wenn Deutschland den Licherheitspakt im Westen abschließe, werde das Zustandekommen eines russisch-polnischen Bündf nisses nicht mehr zu verhindern sein.

Das Zentrum vor tanervolttttchen

. Entscheidungen.

Berlin, 26. September. (Lig.-Snformationsd. Lelegr.) Der Reichsparteivorstand des Zentrums, der für den 5. Oktober nach Paderborn einberufen worden ist, würd, wie wir hören, eine Reche sehr wichtiger innerpottischer Fragen zu entscheiden haben. 5m Vordergrund stehen folgende drei Probleme, die für die künftige Zentrumspolitik ausschlaggebend sein werden: L die Wirthkrise, 2. die Frage der Annäherung an die bage- rische Volksportei, 3. die Einstellung des Zentrums als Re­gierungspartei, Nach den letzten Vorgängen im Zentrum zu urteilen, dürfte die Wirthkrise glatt überwunden werden, denn die Rückkehr Dr. Wirths zur Aeichstagsfraktion erscheint

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Das Ende

Bei den neuerlichen Erörterungen über die Zweckmäßig­keit der Lichsrheitsverhandlungen ist von politischer Seite ein bemerkenswerter Hinweis auf die ganze Tragweite der gegen­wärtigen außenpolitischen Entwicklung gemacht worden. Die­ser Hinweis bezieht sich darauf, daß das Zustandekommen eines Sicherheitspaktes gleichbedeutend wäre mit dem endgültigen Aufhören der Entente unter den 'alliierten Ländern. Unter den­jenigen 'Mächten, die am Sicherheitspakt beteiligt sind, würde dann eine vollständige neue Konstellation eintreten, innerh. der dem Deutschen Reiche eine gleichberechtigte Stelle eingeräumt werden könnte. Allem Anschein handelt es sich hierbei um einen Gedankengang, der vom Außenminister Dr. Stresemann ausgeht, und der durch den Gang der letzten diplomatischen Verhandlungen feste Gestalt anzunehmen beginnt. Schon die Anerkennung des Prinzips, daß die am Sicherheitspakt teil­nehmenden Mächte die Verpflichtung eingeben müßten, auch die deutschen Grenzen vor einem willkürlichen Ueberfall zu schützen, bedeutet einen völligen Umschwung der europäischen politischen Mächtegruppierung, die notgödrungenermaßen durch den Sicher heitspakt.zu einer noch großzügigren Lösung der internationalen ^acbiprobleme führen muß. Sollten die Staatsmänner das Werk des Sicherheitspaktes wirklich zur Vollendung bringen, dann würde demnach Deutschland zu denjenigen Mächten ge­hören, die dazu berufen find, im Falle einer Kriegsgefahr ihren Einfluß in die Wagschals zu werfen und an den Garantien für die (önnebaltung des Rechts- und Friedenszustandes mitzuwir- keu. Aus diesen Erkenntnissen erwachsen der deutschen Politik line Reihe von Aufgaben, die nicht nur die künftige gleichbe­rechtigte Stellung Deutschlands im Konzern' b^ europäischen Großmächte berühren, sondern die sogar darauf hinauslaufen, 'den künftigen Gang der europäischen Politik entscheidend zu beeinflussen .

5n den deutschen diplomatischen Kreisen hält man es für sehr wahrscheinlich!, daß sich die Staatsmänner Englands und d rank re ichs auch ihrerseits mit derartigen G öd ankeng äugen be- Maftigt haben, und daß sie an der Frage Vorbeigehen können, welche Rolle man Deutschland bei der künftigen Umgruppierung

Kräfte zuzuschreiben gedenkt. du dem Augenblick, wo man von den durch den Sicherheitspakt eingetretenen Rechtszustand sprechen kann, fällt der Begriff' der .Entente der alJierten Mächte" selbstverständlich weg. England, 5fallen, Belgien und

I gesichert. Möglich ist aber, daß ein Wechsel in der Führung ' der Reichstagsfraktion eintritt, die man wieder unter die Lei­tung des früheren Reichskanzlers Dr. Marx bringen will.

Eine Waffenfabrik in England vollständig medsrgebrannt.

wtb. London, 26. September. telef. Wie derB. Z. aus London gemeldet wird, find Me Werke der Waffen und Ma- schinen-Fabrik Vickers in der Grafschaft Kent vollständig Wedergebrannt. Man vermutet Brandstiftung.

Der Lkelettfund bei Mainz aufgeklärt.

wtb. Mainz, 26. Sept. telef. Zn dem Skelettfund in Wal- lertycim wird dem Mainzer Anzeiger berichtet, daß es sich bei aufgefundLnen Menschenknochen um Präparate handelt, die jedenfalls früher Eigentum .eines Arztes oder Studenten wa­ren. Die Mordgeschichte, die in der Umgegend nicht gelinde Aufregung hervorgerufen hatä?, hätte somit ihre Aufklärung gefunden. i

Ar ErntesiüÄrn in Mroßen.

Auf Grund des Bundesratsbeschlusses vom 3. Mai Dl I haben die Ortsbehörden (Städte, Landgemeinden, Gutsbezirke) Ende Mai bis Anfang Suni -jedes Jahres den Anbau der wich­tigsten Feldfrüchte gemeindeweise festzustesien, so-wie er sich nach Berücksichtigung der Auswinterungen, Umpflügungen usw. darstelit. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einem Ueberblick der »Statistisch on (Korrespondenz, des amtlichen Publi- kationsorgans des Preußischen Statistischen Landesamts, ent­nimmt, Ifinb diesmal rund 264 000 ha. mehr an landwirtschaft­lich genützter Fläche erfaßt worden als im Vorjahr; für 1924 war eine Zunahme von rund 133 000 ha gegen das Vorjahr festgestellt worden. Diese überraschend starke Vermehrung der Fläche ist jedoch! wohl nicht auf eine tatsächliche Ausdehnung des Anbaus zurückzuführen, sondern so gut wie ausschließlich auf eine bessere statistische Erfassung der Fläche. 5n diesem Sinne muß auch! ein großer Geil der nachfolgenden Angaben gewertet werden. Am stärksten ist die Zunahme beim Brotge­treide. . Der Winterroggen weist ein Wehr von rund 429 000

der Entente ?

Frankreich dürfen neben dem LicherhÄtsabkommen keine ande­ren Bündnisverträge .mehr Keimen, sondern für sie gilt nur noch die Verpflichtung, die politischen, rechtlichen und morali­schen Vindlmgen des Sicherheitspaktes anzuerkennen. Deutsch­laud, das bisher einer mehr oder weniger geschloffenen Front der Alliierten gegenüber stand, wird aus feiner isolierten Stel­lung befreit und hat als Vertragspartner den Anspruch darauf bei etwaigen Streitfragen ein Mitbesti mmungsrecht geltend zu machen.

Dies find .nach Auffassung führender politischer Kreise die moralischen und ideellen Vorteile, die Deutschland aus dem Zustandekommen eines Sichsrheitspaktes ziehen könnte. Auf der anderen Seite ist die Frage zu Julien, welche 'Nachteile sich aus dem Sicherheitspakt für Deutschland ergeben werden. Da ist zunächst die Frage der Garantierung der gegenwärtigen Grenzen, die defakto bedeutet, daß Deutschland jeden Versuch aufgibt, Elsaß-Lothringen zurückzugewinnen. Dieses schwere Opfer kann auch keineswegs dadurch abgeschwächt werden sol­len, daß man behauptet, es könnte sich in später Zukunft ein­mal eine Möglichkeit herausstellen, auf dem Wege gütlicher Vereinbarungen die elsaß-lothringische Frage neu zu regeln. Ein solcher Gödankenga-ng ist vorläufig viel zu abwegig als daß er in irgend einer Hinsicht als Entlastungsargument angeführt werden dürfte. Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus dem ganzen System der Schiedsge ii chtso ertrage. Wenn auch vom vornherein die Gefahr beseitigt ist, daß Frankreich sich als Ga­rant für die Sicherstellung der Schiedsverträge im Osten auf- spieleu könnte, so bedeutet der Schiedsgödanke von vornherein den moralischen Zwang, sich dem Urteilsjprud) juristischer Or­gane zu unterwerfen und auf jedes Mittel der Politik, sich andetweit Recht zu verschaffen, zu verzichten.

Am schwerwiegendsten aber ist die Forderung der anderen Länder, Deutschland müsse dem Völkerbund angehören, wenn es zum Licherheitspakt zugelassen werden will. Die Zugehörig­keit zum Völkerbund bedingt gleichzeitig die Preisgabe einer völlig unabhängigen Stellung und die Uebernahme neuer mora­lischer Verpflichtungen, die internationalen Verträge zu wah­ren und sich den Beschlüssen des Völkerbundes zu unterlwerfen. Darum wird die deutsche Politik mit größter Vorsicht alle positiven und negativen Momente abschätzen müssen, ehe sie sich auf unabsehbare Zeit hinaus bindet.

Ha, der Winterweizen ein solches von 104 000 ha, auf, während die Sommsrfrüchte zum Seil erhebliche Einbuße erlitten haben. 5m ganzen beträgt die Zunahme beim Brotgetreide 455 632 ha 11,2 Prozent gegen 1924; hinter dem Anbau von 4913 bleibt der diesjährige allerdings immer noch um 436 049 ha = 8,8 Prozent zurück, übersteigt aber den von 1923 um mehr als 380 000 ha = 9,3 Prozent. Das gesamte Getreide hatte bereits im vorigen Sahre einen Zuwachs von rund 200 000 ha gegen 1923 aufgewiesen. Diese 'Zunahme hat sich jetzt ver­stärkt fortgesetzt, der gesamte Getreideanbau beträgt nämlich 7 830 gegen 7 456 009 ha des Vorjahres; das bedeudet ein Mehr von 374 092 ha oder 5 Prozent. Hier macht der Fehl­betrag gegen 1913 im ganzen 582 ha 6,9 Prozent aus. Bei den Hülsenfrüchten ist im allgemeinen eine Abnahme gegen das Vorjahr festzustellen, besonders bei den Erbsen, Peluschken und Wicken, ebenso beim Gemenge aus Getreide und Hülfenfrucht. Die Hackfrüchte zeigen im allgemeinen eine Zunahme, die Kar­toffeln sogar eine solche im Vergleich mit 1913; bei den Zucker­rüben bleibt immer noch ein erheblicher Fehlbetrag {10 Pro;-) gegenüber dem Frieden. Bei den Futter-, Kohl-, Mohrrüben und den sonstigen Hackfrüchten scheint eine langsamere 2fb^ lwärtsbowegung eingetreten zu sein, als sie noch im Vorjahr festgestellt werden konnte Auch jetzt liegen diese Fruchtarten immer noch erheblich unter dem Stand von 1913. Die feld­mäßig gebauten Gartengewächse haben gegen das Vorjahr un­erheblich zugenommen, von den Futterpflanzen zeigt einzig Ser­radelle eine starke Abnahme, wobei aber diese Zruchtart, ebenso wie Luzerne, immer noch mehr angebaut wird als im Frieden. Der Anbau von Raps, der besonders infolge Auswinterungen i. 5. 1924 um 7000 ha. zurückgegangen war,-hat fast weitere 2000 ha. verloren. Die Brache ist mit 18 Prozent erheblich gegen das Vorjahr eingeschränkt worden, so daß sie jetzt sogar um 11 Prozent unter der Fläche von 1913 liegt, ebenso hat die Ackepweide erneut db,genommen, ist aber immer noch etwas größer als im Frieden. Das Ackerland einschließlich Brache und Ackerweide hat gegen 1924 um 255 341 ha zugenommen, die Wiesen um 19 464 ha, während die Weiden 11 107 ha einge- 'büßt haben. Insgesamt beträgt der Fehlbetrag gegen 1913 nur noch 264 577 ha, kann also, zumal in Anbetracht der tatsäch­lichen Veränderungen in der Bodenbenuhung, als recht gering­fügig bezeichnet werden.

Jeutschllmd und die Kolvvdrlfrage.

Von unserem Berliner Mitarbeiter wird uns unterm 24. September geschrieben:

!5n dem Augenblick, wo das deutsche Reichskabinett um schicksalsschwere Entscheidungen hinsichtlich der bevorstehenden 'Sicherheitsverhandlungen konferiert, kommt aus Brüssel eine offensichtliche Suggestionsmeldung, die darauf berechnet ist, die öffentliche Meinung in Deutschland zu beeinflussen, und sie für eine schnelle Entschließung hinsichtlich des Eintritts Deutsch­lands in den Völkerbund zu annimieren. Die dem belgischen Außenminister Vandervelde nahestehende Brüsseler Zeitung Peuple" meldet nämlich, daß man in Genf darüber berate, .Deutschland für den schnelleren Völkerbünde intritt die Rück­gabe von Geilen der ehemals deutschen Kolonien von Eogo und Kamerun unter deutsches Mandat anzubieten. Um diese belgi­sche Meldung noch glaubhafter zu machen, wird jetzt aus Lon­don auf Geheiß desZoreign Office von englischer Seite ein langer Kommentar verbreitet, durch den man den Anschein zu erwecken sucht, als handele es sich dabei um einen ausgespro­chenen englischen Vorschlag, denn die an Deutschland zu ver­gebenden Mandate seien jetzt in englischen Händen. Es ist .da­her notwendig, daß man deutscherseits die Gelegenheit ergreift, nm auf diese Eendenzmeldungcn einzugehen um ihren eigent­lichen Eharakter zu enthüllen. Zunächst muß 'festgestellt werden daß die deutsche Regierung schon bei Eröffnung der Verhand­lungen über den Eintritt in den Völkerbund an ihrem ersten Memorandum die Forderung aufgestellt hat, Deutschland ver­lange in Bezug auf die koloniale Betätigung das Recht der gleichmäßigen Behandlung mit den anderen Ländern und for­dere aus diesem Grunde, Mandate auf seine früheren Kolonien zu erhalten. Auf diesen deutschen Einwand hin haben die Völker bundmächte bisher vollständig geschwiegen, sie haben es sogar nicht einmal für notwendig gehalten, die deutschen Forderungen auch nur oberflächlich zu diskutieren, detzt ergreift man plötz­lich die Snitiatioe dazu, um Deutschland den Eintritt in den Völkerbund so schmackhaft wie möglich zu gestalten und ihm Geschenke anzubieten, die nach deutscher Auffassung weiter garnichts darstellen würden als eine reine Selbstverständlichkeit Die alliierten Regierungen, die im Versailler Vertrag Deutsch land das Recht auf koloniale Betätigung abgestritten haben, würden, wenn sie wirklich ernsthaft die Älbsicht verfolgen, ein derartiges Angebot zu machen, zum ersten Male genötigt sein, die Unwahchaftigkeit der Argumentationen des Versailler Vertrages anfzüdecken. Dieser kleine 'Fortschritt bedeutet aber keineswegs eine 'Erfüllung der deutschen Wünsche auf Gleich-