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Ful-aev Kreisblatt, Anzeiger für Rhön und Bovelsberg, Fulda und Haunetal

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Kummer 224 Renstag, den 29. September 1925. 59. (2) Jahrgang

Beginn der Sicherheitspatt-Konferem am 5. Oktober in Lorarno.

Wtb. Berlin, 28. Sept. telef. Der amtliche englische Funk dienst meldet. Es därf nunmehr sals feststehend betrachtet .wer­den, daß die bevorstehende Konsprsenz über den LicherheitSpakt in Locstrno stattfindst und am 5. Oktober beginnen wird. Bei der Ueberreichung der deutschen Antwort aus die alliierten Lin- ladung ?ur Paktkonforenz, hatte der deutsche Botschafter in Lottdon mit Lhamberlein eine Autesrveidung über die Stellung der deutschen Regierung zu den zur Erörterung stehenden Fragen.

Winlevö,

Svrsitzrnder der Konferenz?

Berlin, 28. Sept. (Erg. Lnformationsd.-Lel-lgr.) Wie wir Erfahren, ist die Abreise der deutschen Delegation zur Si- cherheitsstonslerenz für Sonntag, 4. Oktober, vorgesehen. Man hat sich deutscherseits entschlossen, keinfcn größeren Apparat mo­bil zu machen, zumal das Schwergewicht auf den politischen Ver- Haadlungen, nicht abejr auf den technischen Linzelerörterungen liegt. Es liegt keinerlei Beraulassung vor, außer den beiden deut scheu Delegierten Reichslrauzlor Dr. Luther und Außewmimstck Dr. Stresemann und den vorgesehenen zwei Beratern noch wei­teres Personal der deutschen Delegation â; »gliedern. Nach vorläufig noch unbestätigten Mitteilungen soll der Borsitz der Konferenz in die Hände des franszösischen Ministejrpräsidelllou Paiuleve gelegt werden, wenn her italienische Ministerpräsident Mussolini darauf verzichtet, an den Verhandlungen persönlich tcUzunohmen. Die deutsche Delegation hat, wie besonders her- vorgehoben werden muß, vorläufig noch keinen Paktentwurf ansgeuââ^dg man sich streng an die Boracbeiteu der juri­stischen Sachverständigen halten will, die als Sruudlalge für die Paktverhandlungen vorgesehen sind.

Das Schicksal des Saarsebirles auf der Konferenz.

Berlin, 28. Sept. (Eig. Snformationsd.-Telegr.) Wrie wir von unterrichteter Leite ersah r-en, hat die Lieichsregihrung bei ihren Borbessieituitgen für die Sicherheitskonferenz das Schick­sal des Stadtgebietes in bett Bardergpund ihrer Erwägung ge­stellt. Ueber diese Frage worden Zwischen Deutschland und Frankreich oorajussichtlich sehr lebhafte Lonherverhand! ungetr ein setzen, deren Fiel es ist, die Voraussetzungen für einte befriedi­

Aach der Ueberreichung der deutschen Antwort.

Die Antwort der Reichsregierung auf die alliierte Eiu- ladung befindet sich nunmehr in den Händen der alliierten Re­gierungen. Da eine Veröffentlichung ihres Wvrtl. nicht vor Dienstag vorgesehen ist, wird gegenwärtig noch über Momente, die mit den Vorbereitungen zur Sicherheitskonferenz in Zu­sammenhang stehen, und die bei der Ueberreichung der Note den Gegenstand mündlicher Erklärungen der deutschen Ver­treter gebildet haben, von den beteiligten Kreisen Stillschwei­gen bewahrt. Nachdem jetzt auch der Auswärtige Ausschuß des Reichstages seine Zustimmung zu den Beschlüssen des Neichskabinetts und zu der Annahme der alliierten Einladung gegeben hat beschäftigt man sich in den führenden politischen Kreisen sehr eingehend mit Hem Programm, bas die deutschen Unterhändler auf der Sicherheitskonserdnz zu vertreten haben werden. Dabei ist man sich vollkommen klar darüber, daß es auch dies Mal darauf ankommen wird, außerhalb der Konferenz ^ine Reihe von wichtigen Problemen gzu klären, die nicht un­mittelbar zu dem offiziellen Tagungsprogramm gehören. Deutsch land will, daß mit dem Abschluß des Sicherheitspakles fämt- liebe Unstimmigkeiten, die noch in der Entwaffnungs'frage be- wen,. restlos geklärt Wehden. Dazu gehört daß die Lntvrallüer

Militärkontwlle jetzt ihre Mission beendet utib daß man eublirf) anerkennt, wie wenig bet Vonvurf berechtigt ist, Uvutschland hätte feine Abrüstungsvorpflichtungen nicht völlig Erfüllt. Eine große Rolle wird auch die Frage des Eintritts in

Völkerbund zu spiel^p haben, die der deutschen Regierung ^egenheit geben wird, die von Deutschland geforderten Ga- Wiw für die gleichberechtigte Stellung Deutschlands inner- Mb-es Völkerbundes zur Erörterung zu bringen. Alle Par- f sn Wen den Standpunkt des Außenministers gebilligt, daß ni Eintritt <n den Völkerbund nur dann in Frage kommen ^onn, wenn die deutschen Bedenken hinsichtlich des Artikels 16 'Wigt sind und wenn man den Prinzipien auf Wiederhorstel- ^"S der kolonialen Gleichberechtigung Deutschlands Rechnung ^o-gl.

Was die mit dem Sicherheitspakt zusammenhängenden ^.gen anbetrifft, so ist von größter Bedeutung, welche Rege-

vas Rheinlandregime erfahren soll. Der französischeMa-

gende Lösung das Lahssproblems zu schaffen. Frankreich scheint auf die im Friedensvertrag vorWsehenje Volksabstimmung nicht verzichten zu wollen, sodaß .es jetzt Aufgabe der deutschen Re­gierung sein wird, chrjel glänze Aufmerksamkeit auf die Sicher­stellung einer einwandfreien Abstimmung zu konzentrieren. Aus diesem Grunde verlangt bte deutsche Regierung die Schaffung eines Lasarparlaments, das seine Vertretung der jlcharländischen Bevölkerung darfielleu soll.

Der Arbeitsplan des Preußenparlamentes.

wtb. Berlin, 28. Sept. telef. Der Aoltestonrat des Preu­ßischen Landtapes hat heute vormittag erneut über die geschäft­liche Lage beraten. Nach Erledigung des Wohlfahrtshaushal- tes, wird der Hiandelshapshalt den Landtag noch in der laufen­den Woche beschäftigen. Es tritt dann die geplante Pause bis 12. Oktober ein.

Keine Erzförderung auf Zeche Hamel.

wtb. Oberhausen, 28. Sept. telef. Die Erzfördernng auf Zeche Hantel ist vollständig zum Stillstand gekommen. Der er- foffene Schacht 2 ist voWLudig verschlammt und verloren. Der in unmittelbarer Nähe gelegene Schacht 4 ist vollkommen unver­sehrt geblieben. Sw Feche Sacobi ist die Belegschaft wieder eingefahren und hrit den Awfräumungsarbeiten beschäftigt. Sou stige Störungen der benachbarten Betriebe sind nicht zu vecheich- nen. (Siehe hierzu chuh unter Rubrik: Aus der Eagesgeschichle. Die Red.),

Rückreise der oesterreichischen Pressevertreter.

wtb. Dresden, 28. Sept. telef. Die Oesterreichischen Presse­vertreter haben heute vormittag io,45 Uhr mit dem fahrplau- mäßigew Schnellzug über Nürnberg die Heimreise nach Oester­reich angetreten.

Ein 40000 Zähre alter Menschenschädel bei Erfurt gefunden.

wtb. Erfurt, 28. Sept. telef. Sm Ehringsdorfer Stein­bruch fand der Präfervator des Weimarer Museums in ei­ner Aschenschicht.einen etwa 40 000 Sahre alten Menschenschä­del, der heute dem Weimarer Museum übergeben wurde.

tin" behauptet, Deutschland könne in der Frage Rheinlandbe- satzung auf wesentliche Zugeständnisse Frankreichs rechnen. Das Blatt spricht von einer vollkommenen Umänderung des Be- satzungsregimes, aber e s macht noch keine Andeutung darüber wie sich die französische Regierung zu der Forderung auf Be­seitigung der Rheinlandbesetzung verhalten wird. Soweit wir über den Standpunkt des Reich-skabinetts unterrichtet sind, -be­absichtigt Deutschland, eine Reihe von Vorschlägen zur Er- örtrung zu stellen, die nach Ablauf einer bestimmtne Frist die Zurückziehung sämtlicher alliierten Besatzungstruppen aus dem besetzten rheinischen Gebiet vovsieht. Eine Sicherung des Frie­dens wäre für Deutschland nur dann gegeben, wenn die Okku­pation deutschen Gebietes endgültig aufgehört hat zu bestehen. Auch dafür muß gesorgt werden, daß bei der Räumung der nördlichen Rheinlandzone die zurückgezogenen Ententetruppen nicht etwa in andere Gebiete des besetzten Rheinlandes verlegt werben.

Was die Ostgrenzen anlangt, so würde Deutsch-land nie die Verpflichtung eingehen, den gegenwärtigen Besitzstand Polen an der deutschen Grenze als rechtlich, bindend anzuerkennen. Deutschland verlangt, daß auf friedlichem Wege eine Grenze im Osten erfolgt, die den deutschen Lebensinterchen Rechnung trägt und die ungerechtfertigte Regelung beseitigt, die man bisher auf Grund einseitiger Machstsprüche gegenüber Deutschland getrof­fen -hat. Sm der Schiedsgerichtsfrage vertritt Deutschland den Standpunkt, daß jede Sanktionsmöglichkeit und jöder gewalt­same Eingriff nicht in Betracht gezogen werden darf, insbe­sondere müsse bei dieser Gelegenheit eindeutig festgestellt werben, daß keine Macht aus irgendwelchen Bündnisverträgen das Recht herleiten darf, deutsches Gebiet mit ihren Eruppen zu passieren. Die Schiedsverträge im Osten sollen auf jeden Fall durch besondere Vereinbarungen zwischen Deutschland und den beteiligten Ostregierungen abgeschlossen werden, ohne daß Frankreich seinen Anspruch, als Garant aufzutreten, aufrecht­erhalten werben darf.

3n seinen Beziehungen zu landeten Mächten will sich Deutschland durch bett Sicherheitspakt absolut keine Neuorien­tierung aufzwingen lassen, sodaß insbesondere bei einem Ein­

tritt Deutschlands in den Völkerbund keinerlei Rückwirkungen auf das Verhältnis zu Rußland in Betracht gezogen werden dürfen. Diesem deutschen Vorbehalt weöbe auf jeden Fall Rech­nung getragen werden müssen, denn Deutschland kann auf Grund seiner Lage an keinerlei Aktionen gegen Rußland teH- nehmen, die zur Folge haben würden, daß etwaige bewaffnete Konflikte auf deutschem Boden zum Austrag gelangen würden^ während Deutschland nicht in der Lage ist, mit feiner vollständig ohnmächtigen Wehrmacht von 100 000 Mann feinen liegenden Boden zu verteidigen. Mit aller Deutlichkeit wirb von den deutschen Regierungsstellen darauf hingewiesen werden, daß die deutsche Oeffentlichkeit nur dann für den Abschluß eines Sicberbeitspaktes zu gewinnen sein wird, wenn es gelingt, posi­tive Vorteile für bas deutsche Volk zu erzielen und das Maß der Verpflichtungen auf ein erträgliches Minimum herabzu­setzen. Das Programm, das die Reichsregierung aufgestellt hat enthält eine Reihe von Minimalforderungen, die von der Ge­genseite anerkannt werden müssen, wenn es zum Abschluß eines Sicberbeitspaktes kommen soll. Lehnt man die deutschen Forde­rungen ab, dann würden die deutschen Unterhändler notgedrun- genermaßen ohne jedes Ergebnis die Konferenz erlassen. Deutsch land befindet sich dies Mal in einer völlig unabhängigen Lage und kann darauf bestehen, daß man seinen Bedürfnissen Rech­nung trägt, ehe der Vertrag zustande kommt, dessen Verwirk­lichung die Ei überstell um g des europäischen Friedens, nicht aber die weitere Niederhaltung Deutschland .erzielen sollen.

Kanitz über die Lage der LandtvirMaft.

Königsberg, 26. September. Die Deutsche Landwirtschafts Gesellsthaft hielt heute vormittag in feierlicher Weise ihre 100. Hauptversammlung ab, der Reichsernährungsminister Graf Kanitz, der preußische Landwirtschaftsminister Steiger nnd Ver­treter der Reichs-, Staats- und Provinialbehörden teilnahmen die der Vizepräsident für den Gau 1 der Deutschen Landwirt- schaftsgösellschaft von Berg-lMarkienen in seiner Eröffnungsan spräche aufs herzlichste begrüßte. Nachdem die Versammlung den Vorstand ermächtigt hatte, die Verhandlungen über die Sonderausstellung 1926 in Breslau zu Ende zu führen, ergriff AeichsernÄhrungsminister Graf Kanitz das Wort und führte folgendes aus:

»Der Deutschen Landwirtschaft entbiete ich zu ihrer Lubi- läumstagung die herzlichsten Grüße der Reichsregie rang und verbinde damit meinen Dank für die Fülle erfolgreicher Wirk­samkeit, welche die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft inner­halb von 40 Mähren in zielbewußter dem Treiben der Tages­politik entrückter selbstloser Arbeit geleistet hat. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft hat gut daran getan, Ostpreußen als Stätte ihrer Subiläumstagung zu wählen; hat sie doch damit die engste Fusammengehörigkeit des Grenzlandes mit bem üb­rigen Deutschland betonen wollen. öch sehe darin weiter den Ausdruck der Erkenntnis daß die Aufgaben der Landwirtschaft in Ostpreußen besonders gewürdigt und die Nöte der Landwirt­schaft hier besonders stark empfunden werden. Ommer größer werben die Schwierigkeiten die sich einer intenstven landwirt­schaftlichen Betriebsführung entgegenfteUen. Wenn auch die notdürftigsten Grundlagen für eine normale Produktion durch das unendlich mühevolle Gesetzgebungswerk der Errichtung der Ventenbankkrebitanftalt, der Verabschiedung der Follvorlage und der Wiedereinführung der Einfuhrscheine geschaffen sind.

Wir müssen uns auch darüber klar sein, daß wir ans vor­aussichtlich noch viele Sahre einen großen Teil der nötigen Be­triebsmittel durch Personalkredit beschaffen müssen. Fu diesem Oweck gilt meine Sorge nicht so sehr einem weiteren Ausbau, als vielmehr einer Vereinfachung des PersonalkrediGeschäftes. Denn wir haben der Institute die sich mit Kreditgeben befassen, gar zu viele. Man schätzt die Fahl der heutigen Bankinstitute auf 5000 gegen etwa 2500 im Frieden. Es lastet heute wohl auf jedem Landwirt die drückende Sorge, wie die Verbindlich­keiten der nächsten drei Monate abgedeckt werden sollen. Lch hoffe daß es nach meinen letzttägigen ernsten Verhandlungen mit den leitenden Instituten in Berlin gelingen wirb, den aller- not, wendigsten Geldbedarf für die nächsten Monate schlecht und recht zu beschaffen. Allerdings kann das muß ich pflichtge­mäß mit vollem Ernst aussprechen keine Rede davon sein, daß die laufenden Wechsel und sonstigen Verbindlichkeiten in erheblichem Umfange uferlos prolongiert werden. Deutschlands Sein oder Nichtsein hängt davon ab, daß wir es unter allen Umständen vermeiden, die Notenpresse mehr als zulästig in Bewegung zu setzen, und letzteres wäre die unausbleibliche Folge wenn das moralische Verantwortungsgefühl der Wirtschaft in finanziellen Dingen nachließe.

Das deutsche Volk und alle deutschen Mirtschaftskreise bil­den heute zwangsläufig

eine Aotgemeinschatst auf Gedeih und Verderb. Das ist zwar eine ernste, aber kei­neswegs verzweifelte Situation, ba erst die Notgemeinschaft die letzten Kräfte weckt, um widrige Geschicke zu 'bannen und sich,