Einzelbild herunterladen
 

Hessische MsrgeilzeitMg

^.Hessische Morgenzeitung" erscheint werktäglich^ ^Hauph'chriftleituug : Generalmajor a. D. RembèZ

; (mittags um 1 Uhr), mindestens 6 Seiten stark. ! V V | v V; Druch und Verlag: Gutenberg-Buchdruckerei in !

ÜB

(mittags um 1 Uhr), mindestens 6 Seiten starb. ; 1 geben Samstag mit Beilage H. M. 3. im Bild, j i Bezugspreise: durch die Post bezogen monatlich I

Druch und Verlag: Gutenberg'-Buchdruckerei in ! Fulda, Busèckstrahe 7, Fernsprecher Nr. 653. j

o

' i,50 Mark ausschließlich Postgebühren ; bei der ; ^Zustellung durch unsere Träger 1,75 Mark.

Nr. 239

Md Aiklsberg, Salbu« Nd Hmmtal

Dienstag, den 20. Oktober 1925, mittags.

J Anzeigenpreis: für die 8 gespaltene Kolonelzcile ; 15 Psg., für die Reklamezeile unter Text 60 Pfg ; I Bei Wiederholung Rabatt nur nach Vereinbarung. |

a

ZS. (2.) Jahrgang

Seiet Kms! Alle Mm m Bord! Segel Oi!

Als Ende September vorigen Sabres die in Frankfurt gedrucktenFuldaer Nachrichten" ihr Erscheinen einstellten, standen die rechts gerichteten Kreise Fuldas, die dieses Blatt ins Leben gerufen und unterstützt hatten, vor einer schwerwiegenden Entscheidung: sollte man den Versuch, ein 1 ihren Belangen dienendes einheimisches Presseorgan zu gründen, noch einmal auf festerer Grundlage wiederholen, oder das politische Feld kampflos dem Gegner überlassen. I Neue Wahlen im Reich und in Preußen standen damals vor der Tür; für den kommenden Sommer 1925 war I außerdem mit der längst von allen nationalen Kreisen ge- forderten Reichspräsidentenwahl zu rechnen. Die politische Lage war für ein neu zu gründendes Zeitungsunternehmen

r

V F r

r

i

i

r

L

s

günstig. Aber es galt schnell zu handeln! Trotz der großen Krisis, Die schon damals das wirtschaftliche Leben beherrschte, trotz der schon damals bestehenden Geld- und Kreditnot, gelang es den tatkräftigen bisherigen Freunden derFuldaer Nachrichten", das gesteckte Ziel zu erreichen. Allerdings hatte man manche Wünsche zurückstecken müssen, auf vieles schließlich verzichtet, was man noch kurz vorher als unent­behrlich bezeichnet hatte. So trat Anfang Dezember 1924 dieHessische Morgenzeitung" in die Öffentlichkeit! Gerade noch zur richtigen Zeit, um sich an dem Wahlkampf im Reich und Preußen zu beteiligen. Aber schon hier zeigte es sich, daß die Gründer des neuen Unternehmens Bindungen eingegangen waren, die im Laufe der 3eit das Wachsen und Gedeihen der Zeitung ungünstig beeinflussen mußten. Ein altes Sprichwort sagt schon:Niemand kann zween Herren dienen."

Wenn diese zwo Herren aber zwei fast sich als Anti­poden gegenüberstehende politische Parteigruppen sind, so ist es wohl klar, daß eine politische Tageszeitung, die diesen zween Herren dienen soll, sich nur für einen der beiden entscheiden kann. Die heftigen politischen Kämpfe, die mit den Dezemberwahlen nicht ihr Ende, ja nicht einmal ihren Höhepunkt erreichten, ließen die scharfen Gegensätze zwischen

oiesen beiden Gruppen schnell hervortreten. DieHessische Morgenzeitung" stand daher bald am politischen Scheideweg; j

konnte nur den Weg einschlagen, den ihr die zahlen- j Wg stärkste Gruppe wies und den der bei weitem größte ^eil der Leser gehen wollte. Das war der Rechtskurs!

der Leser gehen wollte. Das war der Rechtskurs! ! in den Weg stellen, dessen sind wir gewiß. $05 war der Kurs, der nach des Reichspräsidenten Eberts j ihrer werden wir Herr werden!

Aber auch

Unser Wahlspruch fei:

i

I i

Tode zumReichsblock" führte, der im zweiten Reichs- prästdentenwahlgang unseren verehrten Generalfeldmarsch all v. Hindenburg auf den Schild hob.

Daß dieser Kurs hier in Fulda, wo zwei Drittel der Bevölkerung für denVolksmann" Marx eintrat, auf den heftigsten Widerstand stieß, ist bekannt. Offen und versteckt suchte man die Zeitung zu bekämpfen, zu diskreditieren und zu sabotieren. Dazu kamen langwierige Auseinandersetzungen im eigenen Lager, die im Verein mit den technischen Un­vollkommenheiten des Betriebes wir erinnern unsere Leser nur an die täglich in geradezu unglaublicher Anzahl auf­getretenen Druckfehler, auf Aussehen, Inhalt und Umfang der Zeitung ungünstig einwirken mußten. Wenn Besitzer,

'i Kapitän und Mannschaft eines Schiffes 4 nicht in treuer : Kameradschaft zusammenstehen, wenn sie nicht alle, jeder an - seinem Platz, ihr Bestes einsetzen für das Fahrzeug, das sie ! alle trägt und ernährt, dann wird das Schiff gar bald ein j Spielball der Wellen. So erging es auch unserer Brigg. : Aus Sorge vor Havarie ließ der Reeder das Schiff ins seichte Wasser führen; zwar brauchte er nun nicht mehr die ! schwarzen Klippen zu fürchten, an denen das Schiff bei j richtigem Kurs hätte vorbei fahren müssen, aber dafür ver- : zichtete er für immer auf die offene, freie See. Plan- und ziellos schaukelte unser Schiff in der Nähe des Ufers ent- ! lang. Schon wartete das schwarze Klabautermännchen auf j einen günstigen Augenblick, um sich an Bord zu schleichen : und so den Schiffsuntergang herbeizuführen. Das durfte : nicht fein! Und wenn es schwere Opfer kosten würde, unser j Schiff mußte gerettet werden. Und es gelang!

Wie unsere Leser wissen, ist dieHessische Morgenzeitung" in den Druck und Verlag der neugegründeten Gutenberg- : Buchdruckerei übergegangen. Politisch wird sie den Kurs ! steuern, den sie bei den Wahlen des letzten Winters ein- I geschlagen hatte. 3m neuen Gewände, reichhaltiger, besser nach Form und Inhalt, wird sich unsere Zeitung den Lesern vorstellen. Unser ernstestes Bestreben wird es sein, in treuer Kameradschaft die Belange unseres Blattes zu fördern.

Ein Wille, ein Weg, ein Ziel!

I Noch haben wir nicht alle Schwierigkeiten überwunden, noch manches Hindernis wird sich uns plötzlich hemmend

i.Am Mten zm Stab sich erhalten

44