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Hessische MorgenzeitW

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Mdm Kkeistlm, Anzeiger für Rhin

md UMeU Aldn- Nd Nutini

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Nr. 256

Freitag, den 13. November 1925, mittags.

59. (2.) Jahrgang

E8

Eine neue polnische Unverschämtheit.

TA. Danzig, 12. Nov. Die in Danzig erscheinende ZeitungEcho Gdanski" berichtet, daß kürzlich in Danzig eine Versammlung stattsand, die die Gründung eines Versms ehemaliger polnischer Aufstündr jer und Krieger in Danzig zum Zitle hatte. Sie war von dem ehemalig su Ausständigen in Großpolen, Hoff­mann, einberusen worden. Hierzu schreiben dieDanziger Neueston Aachrichten-:Die Nachricht von öer Gründung eines polnischen Ver­eins der Ausstündigen und Krieger in Danzig wird hier einige Ats- regung hervorrufen. Aus Pol^n vertreibt man Danziger Staats­angehörige, die sich nichts zuschulden kommen ließen; was würde man mit ihnen gemacht haben, wenn es ihnen eingefallen wäre, einen Ver­ein für Waffenfpiele Danziger Lands­leute in Polen zu gründen. Soll die Taktik der Provokationen von polnischer Seite wieder von neuem beginnen

Die Veröffentlichung der

Entwaffnungsnoten.

Berlin, 13. Nov. Die Regierung Luther ist nunmehr von deutschnationaler Seite auf­gefordert worden, den letzten Notenwechsel mit der Botschafterkonierenz über die Ent­waffnungsfrage der Oeffentlichkeit bekannt zu geben. Wie wir erfahren, hat die Regierung sie Bekanntgabe der Dokumente für Mitte nächster Woche in Aussicht gestellt. Inzwischen sind Verhandlungen mit den alliierten Regie­rungen über den Zeitpunkt und über die Form der Veröffentlichung des Notenwechsels ein- gelesiet worden. Vorläufig ist eine Einigung drüber zustande gekommen, daß die gleichzeitige Vekanntgabe der beiderseitigen Mitteilungen am Mittwoch der kommenden Woche erfolgen soll.

Italien und Sowjetrußland.

TU. Berlin, 12. Nov. Den Abendblättern zufolge veröffentlicht der Sowjetbatschafter io London ein Kommunique, worin die Mel­dungen von einem Geheimvertrag zwischen Italien und Sowjetrußland neuerdings mit aller Entschiedenheit für falsch erklärt werden.

Amerika und Locarno.

Nächste Woche Auswärtiger Ausschuß.

Berlin, den 13. November 1925. (Drahtmeldung.)

Wie wir hören, beabsichtigt die Reichsregierung in der nächsten Woche nach Bekanntwerden der alliierten Beschlüsse über die Rückwirkungen sofort den Auswärtigen Ausschuß des Reichstages einzuberufen. Bei diefer Gelegenheit wird der Außenminister Dr. Stresemann über den Verlauf der diplomatischen Unterhandlungen mit den alliierten Regierungen berichten, bei denen, wie jetzt bekannt wird, sehr interessante Momente eingetreten sind, die namentlich im Hinblick auf die künftige Gestaltung der politischen Be­ziehungen zwischen den am Vertrage von Locarno beteiligten Mächten von großer Bedeutung sind.

Die Absichten Tschitscherins.

Berlin, den 13. November 1925. (Drahtmeldung.)

Von unterrichteter Seite erfahren wir, daß der russische Außenminister Tschitscherin nicht vor Mitte Dezember nach Rußland zurückkehren will. Er will nach der Unterzeichnung der Locarno-Verträge mit den französischen Außenminister Briand und wahrscheinlich auch "mit dem ^'englischen Außen­minister Chamberlain Fühlung nehmen, um den bekannten russischen Vor­schlag, auch für den Osten bestimmte Sicherungsverträge einzugehen, zur Erörterung zu bringen. Tschitscherin hält es für selbstverständlich, auch mit dem deutschen Reichskanzler Dr. Lulher und dem Außenminister Dr. Strese­mann erneut in Fühlung zu treten. Eine Zusammenkunft zwischen ihm und den deutschen Staatsmännern ist ebenfalls kaum vor dem 10 Dezember zu erwarten. Die angeblichen russisch-italienischen^Bündnisverhandlungen, von denen in der letzten Zeit sehr viel die Rede war," scheinen neuerdings aus dem Bereich der Möglichkeit gezogen worden zu sein. Tschitscherin hat bisher noch keinerlei Dispositionen getroffen, die auf eine Begegnung zwischen ihm und Mussolini schließen könnte.

Zusammentritt des Reichstages am 20. November.

TU. Berlin, 12. November. Der Aelteftenrat des Reichstages hat heute nachmittag beschlossen, den Reichstag zu Freitag, den 20. Nov. zwei Uhr nachmittags, einzuberufen. Am Freitags und fSonnabend werden der italienische und russische Handelsvertrag in erster Lesung beraten werden. Am Montag, den 23. November beginnen die Beratungen über den Locarno­vertrag. Die Frage, ob zur Annahme dieses Vertrages eiue Zweidrittel­mehrheit erforderlich ist, wurde von keiner Seite im Aeltestenrat angeschnitten, da noch ein juristisches Gutachten hierüber erwartet wird.

Der in

Trotz

Reichspräsident

Karlsruhe und Darmstadt.

des sehr ungünstigen Wetters

TU. New Park, 12. Nov. (Kabeldienst) Tas Interesse an deu Verhandlungen über "ocarno tritt hier seit gestern wieder mehr in den Vordergrund. Luthers Rede wurde allerdings nur auszugweise und kommentar­los abgedruckt. Dagegen findet der deutsch- »ationale Teilbeschluß zu Locarno mehr Be­achtung. Man hört vielfach die Ansicht, d ß die Deutschnationalen zuletzt doch umfallen werden.

Die britische Erklärung über die Rückwirkungen von Locarno.

TU. London, 12. November. Wie der amtliche englische Funk­spruch meldet, wird in den nächsten Tagen eine wichtige Erklärung über weitgehende Erleichterungen in der Rheinlandbesatzung abgegeben werden. Zn der Erklärung werden voraussichtlich auch die mit einander verknüpften Fragen der Abrüstung Deutschlands und der Räumung des Kölner Gebietes berührt werden.

Die deutsch-englischen Wirtschafts-Verhandlungen. TU. London, 11. Nov. Die eng- Nchen und die deutschen Sachver­ständigen, so schreibt dieDiploma­tische Korrespondenz," haben gestern ^ne langwährende nnd lebhafte ©iss aussion gehabt. Die deutschen Sach- ^ständigen behaupteten, daß die ^ae-Kenna-Zölle und ihre Ausle- MNg den Geist des Handelsvertra- r und dem dazu gehörigen Proto- widersprächen, während die eng- "'chen Sachverständigen nicht in der waren, eine Aufhebung dieser zu versprechen, auch nicht zu

Insten Deutschlands.

Die Verhandlungen über dieRückwirkungen".

TU. Berlin, 12. Nov. Ueber die Verhandlungen der'sogenannten Rückwirkungen erfährt die Telunion von zuständiger Stelle: Ursprünglich war in Aussicht genommen, daß die Rüumungsangelegenheit von dem tech­nischen aus den diplomatischen Weg gebracht werden solle, um" ihre Er­ledigung zu beschleunigen. Aber auch dieser Weg hat sich âschleppend er­wiesen, da die Botschafterkonferenz nicht so schnell arbeitet, wie man er­wartete. So ergab sich eine Verzögerung, die, wie der diplomatische Kor­respondent derWestminister Gazette" bemerkt, wohl^auch auf Mißverständ­nisse innerhalb der alliierten Regierungen zurückzuführen ist. Auf englischer Seite besteht der Wunsch, bis zum Dienstag, an dem Chamberlain seine Rede halten wird, den gesamten Komplex der Fragen zu erledigen. Da aber die Botschafterkonferenz erst am Montag -tagt, ist es möglich, daß sich die Erledigung der Räumungsfrage und ihre Veröffentlichung nach etwas verzögert, während man damit rechnet, daß am Montag oder spätestens am Dienstag, die üblichen Rückwirkungen insgesamt bekanntgegeben werden.

bei kaltem Nordoftwind schneit und regnet es hatte eine ungeheure Menschenmenge den Marktplatz vor dem Rathaus besetzt, um den Reichspräsidenten auf seiner Fahrt zum Rathaus und von dort aus zu dem am Schloßplatz gelegenen Präsidialgebäude zu begrüßen. Ein vieltausendfacher Hochruf pflanzte sich auf der kurzen Fahrt fort. Zn in den Räumen d. Präsidialgebäudes, dessen behagliche und intime Einrichtung für klei­nere Empfänge besonders geeignet ist, nahm der Reichspräsident von Hindenburg mit den Mitgliedern der badischen Regierung und einigen hinzugezogenen Gästen, darunter auch dem Landtagspräsidenten ein Frühstück ein, in dessen Verlauf die offiziellen Be­grüßungsansprachen gehalten wurden.

Nachmittags fand im Staatsministerium ein Tee statt, an dem u. a. auch Dr. Eckener teilnahm. Gegen Abend wurde die Reife nach Darmstadt fortgesetzt. Die Verab­schiedung am Bahnhof, zu der der Staats­präsident und die Minister erschienen waren, vollzog sich mit großer Herzlichkeit.

Pünktlich 8,10 Uhr traf der Zug mit dem Wagen des Reichspräsidenten auf dem Hauptbahnhof Darmstadt ein. Zn seiner Begleitung befanden sich Staatssekretär Dr. Meißner, sein Sohn und Adjutant Major von Hindenburg» der hessische Minister des Innern, Brentano, sowie der hessische Ge­sandte in Berlin, Freiherr von Biegeleben. Nach kurzer Begrüßung auf dem Bahnsteig, wo sich die Spitzen der Behörden eingefunden hatten, begaben sich die Herren in ihre Autos. Zm ersten Wagen nahm Reichs­präsident von Hindenburg und Staatspräsi­dent Ulrich Platz; die weiteren Wagen mit dem Begleitpersonal des Reichspräsidenten und den Herren des hessischen Ministeriums folgten in kurzen Abständen. Als sich die Autos in Bewegung setzten, intonierte die Schupokapelle unter großer Begeisterung der nach Tausenden zählenden Menge das Deutschlandlied.

Auf der Fahrt zu der Wohnung des Reichspräsidenten Hotel »Zur Traube", ins­besondere wieder in der Rheinstraße, wo auf beiden Seiten akademische, kamerad­schaftliche, turnerische und sportliche Vereine mit über 7000 Mann Spalier bildeten und Fackeln trugen. Langsam und unter fortge­setzten begeisterten Hochrufen auf den Reichs­präsidenten von Hindenburg fuhren die Autos durch die magisch-festlich beleuchteten Spaliers. Reichspräsident von Hindenburg, sichtlich erfreut, neigte sich immer wieder dankend der Menge zu.

Nachdem Hindenburg im HotelZur Traube" abgestiegen war, bildete dieses das Ziel der großen Menge und immer wie­der erscholl der Ruf:Hoch Hindenburg!" Zm engeren Kreise geladener Gäste, dar­unter die Minister und der Staatspräsident von Hessen, fand dann im HotelZur Traube" ein Abendessen statt, bei welchem Trinksprüche gewechselt wurden.

Wetterbericht des Rhön-Ski-Gaues.

Gersfeld, 13. November. Wetter: bewölkt; Schneehöhe: 10 cm; Beschaffenheit des Schnees: Neuschnee; Beschaffenheit der Schnee: locker; Skigelände: gut; Ostwind, ab 800 Meter Nebel: Dammersfeld 5 Gi ad kalk, Gersfeld 3 (i?-^ ^ft