Einzelbild herunterladen
 

M-aer Anzeiger Tageblatt für Rhön und Dogeisberg Fulda- und Haunetal * Fuldaer Kreisblatt uiiiiiiHiiiiiniiimiHiiiDUiiuuiHnuuiiiuiiiiiimiiuuiiiuniiiiiHiuiHiiiiiiuiiimBiiMUiiiniiiiiiiinniiniiinniiiiiHiiuiuiiiiiuiiiiiuiiiiiiiHUiiiiiiiniiiiiiiiiiini Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstrotze I, Telefon Nr. 528 UUiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuilIliilliiiiiiiiiiiiuiiHiiiiiiilliiiilitiiiiiiiiiijiiiijiiiiiiiiiiiiliiiiiitiiiHliijiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilitinii Nachdruck der mit » versehenen Artikel nur mit QuellenangabenFuld. Anz." yeliattet.

Nr. 15 1926 Fulda, Samstag, 23. Januar 3. Jahrgang

ta8B?WMiB«MMMBMMMMWMMMHMMW««MflMMMM*MMMW"*MBMMMM*M**llliBMMMMaww,*,BIMB,MIIMMIMMMI11*^^

i Erscheint jeden Werttag. Bei Lieserungs» | : bchindernngen durchHöhere Seivalt", Streiks, | Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem . , Bezieher keine Ansprüche. Druck und Berlag : ran Friedr. Ehrenktau, Lauterbach, Hessen, Mit. r ; glred des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, j ! Postscheck-Konto: Frankfurt a. M. Nr. 5585. :

Der Anzeigenpreis für Behörden, Senofien» schäften, Banken usw. beträgt für die Klei», zeile 0.30, jür auswärtige Auftraggeber 0.25, für die Reklamezeile 0.90 und alle andereu 0.15, Reklamezeile 0.60 JC Bei Rechnungsftel, lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu ersol. gen. Tag. und Platzvorschriften unverbindlich.

Kleine Zeitung für eilige ke^-r.

» Der Auswärtige Ausschuß des Reichs.ages nahm einen Antrag an, nach dem die Regierung mit allen möglichen Mitteln aüf die Erleichterung der Besetzung im Rhei Irland und dre Ab­kürzung des Saarregimes vor Ablaus bei Fristen hmwiilcn soll.

* 3m Untersuchungsausschuß des Reichstages erstattete Wg. TiUi mnn ein Referat über die Maiinemeuterei tm Jahre 1917.

" tu Südrußland sind vier deutsche Konsularbeamix unter ter \ nschuldigung der Spionage von den Sowjetbehörden der- hrulel worden. Deutschland hat Einspruch erhoben.

BMtf»?;.T^tt!)^ =Ä«iiiMl^^:<.»:*iMMa>-t^^

ÄSN Wen und von drüben.

Wir schätzen, sagen die Weisen des Morgen- wie des Abendlandes, die Güter, nach denen unser Herz schlägt, nur solange wir sie nicht besitzen. Sind sie erst errungen, dann wenden sich unsere Sehnsüchte sehr bald wieder anderen Gegenständen zu.

Gilt diese Erfahrung des Lebens auch für die neue N e i ch s r e g i e r u n g, nach der wir Wochen und Monate förmlich geschrien haben und die nun endlich, nach unsäg­lichen Geburtswehen, das Licht des Tages erblickt hat? Sind wir nicht im Grunde genommen alle doch mehr oder weniger der Überzeugung, daß auch die klügste, die wohl­meinendste, die fleißigste und die beste Regierung von der Welt in dem Elend, das über uns gekommen ist, nicht viel ausrichten, sondern sich höchstens bemühen könnte, es nicht n o ch schlimmer werden zu lassen? Haben wir nicht eigent­lich nur um deswillen das zweite Luther-Kabinett so schmerzlich vermißt, weil wir eine Adresse brauchten, an die wir unsere Vorwürse und Beschuldigungen, unsere Fra­gen und Forderungen richten konten, au denen heutzutage selbst in sonst durchaus regierungstreuen Lagern kein Mangel ist?

Aan. Herr Luther hat heute wieder sein Kollegium beisammen und wird der Welt und dem deutschen Volk in der kommenden Woche das Programm verraten, mit t^iut.A^ Kxms es in diesem Jahr versuchen will. Sehr viel Ermunterung kann er aus dem Erfolg seiner ersten Käbinettsarbeit für die Zukunft eigent­lich nicht entnehmen. Er hat sich, das müssen ihm selbst seine Feinde lassen, die redlichste Mühe gegeben, hat eine Riesenarbeit bewältigt, er kann auf gelöste Probleme Hin­weisen, an de;.en sich seine Vorgänger jahrelang die Zähne ansgebisien haben. Er wird aber selber nicht behaupten wollen, damit sonderlich viel Dank und Anerkennung ge­erntet zu haben. Und man kann ja auch wirklich nicht sagen, daß sich unsere Lage, wenn man auf den Anfang der Reichskanzlei-schaft Dr. Luthers zurückblickt, irgendwie wesentlich seitdem gebessert hätte. Vielleicht, daß die Räu­mung der K ö l n e r Z o n e erreicht wurde, läßt sich allen­falls als ein Aktivum hinstellen. Dafür ist, um nur eines zu nennen, plötzlich die Frage der Vermögensauseinänder- setzung mit den früheren Fürstenhäusern zu allem sonstigen Streit, der uns schon gar nicht mehr zur Ruhe kommen läßt, auf die Tagesordnung gesetzt worden. Hier möchten die Mittelharteren gern einen Ausweg finden, der eine anständige Lösung der Interessen- und Meinungs- gegensätze ohne Rechts- und Verfassungsverletzungen er­möglicht. Aber die Agitation, die sich bei den Radikalen dieses Stoffes bemächtigt, will sich nicht mehr so leicht zu­frieden geben. Schon taucht hinter der Forderung, die Frage durch einen Volksentscheid ein- für allemal aus der Welt zu schaffen, die weitere nach sofortiger Auflösung des Reichstages auf. Wir könnten also in diesem Winter, in dem ja der träge Gang der Geschäfte den Wählern so viel Zeit für überflüssige Dinge läßt, gleich zweimal hinter- etuanber zur Wahlurne gehen.

Kann man da, im Hinblick auf unsere Lage, anders als mit Neid nach der Neuen Welt hinüberblicken, von wo jetzt das Geld in täglich wachsenden Strömen in unsere Banken und Fabriken, in unsere Städte und Länder ein­dringt? Drüben gibt es keine Probleme, die dazu nötigen, in jahrhundertealten Akten herumzuwühlen. Ja, nicht mir das, selbst die allerneuesten Klassengegensätze, von denen die europäischen Völker zerklüftet sind, kennt man drüben allenfalls dem Ramen nach, ohne daß sie aber dem öffentlichen Leben, hetzt ungestümen Drängen aller Klas­sen und Stände nach vorwärts, nach Mehrung des Reich­tums und der Produktion auch nur den mindesten Eintrag tun. Der deutsche Reichstagspräsident, Herr Löbe, ein Mann also, der seiner ganzen sozialen Herkunft nach ge­wiß ein scharfes Auge für Klassengegensätze und ähnliche Dinge hat, weiß von diesen in den Berichten, die er jetzt nach seiner Rückkehr von drüben in Deutschland erstattet, kein Sterbenswörtchen zu sagen. Man hört von ihm z. B., daß auf jede Seele, die cs dort gibt, jedes Jahr nicht weniger als sechs Paar Stiefel produziert werden; oder daß in einem Hotel, dasnur" über 450 Zimmer verfügt, täglich 22 000 Stück Wüsche verbraucht werden; oder daß der berühmte Herr Ford im Handumdrehen seine Tages- Herstellung an Automobilen von 7500 auf 9000 Stück er­höht hat, um nur ja nicht hinter der ungeheuren Nachfrage des Landes zurückzubleibcn. Herr Löbe, nach den Sozia- listen und Kommunisten drüben befragt, muß seststcllcu, daß von diesen drüben so gut wie gar nichts zu merken ist. Wohl aber erzählt er davon, wie die Aktien großer Ge­schäfts- und Jndustrieunternehmungcn zu Tausenden und Zehntauseuden in die Hände des Mittelstandes und der sogenannten kleinen Leute übergehen unb diese dadurch zu Mitbesitzern nicht nur, sondern zu Mitinteresscnten an dem Gedeihen der Unternehmen machen. Eine Solidari- 1 ä t also zwischen Kapital und Arbeit und - onsn m, die uns armen Europäern, solange sich, schon Die besten unter uns die Köpfe über diese Lebensfragen in jeder modernen Kulturaemeinschakt zerbrochen habest.

Enttäuschung im

Ungenügende Rückwirkungen.

Der Reichstagsausschutz für die besetzten Gebiet« nahm den Bericht des Auswärtigen Amts über die Rück­wirkungen des Vertrages von Locarno entgegen. Der Kommissar für die besetzten Gebiete, Schmid, behandelte die Fragen. Zunächst führte Schmid die im besetzten Ge­biet von der Entente gewährten Erleichterungen auf. Nächste Aufgaben seien: Beseitigung der Separa­tistenschutzverordnung, die Umgestaltung der M i i i t â r j ust iz und die Regelung der Ordonnan­zen. An der Räumung der Kölner Zone Anfang Februar sei nicht zu zweifeln. Die zweite und dritte Zone seien vor Locarno mit 86 000 Mann belegt gewesen. Jetzt betrage die Gesamtstärke rund 81 500 Mann. Eine solche geringe Verminderung entspräche nicht der Zusage der Botschasterkonserenz. Diese Versprechung sei ebensowenig erfüllt worden wie jene, die sich auf die Verminderung der Garnisonorte bezogen hätte.

Der Zentrumsabgeordnete v. Gu è rard sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Kreisdelegierten vielfach nicht verschwunden seien. Die sranzösischen Gendarmen müßten abgebaut werden. Neue französische komman­dierende Generale zögen in Koblenz ein. In vielerlei Orten seien nur Erschwerungen, aber keine Erleich­terungen erfolgt. Der deutschnatèonale Abgeordnete Wallraf hebt die Enttäuschung im besetzten Gebiet her­vor. Der Demokrat Dr. Raschig weist auf ein Wieder­aufflackern der separatistischen Bewegung in der Pfalz hin.

Ein Vertreter des Auswärtigen Amtes führte aus, die deutsche Regierung habe der französischen erklärt, daß sie unternormaler" Stärke vèe deutsche VorkriegSsèärke der Truppenbclcgung des betreffenden Gebiets verstehe. Die französische Regierung habe diesen Standpunkt an» 'rianut.

Angenommen wurde schließlich ein volksparteilicher Kr... g^, L le R kg > e r ung fotze mit allen Mitteln darauf gm- wirken, daß die Besetzung des Rheinlandes und die Ab­trennung des Saargebieres vor Ablauf der Fristen be­seitigt würden. Bis dahin sei die Stärke der Besatzungs­truppen auf deutsche Vorkriegstruppenstärke herabzusetzen und die Anzahl der besetzten Orte zu vermindern.

Bei der Besprechung über die nächste Räumung und Die Mchranforderung von Wohnungen äußert sich General- kommissar Schmid dahin, daß in solchen Fällen die Reichs- regiernng ihre frühere Fürsorgeaktion fortsetzen und Bau­darlehen geben werde. Der Abgeordnete Jörissen von der Wirtschaftlichen Vereinigung vertritt den Standpunkt, daß Deutschland nicht früher in den Völkerbund

nicht gelungen ist und nicht gelingen will. Herr Löbe weiß keinen anderen Grund für diesen fundamentalen Unter­schied zwischen hüben und drüben anzugeben als daS Vorwalten des G e m e i n g e i st e s, das in der Neuen Welt neben dem stärksten Ausgreifen des persönlichen Eigennutzes doch überall siegreich einherschreitet. Wie schön wäre es, wenn wir, neben Dollar und verbesserten Ma­schinen und Fabrikationsmechoden, auch ein klein wenig von diesem Gemeingeist über den Großen Teich zu uns herein importieren könnten! Dr. S tz.

Minisierempfang bei Hindenburg.

KabinettssitzungMoniag.

Im Laufe des Freitag empfing Reichspräsident von Hindenburg die neu in vas Kabinett eimretenden Minister, und ; r Den Reichsminister des Innern, Dr. Külz, den Reich... Nister der Finanzen, Dr. Reinhold, und weiter Den Reichsjustizminister M a r r. Der Reichspräsi­dent vankte den Herren Dafür, daß sie persönlich mit dazu beigetragen haben, Die Bildung eines regierungsfähigen Reichskabinetts zu ermöglichen. Weiter wurde empfangen Reichskanzler Dr. Luther. Bei Dieser Gelegenheit wur­den Die endgültigen Festsetzungen über Die Besetzung des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ge­troffen.

Haslinde Ernährungs- und Landwirtschaftsminister.

Dr. Luther schlug für. dieses Amt Den jetzigen Re­gierungspräsidenten in Münster, Dr. Haslinde, vor. Regicrungspräsivent Haslinde steht politisch dem Zentrum nahe. Dr. Luther hat sich mit dem Vorstand der Zen- Irumssraktion in Verbindung gesetzt und hierbei das Ein­verständnis des Zentrums mit dieser Regelung gefunden. Die entscheidende Kabinettssitzung, in. der zur Kanzlerer- klärung Stellung genommen wird, dürfte, wie verlautet, für Montag einberufen werden.

Die Marinememereien von 1917118

Beratungen im Rcichstagsausschuß.

Nachdem erst im Münchener Dolchstoßprozeß die Meutereien in der Kriegsmarine erhellt wurden und dort eine wichtige Rolle gespielt haben, sind Dieselben Vorgänge abermals in den Miltelpuiikt eingehender Erörterungen gerückt. Der parlamen­tarische Untersuchungsausschuß des Reichstages, der die

Ursachen des Zusamiiienbruchs von 1918 erforschen soll, behandelte wiederum Die Unruhen in der Marine, die den ersten Anstoß zur Revolution von 1918 ge­geben haben. Der sozialdemokratische Abgeordnete Diti- m a n n verbreitete sich über die Unruhen und ihre Ursachen in einem Referat, das mehrere Stunden in Anspruch nahm. Er stellte zunächst aus den Akten des Reicksmarineamts seit

besetzten Gebiet,

e t n t r e t e it dürfe, bis nicht die verbindlichen Erklärun­gen über Die Milderung des Besatzungsdruckes erfüllt seien.

*

Die Sortierungen der DeutMatioaalen.

Der angekündigte, von Der deutschnationalen Reichs- tagsfraklion im Reichstag mittlerweile eingebrachte An­irag verlangt:

Tas Busnahmegesuch Deutschlands ist n i ch t zu stellen, bevor nicht die Auslegungen der deutschen Regierung (kein Verzicht auf deutsches Land und Volk, freies Künvigungs- recht, volle Neutralität und Handlungfreiheit Deurfchlands gegenüber Artikel 16 und 17 des Völkerbundstatuts) vom Völkerbund und Den anderen Vertragsstaaten authentisch anerkannt, die Beschränkungen der deutschen Luftfahrt und der Jnvestigationsbeschlüsse ausgehoben worven sind und jede einseitige Militärkontrolle gegenüber Tv-otschland ausgeschlossen ist, auch die vorbereitende Abrüstungswnserenz stattgefunden und ein Ergebnis gezeitigt hat, dura, welches die völlige Gleichberechtigung der Völker in Rüstungs­fragen tatsächlich gewährleistet ist. Weiter werden verlangt amtlicher Widerruf des Deutschland im Versailler Ver­trage abgepreßten Schuldbekenntniffes, das Rechr Deutsch­lands auf seine Kolonien und der Schutz Der deutschen Minderheiten in allen Staaten. Für die besetzten Gebiete die in Aussicht gestellten und unerläßlichen Voraussetzun­gen und Rückwirkungen.

Dem Vernehmen nach will Dr. Stresemann bei einer Beantwortung einer volksparieilichen Interpellation über Die Besatzungsstärke im Reichstage eine ausführliche Rede halten.

Erörterungen zwischen den Kabinetten.

Deutschlands Vorstellungen, Die in London, Paris und Brüssel wegen der Besatzungsstärke in der zweiten und Dritten Rheinlandzone erhoben worden sind, haben nach Meldungen zu einer Erörterung zwischen Den beteiligten Kabinetten geführt. Man soll anerkennen, daß Der Abbau Der Besatzung in Der Richtung liegt, Die für Die europäische Politik maßgebend sein muß. Gleichzeitig wird aber von Politikern und Militärs übereinstimmend bestritten, daß Dcusichland Die Zusage erhalten habe, daß die Besatzung auf Die Stärke zurückgeführt werde, Die der deutschen Trup- Venzahl im Rheinland vor dem Kriege entsprechen würde.

Der nächste größere Schritt aus Diesem Gebiete sei erst nach Eintritt Dcusichlands in den Völkerbund, und als Begleiterscheinung der Durchführung eines großen Ab- rüstungsprogramms wahrscheinlich.

daß seit Kriegsausbruch bis Ende 1917 auf den Schiffen der Marine folgende Strafen verhängt wurden: 180 Jahre und fünf Wochen Gefängnis, 181 Jahre und ein Monat Zuchthaus und IVTodesurteile.von denen zwei vollstreckt worden sind. Als

Ursache der Erbitterung der Dlannschaftcn

bezeichnete er Den großen Unterschied zwischen Der Beköstigung der Mannschaften und der der Offiziere auf Den Schiffen im n ohl- rübeuwinler 1916/17. Tie Mannschaft sei davon überzeugt ge­wesen, daß die für sie bestimmten Lebensmittel zum großen Teil in Die Osfiziersmessen gewandert seien, wo die Offiziere trotz Der Not der Zcit große Schlemniereien und Zechgelage abgehalten hätten. Als Dann auf mehreren Schiffen die Mann­schaften demonstrativ mehrere Stunden lang dem Dienst fern­blieben, habe man als Ursache dieser Insubordination Ver­hetzung durch die U. S. P. angegeben. Tatsächlich sei damals bei den Mannschaften Die

Sehnsucht nach einem Berstündigungsfrieden

und die Hoffnung auf die internationale sozialdemokratische Konferenz in Stockholm sehr groß geirejen. Es seien auch U ii l e r s ch r i f t e n gesammelt worden für eine Erklärung, in Der der Wille zu einem Verständiguilgssricden Der Stock­holmer Konferenz unterbreitet werden sollte. Keineswegs aber ici dabei an eine

Sabotage der Landesverteidigung

gedacht worden. Die Führer der U. S. P. hatten von diesen Listen gar keine Kenntnis gehabt. Sic seien zwar von einigen beurlaubten Matrosen ausgesucht worden, Die ihnen ar er lcr.g- lich Beschwerden über Verpflegung und Be­handlung vorgcbracht hätten. Während Der Flottenchef Die im Jahre 1917 vorgekommcnen Entfernungen vom Dienst auf die Unterernährung und die durch Die lange Krieg-dauer ver­ursachte Abspannung der Mannschajlen zurücksührre, hätten erst die bcidcn mit der Untersuchung betrauten nricg.gcrlchisrale Borbing und Dr. Lösch ans der Sache eine Verschwörung ge­macht. Die Untersuchungsführer hätten bei Der $ enteis mutig Der Angeklagten und Zeugen einen unerhörten Druck aus ge­übt und 'auch mit gefälschten Protokollen gearbeitet. Tie Kilegsgerichisräle hatten mit einem Heer von Lockjpitzelu förmlich

eine Menschenjagd organisiert.

Die Spitzelaussagen seien die Hauptgrundlage dieser ?Mklagc- schrislen und Der Urteile gewesen. Aus Dieter Grundlage sei Daun die Anklage wegen Kriegsverrats gegen Den Maire seit Reichpictsch und andere zustande gekommen. In einem RelluS- gutachten jür den Staatssekretär v. Capelle habe Geheimer Admiraliârat Dr. Fetisch sofort erklärt, daß Die Vorbedin­gungen des -Kriegèrerrats nicht gegeben seien. Swmnal von Scheer habe Diese rcchtlüren Bedenken gegen Die uodesuncuc ausdrücklich anerkannt, aber dennoch

die Todcèuricilc bestätigt,

am ein Ercmpcl zu statuieren. Am 5. September seien R eich pi elf ch und K ö b i s, beide Teilnehmer der S c c s chl a ch l am Skaac r ra l, auf Dem Schießplatz Wahn bei Köln erschossen worden. Die Eltern DeS Reichpretsch feien erst zehn Tage nach dessen Erschießung von dem Tode ihres Sohnes in Kenntnis gesetzt worden. Arg. Dittmann bezcichncie diese Erschießung aio einen militärischen Willkürakt aus politischen Motiven, als einen Akt des Terrors gegen die SrieDenSrefolütion beS Reichstages und gegen die U. S. P,