Zul-aer Anzeiger
l Erscheint jeden Werktag. — Bei Lieferung«« ! l behinderungen durch „Höhere Gewalt", Streiks, | ! Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem r i Bezieher keine Ansprüche. — Druck und Verlag | : von Friedr. Chrenklau, Lauterbach, Hessen, Mit- r k glied des Vereins Deutscher Zeitungsvcrleaer. | r — Postscheck-Konto: Frankfurt a. M. Nr. 5585. t
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Hulda- und Haunetal * Fuldaer Kreisblatt iiiiiiiiiifiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiHiiiimniiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimii Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstratze I, Telefon Nr. *>89 iijiiiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe: „$ulb. Nnz." gestattet.
Der Anzeigenpreis für Behörden, Genossenschaften, Banken usw. beträgt für die Kleinzeile 0.30, für auswärtige Auftraggeber 0.25, für die Reklamezeile 0.90 und alle anderen 0.15, Reklamezeile 0.60 X Bei Nechnungsstel- lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfolgen. Tag- und Platzvorschristen unverbindlich.
Nr. 32 — 1926 Fulda, Freitag, 12. Februar 3. Z -Hrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Die Reichsregierung beabsichtigt nicht, aus die zweite Mussolini-Rede eine abermalige Antwort zu geben.
* Im Reichshaushallsausschuß bezeichnete Wehrminister Dr. Geßler die Reichswehr als ein Instrument zur Erhaltung dys Staates.
* Im Auswärtigen Amt sind die Ratifikationsurkunden über die geschlossenen deutsch-russischen Rechts- und Wirt- schastsverträge ausgelauscht worden.
* Durch eine Explosion in München wurde das betroffene Haus in Trümmer gelegt. 25 Personen wurden verletzt.
Krise im Völker Sund?
Und er sprach abermals, er, der „Duce" des FaschiS. mus, Mussolini, Unwesenllicbeö aus seiner ersten Rede mildernd, das Wesentliche und die Wohlwollen Beleidigungen vom Sonnabend unterstreichend. Mit dürren Worten zieh er den deutschen Außenniinistcr Dr. Stresemann der Lüge. Lüge sei, daß Italien je einen Garantie- vertrag über die Brennergrenze angestrebt habe. Lüge sei alles, was in der deutschen Presse über das italienische Vorgehen gegen das Deutschtum in S ü d t i r o l — im „oberen Etschtal", wie Mussolini sagte — je mitgeteilt worden ist. Denn alles sei geschehen auf Grund des — Gesetzes. Was in der deutschen Presse immer als die Situation verschärfendes Moment, ja gerade immer betont wurde!
Nichts soll an dieser antideutschen Eutnationali- sterungspolitik geändert werden, denn das dortige Vorbandensein von „100 000" Deutschen bedeute — eine Gefahr für die 42 Millionen Italiener. Weil nämlich solange die Brennergrenze gefährdet sei, als südlich von ihr Deutsche sitzen, die ja doch nie den Traum einer Wiedervereinigung mit Deutsch-Lsterreich aufgeben würden. Italien kennt den Jrredentismus, seinem Vorkämpfer Battisti setzt es jetzt ein Denkmal! Nie hat das alte Österreich den kleinsten Kulturkampf gegen die italienischen Minderheiten in dem früheren Tirol geführt — sehr zu seinem MM MKW^ 1
Alles bleibt, wie cs seit 1922 getrieben wird. „Italien gesteht keiner Versammlung und keinem Rate Erörterungen über das Deutschtum im oberen Etschtal zu," weil es nicht zu den Minderheiten gehöre, die in den Friedensverträgen den Gegenstand besonderer Abmachungen bildeten. Gegen jeden Plan dieser Art wird die faschistische Negierung Vorgehen. Das richtet sich mit krassester Deutlichkeit gegen den Völkerbund. Dort soll also Deutschland das Recht verwehrt werden, diese Dinge auch nur zur Sprache zu bringen! Doch in einem hat Mussolini recht: Stresemann hätte die soeben herausgekommene antideutsche Sprachenverordnung der Prager Regierung auch gleich mit erwähnen sollen. Und nicht umsonst erinnert Mussolini daran — das ist ein deutlicher Wink nach Prag: Laßt ihr Tschechen euch von den Deutschen ebensowenig in Genf oder sonstwo etwas sagen wie ich, Mussolini, das mir gefallen lasse! Das wird gesagt an dem Tage, da Deutschland sein Eintrittsgesuch dem Generalsekretär des Völkerbundes überreichen ließ.
Wenn also Deutschland trotz dieser Drohungen versuchen sollte, die Versolgungen des Deutschtums im Auslande vor dem Völkerbund zur Sprache zu bringen, werden wir auf eine festgeschlossene Phalanx der Gegner stoßen; denn daß sich auch andere Staaten, nämlich unsere lieben Nachbarn in Ost und West, denen im Süden und Südosten anschließen werden, dürfte selbstverständlich erscheinen. Es geht überhaupt allerhand Merkwürdiges in und mit dem Völkerbund vor. Bekanntlich war vereinbart worden, daß Deutschland einen Sitz im Völkcrbundrat erhalten soll; jetzt sieht sich der Londoner „Daily Telegraph" veranlaßt, in ganz auffallend scharfer Form gegen französische Absichten zu protestieren, die dahin gehen, gleichzeitig auch Spanien, Polen und Brasilien einen solchen Sitz zu verschaffen. Das bedeute eine enggeschlossene übermächtige Front gegen Deutschland nicht nur, sondern auch gegen England und Schweden. Frankreich wolle Deutschland neutralisieren und zu diesem Zweck einen Block schaffen im Völkerbundrat, einen Block der kulturell oder militärisch von Frankreich abhängigen Staaten, zu denen ja jetzt auch Spanien gehört. Hinzu käme Italien. Das Blatt spricht von einer „ernsten K r i s e im Völkerbundrat". Roch deutlicher wird eine gleichzeitige amtliche Verlautbarung in London, wonach E h a m b e r l a i n , der Außenminister, keinem der Länder irgendeine Zusage gegeben habe, die jetzt gleichfalls einen Ratssitz verlangen. Sollten diese Länder bei ihrer Forderung verharren, dann werde nichts übrigbleiben, als den E i n t r i t t D e u t s ch l a n d s a u f d c n H c r b st zu verschieben.
Bekanntlich tritt das ganze Werk von Locarno erst mit diesem Eintritt in Kraft. Wer diesem Eintritt Schwierigkeiten bereitet, gefährdet alles das, was in Locarno vereinbart ward. Vielleicht — will Frankreich cs gefährden, hat es doch noch immer nur mit halbem Herzen mitgemacht. Die aufsehenerregenden Mahnungen aus London sind von größter Bedeutung auch für uns; denn spielen mit uns lassen wir nicht.
Für baldiges Inkrafttreten der Locarnoverträge.
London. Wie der Amtliche Englische Funkdienst meldet, hat sich bet Staatssekretär für Auswärtiges mit den anderen Signatarmächte» der Locarnoverträge in Verbindung gesetzt, um einen möglichst baldigen Zeitpunkt für die Hinterlegung der Ratifikationsurkunden beim Völkerbund herbcizusühren.
Keine Antwort nach Rom mehr.
Mussolini im Rückzug.
Aus dentschcn Rcgierungslrcisen erfährt man, daß die zweite Rede Mussolinis keinen Anlast geben werde, erneut daraus zu antworten. Man ist vielmehr der Ansicht, daß Mussolini zu einer Art Besinnung gelangt ist und trotz der Wendungen, er bestehe vollauf auf seinen ersten Auslassungen» doch zu erkennen gegeben habe, er wolle die Auseinandersetzung beenden und die Methode des bisherigen Angriffs nicht fortsetzcn, also eine Art Rückzug anireicn. Auf diesen Entschluß mag die allgemeine Verurteilung, die sein Vorstoß besonders in England und A m c r i ? n gesunden hat, einigermaßen eingewirtk haben. Aus jeden Fall scheint Mussolini vermeiden zu wollen, daß die Frage Südtirols vor den Völkerbund gelange, was bei fortgesetzter Bekundung des so unmotiviert heftigen Tones bei ihm leicht hätte eintreten können. Er zog also eine gewisse Mäßigung vor.
Unverkennbar hat Mussolini vorsichtig vermieden, seinen überall als Kriegsdrohung gewerteten Satz vom Trikolorenmarsch über den Brenner hinaus zu wiederholen. Er betonte vielmehr, daß die Anspielung auf die Trikolore am Brenner so zu verstehen gewesen sei, daß Italien niemals die Verletzung der Friedensverträge dulden wird, die seine Grenzen garantierten. Auch die deutschen Touristen verhöhnt er nicht mehr, wirft ihnen vielmehr jetzt — merkwürdig genug — herrische Miene und Umsich- werfen mit dem Gelde vor. Und wer die jetzige Behandlung der fremden Minderheiten im Deutschen Reiche ernsthaft prüft, kann den Hinweis Mussolinis, Dr. Stresemann möge gegenüber dem südtirolischen Splitter auf den Balken im eigenen Auge sehen, nur als eine dürftige Verlegenheitsphrase auffassen. Jedenfalls hält man dem zweiten Auftreten des römischen Jmperatorimitators gegenüber eine Gegenaktion nicht für notwendig.
*
Helös GEärmrqen.
Der bayerische Ministerpräsident Held hat einem ans Turin nach München entsandten italienischen Journalisten ein Interview gegeben, in dem er ausführte, daß er keine Rede gegen Italien gehalten habe, er habe vielmehr in der allgemeinen Aussprache über den Etat des Außenministeriums auf die von allen Seiten vorgebrachte Klane über die Unterdrückuna der Südtiroler erwidert.
AttentateverjuHt ssge-r Rimo de Rivera
Sieben Bomben zur Explosion gebracht.
Nach einer Meldung des „Journal" aus Hendaye wird and Barcelona berichtet, daß während des Aufenthalts des Generals Primo de Rivera in dieser Stadt mehrere Attentate auf den General versucht worden seien. Im ganzen seien an verschiedenen Punkten der Stadt., jedesmal an einer Stelle, wo sich Primo de Rivera Hiubr- geben hatte oder hinbegeben wollte, sieben Bomben explodiert. Die Attentate sollen von syndikalistischen und katalanischen Elementen vor der Aburteilung der wegen der im vorigen Jahre verübten, ebenfalls gegen Primo de Rivera gerichteten Attentate verübt worden sein.
Haushallsdebatte im Reichstag.
(158. Sitzung.! CB. Berlin, 11. Februar.
In Der ersten Beratung des Haushaltsplanes für 1926 nahm als erster Redner auschem Hause Der Abg. Hergt (Ttu.) das Wort und führte aus: Der neue Reichssinanzmnnsier habe in seiner gestrigen Rede verschwenderisch mit offenen Händen Gaben aus Dem Füllhorn verteilt, das nur gefüllt wurde dank der vorsorglichen und vorsichtigen Finanzpolitik seines Amlsvorgängers Zu der vorsiebluren Finanzpolitik dieses Amtsvorgängers stehe das Programm des neuen Ministers in scharfem Gegensatze. Herr von Schlieben habe mit dem Abbau der produktionshemmenden Steuern begonnen, und seine Partei unterstütze den neuen Minister, wenn er Diesen Abbau fonseben will. Der funDamentale Unter« schied Der beutschnauonalcn Politik zu Der des Ministers sei der, daß Die Deutschnationalen den Sienerabbau ausgleichen wollten durch Drosselung Der Ausgaben und Steigerung der Einnahmen aus der anderen Seite. Das Programm deS neuen Finanzministers enthalte nichts davon. Die Durchführung seiner Vorschläge würde Die Wirkung haben, daß eine dauernde Unsicherheit im finanziellen Verhältnis des Reiches.
de- Länder und Gemeinden
zueinander cinträte. Wenn der Minister zur Voraussetzung seiner Abbauvorschläge die Bedingung gemacht habe, daß Der Reichstag keine neuen Ausgaben ohne Deckung beschließt, so müßte Die Verfassung geändert und dem Reichsfinanzminister ein Vetorecht zugebilligt werden. Seine Freunde waren dazu bereit. Bei Der herrschenden Not würden sicher neue An- sorderungcn aus dem Gebiete der E r w e r b s l o s e n s ü r - sorge kommen. Der Redner suchte in seinen weiteren Aus- führunge» nachzuweisen, daß mit dem Programm des Reichs- finanzminifterS Die unvermeidlichen Ausgaben nicht durch entsprechende Einnahmen gedeckt werden könnten. Der Minister überschätze Die Wirkung der Herabsetzung der Umsatzsteuer. wenn er davon sofort eine Senkung Der Preise erwarte Durch Die immer mehr an wach sende Wirtschaftsnot und Die große Steigerung Der Ärbeitslosenzahl fei Die Grundlage des Dawes-Gutachtens zusammengefauen. Das müsse endlich einmal in Der Rcparationsfrage praktisch auSgenutzt werden. Tic -Steuerermäßigungen würde feine Partei natürlich annehmen (Lachen links), aber sie bcDauerc heute schon den Amtsnachfolger des jetzigen Ministers wegen Der Erb- toast, Die er antreten müsse. (Beifall rechts.)
Abg. Dr. Hilferding (Soz.) meinte, die Programmrede des Rclchssinanrminllters hätte Niveau und wäre von einer
Von einer politischen Befreiung Südtirols sei weder dem Wortlaut noch dem Sinn nach gesprochen worden. "ie Freiheit der Sprache, der Schule, des Religionsnnlcrri.
und des Rechts müsse den Deutschen in Südtirol eben o tzewährt werden, wie es selbst afrikanischen Kolonia!- völkern gewährt worden sei und wie sie dem Naturist jedes Volkes und Menschen entspreche. Durch ungenaue Übermittlung oder falsche Übersetzung seien in Itakon .Mißverständnisse in der Auffassung über diese Rede entstanden. Auf die Frage, warum die bayerische Staatsregiernng den Boykott Italiens gestalte, gab der Ministerpräsident die Antwort, daß die bayerische Stac^ regierung mit diesem Boykott nichts zu tun habe.^ Sie habe sogar wiederholt gewarnt und in mäßigendem Sinne einzuwirken gesucht. Da aber in Deutschland Versamm- lungs-, Vereins- und Pressefreiheit bestehe, können weder Versammlungen noch Kundgebungen verboten werden, die sich mit den Leiden des Deutschtums in Südtirol bcschäf- tigen.
Ein Angebot Mussolinis 1923 ?
In einem Berliner Abendblatt wird bei den Besprechungen der Spannung Italien-Deutschland die Behauptung aufgestellt, daß im Jahre 1923 General Capello, angeblich als Beauftragter Mussolinis, ein Bündnisanae- bot an den deutschen Generalleutnant v. C r a m o n gerichtet habe. Durch ihn sollen dann auch die Regierenden in Deutschland auf das Angebot gelenkt worden sein, das angeblich nichts' weniger bezweckt habe, als Deutschland und Italien in eine gemeinsame Front für einen neuen alsbald zu beginnenden Krieg gegen F r a n k r e i ch zu bringen. In Deutschland wäre aber sofort abgewinlt worden.
Die Angelegenheit klingt reichlich phantastisch, dürfte aber vielleicht noch einige Diskussionen wachrufen.
i ijiifeh^ - - .. - #
Italienisch-amtliche Beschwichtigung.
Die offiziöse römische „Agenzia Volta" erklärt, zu den Nachrichten bezsiglich des italienischen Botschafters und des italienischen Botschaftsrats in Berlin zu der Mittei- I liing ermächtigt zu sein, daß die Abwesenheit dieser beiden Herren von Berlin nickt mit den Komplikationen der ! letzten Tage zusammenhängt.
einheitlichen, politischen Linie getragen. Diese Rede hätte aber schon vor einem Jahre und vom Minister von Schlieben gehalten werden müssen. Die jetzt vom Minister und von allen Seiten als unerträglich bezeichnete Überlastung der Wirtschaft mit produktionshemmenden Steuern sei mit Zustimmung Der Tcutfdjnationalen vom dentschnationalen Finanzminister von Schlieben durchgesetzt worden. Zu diesen Steuererhöhungen fei Deutschland nicht durch das Dawes-Abkommen gezwungen worden. Umgekehrt hätte diese gegen die dringenden Warnungen der Linken von den Deutsch- nationalen beschlossenen erhöhten Steuerlasten eine Erhöhung der Dawes-Leistungen herbeigeführt. Die Sozialdemokraten begrüßten die angekündigte Herabsetzung der Umsatzsteuer. Eine Preissenkung werde aber nur dann die Folge sein, wenn eine entsprechende Handelsvertragspolitik getrieben werde. Die angekündigte Milderung der Besitzsteuer, vor allem Der Vermögenssteuer. könnten sie dagegen nicht billigen. Ohne die große
Berwaltungsreform im Sinne des Einheitsstaates würde Deutschland aber auch nicht zur Überwindung der Finanznot und Der jetzigen Verwaltungsschwierigkeiten kommen. Eine einheitliche Finanzverwaltung sei mit dem Gedanken gesunder Selbstverwaltung durchaus verträglich. Die Wohnungsnot sei so groß, daß schleunigst und durchgreifend geholfen werden müsse. Hier besttinden feine Bedenken gegen eine Ausländsanleihe für den deutschen Wohnungsbau.
Abg. Erfing (Ztr.) betonte, es müsse geprüft werden, ob diese Umsatzsteuer nicht ganz fallen könne. Das Zentrum sei gegen eine Herabsetzung der Börsenumsatzsteuer und würde dafür lieber eine Senkung der Suderfteuer verlangen. Erstaunt fei das Zentrum ,daß es aus der Rede des Finanzministers so geklungen habe, als ob durch die Steuerpolilik des Reiches über 200 Millionen Mark mehr für Die Entente heraus- gewirtschaftet worden fei. Zuzustimmen sei dem Finanz- minister in Der Absicht, den Ländern das Zuschlagsrechl zur Einkommen- und Köipcrschaftsstcuer wiederzugeben, und zu bcnt Wunsche. Die einmaligen Ausgaben durch Anleihen zu decken Bedauerlicherweise hätte Der Finanzminister nic > > Darüber gesägt, wie und wo er am Etat einsparen wolle Der Redner forderte weiter Beseitigung des Kohlenkommissars, lehnte aber Bestrebungen auf Streichung des Arbeilsministeriums ab. Das Zentrum habe zur Wicdcr- aufrtotmtg der deutschen Wirtschaft ein Programm aus drei Forderungen ausgestellt, nämlich: Sicherung der laudwirt- schaftlichen Produktion, Steigerung Der Ausfuhr durch finanzielle Maßnahmen und rasche Belebung des Lvohnung^- marktcs.
Abg. Tr. Cremer (T. Vp.) führt: am?, bei r.-m vor:geM Finanzminister sei sehr stark Der Wunsch hrrvorgdtretyM Werte aus Die hohe Kante zu legen. Dem man in einem beschränkten Umfange zustimmen könnte. Mit Erleichrerungen für ein Jahr allein kann Der Dem sehen Wirtschaft nicht geholfen werden. Der Redner empfahl dann, grünere E nt ' ii a h m e n aus Der R ei ch sp o ft heran s zu b o : e m : te Industricwcrke.-die sich in öffentlicher Hand befinden. m :. : steuerlich ebenso behandelt werden wie Privatbetriebe, c egen eine zu starke Herabsetzung Der Um ton teuer mußten narre Bedenken geltend gemacht werden. Wenn.man Der > : seimig zustimme, müßte aber nachdrücklichst Darain genm-.t werden, daß Die Steuersenkung a u ch d e n o n : U - m enleu zugute käme.
Darauf wurde Die Weiterberatung aut Freitag Ver-gr.