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1 Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ; Fulda- und Haunetal * Fuldaer Kreisblatt

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Nr. 54 1926

Fulda, Mittwoch, 10. März

. Jahrgang

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Kleine Zeitung für eilige Leser.

Rcichswirtschaftsministcr Dr. Ciirtius hab im Haushalts- ausfapii; des .Reichstages bemerkenswerte Erklärungen ab über unsere zukünftige Handelsvertrags- und Kartellpolitik.

* Brasilien, Spanien und Polen haben mit dem Austritt ouë peni ^oHeruunb gedroht, falls ihnen nicht zugleich mit Deutschland ein Litz im Bolrerbunoral eingeräumt wird.

* Bei einem Explosionsunglück in einer Grube Wcst-Vir- chnias wurden 58 Bergleute verschüttet, von denen 37 alsbald "bend, wenn auch zum Teil verletzt, geborgen wurden.

* ?n ChiM sind von neuem schwere Kämpfe entbrannt.

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Kredit für den Landwirt.

Aus landwirtschaftlichen Kreisen wird uns geschrieben:

Die große Kreditaktion der deutschen Regierung hat ebenso wie die angekündigie Steuersenkungsaktion in der Landwirtschaft die laute Frage erschallen lassen: Was geschieht von feiten des Staates, der für die Wiederan- kurbeluntz der Industrie sorgt, der die Preise im Handel herabdrücken will, denn nun eigentlich für uns, die Land­wirte? Diese Frage ist so laut gestellt worden und die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft hat sich so zuge­spitzt, daß Ls fast eine Notwendigkeit war, wenn der FinanMinister soeben im Reichstage bei der Entwicklung seines Wirtschaftsprogramms nun auch die Mitteilung wachte, die Regierung habe beschlossen, der Landwirtschaft Z w i s ch c n k r e d i t e zur Verfügung zu stellen, aus denen dann erste Hypotheken billiger beschafft werden können. Man will dahingehende Vorschläge dem Reichs­tag in nächster Zeit unterbreiten.

Die Landwirtschaft wird erwidern, daß derartige Maßnahmen in allernächster Zeit erfolgen müssen, soll nicht das jetzt beginnende Wirtschaftsjahr hinsichtlich seines Ergebnisses für die Ernährung des deutschen Volkes Enttäuschungen allerschwerster Art bringen. Es wird viel geredet über die Notwendigkeit, unseren Export zu fördern. Dieser Förderung sind Grenzen gesetzt durch vje Mpgzichhüt pâMsatzâ und wenn Mr ppâMn, neue Absatzmärkte zu gewinnen, so ist die Landwirtschaft damit in jeder Weise einverstanden. Aber ein nicht min­der drängendes Gebot ist nach landwirtschaftlicher Mei­nung die Herabsetzung des Imports und hierbei wieder ganz besonders des Imports von Lebensmitteln. Trotz des verkleinerten Gebietes wurde an Lebensmitteln und Getränken im vergangenen Jahre fast genau so viel an das Ausland bezahlt wie im Jahre 1913 und die Brotgetreideeinsuhr sür 1925 kostete noch über 300 Milli­onen (in V o r k r i c g s w e r t). Gewaltig gestiegen sind aber die Summen, die wir für landwirtschaftliche Nebenprodukte, also Milch, Butter und Käse, an das Ausland ausgeben. Im Jahre 1913 haben wir dafür rund 195 Millionen (Vorkriegswert) bezahlt, im Jahre 1925 aber fast das Doppelte. Das besondere Kapitel bildet die Fleischeinsuhr. Obwohl wir pro Kopf der Bevölke­rung im Jahre 1913 52 Pfund Fleisch verzehrten, be­deutend mehr also als es jetzt wieder der Fall ist, haben wir damals nur 81 Millionen an das Ausland bezahlt, während wir jetzt von dorther für 300 Millionen bezogen haben. Und so setzt sich auch auf anderen Gebieten, z. B. dem des GärinereibLiriebes, diese Entwicklung fort. Wer weiß z. B., daß wir allein für über 130 Millionen frisches Gemüse eingeführt haben, und zwar fast 4X> Millionen Doppelzentner, daß wir für frisches Obst dem Ausland fast auch die gleiche Summe bezahlt haben!

Aber mit den Krediten allein ist es nicht getan, son­dern es muß doch die Möglichkeit bestehen, das damit her- eingenommene Geld auch wirklich werbend anzulegen. Aber gerade hier liegt der Hase im Pfeffer. Im Februar 1920 lag der deutsche Roggenpreis um nicht weniger wie 41 % unter dem des Jahres 1925, nämlich um 103 Mark. Da der Roggenpreis aber auf dem Weltmarkt ja noch viel tiefer steht, so muß eine überaus starke Unterbewertung des Roggens, wie sie tatsächlich vorliegt,, für die Land­wirtschaft von allergrößter Bedeutung fern. Die gute Ernte, aber die niedrigen Preise des Wir ^chaftsjahres 1925 werden der Landwirtschaft kaum einen höheren finan­ziellen Ertrag bringen als die schlechte Ernte, aber die höhe­ren Preise des Jahres 1924. Diese niedrigen Preise wurden noch wesentlich dadurch gemindert, daß namentlich infolge Kreditmangels bei den Käufern, aber auch wegen des übermäßigen ausländischen Angebots für die deutsche Landwirtschaft teilweise sehr erhebliche Absatzstockungen eintraten. Außerdem lohnt es nicht, den Roggen in dem Maße zu verfüttern, wie das früher geschah, weil auch Hafer und Gerste eine gute Ernte aufwiescn, wir außer­dem 1925 aber auch für nicht weniger als 229 Millionen Mark Futtermittel einführten. Man hat den verbrauchten Roggen für Pichfiitteruug vor dem Kriege auf 2535 % geschätzt. Das ist jetzt unrentabel und das Roggenangebot wird verstärkt. Seit dem Oktober vergangenen Jahres haben wir deshalb bloß einen Preis, der pro Tonne 20 Mark unter dem Friedensdurchschnitt liegt. Ebenso ist der Weizenpreis, der allerdings für die deutsche Landwirt­schaft ja längst nicht die Rolle spielt tote der Roggenpreis, nach einer kurzen Steigung im Dezember nun wieder nicht unbeträchtlich gesunken.

Die Regierung ist mit einer weitgehenden Aktion der notleidenden Industrie zu helfen willens; da müssen sich Mittel und Wege finden, auch der Landwirtschaft zu Hilfe zu kommen.

Wirb für demeZeitung!

NSchspamKNNg fit Gerts»

Drohende LMM

aus dem Dslkerbnnd.

D e u t s ch l a n d b l e i b t f e st.

. Genf war am Dienstag in den Arbeiten des Völkerbundes eine gewisse Ruhepause eingetreten, da s .dle Vollsitzung der Vblkerbmidversammluug noch der Volkerbundrat Sitzungen abgchaltcn haben. Der Fortschritt der Verhandlungen in Genf wird durch die Abreise Briands überhaupt stark behindert und es ist M vicht einmal bekannt, wann Briand wieder zur Zeitnahme an den "Tmtmrgcn der Völkerbundver­sammlung zurückkehrer wird. Nichtsdestoweniger war der .^outschland insofern von Wichtigkeit, als unter Dem Vorsitz Chamberlains der politisch- Ausschuß 'nioin- mentrat, um einen Unterausschuß zu wäblen, der d a s De utsche Auf nahmegesuch prüfe n soll.

Das Hmziehcn der Beratungen und die ständige An- vcuer Ratkandrdatureu bisher haben neun Machte ihre Ansprüche auf Erteilung eines ständigen Rat- srtzes angemeldet haben die S p a n n » n g in Genf drc seit Eintreffen der Bölkerbunddelegierten über d->r Stadt lagert, wesentlich erhöht. Ständig vurch- schwrrren die tollsten Gerüchte die Stadt. So heißt rS u. «., daß Spanien, Polen und Brasilien mit dcrn Austritt aus dem Völkerbund gedroht haben, $nen nicht, wie Deutschland, ein ständiger Sitz im Volkerbundrat zu-rteilt wird. Allerdings werden in Bollcrbundkrcisen diese Austrittsdrohungen nicht allzu ernst genommen, da mm den Satzungen des Völkerbundes die Mächte noch zwei Jahre an diese Satzungen gebunden sind, nachdem sie ihren Austritt erklärt haben. Sie deutsche Delegation steht nach wie vor auf dem Stand­punkt, daß es für Deutschland in der Frage der Rat- u "'NprnM! ß geben kann. An Berliner politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß die deutsche Delegation ohne ein bestimmtes Programm nach Genf gegangen ist, lediglich mit dem Ziel, in Fortfüh­rung der Politik von Locarno in den Völkerbund cènzu- treten Alles andere, -mch die Frage der Umgestaltung des Rates, kann Deutschland erst erörtern, wenn es dem Völkerbünde angehört. So sieht man auch in Berliner politischen Kreisen die bisherige Genfer Entwicklung als ! c h r gefährlich an. Man weist daraus hin, daß die Vorgänge, tote sie sich in Genf um den Bölkerbundrat ab- ipielen, Deutschland den E è n t r i t t i n d e n Völker­bund gegebenenfalls unmöglich machen.

Briand bildet das Kabmett.

Paris, 9. März abends.

Präsident Doumergue empfing heute nachmittag den Kamnierprösidenten Herriot und bot ihm die Kabinetts- bildimg an. Herriot lehnte ab, und betonte, daß Briand die geeignete Persönlichkeit sei. Der Präsident übertrug darauf Briand die Neubildung des Kabinetts, die dieser annahm mit der Maßgabe, daß er selbst Premier- und Außenminister und Caillaux Finanzministcr wird.

Derrischer Asichsèag.

(174, Sitzung.) CB. Berlin, 9. März.

Die zweite Beratung des Haushalts des R e i ch s s t n a tt z- ministeri u m s wurde fortgesetzt. Abg. Kling (Wirtsch. Vgg.) meinte, von der Herabsetzung der Umsatzsteuer würde das Reich zwar einen Ausfall von 500 Millionen haben, aber diese Summe würde nicht der Wirtschaft im allgemeinen zugute kommen, sondern in Den Händen der groß-n Kartelle, Svndikaie und Handelsgesellschaften bleiben Für den eigenen Verbrauch der L a n d w i r t s ch a f t müsse die Uusatzsteuer unbedingt ganz aufgehoben werden. Die Aushebung der Simulierter sei zu beglichen. Der Redner trat vann Dafür ein, daß den Betrieben, die mit eigenen Familienangehörigen arbeiten, steuerliche Er­leichterungen zuteil würden. Den Bcwirtschasiein landwirt- schaftlicher Betriebe bis zu 62 Hektar landwirtsKastlich be­nutzter Fläche müßten außerdem die Gteuerrrückständc aus den Jahren 1924 und 1925 einschließlich der Verzugszinsen erlaßen werden, soweit Die Nichtbezahlung oder Stundung durch Elc- iiicntarschädèi! oder Seuchenfälle veranlaßt worden seien. Der Redner beantragte schließlich., die sür Den 1. April vorgesehene Erhöhung Der Bi erst euer nicht civtr.cn zu lassen.

Abg. Merck (Bayer. VP.) mv ebenfalls Dafür ein, die Bier st euer noch nicht am 1. April in Straft treten zu lassen. Über die Notwendigkeit von Steuersenkungen bestünden tut deutschen Volke keine Mernungsverschied-rnhetten. Bei den Steuersenkungen müßten in erster Linie die kleinen und mitt­leren Betriebe berücksichtigt werden. Es sei zweiselhast, ob Die Senkung der Umsatzsteuer das richtige Mittel zur Wieder­belebung Der Wirtschaft sei. Die Umsatzsteuer bildet das Rückgrat, dcS Finanzausgleichs. Darum wäre es besser ge­wesen, sic zu reformieren, statt abzubauen. Vom Zentrum ist inzwischen eine Entschließung eingegangen, worin Die Ein­richtung eines besonderen Referates für Buch- und Betriebs­führung im Rcichsfinauzministerium gefordert wird.

Abg. Schröder-Mecklenburg (Völk.) äußerte Bedenken gegen Die Stcucrsenlungsvorlagc Der Regierung. Mit Der Senkung der Umsatzsteuer könne man die Wirtschaft nicht anfurbcln. Di- Berechnungen des Finanzministers über die Durchführbarkeit seiner Steuersenkungen ständen außerdem auf sehr schwachen Füßen. Damit schloß Die allgemeine Aussprache.

Ein fommuniftifeber Mißtrauensaittrag auf Streichung des Gehalts des Ministers wurde abgckehnt und das Mi- Hiftergepatt bewilligt. Vor Der Abstimmung übet den kommu­nistischen Mißtrauensauttag erklärte Abg. Gercke (Dtn.), daß seine Partei sich dabei der Stimme enthalten würde.

KWmèsmuS in Frankreich und England.

Auf diesen pessimistischen Ton ist auch die Presse in Frankreich und England gestimmt. Die Pariser Blätter weisen daraus hin, daß die Schwierigkeiten in Genf noch größer seien, als man ursprünglich geglaubt habe. Der Maèin" bezeichnet -s als einen großen Fehler, Das inan 48 Staaten nach Genf gerufen habe, ohne vorher in unverbindlichen Besprechungen die Sicherheit zu einer Einigung geschaffen zu haben. Die LondonerMorning- post" spricht von einer Ruhe vor Dem Sturm und auch die übrige Londoner Presse betont, daß die Lage in Genf sehr e r n ft sei.

Ein NuSVsg?

Einen Ausweg aus der Sackgasse, in die der Völker­bund durch die Ralkrise geraten ist, glaubt dasPetit Journal" DaDurd) zu finden, daß die Frage Der Erweite­rung des Völkerbundrats nach Einbeziehung Deutschlands uni seW Monate vertagt wird, was von Frankreich schließ­lich angenommen werden könnte. Allerdings müßte Drytschland sich dann verpflichten, Der Zulassung Spaniens, Brasiliens und Polens zu diesem Zeitpunkte als ständige Mitglieder »Ls Rates nicht zu ividersprechen. Es scheint allerdings noch fraglich, ob Dieser Weg für alle Beteiligten gangbar ist.

VRbtteiiMM M MSßiW-kmkertW.

Nach Meldungen aus Genf soll sich ver Bölkerbundrat in privaten Besprechungen dahin geeinigt haben, Die Ab- rüsiungskommission und Die mit ihr zusammenhängenden Wirtschafts- und Milttärlsmitees für den 17. Mai nach Genf cinzubcrnfcn, wobei man darauf rechnet, daß bis dahin der KonslA zwischen der Schweiz und Sowjetruß­land beigelegt sein wird, so daß auch Rußland an dieser Konferenz teilnehmen würde, worauf besonders von Japan Wert gefegt wird. . ~

Der diplomatische Korrespondent desDaily Tele­graph" meldet allerdings, es werde jetzt- allgemein ange­nommen, daß der Völkerbundrat Den Zusammentritt Der vorbereitenden Konferenz für Die Abrüstungsfrage, die ur­sprünglich bis zum Mai verschoben worden war, auf un- bcitimmte Äeit' vertäuen werde.

Chamberlain bei Dr. Luther.

Eens, 9. März. Der englische Außenminister hat Diens­tag abend dein Reichskanzler Dr. Luther im Hotel Me­tropole einen Besuch abgestatiet.

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Die Anträge zu Den Sicuerfragen wurden Dem Steuer» ausschuß überwiesen. In Der Einzelbcramng beantragte beim Titel

Dispositionsfonds des Reichspräsidenten

Abg. Nrubauer (Komm.) eine Kürzung zugunsten dcr Kriegs- beschädigten.

Abg. Dr. Hertz (Toz.) erklärte, die Sozialdemokraten hätten im Ausschuß ieineswegs Kritik an Dem Fonds an sich geübt, sondern lediglich eine Begründung für die Mehrfordcrung von einer Million gewünscht. Ter Fonds wurde unverändert be­willigt.

Abg. Meier-Baden (Soz.) betonte die Wichtigkeit des Buchprüfungsvicnstes. Allein im Jahre 1924 sei dadurch eine Mehreinnahme an Steuern und Geldstrafen von 94 Millionen erzielt worden. Der Redner fragte, was geschehen sei, um die Zahl gewandter und zuverlässiger Buchprüfer zu beimepren und sie gegenüber den Finanzämtern unabhängiger zu stellen. Die Buchprüfung müsse auch auf die buchführeuve Landwirt­schaft ausgedehnt werden.

Staatssekretär Popltz erklärte, daß bei Der Landwirtschaft der Buchprüfungsdrenft schon nach Möglichkeit durchgefübrt werde. Um fachmännisches Personal für Den Buchprüfungs­dienst sei die Finanzverwaltung dauernd bemüht. Es sei aber nicht möglich, alle Buchprüfer in das Bcaiutcnverhältnis zu überführen.

Abg. Dr. Philipp (Stn.) wies auf Die Unbilligkeit und die Härten hin, die sich bei Der Durchführung des Anleiheab- lösungsgcsctzeS Heransgestell! Hütten in den Fällen, wo über­zahltes Reichsnotopfcr in Ablösungsanlcihcn des Reiches er­stattet wird. Eine vom Zentrum, von Der Deutsche» und Der Bayerischen Voltspartei unterzeichnete Interpellation behandelt den gleichen übelftanD. Eine Härte liege auch Darin, daß Not- opferstenerpflichtige, Die Das zur Barzahlung des NoiopserS crsorderliche Geld sich durch Verkauf von RcichsanfeiheN ver­schafft hätten, kein Erstattungsrccht haben.

Reichsfinanzminèster Dr. Reinhold erklärte sich zu einer wohlwollenden Prüfung der Anregung des Vorredners bereit.

Abg. Schetter (Ztr.) führte Beschwerde über das schlep­pende Verfahren bei Der Regelung der Vorzug,-reuten im Äufwertungsverfahren.

Staatssekretär Popitt erklärte, daß die Vorzugsrente» bis 1. Januar ohne Rücksicht auf Den Tag der Aulragstellung be­zahlt würden.

Abg. Simon Schwaben (Soz.) beklagte die Slusschaltting der Arbeiter aus den StcuerauSschüffen mancher Finanzäuucr.

Nach Ausführungen Der Abg. Hollein -Kom.) und Eeroucr (Bahr. VP.) wurde ein Zentrums an trag angcnom ; tu c n, wonach Die V o r z u g 8 reut c n ohne Rücksicht auf Den Termin Der Antragstellung mit Wirkung ab 1. Fanuar 1928 cmsgc zahlt iverden sollen.

Beim B r a n n t w e i n m o n o p o l wandte 5*, Aba. Schulz-Gahnten (Ztr.) gegen alle Bestrebungen, den Einflun der Spirituscrzeugcr im Beirat Der Alonopolverwaltung zu vermindern.

Abg. Eggerstedt (Soz.) meinte, man solle doch erst das Ergebnis zur Untersuchung des Ausschusses erwarten. Der sich mit Dem Geschäftsgebaren Der Monopolverwaltung zu be­schäftigen Hai. Der'Rest des Etats wurde dann devanclos be­willigt und das Haus vertagte sich auf Mittwoch. Auf der Tagesordnung sicht Der Emi Des Reichsministers des Tunern.