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Zul-aer Anzeiger

Erscheint jeden Werktag. Bei Lieferung,, bchinderungen durchHöhere Semott, Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher feine Ansprüche. Druck und Verlag von Friedr. Ehrenklau, Lauterbach, Hessen, Mit­glied des Bereins Deutscher Zeitungsverleger. Postscheck-Konto: Frankfurt a. M. Nr. 5585.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Fulda- und Haunetal * Fuldaer Kreisblatt iiiimiiiuimiiiiiiiiiuiiiniiHifnifiiiiniimiiiiiiiiimiiiniiimHiiiiiitiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiniiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiini Redaktion und GefryüMflrlle: Mühlenstraße 1, Telefon Nr. 989 fiiiuiitiiiniiHiiniiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiitiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiniiiiiHiiiiifiiHiiiHiiiii Nachdruck der mit » versehenen Artikel nur mit Quellenangabe:Fuld. Anz." gestattet.

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Nr. 56 1926

Fulda, Freitag, 12. März

3. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat gegen den Reichsinnenminister einen Mißtranensantrag eiugebrachl.

* Jm Rcichstagsansschuß für die Not der Winzer wurde die Aufhebung der Wrinstcuer beschlossen.

* Mit einem neuartigen Verfahren errangen Schaufenster- diebe in Berlin Erfolge. Sie ließen auf der Straße gewaltige Sprei'gkörpcr explodieren und raubten in der entstandenen Verwirrung einen in der Nähe liegenden Juwclicrladen aus.

* In Gens hat sich die Lage erneut durch die Haltung Bra­siliens zugespitzt, das der Erteilung eines Sitzes im Völker­bundrat an Deutschland nur bann zustimmen will, wenn auch Brasilien einen Ratsitz erhält.

* Aller Voraussicht nach beabsichtigen die belgischen Behörden nicht, den in die Kulisker-Affäre verwickelten Holzmann an die deutschen Gerichte auszuliefern.

Organèsaèkon der Arbeit

Reichsarbeitsminister Dr. B r a ü n s ist in Beglei­tung einiger seiner Mitarbeiter nach London abgereist um an der am 15. März d. I. in London stattfindenden Konferenz der europäischen Arbeitsminister teilzunehmen.

Was wenigen bekannt sein dürfte: Der Versailler »rriedensvcrtrag enthält in seinem 13. Teil sehr umfang­reiche Bestimmungen über DieOrganisation der Arbeit". Enthält sehr weitgehende Richtlinien sozialpolitischer Art, wie Regelung der Arbeitszeit, des Arbeitsmarktes und der Arbeitslosigkeit, Sicherstellung des Lohnes und angemessene Daseinsbedingungen. Schutz der Kinder-, Jugendlichen- und Frauenarbeit usw. usw., zum größten Teil Dinge, die uns weniger interessieren, weil sie in DeMschland längst durchgcführt sind. Neu war nur die Schaffung des Internationalen Arbeitsamtes in Genf, bei dem übrigens Deutschland schon jetzt ver­treten ist, auch ohne Mitglied des Völkerbundes zu sein, obwohl das Arbeitsamt auch Bestandteil des Bundes ist.

Die Kardinalstreitfrage ist Der Achtstundenar­beitstag, jene Forderung, die durch Karl Marx, Den

eingetragen worden ist und zu einer Art Palladium wurde, so sehr, daß dabei nicht nur das wirischaftlich-sozialpoli- tlsche Dafür und Dawider eine Rolle spielt, sondern auch das klassenkampf-politische. Dadurch wird die Regelung dieser Frage so erschwert und wenn das Washing­toner Abkommen, das sich grundsätzlich nur grundsätzlich auf den Boden der achtstündigen Arbeitszeit stellt, bisher noch von keinem Staat ratifiziert worden ist, so ist es eben darum, weil man nicht bloß wirtschaftlich, sondern auch politisch gegensätzlicher Mei­nung bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist. Die deutschen Gewerkschaften verlangen diese Ratifikation des Washing­toner Abkommens, die auf der internationalen Konfe­renz in London verhandelt werden soll. Die deutsche Arbeitgeberschast führt gegen den -schematischen Ächt­stundenarbeitstag allgemein-wirtschaftliche Gründe an, dann aber auch den Einwand, Deutschland habe Derart erhebliche finanzielle Verpflichtungen an die Entente­mächte, daß diese Verpflichtungen nur durch höchstge­steigerte Produktion erfüllt werden können. Diesen Er- wägungen wird von Der anderen Seite entgegengehalten, daß Verlängerung der Arbeitszeit gar nicht identisch sei wit erhöhter Rentabilität der Arbeit was eine auf rein experimentell-wissenschaftlichem Boden zu lösende Streit­frage ist. Man sucht vernünftigerweise dem jetzt beizn- lommen durch Unterscheidung in der Qualität der Arbeit selbst, dann durch Unterscheidung zwischen Arbeit und A r b c i t s b e r e i t s ch a s t.

Wenn jetzt der deutsche Arbeitsminister Dr. Brauns nach London gefahren ist, so stößt er aber dort noch auf eine andere Schwierigkeit: fast jeder Staat erklärt, er würde das Washingtoner Abkommen ganz gern ratifi­zieren, wenn erst die anderen ratifiziert haben. Dazu kommt noch die dritte Schwierigkeit, daß z. B. in F r a n k- r e i ch und Belgien Arbeitszeitbestimmungen bestehen,

Die angeblich mit Dem Abkommen zu vereinbaren seien, aber weit über Die 48-Stunden-Arbeitswoche hinausgchen, weil sie Der Möglichkeit, Überstunden einzuschalien, weite­sten Spielraum geben.

Ganz abgesehen von den besonderen internationalen Verpflichtungen Deutschlands und Den daraus sich ergeben« ben Folgerungen Dürfte aber die Frage Der Arbeitszeit überhaupt nicht gesondert betrachtet, sondern müßte in Die gesamte Sozialpolitik hineingestellt werden. Daraus folgt aber ohne weiteres, daß auch die an Deren Staaten jene sozialpolitischen Fortschritte nachzuholen haben, die Deutschland schon längst getan bat; daß sie Die gleichen sozialpolitischen Lasten auf sich nehmen wie die deutsche Wirtschaft. Nur unter Dieser Bedingung kann man an das Problem Der internationalen Kontrolle Herangehen, das natürlich sehr schwierig ist. Andere Schwierigkeiten sind) bei Der Regelung Der Arbeitszeitsrage sind z. B. Die llimatisch-geographischen Verschiedenheiten, Die sich na­mentlich bei Der Saisonarbeit auswirken, ferner Die Ver­schiedenheiten Der Betricbstcchnik, weiter die Verschieden­heit Der Sonntagsarbeit usw.

Die Londoner Konferenz sieht also Die Aufgabe vor sich, Den natürlich sehr weit gefaßten Bestimmungen des Washingtoner Abkommens zunächst einmal eine Art von einheitlicher Auslegung zu geben, also sozusagen einen Kommen.ar dazu zu vereinbaren. Das ist auch deswegen notwendig, weil wir in Deutschland mitten drin sind in einer gesetzlichen Neuregelung der Arbeitszeitfrage, worauf natürlich Die Beschlüsse Der Londoner Konferenz von sehr erheblichem Einfluß sein müssen.

Neue Bölkerbundskrise

Brasilien als Störenfried.

Der Faust schlag auf den Tisch.

Die Aufnahmekommission des Völkerbundes hat am Donnerstag vormittag in einer kurzen Sitzung den ihr vom Unterausschuß vorgelegten Bericht über Die Auf - nahmeDeutschlands in den Völkerbund ohne Aus­sprache einstimmig genehmigt. Der Vorsitzende der Aufnahmekommission, der englische Außenminister Chamberlain, wird Der Vollversammlung des Völkerbundes über diesen Beschluß Bericht erstatten. Da­mit sind Die vorbereitenden Verhandlungen für die Auf­nahme Deutschlands in den Völkerbund abgeschlossen und es steht nunmehr Der Vollversammlung offen, die Auf­nahme Deutschlands mit Zweidrittelmehrheit zu be­schließen. Von den weiteren Verhandlungen über die Er­weiterung des Rats wird die Einberufung dieser Ver­sammlung abhängen.

Allerdings ist cs noch immer fraglich, ob Deutschland überhaupt sein Gesuch um Eintritt in den Völkerbund aus- rcchterhalten wird, da der Kampf um die Notsitze mit vehementer Heftigkeit weitergeführt wird. Der Genfer Sonderberichterstatter desPetit Puristen" meldet, daß der Konflikt in Genf weit über die deutschen Forderungen hinausgewachsen fei. Es handele sich jetzt nicht mehr um einen Zweikampf zwischen Frankreich und seinen Freun­den einerseits und Dcutschland andererseits, sondern um eine ernste V e r f a f s u n g s k r is e, die das ganze Gebäude des Völkerbundes zu zerstören droht. Der Tee, den der Generalsekretär des Völkerbundes den Mitgliedern des Völkcrbnndrntes gegeben hat, ist r e ch t dramatisch verlaufen. Der schwedische Delegierte Nnden hat im Verlaufe der Aussprache, die über die Ratsitze beim Tee geführt wurden, mit der F a n st auf den Tilch o -- - schlagen und erklärt, Schweden werde gegen jede Er­

Weiterung des Rates über Deutschland hinaus sein Veto

lie, tief in die Massen hin- . entlegen. Diese Steuungnabme sei cndgiUt'g und uner- in^r 9T fi ffs ix ff n h t H ti? mitrAo erlitt i^i i^ ^** ^MAnfi^.irxM er*«»rt*:«*.*^ ^^#r^ ^4^ >.â«^,»k-

schülterllch. Der brasilianische Delegierte erklärte darauf­hin, das? Brasilien in diesem Falle nicht nur aus dem

Völkerbünde austreten, sondern auch fein Veto gegen Die Aufnahme Deutschlands einlegen werde.

Schwere Komplikation.

In bet Tat ist durch die Stellungnahme Brasiliens in Gem eine schwere Komplikation der Lage cinge-

Grotzheuische Tagung in IBsen.

Begrüßungsworte des Vizekanzlers Dr. Waber.

DIC des den der der

Jn Wien trafen mit drei Sonverzügen vie^Tcil- nehmcr an Der Großdeutschen Tagung aus allen Teilen des Reiches ein, insgesamt 1200 Studenten und Univcriu tätsprofefforen. Zum Empfang hatten sich auf dem Bahn­höfe viele tausende österreichischer Studenten und Pro­fessoren mit ihren Fahnen versammelt. Die Ankunft ge­staltete sich zu einer erhebenden Kundgebung für den An- schlußgedanken. Im Namen der Leitung des Verbandes Der österreichischen Studentenschaft hieß Dr. Frank ankommenden Gäste willkommen. Als Vorsitzender Deutschen Hochschulringes dankte Dr. Jochmann für Willkommcnsgrnß. Am Abend fand ein Festakt in Universität statt. Als erster Redner sprach der Rektor Wiener Universität, Dr. Luigh. Als Vertreter Der Regie­rung war Vizekanzler Dr. Waber erschienen, ferner sah man alle Rektoren Der österreichischen Hochschulen.

Volk will zu 93 elf!"

Vizekanzler Dr. Waber richtete, an die Tagung eine Begrüßungsansprache, in der es heißt:Dentschösterreich begrüßt die Jugend, die aus dem Deutschen Reiche zu uns kommt, um hier in ernster Beratung mit führenden Män­nern des kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens Den Weg kultureller, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Zusammenarbeit bereiten zu helfen. Volk will zu Volk. Den Weg zur geschlossenen Zusammenarbeit zu bahnen, ist Die Aufgabe der Großdeutschen Tagung. Die tausend rcichsdeutschcn Akademiker werden Eindrücke mit sich nach Hause nehmen, die lebendig sind und getragen werden von einer großen Idee. Die Tagung ist dazu geschaffen dem Gedanken eines geistigen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenschlusses in hervorragendem Maße zu Dienen/

Aemeuntersiuhmig des Preuß. Landloses.

A ii s s a gc des Kriminalkommissars Dr. Slum m.

In geheimer Sitzung nahm Mittwoch der Femeausschnß des Preußischen Landtages Stellung zu der Frage, wie man gegenüber Zeugen, die sich ungebührlich benehmen oder aber ihre Aussage verweigern, zu verfahren habe. In Gutachten der Ministerien des Innern und der Justiz merbcH für den ersten Fall Anwendung der Hausgewalt, für den zweiten Fall Anwendung der Bestimmungen der Strafprozeßordnung für angemessen erachtet. Der Ausschuß selbst mürbe sich dahin einig, daß für die Erfüllung der ge­setzgeberischen und geschästsordnungsmäßigen Aufgaben dieser Ausschuß nicht zuständig fei. Es müsse eine gesetzliche Rege­lung oder die Überweisung an Den Verfassungsausschuß er«

folgen. Donnerstag wurde

Kriminalkommissar Dr. Stumm , »«nu tui» uww»*.....-.::u-

in öffentlicher Sitzung nochmals vernommen. Er soll bekun- j nehmigung ^S JanbeS »mW

Den, ob Fememörder innerhalb der Schwarzen Reichswehr ober gegen dreie Verpflichtungen kann das Land die Rente o e diese Wehr selbst von Jndustrieverbänden, dem Reichsland- ; das Kapital ganz oder "ckwerse embchalten, vier cm bereits Hund und leiteiideu Mitalicdern der Arbeilaebcrvereiniauna | gezahltes Kapital sogar zuruasoroern.

treten. Der Vertreter Brasiliens hat sowohl dem sranzöst- schen Ministerpräsidenten Briand, der sich wieder in Genf eingcfnnden hat, wie dem Reichskanzler Dr. Luther eine dahingehende Erklärung abgegeben, dost die brasili­anische Delegation die Instruktion habe, gegen de» ständi­gen Rotsitz Deutschlands zu stimmen, wenn nicht zugleich für Brasilien ein ständiger Ratsitz fest gestellt werde. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, das? Brasilien seinerzeit auch gegen die Verteilung eines Rat­sitzes an Spanien gestimmt hat und hierdurch den spani­schen Anspruch vereitelte. In Völkerbundkreisen, die gute Beziehungen zur deutschen Delegation unterhalten, wird darauf hingewiesen, das?, wenn Brasilien mit seinem Standpunkte siegen sollte, Deutschland seinen Auf­nah ineantrag zurückziehen würde, der nur unter der Voraussetzung der Zubilligung eines ständigen Rat- sitzes für Deutschland gestellt worden ist. Zudem hat Bra­silien gedroht, aus dem Völkerbund auszuscheiden und den Handelsvertrag mit Schweden zu kündigen, falls seine Forder.iigen nicht erfüllt würden.

Brèand sott helfen!

In Völkerbundkreisen sind jetzt aller Augen auf Bri­and gerichtet, der Besprechungen mit Chamberlain so­wie Dem spanischen und polnischen Vertreter batte. Man hofft, daß es seiner Autorität und seiner Überredungs­kunst gelingen wird, irgendeinen Ausweg aus Der Krise zu finden. Briand wird in seinen Bemühungen natürlich von Chamberlain unter stützt, Der sich seltsamerweise ziem­lich im Hintergrund hält.

Die nächste Sitzung der Völkerbundver- s a m m l u n g ist auf Sonnabend mittag angesetzt worden. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung steht jedoch vor- läusig nur die Frage der Errichtung eines Versammlungs­gebäudes für den Völkerbund.

Unterredung zwischen Chamberlain und den Brasilianern.

Genf, 11. März. Der englische Außenminister Chamber­lain hatte am Donnerstag nachmittag eine zweistündige Besprechung mit der brasilianischen Delegation, in der er dringend bat, daß die Brasilianer in der Frage der Rat­sitze nachgeben möchten. Die brasilianische Delegation hat daraufhin ihre Regierung durch Kabel um neue Instruk­tionen ersucht.

durch Geldmittel usw. unterstützt worden sind. Dr. 3 t u m nt sagt aus, der größte Teil der von der Schwarzen Reichswehr benötigten Gelder fei vom Landbund ausgebracht worden. Für die Industrie sei nanientlicb' die ZweigstelleEmaillier­werke" der Firma Hugo Stinnes in Hamburg in Frage ge­kommen. Das gehe aus Aussagen des Direktors der Werke, «nur, hervor. Dr. Stumm zählt die einzelnen Einzahlungen für die Schwarze Reichswehr aus. Als Einzahler nennt Dr. Stumm Herrn V. Oppen, Die Landbundgesellschast West- Havelland, Oberleutnant Opperman n und andere. Emp­fehlungsschreiben erhielten Mitglieder bei Schwarzen Reichs- ivebr von Abgeordneten wie W n l l c, Kube usw. Nach An­sicht des Zeugen Stumm sind Zahlungen für die Wehr erst 1923 geleistet worden. Es liege kein Beweis vor. baß Stinnes im Auftrag eines Arbeitgeberverbandes die Gelder an die Schwarze Reichswehr leitete. ,,

Ju per Besraguna durch die Mitglieder des Ausschüsse» erklärte Dr. St u in m noch, daß es sich um erhebliche Beträge gebandelt habe. Die unter dem Verdacht von Fememorden bisher verhafteten und verfolgten Personen gehörten sämtlich Der Schwarzen Reichswehr an. Es sei ihm befanntgeWorben, baß Der Landbund eine besondere Umlage erhob, um die Gelder für Major Hagemann, den Verbindungsmann des Landbundes zur Schwarzen Reichswehr, zu beschaffen. An­haltspunkte dafür, daß die Gelder des Landbundes für Feme­morde Der Schwarzen Reichswehr benutzt worden seien, habe er bisher nicht. Die Akten der Schwarzen Reichswehr seien mit dem Küstriner Putsch in alle Winde zerstreut worden, so daß nur ein kleiner Teil erhalten blieb. Der größte Teil fet schon 1923 vernichtet worden.

Die Absinduna der Fürstenhäuser.

K o m p r o m i ß c n t w u rf der Regierungsparteien.

Das Kompromiß der Regierungsparteien über die Fürsten- abfinbung, das in den letzten Tagen im Reichsjustizmintstenum in Gcsctzcsform gekleidet worden ist, liegt jetzt im Wortlaut vor. Der Wortlaut deckt sich inhaltlich mit den Vereinbarungen, die vor Beginn des Volksbegehrens zwischen den Führern der beteiligten Parteien getroffen worden sind: ein Reichsson - gerièht, dessen Sitz in Leipzig uitb dessen Vorsitzender der Rcichsgcrichtsprasidcnt ist und dem acht weitere Mitglieder angeboren, von denen vier Berufs- und vier Laienrichter sein müssen, entscheidet als einzige Instanz über alle Auseinander­setzungen zwischen Ländern und vormals regierenden pursten- Häusern. Die Verhandlnngen vor diesem Sondergencht lind öffentlich und rechtskräftig für und gegen alle Mitglieder von Fürstenhäusern, auch wenn sic eine Beteiligung an dem Ver­fahren abgelehnt haben. DaS Sondergericht soll in allen ygUen zunächst einen gütlichen Ausgleich versuchen. Rettet der Versuch, so bestimmt das Gericht das Verfahren na«

freiem Ermessen. . . .- »

Kapilalbetrâge ober Rentenzahlungen, die am Grund eine- Urteils des SondcrgcrichleS oder auf Grund eiâ Bergleiches von einem Land an ein vormals regierendes ^lirstenhâ odc eines seiner Mitglieder zu zahlen sind, dürfenl von der emp- sanasbercchtigtcn Partei bis 1950 nur für täte privat» irr schasilichcn Bedürfnisse ober zu wohltätigen oder kulturellen Zwecken verwendet werden. Bis IRV auch die Unlerbrin- gung.eines ausgezahlten KaPttalS mr «»Stand -'»r 'n" me-