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Nr. 92 1926

^ulda, Montag, 26. April

3. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Reichspräsident V. Hindenburg wird am 10. Mai der thü. ringischen Regierung in Weimar einen Besuch abstatten.

* Zwischen Deutschland und Rußland kam vollständige Einigung über den neuen Vertrag zustande. Das Reichs- kabinett hat dem Wortlaut des Vertrages zugestimmt, so daß die Unterzeichnung erfolgen konnte.

* Bei den Verhandlungen des Rcchtsausschufles deS Reichs- tages über das Fürstenkompromiß erklärte der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff, Preußen stimme dem Kompromißentwurf zu.

* Zwischen Preußen und Hamburg sollen sofort neue Ver­handlungen in der Groß-Hamburg-Frage beginnen.

Voran!

Wir wollen voran das hat auch die jetzt zu Ende gegangene R e i ch s g e f it ndheits Woche allüberall in deutschen Landen bewiesen. Wir wollen voran nicht bloß wirtschaftlich, nicht bloß in der Wiedererringung unserer außenpolitischen Geltung, sondern was nicht minder wichtig ist in der Ertüchtigung und Kräftigung des deutschen Menschen, vor allem der deutschen Jugend, die die Trägerin unserer politischen und wirtschaftlichen Zukunft ist. Und zwar gerade, weil sie das ist. Hierfür zu werben war die äußere Veranlassung all der zahlreichen Ausstellungen, der Veranstaltungen und Vorträge, die den Inhalt der jetzt hinter uns liegenden Woche bildeten.

Ein nicht gerade an Gemütsüberfluß leidender Eng­länder hat kurz nach dem Kriege hohnvoll gesagt, die Fol­gen der Hungerblockade würden sich erst in 30 Jahren so recht zeigen, wenn das im Weltkrieg geborene deutsche Geschlecht herangewachsen sei. Was deutsche Wissenschaft, deutsches Wollen und wenn auch durch die Versailler Bestimmungen stark eingeengt deutsches Können ver­mag, das geschieht und soll geschehen, um die Worte jenes Engländers Lügen zu strafen. Hier, in diesem Ziel, tref­fen sich alle Deutschen, hier gibt es wirklich keinen Unter­schied der Parteien hier gibt es ein ganz einheitliches Wollen. Hier gibt es nur einen edlen Wettbewerb.

Mens sana in corpore sano, sagt ein bekanntes lateini­sches Sprichwort: Zu einem gesunden Geist ist ein ge­sunder Körper die Voraussetzung. Das ist kein Materialis­mus und Ausnahmen wird es immer geben. Doch nicht allzuviele. Die Wege, die zuKraft, und Schönheit" führen, sind nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Denn das höchste und letzte Ziel ist, den Körper zum wil­ligen, zu allem bereiten Diener des Geistes zu machen. Nicht der Athlet, nicht sportlicheGipselleistungen" brin­gen ja ein Volk vorwärts sie sind nur Ansporn, sind Musterbeispiele für Nacheiferung. Was aber der einzelne gegen seinen Körper sündigt, geschieht ja doch nur aus Nachlässigkeit oder Unkenntnis. Gerade aber hierüber den Deutschen die Augen zu öffnen, war einer der Haupt­zwecke der Gesundheitswoche.

Auch der Gegner des Heeres der allgemeinen Militär­dienstpflicht wird zugestehen, daß sie eine in die Breite wirkende Schule körperlicher Ertüchtigung ist. Sie fehlt in Deutschland jetzt und muß ersetzt werden, soll sich nicht dieser Ausfall enlpfindlich bemerkbar machen. Viel ge­schieht, diese entstandene Lücke auszufüllen, und der Zwang, das Muß wird ersetzt durch freiwilliges Wollen. Alles aber, was geschieht- und das war der zweite Zweck der Reichsgesundheitswoche soll vor allem ge­schehen in der Einsicht: Vorbeugen ist wichtiger als heilen. Wir stehen nicht aus dèmspartanischen" Standpunkt, daß der ins Leben hineingeboreye Mensch zugrunde gehen soll, wenn er für die Fortsetzung seines Daseins ungeeignet erscheint. Sondern-jeder Mensch hat ein Recht auf Dasein, und der tiefste Sinn, den wir dem Staat als einer sozialen Gemeinschaft zusprechen, ist die Pflicht, fast die Berechtigung seiner Eri- stenz überhaupt, den Kampf ums Dasein zu erleichtern, soweit das eben nur möglich ist. Was hierbei für den einzelnen geschieht, das geschieht zum Vorteil des Ganzen und gerade wir Deutsche können in der schweren, be­drängten Lage, in der wir uns jetzt und auf nicht abseh­bare Zeit befinden, gar nicht genug in diesem Sinne tun. Gerade, weil uns das Schicksal in einen besonders schweren Kampf ums Dasein, sowohl des einzelnen wie des ganzen Volkes, hineingestcllt hat. Doch immer wieder muß das gesagt werden und die Reichsgesundheitswoche hat es landauf, landab hoffentlich mit recht großem 6rfolg! wieder laut gepredigt: nicht der Staat allein, nicht der Zwang kann das alles leisten, sondern mindestens zur Hälfte ist freiwillige Einsicht, verständnisvolles Wollen des einzelnen notwendig zur Erreichung dieses Zieles.

Noch eins sei bemerkt, worüber die Reichsgesund­heitswoche die Augen öffnen wollte: nicht für sich allein kann der einzelne an seinem Körper sündigen, sondern das rächt sich alles am k 0 m m en d e n Geschlecht. Furchtbares predigten hierüber die Listen, Statistiken, ja der Augenschein selbst. Das bürdet den Lebenden eine schwere Verpflichtung gegenüber den Kommenden auf die Schultern. Wir leben eben nicht nur für uns allein, auch ebenso für jene nach uns, die uns ihr Dasein verdanken. Zu verhindern, daß ihnen diesesVerdanken" nicht zu einemVerschulden" werden soll, war eine ernste, viel­leicht die ernsteste Mahnung der Reichsgesundheitswoche an die Lebenden.

Schützet den Wald vor Feuersgeschr !

Vertrag mit Rußland unterzeichnet.

IreundschMabkommen mitRußlani)

Verpflichtung zu gegenseitiger Neutralität.

Nach langwierigen Verhandlungen ist es nunmehr gelungen, den deutsch-ruffischen Freundschaftsvertrag zum Abschluß zu bringen. Der Vertrag ist deutscherseits vom Reichsaußenminister Dr. Stresemann als Vertreter Deutschlands und dem ruffischen Botschafter in Berlin, Krestinski, als Vertreter Rußlands unterzeichnet worden. Vor der Unterzeichnung hatte das Reichskabinett den Text des Vertrages genehmigt. Auch Reichspräsident von Hindenburg hatte nach erfolgter Mitteilung des Kabinetts- beschlusses dem Reichsaußenminister die Ermächtigung zur Unterzeichnung erteilt. Ebenso waren die Führer der Reichstagsfraktionen vor der Unterzeichnung von dem Inhalt des deutsch-ruffischen Vertrages in Kenntnis gesetzt worden.

Der mit Rußland abgeschlossene Vertrag wird Anfang dieser Woche sowohl im Auswärtigen Ausschuß des Reichs­tages als auch des ReichsrateS 311t Debatte gestellt werden. Dir Regierung wird bei dieser Gelegenheit Erklärungen über Vorgeschichte, über den Inhalt und die Tendenz des deutsch-ruffischen Vertrages abgeben. Die Veröffent­lichung des Wortlautes des Vertrages ist für Dienstag vorgesehen. Gleichzeitig wird der Vertrag'allen Signatar- mächten des Locarnovertrages offiziell übermittelt werden.

Rem Seratungen des Rechlsausschufses.

Aus dem Wege zur E i n i g u n a.

Im Nechlsausschuß des Reichstages erklärte zunächst Neichsjustizmiuister Dr. Marx, daß das Volksbegehren wegen

Neuordnung der Aufwertung

noch dem Kabinett vorliege, aber jedenfalls unverzüglich an den Reichsrat weitergeleitet werde. Die Abgeordneten Neu­bauer (Komm.), Dr. Rosenfeld (S03.) und Stöcker (Komm.) bestritten die Notwendigkeit, daß die Vorlage dem Reichsrat zur Stellungnahme überwiesen werde. Dadurch würde nur Verzögerung hervorgerufen. Gcniäß Artikel 67 der Reichsver- sassung sei dem Reichsrat die Vorlage lediglich zur Kenntnis­nahme zu überweisen. Rcichsjustizminister Dr. Marx sagte zu, daß er.diese Wünsche dem Kabinett zuleiten werde. Der Aus­schuß wandte sich dann der Behandlung des Kompromisses

über die Fürstenabfindungen

zu. Hierbei wurden die Absätze 2 bis 7 des ersten Abschnittes des § 2 des Kompromißgesetzentwurses angenommen. Dafür stimmten die Kompromißparteien und auch die Deutschnatio­nalen trotz vorheriger Ablehnung ihrer Anträge mit Ausnahme des Abg. Everling, dagegen stimmten die Kommunisten, wäh­rend sich die Sozialdemokraten der Abstimmung enthielten. Nunmehr sollte der letzte Absatz des § 2 zur Abstimmung ge­langen. Die Vertreter der Deutschnattonalen beantragten aber, daß die Abstimmung über diesen Absatz ausgesetzt werde, was angenommen wurde. Darauf gab der preußische Finanzmi- Nister Höpker-Aschosf eine ausführliche Darlegung des

Standpunkics der preußischen Regierung

zu dem Kompromiß über die Fürstenabfindung un6 den dazu vorliegenden Anträgen. Er wies darauf hin, daß die preußische Staatsregierung Wert daraus legen muß, in dem Gesetzentwurf Fürsorge für wesentliche Verbesserungen gegenüber der durch den Vergleich vom Oktober 1925 geschaffenen Lage zu erzielen. Das sei ihr aus Grund der letzten Verhandlungen mit den Vertretern der Reichsregierung in einigen Punkten gelungen, so daß er zu dem Ergebnis kam, daß die preußische Regierung sich nunmehr mit dem Gesetzentwurf abfinden könne, wenn die neuen Abänderungsanträgc angenommen werden. Sie tue dies hauptsächlich mit Rücksicht darauf, daß durch die Annahme des Gesetzentwurfes eine

Beruhigung der Öffentlichkeit

zu erhoffen sei. Die Hohenzollern würden nunmehr 280 000 Morgen Land und Forsten sowie 12 Millionen in bar erhalten, der Preußische Staat dagegen 347 000 Morgen.

Der Ausschuß vertagte sich aus Dienstag.

Potitische Rundschau.

Deutsches Reich

Preußischer Wohlfahrtsministcr Hirtsiefer 50 Jahre alt.

Am 26. April begeht der preußische Minister für Volkswohlfahrt, Heinrich Hirtsiefer, seinen 50. Geburts­tag. Hirtsiefer ist aus dem Handwerkerstand hervorgegan- gen. Er ist gelernter Schlosser und hat als solcher bereits in jungen Jahren als Bezirköleiter und Verbandösekrctär des Christlichen Metallarbeiterverbandeö regen Anteil am politischen Leben genommen. Seine eigentliche politische Laufbahn begann er 1907 als Stadtverordneter tn feiner Vaterstadt Essen. Als Nachfolger Stegerwalds übernahm Hirtsiefer im November 1921 in dem damaligen Kabinett Braun das Wohlfahrtsministerium. Unter seiner Amts­tätigkeit als Wohlfahrtsminister wurde die,.Hebammen­reform durchgeführt und das Gesetz zur Bekämpfung der Tuberkulose verabschiedet, die Jugendfürsorge und Jugendpflege, insbesondere aiich in sportlicher Hinsicht, weiter ausgebaut und auf bem Gebiete des Wohnung^- unb Siedlungswesens eine Reihe reformatorischer Maß­nahmen eingeleitet.

Disziplinarverfahren gegen Bewersdorff.

Gegen den Land- uub Amtsgerichtsdirckior Bewers- dorff in Magdeburg und gegen Amtsgerichtsrat Schulze, die Richter des Schöffengerichts, das im Urteil gegen Rothardt ben Reichspräsidenten Ebert als des Landes­verrates überkützrl bezeichnete, ist ein Disziplinar.

Wie uns von gut unterrichteter Seite gemeldet Wirb, ist der deutsch-russische Vertrag sehr umfangreich, da er außer dem eigentlichen Vertrag noch eine Anlage mit authentischen Erklärungen enthält, über die sich die beider­seitigen Unterhändler im Laufe der Besprechungen ge­einigt haben. Der Vertrag wird zum Ausdruck bringen, daß auch nach dem Locarnopakt und nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund die wesentlichen Vereine barungen in Geltung bleiben, die zwischen Deutschland und Rußland in Rapallo abgemacht worden sind. Ins­besondere werden beide Staaten sich nach wie vor über alle Angelegenheiten in Verbindung setzen, die die Inter­essen beider Staaten gemeinsam berühren. Es wird in dem Vertrage auch die Versicherung gegensei­tiger Neutralität im Falle eines unprovozierten Angriffes auf den einen oder den anderen Kontrahenten zugesichert.

Erklärungen Briands.

WieMatin" berichtet, soll Ministerpräsident Briand im Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten auf eine Anfrage über die deutsch-russischen Verhandlungen erklärt haben, er verfolge den Verlauf der Ereignisse im Einverständnis mit den befreundeten Mächten auf das genaueste.

verfahren eröffnet worden. Die Vernehmungen der Zeugen haben bereits begonnen. In ben letzten Tagen sind vor Berliner Gerichten als Zeugen in dieser Ange­legenheit vernommen worden u. a. Abg. Landsberg (Soz.) und der Landtagsabgeordnete Riedel (Dem.). Landge­richtsdirektor Bewersdorff wohnte den Vernehmungen bei und stellte eine ganze Reihe von Fragen an die Zeu- gen, von denen jedoch mehrere nicht zugelassen wurden.

Mus Zn- und Auslanv

Berlin. Reichspräsident V. Hindcnbnrg wird am 10. Mai der thüringischen Regierung in Weimar einen Besuch ab statten.

Berlin. Beim Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, fand ein Essen zn Ehren des bisherigen italienischen B 0 t s ch a s t c r s in Berlin. Grasen Bos- dari, statt. Reichsminister Dr. Stresemann widmete dem scheidenden Botschafter herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung für seine Tätigkeit in Berlin, auf die Graf Bosdari in einer Erwiderung in demselben Sinne antwortete.

Berlin. Die Rcichsrcgierung hat den deutschen Botschafter in Paris, Herrn von Hoesch, zum Vertreter Deutschlands in der Kommission zur Prüfung der Frage einer Umgestal­tung des Völkerbundes ausersehen. Die Kommission tritt am 10. Mai d. I. in Gens zusammen.

Berlin. Der preußische Ministerpräsident Braun hatte mit dein Bürgermcistcr Dr. Petersen von Hamburg eine Unterredung über die Groß-Hamburg-Frage. Es wurde ver­einbart, daß zwischen Preußen und Hamburg die Verhandlun­gen von Regierung zu Regierung sofort ausgenommen werden sollen.

Berlin. Die Handelskammer in Mexiko bat dem Deut­schen Industrie- und Handelstag und der Handelskammer Berlin die bronzene Ehrenmedaille verliehen.

Karlsruhe. Wie von zuständiger Seite verlautet, hat daS Staatsministerium als badischen Gesandten in Berlin den Rechtsanwalt am Oberlandesgericht Franz Honold in Aussicht genommen.

München. Um den durch den Krieg und die Inflation sowie den wachsenden Krastwagenverkehr st a r k m i t g e n 0 m - menen Z u st a n d des bayerischen S t r a ß e n n e tz e s zu heben, wurde von Abgeordneten der Bayerischen Volks- partci im Landtag ein Antrag eingebradit der die Regierung ermääjtigen soll, zur raschen Wiederherstellung der bayeris^n Straße» eine Staatsanleihe auszulegen, die aus den Er­trägen der Kraftsahrzcugstcuer verzinst und getilgt wer­den soll.

Kattowib. Die Betriebswahlen aus der Friedenshütte und den Resthütten der Silesia, Lipine, ergaben wiederum einen Sieg der deutschen Gewerkschaften.

Paris. (Aufbesserung der Löhne der statt« zösischen Eisenbahner.) Eine Abordnung der Eisen­bahner verhandelte wiederum mit dem Minister für öffent« liche Arbeiten de Monzie zwecks Anpasiung der Löhne an die Lebensmittelpreise. Der Minister erklärte, daß nach den jüng­sten bei ihm und Briand erfolgten Vorstellungen Verhand­lungen mit den Eisenbahngesellschaften eingeleitet feien, damit eine der gegenwärtigen Lage angepasste GehaltSskala auSge- arbeitet werde. Da die Eiscnbahntarife nunmehr erhöht wor­den seien, erscheine eine Aufbesserung der Löhne jetzt möglich.

Basel. (Streikverbot für die Beamten der Schweiz.) Der schweizerische Nationalrat beschloß bei der Behandlung des neuen Beamtengesctzes mit allen Stimmen der Mirgerlichen, daß dem Staatspersonal bie Teilnahme an einer Vereinigung verboten sei, die den Streik vorsteht.

Preußischer Landtag.

<156. Sitzuyg.) tt. Berlin, èü April.

Zunächst wurde der gemeinsame Antrag angenomuien, der sich gegen die Stillegung von Elscnbahnwcrtstatti.n richtet, und das Staatsministerium ersucht, auf die Reichsbahngesellschast -inzuwirken, daß die östlichen Grenzgebiete in Zukunft bot weiteren Abbaumaßnahmen einen bcionbcrcn Schutz erfobren.

Nun führte man die allgemeine Aussprache zum Do­mäne n et at zu Ende. Es wurden Hrlismatznahmen für bie in Not befindlichen Domäncnpächier gefordert. In der Haupt­sache ging die Debatte um die Frage: Selbstbewirtschastung der Domänen oder Vèrpachiung. Der deutschnationale Ab­geordnete Hillger-Spiegelberg trat lebhaft gegen die Selbst-' bewiptschaftung auf.