Zul-aer Anzeiger
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^r. 169 — 1926
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt
Re-aktion und GefthästssteUe: Mühlenstraße 1 ♦ Zernsprech-Rnsthluß Nr. 989
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Fulda, Dienstag, 27. Juli
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3. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser
* Der Reichspräsident tritt seinen Urlaub erst Mitte Au- gust an.
* An Bord des Linienschisses „Hannover" ereigneten sich 141 Fälle von Fleischvergiftung, die jedoch sämtlich leichterer Natur sind.
* Das Finanzprogramm PoiiicarèS sicht keine Stabilisierung des Franken vor.
* Sinowjew ist auf Beschluß des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion aus seiner ®l mg im Politischen Bureau und aus allen anderen Ämtern entfernt worden.
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Zwischen zwei Völkern.
Eine sehr interessante Mitteilung kommt aus dem Elsaß: in Schlettstadt bat der Stadtrat beschlossen, alle nach dem Waffenstillstand den Straßen gegebenen französischen N amen abzuschaffen und durch die früheren deutschen Namen zu ersetzen. Dort wie in anderen elsässischen Städten hatte man ja, als 1918 die „Befreier" einrückten, nichts Eiligeres zu tun, als eine ganze Reihe von Straßen nach französischen Generalen oder französischen Schlacbt- orteu umzubeuennen. Überall tauchte der Name der Generale Foch und Joffre auf, wurde in Reims und Verdun verewigt — aber auch die Franzosen selbst sorgten dafür, daß die alten deutschen Namen verschwanden/ genau so, wie ja auch die deutschen Denkmäler überall im Elsaß, selbst auf den Schlachtfeldern von 1870, zerstört wurden.
47 Jahre hindurch hat man alljährlich den Statuen des Elsasses und Lohringens in Paris Huldigungen dargebracht, bis sich das Sehnen 1918 erfüllte, bis die „uner- lösten Provinzen" an Frankreich kamen, — aber man ist dieses Geschenkes nicht recht froh geworden. In Frank- ' reich bezeichnet man den Lothringer als „téte carrée”, zu deutsch als Querkopf, und die Dickköpfe haben, nun auch unter französischer Herrschaft bewiesen, daß sie genau so starrsinnig geblieben sind, wie sie es unter deutscher Herrschaft waren. Der Beschluß von Schlettstadt bedeutet
Schon fest Monaten geht der unverhüllte K a m p f zwischen der P a r i s e r z e n 1 r. a l i st i s ch e u Regierung und den A u t 0 n 0 m i st e n i m Elsa ß. Die meisten der Protestler und Eigenbrötler, die wir aus der deutschen Zeit her kennen, wenden sich jetzt mit großer Schärfe gegen die F r a n z ö s i e r u n g s p 0 l i t i k W.M Paris, wollen sich das Eigenleben des Elsasses nicht ersticken lassen. In diesem Lande ringen aufs heftigste deutsches Volkstum gegen französische Propaganda. Wir wollen nicht vergessen, daß im Elsaß erst unter Napoleon UL die Hinneigung nach Frankreich in das VoK hineindrang, daß dieses Land 180 Jahre hindurch fast absolut deutsch dachte und fühlte, bis es durch die Fürsorge- tätigkeit der Pariser Regierung gewonnen wurde.
Man hat sich in Frankreich getäuscht über die Tiefe der franzosenfreundlichen Bewegung im Elsaß, die ja besonders dadurch gestärkt wurde, daß dieses Land ganz besonders unter dem Kriege zu leiden hatte, weil cs u »- m i t t e l b a r e r K r i e g s s ch a u p ! a y war. Da kamen die Franzosen als Erlöser aus diesem Leiden und wurden als solche gefeiert. Doch als es nun wieder Alltag wurde, da wollte das Elsaß nicht einfach zui französischen Provinz werden, während man doch in Paris glaubte, daß das Elsaß nichts heißer ersehne, als französisch zu werden. Frankreich ist das Land des Zentralismus, Paris ist alles, die Provinzen sind nichts, sind nur Verwaltungsbezirke ohne Eigenleben. Ein anderes kam dazu: das ist das Verhältnis von Hirche und Staat, wie cs in Frankreich seit Anfang des 20. Jahrhunderts bestand und nun auch auf das Elsaß übertragen werden sollte. Bekannt ist, daß auch in neuester Zeit wieder einmal ein besonders heftiger Konflikt mit dem Vatikan ausgebrochen ist, und infolgedessen war eine der Quellen, die zu der jetzigen Autonomiebewegung führten, die Einführung der antikirchlichen französischen Gesetzgebung im Elsaß. Bezeichnend ist, daß in dieser Bewegung daher die, katholischen Geistlichen eine sehr erhebliche Rolle spielen, wie sie übrigens in der deutschen Zeit gleichfalls politisch führend gewesen sind.
Hinzu kommt noch der Reflex gewisser Bewegungen in Frankreich, die man als sogenannten „Regionalismus" bezeichnet und die eine stärkere Betonung des Eigenlebens der Provinzen im Auge haben. Diese Bewegung grundsätzlicher Art hat auch iu der Devutiertenkammer recht zahlreiche Befürworter gefunden, und dabei ist es gerade die Linke, die diese Bestrebungen unterstützt. Das haben sich die Elsässer zunutze gemacht und daher für die Autonomiebewegung in der Kammer manche Unterstützung gefunden.
Die Stärke dieser Bewegung ist so erheblich, daß sie von den Franzosen gar nicht mehr geleugnet wird und bereits zu scharfen Gegenmaßnahmen geführt hat. Aufrufe sind erschienen, die eine elsässische H e i m a t b e w e g u n g proklamierten, Zeitungen, wie z. B die in Zabern erscheinende „Zukunkt", haben sich in ocn Dienst dieser Sache gestellt. Von französischer Seite wurden, wo es nur irgend möglich war, jene Beamten reusicher Abstammung, die sich an dieser Bewegung be- disziplinarisch bestraft. Dieses Land hat eben Achs/ksal zwischen zwei Kulturen gestellt, zwischen "ud hat dieses Schicksal als eine Aufgabe be- trachtet. ^etzt zeigt sich die herbe Seite dieser Bestimmung, llegen Deutschland hat man sich gewehrt, jetzt muß man sich auch gegen Frankreich wehren.
Frankreich mutz
Pointares Ganèerungöpläne.
Vorläufig keine F r a n k st a b i l i s i e r u n g.
Ministerpräsident Poincard hat fortlausend Beratungen im Finanzministerium über die neuen Finanzpläne der Regierung. An Einzelheiten wird über diese Pläne jetzt bekannt, daß die Regierung eine Erweiterung des Budgets um vier bis fünf Milliarden Frank beantragen wird. Dieser Betrag soll zur Ausgleichung des Budgets sowie zur Amortisierung der Schulden verwendet werden.
Weiter wird die Regierung von der Kammer die Vollmacht verlangen, auf dem Verordnungswege weitere Ein- schränkungsmaßnahmcn der öffentlichen Verwaltung durchzuführen. Es wird darauf hingewiesen, daß es sich hierbei nicht um Spezialvollmachten für die Regierung handeln könne, wie sie Caillaux gefordert habe. Ferner wird die Regierung der Kammer die Ratifizierung des englisch - französischen Schuldenablommcns Vorschlägen. Das aincrikanisch-französifche Schuldenabkommen wird jedoch von der Regierung zunächst gar nicht erwähnt werden. Im Gegensatz zu den Finanzplänen Caillaux' wird in den Plänen der Regierung eine sofortige Stabilisierung des Franken nicht vorgesehen sein. Der Ministerpräsident steht auf dem Standpunkt, die in den letzten Tagen cingetretene Besserung des Frankkurses werde eine Fortsetzung erfahren, auch ohne daß die Finanzpläne der Regierung von der Kammer angenommen worden seien. Nach den letzten Vereinbarungen zwischen der Bank von Frankreich und dem Finanz- ministerium steht der Regierung ein weiterer Betrag von 30 Millionen Dollar aus der Morgan-Anleihe zur Frank- stützung zur Verfügung. Ferner wird dcr Regierung die Absicht zugcschrikben, Kredikverhandlungen mit der holländischen und der englischen Regierung aufzunchmen.
Aus der Umgebung des Ministerpräsidenten wird daraus hingewiesen, daß in den neuen Finanzplänen in keiner Weise von einem Moratorium oder einer sofortigen Konsolidierung die Rede sei. Die Regierung sei bestrebt,
DasMmfefl fttâelmafyiiiité; fürMaZ-LotlMgen
In einem Manifest, das der Hetmatbuttd für Elsaß- Lothringen verteilen läßt, heißt cs nach einer Depesche des "Soontal" aus Straßburg it. a.: Elsaß-Lothringen den Elsässern und Lothringern! Andernfalls würden mir nur noch als Fremde in unserem eigenen Lande betrachtet werden. Unsere Sprache, unser Geist, unsere Gewohnheiten und selbst unsere Architektur beweisen die große Verschiedenheit zwischen dem französischen und dem elsaß- lotbringiswen Volke.
Der Parteitag der Wirtschastspariei.
Die Partei das Zünglein an der Wage im Reichstag.
In Görlitz begann dcr sechste öffentliche Parteitag der Reichspartei des Deutschen Mittel st an des tWirtschaftsparlei). Zahlreiche Parlamentarier, darunter auch Abgeordnete aus Österreich und den sudetendeutschen Ländern, sowie Delegierte aus allen Teilen des Deutschen Reiches hatten sich eingesuildcn. Der Parteivorsitzende, Reichslagsabgeordneter Drewitz-Berlin, nahm bald nach der Eröffnung des Parteitages das Wort zu einem Vortrag über das Thema
Deutschlands Wiederaufbau
in wirtschaftlicher, kultureller und nationaler Beziehung. Der Redner wies darauf hin, daß die Reichspartei seit ungefähr 1% Jahren im Reichstag eine Fraktion geworden sei und als Zünglein an der Wage ausschlaggebende Bedeutung gehabt habe. Der Wiederaufstieg Deutschlands sei nicht möglich ohne einen zahlungsfähigen Mittelstand. Wenn es Deutschland nicht gelinge, das deutsche Volk vom Ausland in wirtschaftlicher Beziehung unabhängig zu machen, würden wir die Fesseln des Versailler Vertrages nie abschütteln können. Der Redner forderte dann die Aufhebung der st a a t l i ch e n Zwangswirtschaft. Nicht soziale Fürsorge, sondern nur Belebung der Wirtschaft könne helfen, und diese Belebung könne nur eintreten, wenn die Zwangswirtschaft und die übergroße steuerliche Belastung beseitigt seien. Besonders scharf wandte sich der Redner gegen die Um- s a tz st c u c r ; au Stelle der vielen Stcucrarten von heute müsse eine E i u h c i 1 s st e u c r treten, dann werde auch der teure Verwaltuugsapparat verkleinert werden. Weiter behandelte der Redner die Stellung der Partei zur heutigen Staatsform. Die Deutsche Wirtschaslspartei, so betonte er, stehe auf dem Boden der Weimarer Berfasf_ung, ohne dabei anzuerkennen, daß dieser Staat das Ideal sei; zu erstreben sei ein wirklicher Volksstaat. Zu erstreben sei ferner die Arbeilsdienstpflicht. Erst wenn alle wirtscha,t- lichcit Nöte beseitigt seien, könnte man sich auch einmal darüber streiten, welche Flagge die richtige sei, denn es komme nicht aus die Farben an, sondern auf den Fahnenträger, der die Flagge hochzuhalten habe. Nach der Rede des Partcivoriltzcn- dcn behandelte
Rcichstagsabgcordnctrr Prof. Dr. Brcdt-Marburg das Thema des deutschen Wiederaufbaus von der nationalen und kulturellen Seite. Die Mittelstandspartei, erklärte er, fet eine noch junge Partei, für die cm Zusammenschluß mit irgendeiner anderen Partei in dieser Stunde nicht in Frage kommen könne. Das Streben müsse barauf _™‘ führende Partei in einem großen Bürgerblock, Boden des Privateigentums und der Privatwrrt
if gerichtet sein, die block, der auf dem ______ __________________ ttschast stehe, zw werden. Die Wirtschaftspartei müsse den gesunden Gedanken einer Änderung der Weimarer Verfassung erhalten, namentlich den Gedaitkcn, a u s d e m Pari a m c n» tarismus hecauszukommen. Was die Flag gen frage angehe, so sei mit einer Volksabstimmung der Flaggenstreit in keiner Weise zu lösen Die . H w a r z-w e,ß-r 0 te Handelsflagge müsse geschützt werde». Der.Red- ner setzte sich dann sehr warm für dcn Anjchlußgcdanken
sich selbst helfen! durch eine Politik des Vertrauens die ansgewandcrteu Kapitalien wieder zurückzuführen, ferner werde eine Reuaus- gabe von Bonds der nationalen Verteidigung zu erreichen sein, wodurch die Regierung die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt bekäme.
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Reorganisation der französischen Armee.
Eine Rede Fochs.
Auf einem Bankett anläßlich des Kongresses der französischen Reserveoffiziere in Lille hat Marschall Foch eine Rede über die Organisation der künftigen französischen Armee gehalten und darin folgende Grundsätze ausgestellt:
1. Das Friedcnshecr wird viel kleinere Effcktiv- bestände besitzen als 1914, die Zahl dcr Armeekorps wird verringert werden, größte Sparsamkeit soll Platz greifen.
2. Das Kriegsherr wird sämtliche Hilfsquellen der Nation eiilsetzcn und dadurch an Bedeutung gewinnen. Die Truppen der Friedenszeit werden durch Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Reserve verstärkt.
3. Sowohl das Kriegs- wie das Friedensheer werden eine den militärischen Bedingungen immer mehr und besser angepaßte vervollkommnete Waffe besitzen. Das Kriegsheer wird seinen Hauptwert durch die Reserve, ihre Quantität und Qualität erreichen.
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Belgische Sparers e.
Wie Pariser Blätter aus Brüssel melden, veröffentlicht der belgische StaatsÄnzeiger eine Reihe von Erlassen, darunter t. Schließung der Gaststätten um 1 Uhr nachts; bei Übertretung ist eine Geldstrafe bis zu 1000 Frank vorgesehen. 2. die Regelung d e r Kohlen- ausfuhr-, die dem Arbeitsminister überlassen werden soll, es sollen auch Höchstpreise für die Verkäufe im Innern festgesetzt tuet Den. Die Erlasse sehen weiter einen Soffen» ansschlag kür Hotelrechnungen vor, ferner das Verbot, zwischen 2,30 und 6,30 Uhr nachmittags Mahlzeiten zu verabreichen.
ein und wies daraus hin, daß sich die Wirifchaftspartct nicht aus das jetzige Deuischland zu beschränken brauche, sie müsse vielinehr an das gesamte Deutschtum Mitteleuropas denken, au den Zusammenschluß mit den Deutschen in Österreich, der Tschechoslowakei und Polen. Er begrüßte daraus die anwesenden öfterreidüfrften Vertreter sowie die beiden Abgeordneten des Prager Parlaments und betonte, daß der internationale Zusammenschluß vollzogen sei.
Graf LerÄenseld überretcht in Men feln Begfaubigungsschreihen.
Wien. Der nenernannte Gesandte des Deutschen Reiche?, Graf Lerchenfeld, erschien beim Bundespräsidenten, um ihm sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Eine Ehren- kompagnie crivies dem Gesandten bei seiner An- und Abfahrt unter den Klängen der deutschen Ä a l i 0 n a l h v m n e die E h r e n b e z c n g n » g. Bei der Überreichung des Beglaubigungsschreibens, wobei sreundschaftlichc Ansprachen ausge- tailicht wurden, waren Bundeskanzler Ramek und der St abi» nellsvizedirckwr Plastersku zugegen.
Kirchensireik in Mexiko.
Gegen die Kirchengesetze von Calles.
Der mexikanische Episkopat erließ einen Hirtenbrief, nach dem vom 1 August ab alle kirchlichen Handlungcn, bei denen priesterliche Mitwirkung erforderlich ist, eingestellt werden. Der Erzbischof Moray del Rio von Mexiko nebst 7 Erzbischöfen und 29 Bischöfen protestiert gegen die Kirchenregulative, welche ein Verstoß gegen die mexikanische Verfassung genannt werden. Der Hirtenbrief legt die bisherige Haltung des päpstlichen Stuhls gegenüber Mexiko dar und betont die friedliche Haltung der Kirche trotz der schweren bisherigen Verfolgungen. Die Zuspitzung des neuen „Kulturkampfes" kommt mit aller Deutlichkeit in dem Hirtenbrief zum Ausdruck, in dem erklärt wird, daß jeder, der sich an der Durchführung des neuen kichenfeindlichen Gesetzes beteiligt, exkommuniziert werden soll. In erster Linie richtet sich diese Drohung gegen die Regierung und den Präsidenten Calles persönlich, aus dessen Initiative das Gesetz zurückgeht.
Präsident Calles erließ Ausführungsbestimmungen zu dem in der Verfassung verfügten Verbot des Religionsunterrichts in Privatschulen. Danach darf kein Geistlicher Leiter oder Lehrer von Privatschulen sein. Ebenfalls vcr- boten sind in solchen Schulen Kapellen, Betsälc, religiöse Bilder und andere Gegenstände religiösen Charakters. Bereits jetzt sind durch die Polizei religiöse Embleme, Hciligcnstaiuen und dergleichen von den Marktplätzen entfernt worden, da die Regierung erklärte, daß derartige Gegenstände nicht öffentlich ausgestellt werden dürfen. Der Auszug von Mönchen, Nonnen und Geistlichen aus bem Lande hält an. Teilweise planen sie die Errichtung von Schulen auf dem Boden der Vereinigten Staaten nahe der Grenze. Die zurückblcibendcn Priester tragen bereits beinahe ausnahmslos Zivilkleidung. Selbst der Erzbischof von Mexiko und der Sekretär des mexikanischen Episkopats und der streitbare Bischos von Tabasco, ein Pollblnt- indianer, haben die Priestergewänder abgelegt. Der Bischof ist zur gerichtlichen Vernehmung vorgeladen, da die Behörden den Episkopat für den ab 1. August als Ab- webrmatznahme vorgeschlagenen Käuferstreik verantwort- lich machen. Sie bezeichnen ihn als wtrtschaftlrchen Boykott, der gegen die Verfassung verstoße.