Zul-aer Mzeiger
Erscheint se»«, werkt«-. V»zug«pr»i«: monatlich L Mark. Del LKsrrung»behtnöerung«r »urch „höhere Gewalt»»", Streik», Aussperrung«», Vahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Plnsprüche. Verlag Krieörich Ehrenklau, Zulöa, Mitglied de» Verein« Deutscher Zeitungsoer. leger. Postscheckkonto:,Frankfurt a. M. Ur. 5585
Nr. 215 — 1926
Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg
Zulöa- und Haunetal Fuldaer Kreisbla«
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Fulda, Samstag, 18. September
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3. Jahrgang
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Kleine Zeitung für eilige Leser
♦ Reichsautzenminister Dr. Stresemann Halte in Genf eine längere Unierrevung mit Briand, die sich auf die zwischen Deutschland uub Frankreich schwcbcitden Angelegenheiten bezog.
* In der Gegend von Mergentheim begann das zum erstenmal veranstaltete Gruppenmanöver der Reichswehr, zu dem Reichspräsident v. Hindenburg und Rcichswehrmmister Geßler in Mergentheim eiugeliosscn sind.
* Der Hauptausschuß des Deutschen Städictages ist in Stettin zusammengetreien, um hauptsächlich über die Finanz- not der Städte zu verhandeln.
* Im Seebad Avlbcct wurde der Hotelier Wilhelm Wilckens von einem Einbrecher erschossen, der aus der Fluch, den ihn verfolgenden Polizeibeamten Rehhopp noch tödlich verwundete und dann entkam.
Herbfimanöver.
Von den großen Herbstmanövern, die früher immer den Abschluß des Ausbildungsjahres in der deutschen Armee darstellten, kann man jetzt nicht mehr sprechen. Ein bißchen Divistonsübungen in Ostpreußen, ein paar Infantcriercgimenter in der Priegnitz und in den nächsten Tagen, unter den Augen des Herrn R c i ch s p i ä s i d e n • len, einige Manövrierbewegungen im Württembergi- schen — das ist alles. Kaum moderne Waffen dabei, keine Flugzeuge, keine schwere Artillerie oder gar Gaskampf- Waffen. Wenn man so etwas aus deutschem Boden heutzutage antreffen will, muß man sich nach dem linken Rhein- ufer begeben, wo ungleich erheblichere Teile der französischen Armee ganz kriegsmäßig ausgerüstete und angelegte Manöver abhalten, um den „Bewers" zu liefern, daß die Sicherheit Frankreichs eine weitere nennenswerte Herabsetzung der BesatzungStruppeN an unserer Westgrenze nicht zulasse. Nun, Herr Briand wird Herrn Dr. Stresemann gegenüber zeigen können, daß die Freundschasts- reden vom 10. September kein leerer Wahn gewesen sind, wobei es freilich mit bloßen Worten, die uns ja früher schon, vor unserem Eintritt in den Völkerbund, in reich- r^JÉiJM1 OeâiU ME«.. Aicht- mehr getan Jein kann. Unser Auftreten in Genf hat uns allenthalben sehr viel Lob und Anerkennung eingetragen; jetzt wird es Zeit, zu beweisen, daß man aus ddr Gegenseite zu Taten bereit ist.
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Nach den großen Herbstmanövern hieß es früher in Deutschland: Reserve hat Ruh I Auch dieses Lied ist verklungen — wir haben keine Reserve mehr, wir haben eine aus zwölfjährige Dienstzeit verpflichtete angeworbene Truppe. Der vielbesprochene militärische Drill der Vergangenheit mag gewiß, wie manche Leute es immer behaupten, auch ungünstige Wirkungen gezeitigt haben, aber die Tatsache, daß die bcrangcwachscne Jugend erst durch eine strenge Schule geben mußte, ehe das eigentliche Berufsleben für sie begann, bedeutete doch wohl einen nicht zu unterschätzenden Faktor in der Erziehungsarbeit unserer Öffentlichkeit. Ter Berliner Polizeipräsident Dr. Friedensburg hat dieser Tage in einem ossenen Brief unter Hinweis auf die jugendlichen Verbrecher von Leiferde wie auf den ebenfalls kaum den .Kinderschuhen entwachsenen Mörder der Gräfin Lambsdorff und der kleinen Senta Eckert von den zerstörenden Wirkungen der Arbeitslosigkeit in vielen Schichten des Volkes gesprochen; in einem geregelten Leben voller Arbeit und Ordnung waren nach seiner Überzeugung diese jungen Menschen schwerlich zu Feinden der Gesellschaft geworden. Zu einem Leben dieser Art sind aber die früheren Generationen zum Teil auch während ihrer militärischen Dienstzeit mit erzogen worden, und wenn man die „Stärke" unseres Berufssoldatenheeres nicht auf 100 000 Mann beschränkt hätte, wäre das Heer unserer Arbeitslosen auch nicht bis zu diesem riesenhaften Umfang angefchwollen. Nach dem Willen der Militärstaaten von heute sollen wir uns an den Dauerzustand einer nach Millionen zählenden Reservearmee von Erwerbslosen gewöhnen, auch auf die Gefahr hin, daß dadurch unsere Zuchthäuser und Gefängnisse überhaupt nicht mehr leer werden. Oo man sich im Völkerbund diesen unseren Sorgen auch vielleicht einmal zugänglich zeigen wird? , ________„ Freilich, könnten wir so viel Unglück noch aushalien wie England, wir brauchten diesen trüben Erscheinungen nicht so kummervoll nachzuhängen. Jetzt, wo der britische Bergarbeiterausstand nach fünfmottab Udjet Dauer allmählich zu Ende geht,. kann man lesen, daß dieser in allen bisherigen Arbeitskampsen unerhörte Streik das britische Volksvermögen um nicht weniger als sieben Milliarden Mark geschädigt hat. Gegen daS vorige ^ahr ist in den Streikmonaten 1926 die Ausfuhr aus dem Vereinigten Königreich um rund 1!4 Milliarden Mark ^rückgegangen. Ganze Industriezweige sind zum Er- Uegen gekommen und an den stillgelegten englischen Kohlengruben haben sich in anderen Ländern in höchster befindliche Prodnktionsgebicte sozusagen gesund gemacht. Die Bergarbeiter sind trotz der russischen Hilfs- gelber, die nachgerade die Höhe von 12 Millionen Mark erreich, haben, am Ende ihrer Widerstandskraft ange- longt. Sjx wollen sich jetzt sowohl auf Lohnkürzungen ivte auf ArbeitSzcitverlüngcrungen cinlassen, müssen also, nach tapferer Gegenwehr, ihre Hcrbstttbungen einstellen. Ecu teuer genug erkaufter Sieg. Ob er dem Vritenvolt zum Segen gereichen wird? Dr. Sy.
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Dklltsch-sranzöslsche Aussprache.
Eine geheimnisvolle Konferenz.
Reichsaußenminister Dr. Stresemann und der französische Außenminister Briand hatten am Freitag außerhalb Genfs eine Zusammenkunft, in der eine allgemeine politische Aussprache erfolgte. Sowohl her Ort der Begegnung wie auch das Thema der Unterhaltung werden streng gehcimgehaltcn, doch wird in Genfer politischen Kreisen daraus htngemiescn, daß von dieser Zusammenkunft das künftige Schicksal der deutsch-französischen Be- Ziehungen zu einem großen Teil abhängen wird.
Wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, hat die Unterredung den gesamten Fragenkomplex umfaßt, der zurzeit zwischen Deutschland und Frankreich zur Debatte steht. Die Rheinlandbesetzung, die Militärkontiolle, wirtschaftliche und finanzielle Fragen sind, wie cs heißt, in einem großen Rahmen von beiden Staatsmännern behandelt und die Grundzüge zu ihrer Regelung vereinbart worden. Das Pariser Blatt „Excelsior" weiß zu bet Ministerbegegnung zu melden, daß auf deutscher Seite die Unterhaltung der beiden Außenminister als Einleitung f ü r d i e R ü u in u n g d e r R h e i n l a n d e angegeben wird. Im Zusammenhang mit der Räumung wird nach der Meinung des „Ereelsior" an eine große Finanzoperation gedacht/ welche Deutschland aus einmal von seinen Ver- Pflichtungen aus dem Dawes-Plan befreien soll. In ahn- lichem Sinne äußern sich auch andere Pariser Zeitungen, doch wird man alle diese Ausführungen noch mit einem
Gruppenmanövsr in Kranken.
In Gegenwart deSReichspräsrdenten.
Reichspräsident von Hindenburg hat sich, von Reichswehrminister Dr. Geßler begleitet, nach Bad Mergentheim begeben, um den zwischen Mergentheim und Tauberbischofsheim stattfindenden Manövern der 5. und 7. Division beizuwohnen. Die Rückkehr dès Reichspräsidenten nach Berlin ist für Montag in Aussicht genommen.
Zwei Divisionen, die 7. Bayerische und die 5., die aus Truppen Preußens, Württembergs, Badens und Hessens zusammengesetzt ist, rüsten sich zum Gruppen- manöver, dem ersten seit Bestehen der Reichswehr. Denn in den früheren Jahren übten die Divisionen stets nur einzeln in ihren Heimatprovinzen. Als Verstärkung ist das 9. Infanterieregiment aus feinen Garnisonen in der Umgegend der Reichshauptstadt herangezogen worden. Das Standquartier der Manöverleitung ist das malerische Württembergische Deiitschordensstädtcheii Mergentheim, das völlig das jedem alten Soldaten vertraute lebendige Bild einer hohen Kommandostelle im Felde bietet.
Bemerkenswert ist übrigens, daß diesen Gruppenübungen zum erstenmal seit dem Kriege die Militärattaches zahlreicher ausländischer Staaten beiwohnen werden. Von den Nationen, die gegen uns im Felde standen, ist nur der Militärattache der Vereinigten Staaten von Nordamerika vertreten.
Kömgebewche in Paris.
Ein italienisch-rumänischer Frenndschaftsvertrag.
König Alexander von Jugoslawien und die Königin Maria sind mit dem Kronprinzen Peter aus der Sommer- residenz Veldes nach Paris abgereift. Als Zweck der Reise wird angegeben, daß der König wegen seiner häufig eintretenden K i e f e r e n t z ü n d u n g einen Pariser Zahnarzt konsultieren will. Da aber auch Nin- Ischitsch von Genf nach Paris fährt, glaubt man hier, daß der Aufenthalt des Königs in Paris auch zu politischen Unterredungen Anlaß geben könnte. — Auch das rumänische Königspaar ist, wie aus Paris telegraphiert wird, inkognito tu Paris eingetroffen und wird sich einige Zeit dort aufhaltcn.
In Rom ist zwischen Italien und Rumänien von Mussolini und Averescu ein Zufaminenarbeits- und Freundschaftsvertrag unterzeichnet worden. Mussolini gab in der Villa Torlonia ein Frühstück zu Ehren Ave- rescus, an dem mehrere Viinister und Unterstaatssekretäre sowie zahlreiche bekannte Persönlichkeiten teilnahmen. Die beiden Ministerpräsidenten wechselten herzliche T r i n k s p r ü ch e.
Mordprozeß Schröder.
Die Beweisaufnahme.
§ Magdeburg, 17. September.
Als erster Zeuge wurde der Kaufmann Strube vernommen, bei dem Schröder unter dem Namen Rader ein Jagdgewehr gekauft und mit einem Scheck von Helling bezahl: hat. Die weiteren Zeugenaussagen ergeben nichts wesentlich Neues. Schr intcrcffant gestaltete sich die mit großer Spannung erwartete
Vernehmung der bisherigen Braut
des Angeklagten, der 22jährigen Hildegard Götze.- Tas junge Mädchen bekundete halb leise, daß die Verlobung zwischen ihr und Schröder nicht mehr bestehe. Sie schilderte eingangs, wie sie Schröder fcnncngclcrnt und wie sie dann zu ihm und feiner Mutter nach Groß-Rottmerslehc» gezogen sei, als sie fühlte, daß sic Mutter würde. Die Zeugin trägt alles, Be- lastendes und Entlaitciidcs. in gleichmässigem Tone vor. Auch
mit WM.
gewissen Vorbehalt aufnehmen und die offiziöse Verlautbarung über diese Begegnung abwarten müssen. <
Ausgeven des Geistes von Versailles.
Eine Rede Stresemanns.
Auf einer geselligen Veranstaltung, die vom Reichs- Pressechef Dr. Kiep am Sitz der deutschen Delegation in Gens gegeben wurde, sprach Dr. Stresemann vor den Delcgationsmitgliedern und den in Gens anwesenden Vertretern der deutschen Presse sein tiefes Gefühl der Genugtuung über die Stellung aus, die sich Deutschland in der Welt wieder erobert habe. Er habe die Empfin- dung, daß der Jubel, mit dem Deutschland beim Einzug in den Völkerbund begrüßt worden sei, ein Ausgeben des Geistes von Versailles bedeute. Es gebe keine ausdrucksvollere Zurücknahme der moralischen Anschuldigung Deutschlands als feine Aufnahme in den Völkerbund. Deutschland sei in Genf eine moralische Genugtuung zuteil geworden. Deutschland muß versuchen, schrittweise das zurückzubringeii, was es verloren habe. Man verstehe aus der anderen Seite endlich, daß man den falschen Weg gegangen ist. Dr. Stresemann sprach die feste Überzeugung aus, daß Briand seine Rede aus dem Innersten des Herzens gehalten hat. Bei der Behandlung politischer Fragen komme es künftig nicht auf TageSerfolge, sondern aus die v 0 l l st ä n d i g e Bereinigung aller zwischen Deutschland und seinem ehemaligen Gegner schwebenden Punkte an, eine Frage, die, wie Dr. Stresemann am Schluß seiner Ausführungen hervorhob, durch die vollkommen veränderte gestrige Atmosphäre ihrer Erlcdiguna entgegenreist.
es aber nicht. Ich ging
als sie von den Einzelheiten des Mordes spricht, wie Schröder sie geboten habe, an dem Transport der Leiche mitzuhelfen, verrät ihre Stimmung keinerlei innere Bewegung. Aus die Frage des Vorsitzende», ob die Beziehn ngen zwischen ihr und Schröder sehr herzlich gewesen seien, sagte die Götze, daß Schröder ihr häufig mit dem Tode gedroht habe, wenn sie ihm untreu werde. Im Juni, als er über keinerlei Mittel verfügte, habe Schröder eines Tages erklärt: Ich muß Geld haben, unb wenn einer dabei ins Gras beißt. (Große Bewegung im Saal.) Bei dieser belastenden Aussage seiner frühc- ren Braut beginnt Schröder weich zu werden und wischt verstohlen mit dem Taschentuch über die Augen. Die Zeugin schildert Weiter, wie Schröder sein Opfer nach Groß-Rottmers- lcben gelockt habe und wie sie in letzter Minute noch versucht habe, Schröder vor der Tat zu bewahren. Plötzlich hörte ich einen Schuß. Ich eilte in bie Stube und sah einen Mann auf der Erde liegen. Schröder sagte zu mir: „Jetzt ist es passiert, hilf mit ausassen." Ich versuchte bie Leiche zu berühren, konnte
' nicht. Ich ging wieder hinaus und eilte in den Garten. Aus Die »rage des Sachverständigen, Dr. Marcuse, erklärte die Zeugin Götze weiter, daß Schröder immer sehr erregt gewesen sei, auch zu ihr. Über bie fahrlässige Tötung seiner Mutter fei er so aufgeregt gewesen, daß er sich beinahe das Leben genommen hätte, wenn sie, die Braut, nicht recht-
zeitig dazu gekommen wäre. Später wiederholte Selbstmorde versuche habe sic nicht mehr ernst genommen. Dic Vereidigung der Götze würbe zunächst abgefeimt, da die Staatsanwaltschaft der Vereidigung widersprach wegen dringenden Verdachts der Mitwisserschaft.
Kriiiiiiialkommistar Dr. Riemann sagt aus.
Als nächster Zeuge wurde der Berliner Kriiniiialkommissar Dr. R i e m a u n vernommen, der gemeinsam mit dem Kriminalkommissar Braschwitz nach bem Ausscheiden der Kommissare Busdorf und teu Holt im letzten Stadium der Untersuchung tätig war. Dr. Rikmann erklärte, als n zur Untersuchung herangczogcu worden sei, sei die Leiche bereits gefvnben und feftgefteßt worden, daß die tödlichen Shigeta aus Schröders Revolver stammten. Er beschlagnahmte nun zunächst das gesamte schriftliche Material in Schröders Smreibtisch in Groß- Rottmersleben unb machte Dabei einen sehr wichtigen Fund. Er entbeefte nämlich zwei Briefe vom 15. und 16. September 1925, aus denen die Beamten mit Gewißheit entnahmen, daß Schröder der Mörder sei. Aus den Briesen, je erflärte bet Zeuge, ging für uns mit absoluter Sicherheit hervor, daß Schröder Die Tai begangen habe, Denn es heißt dort an einer
Stelle: „ wo auch
Ich sitze hier in dein selben Sessel, wo Mutter . . lind
3u einem zweiten Brics sand ficb bie
Ich habe cs damals nur getan, um uns hochzahelfcn
Kelle: ?lu3
biefent Brief ergab sich ferner, daß ein anderer Täler nicht in Frage kommen tonnte, weiterhin, daß die Hildegard Götze um ben Mord wissen mußte. Wir fuhren nach Köln und mrhaft teten das Alädchc». Bei einer Haussuchung fanden Wir bei ihr alle Briefe Schröders. In gefährlicher Harmlosigkeit hatte sie bie Schreiben ausbewahrt, obwohl Schröder fast in' jedem An- spieluugcit aus den Mord machte. Wir fuhren mit bet Götze nach Magdeburg, unb unterwegs gewann sie soviel Vertrauen zu uns, daß sic in Hannover mit der Beichte begann. Nun fehlte uns nur noch das Geständnis Schröders selbst. Untersuchungsrichter Kölling gab uns am Abend des Tages Schröder zur Vcrilehmuug frei und ich ließ ihn nun in sein rekonstruiertes Wohnzimmer führen. Beim Eintritt stutzte er unb, als er hörte, daß Wir Berliner Beamte seien, wurde er sehr barsch und erklärte, er verhandele nur mit Magdeburger Beamten. Erst als ich ihni sagte, ich hätte die Hilde aus Köln geholt unb sie hätte alles gestanden, horchte er auf, glaubte aber meinen Worten noch nicht. Was die Beteiligung Dritter an dem Morde betrifft, erklärte uns Schröder immer wieder, daß er aUcm der Mörder sei. Er gebrauchte dabei die für ihn sehr charakteristische Redewendung: „Diese Tat ist mein geistiges Produkt.
Auf die Frage des Vorsitzciideil, ob Schröder Angaben gemacht habe, wie cs gefommen fei, daß der Verdacht aus andere Leute überging, erklärte' Der Zeuge, gelegentlich eines 0- laltcrminS in Groß-Rottmerslebeu habe ihm Schröder gesagt, daß er aus der Fragcstclluug der Untersuchenden heraus auf den Namen HaaS usw. gefommen sei. Das Haus des Haas und Haas selbst habe er früher nie gesehen. Lediglich aus der Fragestellung während der Vernehmungen habe er eine genaue Beschreibung des Haas entnommen und benutzt.
-Der Angeklagte legte dar, daß angeblich verzciuedene beschlagnahmte Schriftstücke verschwunden seien. «enter bestritt er eine Feststellung dc^Polizciprolokolls, wonach er heim ^cr-