Arl-aer Mzeiger
ÄÄ« Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg LSWM^
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Nr. 274 — 1926
Rulöa, Samstaq, 27. November
3. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Neichsaußeummister Dr. Stresemann ist von neuem er traust und muß sich den Geschüsicn scrnhalteu.
* Jm Reichstag begann die große Aussprache über den Ge seyeiitwurs zur Bewahrung der Jugend vor Schmutz uni Schund mit einer Begründung durch Reichsinnenministe! i Sr. Külz.
* Chmuberlai» wird am 3. Dezember in Paris zu Be sprechungen mit Briand erwartet.
* Der Gesundheitszustand des Königs von Rumänien gib als hoffnungslos. Er soll an Darmkrebs leiden.
* In Amerika wütete wieder ein Tornado, es Werder 60 Tote und 150 Verwundete gemeldet.
Erfindungen.
Es scheint Wirklich Leute unter uns zu geben, denen der technische Fortschritt dieses Jahrhunderts noch langst nicht rasch genug vonstatten geht. Die deutschen Erfinder überstürzen sich förmlich im glänzenden Ausbau schon gemachter, in der unermüdlichen Verfolgung neuer Entdeckungen; die erwähnten Leute aber glauben, ihnen noch um einige Nasenlängen vorauseilen zu müssen, als wäre es ein lustiges Kinderspiel, das hier von unseren Technikern betrieben wird, als könnte die Menschheit eines Morgens auswachen und sich sozusagen über Nacht plötzlich vor ein gänzlich verändertes Bild gestellt sehen.
Stahl müssen wir aus Eisen in einem ziemlich langwierigen, mühseligen und kostspieligen Verfahren herstellen? Weg damit — machen wir es einfacher, rascher und billiger, daneben natürlich auch besser, viel besser. Nämlich aus chemischem Wege. Tas wäre doch wenigstens einmal eine lohnende Sache. Flugs setzte sich also ein findiger Schreibung hin und tischte der deutschen Menschheit eine Erfindung auf: Man nehme einen Zentner Eisen, behandle ihn so und so, mit der und der Flüssig- keit, und im Handumdrehen verläßt ein Stahlblock die —«LR 仑ä .....SÄ Zusammensetzung, kurz: in dieser Köstlichkeit noch nie gesehen hat. Um die Sache glaubhafter erscheinen zu lassen, wurde die I. G. Farbenaktiengesellschaft, der man bald wie einst dem seligen Herrn von Schirp nachsagen wird, daß sie „alles macht", mit der Sache in Verbindung gebracht, und es fehlte nicht viel, so hätte man sich einbilden können, daß wir in Deutschland vom 1. Dezember d. Js. ab nur noch auf Stahlschienen, die nach diesem neuen Verfahren hcrgestellt sind, von Köln nach Königsberg, von München nach Hamburg fahren würden.
Gewiß, das Bergius-Verfahren, die sogenannte Verflüssigung der Kohle, ist schon eine Angelegenheit, die den Erfindergehirnen einen mächtigen Ansporn geben kann zu fieberhaften Anstrengungen, Aber von den ersten Anfängen dieser Versuche bis zu den jetzt im Gange befindlichen ersten Schritten zur praktischen Ausführung der gewonnenen Ergebnisse sind mehr als ein Dutzend Jahre verflossen, und tute lange es noch dauern wird, bis wir unseren heimischen Llbedarf für dessen Deckung bis jetzt 200 Millionen jährlich ins Ausland gewandert sind, int Inland werden Herstellen können, ist mit Sicherheit noch gar nicht abzusehen. Eine Erfindung aber wie die Herstellung von Stahl auf chemischem statt aus mechanischem Wege würde, wenn sie ernsthaft in Frage käme, zunächst viele Hunderte von Millionen, die in unseren Stahlwerken und Hochöfen, in allem, was an industriellen und Geschäftsanlagen dazugehört, angelegt sind, vernichten, während man sich kaum vorstellen kann, wie das Niesenkapital, das an ihrer Stelle zur Durchführung des neuen Verfahrens erforderlich wäre, in unserer Lage beschafft werden soll. Die J. G. Farbenindustrie hat dem törichten Spuk, der hier von gar zu leichter Hand über sie verbreitet wurde, durch eine unzweideutige Erklärung ein rasches Ende bereitet. Man sollte aber aus dieser Erfahrung die Lehre annehmen, doch künftighin mit „Erfindungen" von dieser Art, die unser Ansehen in der Welt gewiß nicht erhöhen können, etwas vorsichtiger zu sein.
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Sehr erwünscht wäre allerdings eine Erfindung, die es möglich zu machen verstünde, das öffentliche Leb e n in Deutschland nicht nur von dem Schmutz und Schund zu reinigen, der jetzt, wenigstens soweit die Jugend in Frage kommt, durch ein besonderes Gesetz bekämpft werden soll, sondern vor allem von dem aufgehäuften Zündstoff, der nachgerade bei jeder allge- '"einen Erörterung in Presse und Parlament die Geister ausemanderreißt. Kaum hat der Reichstag seine Arbeit wieder aufgenommen, so gehen abermals stärkste Er- rcguugen von ihm ins Land hinaus. Diesmal ist es der Reichswehrminister Dr. Geßler, der sich seiner Haut iju wehren hat, wobei besonders Vorgänge aus dem 1921 wieder ausgewärmt wurden, und das mit et ter Leidenschaft, als wären sie gestern erst an uns vor- ubergezogeu.
solchen Umständen erfolgreiche Außen- [, "^ treiben, ist ein Kunststück, Pas selbst ein Volk fertig besserer Lage als der unsrigen nicht so schnell Selbst aus der letzten Reichstags- kwien ^r Pelchsaufienministers Dr. Strafe m a n » r Erkenntnis einigermaßen hervorzuleuchten. fVi h^m '"gar der feurige Kampfgenosse für die Ver- ^r b»u Frankreich, der frühere Reichskanzler ballen V,?’’ ^'ual die schärfste Dpposilionsrede ge- itm^ sittlich, nicht gegen Dr. tikiemann,. hinter der die Reden der außerhalb der
Europas gemeinsame Interessen.
Sieg der Wirtschaft.
Eine Unterredung. <^.«^^>
In Berlin weilt zurzeit der französische Politiker und Führer der sogenannten „Neuen Rechten", Baron Robert Fabre-Luce, der zn politisch wirtschaftlichen Verhandlungen nach Deutschland gekommen ist und u. a. auch vom Reichsaußenminister Dr. Stresemann empfangen wurde. Unser Mitarbeiter Dipl. rcr. oec. H. R. Fritzsche hatte Gelegenheit, mit Herrn Fabre-Luce zu sprechen, und gibt in nachsolgeudem die Anregungen wieder, die sich bei dieser Unterredung entwickelten.
Die endliche Befriedung Europas betrachtet Herr Fabre- Luce als Ziel seiner Politik aus der Grundlage der Achtung nationaler Würde und Interessen. Aus deutscher Seite wird als besonderer Vertreter solcher Bestrebungen der Prinz Anton Rohan betrachtet.
Bereits heute sind Politik und Wirtschaft zwei voneinander untrennbare Begriffe geworden. Sie wirken allerorts ineinander, teils siir-, teils gegeneinander. Ist das letztere der Fall, so sehen mir eine gefährliche Krise sich bilden und allgemeine Hemmnisse, wenn nicht gar Verwirrung im gesamten internationalen Verkehr der zivilisierten Völker eintritt. Die Nachkriegszeit war charakterisiert durch Gegeneinanderwirken von Politik und Wirtschaft und hatte erst dann zaghafte Schritte nach vorwärts aufzuweisen, als man sich in beiden Lagern dazu entschloß, die Interessen von Wirtschaft und Politik miteinander zu vereinigen. Dem politischen Vertrage von Versailles wurde der Wirtschaftsvertrag des Dawes-Abkommens entgegengesetzt. Schritt für Schritt hat die Politik den Forderungen der Wirtschaft nachgeben müssen. Und gerade zwischen D c u t s ch l a n d u n d F r a n k r e i ch, wo der politische Machtstandpunkt ein ausgeprägter war, hat die Wirtschaft in den letzten Jahren die größten Erfolge erzielt. Die Wirtschaften beider Staaten habeu cs verstanden, sich über die politischen Gegensätze hinweg mitcimuibcr zu verbin- 2 elfund 2er zettweiUg äußerer harte Kampf zwischen Politik und Wirtschasl ist gut 30. September ds. Js. durch die Ratifizierung des deutsch-französischen E i s e n p a k t e s, an j dem auch sie Industrien von Belgien und Luxemburg tcil- nehmen, als für die Wirtschaft siegreich entschieden worden. Da- I durch ist ein Wirlschaftsbündnis zwischen den alten politischen [ Gegnern Deutschland und Frankreich Tatsache geworden.
Jahre heißen Ringens und mühevoller Arbeit, bei der oft leider Enttäuschungen nicht ausblieben, haben zu der Jnter-
Regierung stehenden Rechtsparteien ziemltch weit zurückblieben. Das wäre wenigstens c i n erfreuliches Moment, in dem dunkleu Gran dieser Rovemhertage, bei allem .-Lärm uub Kampfgeschrei, das sonst heute wie ehedem oie Lande erfüllt: diese Verwischung aller trennenden Grenzen unter den Parteien in den nationalen Lebens- frageii, die jetzt, nach Gens und Locarno und Thoiry, in den Verhandlungen mit Frankreich gelöst werden tollen. Dr. Sv.
Oeuischer ireichsiag.
(239. Sitzung.) CE. Berlin, 26. November.
Auf der Tagesordnung steht die gestern schon eröffnete Be- ratung des Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und S ch m n tz s ch r i s 1 e n. Der Präsident schluc vor, für die allgemeine Aussprache eine Redezeit von einet halben Stunde festzusetzen. Abg. T 0 r g l c r (Komm.) beantragte eine einstündige Redezeit. Die Sozialdemokraten stimmten für Den kommunistischen Antrag. Da bei der schwachen Besetzung des Hauses ein Abstimmungsergebnis zweifelhaft blieb, mußte der Hammelsprung vorgenommen werden. Er ergab die Annahme des Vorschlages des Präsidenten mit 185 gegen 97 Stimmen.
Külz über das Schmutz- und Schundgesetz
Reichsinnenminister Dr. Külz wies zuerst unter Ausüh- rung eines umfangreichen Materials daraus hin, daß die Ein bringung eines Gesetzes zum Schutze der Jugend gegen Schmutz und Schund Vein einstimmigen Verlangen des Parla^ mentes, der deutschen Jugendverbände und bot im Vorder, gründe des Kampfes gegen Schmutz und Schund stehenden be- bördlicheu und freiwilligen Körperschaften entspräche. Dei Kamps müsse aus doppelte Art geführt werden. Verhindernd indem man die Sctmnbliteratur der Jugend seruhält, unt positiv, indem man ihr wertvolle Literatur zusühre. Es je beabsichtigt, als Scitenstück zu der auf körperliche Ertüchtigung gerichteten sportlichen Bewegung die geistige Ertüchtigung _öci Jugend nnd ihre Versorgung wie die des ganzen Volkes mit bester Erzeugnissen des deutschen Geistes Durch eine großangelegt! Aktion mehr noch als bisher zu fördern. Alle positiven Versuche würden jedoch wirkungslos bleiben, wenn nicht Tchnnl nnd Schmutz aus dem Wege geräumt würden. Die außen Zielrichtung des Gesetzes sei Kamps gegen Schund unt Schmutz, die innere Zielrichtung sei der
Schnn der Jugend.
Dieser Schutz schließe keine Gefährdung der geistigen Freister der Literatur, der Kunst oder der Wiffssenschaft in fielt Frei steil der Kunst habe niemals etwas zu tun mit schmutzigem Ge schäft. Es handele sich hier um die Bekämpfung eines fultur- widrigen gewissenlosen Gcschäslsunternchmens. das millionenfach die deutsche Jugend verseuche. Das Gesetz achte die Würd, der Kunst. Allerdings fei es schwer, einen kulturellen Begrif! in die Bestimmung eines Gescyesparagraphcn fassen zu wollen Aber die Znsaimüensetznng ber Prüfstellen biete die Gewahi dafür, daß in der Handhabung des Gesetzes keine mißbrauch, liehe Auslegung eintreten solle. In der umstrittenen Frag« der Länderprüsstellen ober Reicksprüsstellen wies ber Ministe, darauf hin. daß es unzutreffend sei, wenn man sage, die Ent scheivungen der Länderprüsstellen sollten unbedingte Gültigkei für das ganze Reich staben Es könnte stets gegen die Ein scheiduna ber Länderprüsstellen die Obervrüsitelle des Reiche«
esseugemciuschaft zwischen der dentschcn «nd der französische« Schwerindustrie, der deutschen Kohle und dem französischen Erz, geführt mcd damit die gewaltigste Jndnsiriemachl errichtet, der selbst ähnliche amerikanische Jndnstriegebilde kaum Gleichwertiges emgegeuzusetzen Vermögen. Duzn kommt noch daß die Standorrsvcrhältnissc in dem deutsch-französischen Eisenpakt in bezug auf die Fracht und die allgemeine Ncr- kehrslage überaus günstig sind. Alles in allem sind die wirtschaftlichen Aussichten für das dentsch-französische Wirtschaft»- bündnis, denn das ist letztcufalls dieser Eisenpakt, recht versprechende.
Der französische Außenminister Briand, ein Mann, bei keineswegs blind dasür ist, daß der Gebieter unseres Zeitalters die Wirtschaft ist, begrüßte die deutschen 'Delegierten persönlich vor der Versammlung in Genf mit den Worten: „Wir haben oft genug unseren Heldenmut auf den Schlachtfelder» bewiesen, so daß wir heute keine Probc^mchr davon zu geben brauchen." Es folgte das Gespräch Don Thoiry und damit wurde eine neue Grundlage 51t schaffen versucht, nunmehr gemeinsam wirken zu können.
Am 4. Mai des nächsten Jahres wird der Völkerbund feine Mitglieder und die Vertreter der außenstehenden große« Rationen zu einer internationalen W e l 1 w i r I s ch a s t s - koNferenz laben. Diese Konferenz soll sich mit der gegen- wärtigen Wirtschaftslage befassen, mit der Handelsfreiheit, btna Zolltarife und den Handelsverträgen, der Industrie und bei Landwirtschast. Es soll die wichtigste Aufgabe der Konferenz sein, auf wirtschaftlichem Gebiet praktische Erfolge der bishei geschlossenen internationalen Abkommen herbeiznsühren und den internationalen wirtschaftlichen Verkehr nach den Zerstörungen des Weltkrieges und nach der noch von der Kriegspsychose erfüllten Politik der Nachkriegszeit wieder in eis System zu bringen.
Die Wirtschaft Hal auf der ganzen Linie gesiegt, selbst alt« politische Rivalen wie Deutschland und Frankreich haben sich unter das Zepter der Wirtschaft beugen müssen. Die Entwicklung in Europa, welche 511 einer großen Interessengemeinschaft der einzelnen Staaten führt, wird sich nicht aufhalten lassen. Jede Widersetzling gegen einen friedlichen Ausgleich in welchem die Ehre jeder einzelnen Nation respektiert wird, schädigt nur sänttliche beteiligten Staaten und verhindert di« iWiederbegründung ihrer wirtschaftlichen Macht. Wenn auch die Vereinigten Staaten von Europa int politischen Sinn« vorläufig doch eine Utopie bleiben, so werden sie als wirtschaftlicher Begriff sehr bald eine Tatsache sein. ......
angerufen werden. Jedensalls seien die Bedenken, die gegei die Länderprüsstellen geäußert würden, nicht so schwerwiegend daß man daran das Gesetz scheitern lassen könne. Zum Schluss« sprach der Minister die Hoffnung.aus, daß alle Beteiligten fick barüber klar seien, daß der Schutz der deutschen Jugend eh hohes sittliches Gebot sei, zu dessen Erfüllung man nach Aus fassung aller in der Jugendbewegung stehenden Streife biefei Gesetz brauche.
Staatssekretär Dr. W e i si m a n n erklärte als Seouls mächligter ber preußischen Regierung, Preußen 'müßte gegei das Gesetz im Reichsral Einspruch erheben, falls es in bei Ausschutzsässung angenommen würde. (Hörl! hört! bei bei Kommunisten und den Sozialdemolralcn.)
Abg. Schreck beantragt mit Rücksicht auf diese Erklärung die Vorlage an den Ausschuß zurückzuverwcisen.
Neichsinneuminister Dr. Külz sprach gegen den Antrag Die Bedenken Preußens könnten im ReichSrat erörtert werden.
Der Antrag Schreck wurde gegen Sozialdemokraten Kommunisten und einige Demokraten abgelchiti.
Abg. Dr. Mumm (Dtu.) erklärte unter andauernden Widerspruch bet Kommunisten, das Gesetz läge gerade in Interesse der Arbeiterfamilien. Die Proteste dagegen feier vielfach von dem Privaiintercsse gewisser Verleger diktiert Wenn eine Münchener illustrierte Zeitung eine Sonde« nummer gegen das borliegcude Gesetz berauSgegeben habe so sollte man sich einmal den schmutzigen Inseratenteil gerad« dieser Nummer ansehen. Das Gesetz richte sich überhaup nicht gegen die eigentliche Literatur, sondern gegen die Ev Zeugnisse jener halbgebildeten Schreibsklaven, bie sich vcv pflichten, unter irgendeinem das Publikum reizenden Tiw 150 bis 200 Hefte zu schreiben.
Abg. Schreck (Soz.) bestritt, daß der sozialdemokratisch, Staatssekretär Schulz für die Vorlage irgendwie Derant wörtlich sei. Diese Vorlage sei auch nicht die Ersüllung bei von der Nationalversammlung erhobenen Forderung. Dat vorliegende Gesetz segle unter ganz falscher Flagge, wenn ei sich als Jugendschutzgesetz ausgede. Das Gesetz sei auch vev fassungsändernd und könne deshalb nur mit Zweivrittet Mehrheit angenommen werden. Positiver Jugendschuy wäv viel besser zu treiben, wenn die großen Summen, die dd -Durchführung des vorliegenden Gesetzes erfordert, zur Unten stützung vou guten Jugcndbüchereieu verwendet würden.
Abg. Frau Weber (Ztr.) erklärte, das Zcuirum betracht« die Vorlage nicht als versassungsändcrno. Das Fehlen einet klaren Begriffsbestimmung sei für das Gesetz nicht 001 Schaden. Die Praxis werde hier schon bestimmte Richtlinie, schassen. Es sei nicht recht verständlich, warum die Sozial bemotraten hier als -Schützer jenes Schundkapitalismns auf treten, der fein Geschäft macht mit ber Spekulation an die niedrigsten Instinkte. (Unruhe bei den Sozialdemokraten^
Abg. Dr. Runkel (D. Vpt.) betonte, die Einrichtung una Zusammensetzung der Prüfstellen nach ben Vorschlägen bei Volkspartei würde viele Sefürdttuugen zerstreuen können.
Abg. Rosenberg (Stamm.) erklärte, dieses Gesetz gehöre t« die Wolssschlucht nnd mit ihm ber Minister Dr Kulz. (Lebhafter Beifall bei den Kommunisten und yanbenatftben auf den Tribünen.) , _ , .
. Darauf vertagte sich das Haus aus -sonnabeud.
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