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Zul-aer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Znlöa- unö Haunetal * Iulöaer Kreisblatt

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Nr. 46 1927

Fuld«, Donnerstag, 24. Jebruar awssa^MMSffiiBEManMMwmwM

4. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

$ Eine große Kundgebung der Spitzenverbände des deutschen Mittelstandes fand in Berlin statt, wobei die Notwendigkeit gemeinsamer Arbeit betont wurde

* Jm Preußischen Landtag wurden tue beiden Mißrrauens- amräge der Kommunisten gegen die preußischen Minister Hirt- fieser und Dr. Becker mit wechselnden Mehrheiten abgelehnt.

^ Zwei deutsche Gendarmeriebeamte wurden in der Pfalz von den Franzosen verhaftet. Weil sie einen Transport deutscher Rekruten für die französische Fremdenlegion pflichtgemäß auf- gehalten hatten.

* Schanghai ist durch ein meuterndes chinesisches Kriegs­schiff beschossen worden. Die Freiwilligen in den Konzessionen sind mobilisiert worden.

And öèe Saar?

Wieder einmal hat sich im besetzten Gebiet einer der dort nicht gerade seltenen Zwischenfälle abgespielt. Die Franzosen haben zwei deutsche Gendarmcriekommandcm- ten ve r h a st e t und im Auto davongeführt mit der Rück­sichtslosigkeit, die dabei immer angewendet wird. Erst viel später erfuhr man den sogenannten Grund dazu. Deutsche Gendarmerie hatte nämlich einen Trupp von siebzehn jungen Deutschen, die sich in Begleitung eines Franzosen nach dem Mainzer Bureau der französi­schen Fremdenlegion begeben wollten, mit der Be­gründung angeholten, daß sich unter ihnen steckbrieflich Verfolgte befänden. Das hat sich auch als richtig heraus- gestellt bei dreien von ihnen, während die vierzehn anderen wieder entlassen wurden. Der französische Begleiter wurde, weil er es ablehnte, sich auszuweisen, auf einer Station aus dem Zuge entfernt. Daraufhin erfolgte nun die Ver­haftung der beiden Gendarmerickommandanten. Also ein gewöhnlicher Nachealt, weil vermutlich die jungen Leute sich inzwischen ihren Eintritt in die Fremdenlegion wohl noch einmal überlegt haben werden.

Ein neuer Übergriff nichts mehr. Aber dieser Vorgang bildet nur ein Spiegelbild von dem, wie es rings im besetzten Gebiet zugoht. Die kleinen Nadelstiche werden, im unbesetzten Gebiet ja meist gar nicht bekannt. Aber die Vertreter der politischen Parteien im Saar- g e b i e t, die jetzt in Berlin weilen, werden wohl dem phnuteruim für die besetzten Gebiete ausgiebigstes Material hierüber zur Verfügung stellen können. Es kam zu überraschend, daß der bisherige Vorsitzende der Saar- kommispon, Stephens, ein Kanadier, plötzlich von seinem Amt zurücktrat; über die Person seines Nach­folgers bat sich nun schon eine heftige Diskussion ent«

.Während von französischer Seite das belgische Mitglied der Saarkommission für den Vorsitz empfohlen c dieser Vorsitz bedeutet eine fast absolute Herrschaft für das Saargebiet, will das deutsche Saar­land natürlich einen Deutschen zum Vorsitzenden yaven; denn in dieser Kommission, deren Zusammen- fctzung vom -^olkerbundrat bestimmt wird, befindet sich ein.Deutscher. Die Saarländer haben zuerst Fran­zi? '^r?^ Vorsitzende in dieser Kommission gehabt, die ?5t ftrcn^ungeit machten, das Gebiet zu französieren, und sich dabei nicht darum kümmerten, ob das innerhalb ^° ^6 sE^ der hierfür schon weit gezogenen Grenzen des ^erfaiUcr Vertrages hineinpaßte oder nicht. Noch immer stehen französische Truppen im Saargebiet und '"^ ^f dort schwere Zeiten durchgemacht, weil man an bag Schicksal der französischen Währung gekettet, ein Teil des französischen Wirtschafts- und Zollgebietes war Es nutzte gar nichts, wenn man mit Bitten und Klagen vor W fraitzösischen Minister hintrat, und in Genf, beim Völkerbund, dachte man gar nicht daran, in das verhäng­nisvolle Wirken der Saarkommission hinetnzureyen. Im­mer wurden die saarländischen Deputationen abgewiesen, die nach Genf gingen, um dort Beschwerden vorzubringen. Aus der letzten Tagung des Völkerbundrates, wo Deutsch- land zum erstenmal als Mitglied erschien, hatte sich eine kurze Gelegenheit ergeben, Saarfragen zu behandeln; die in lvurde bald vertagt. Auf der kommenden Tagung

15 ^i^ nun die Neuwahl des Vorsitzenden der ^ A»?V^ton vor sich gehen müssen und Deutschland Ir^ seinen Anspruch darauf, daß das möL^üed zum Vorsitzenden gemacht wird, bald- GeleaÄb^^^"g^ü'. Vielleicht wird sich dann überhaupt Saawebw/ st»??,*«016 gesamten Streitfragen über das der irau'ön,Äâ"^^ ""^ vor allem die Zurückziehung beit gegen ^swr ^cn 511 verlangen, deren Antvesen- bcrft$ft 6 Bestimmungen des Versailler Vertrages toben üÄ^^ selbst eingesehen ohne jeden erfok Ä dieses Gebietes

S Sh Aa .?-66« Mt; persönliche Skandale uveijter Alt taten daher ein übriges Der Völkerbuudrat hat ittsolgedesie" einfach die VerpfliwtUuu nun evdlick ciiunal ein wirklich unparteiisches Regime "^

&W3 fc*^"^ im b°!°»>°" ®«6ki

Große Riitelstanöskundgebung.

DerReichsausschuß der deutschen Mittelschicht".

Das Verlangen zu einem großzügigen '^iiavrmenMihn. Er Berüssschtchüm des Mittelstandes hat zur Grünm na "Relchsausschusscs der deutschen Mittelschicht- qXn fassen soll ^^""^""^alwn ^ ^"^cken Mittelschichten um«

^'"" Haupttagung Yes Rc-chsausschuffcs des utfdjcn Mittelstandes sah eine Reihe von Ehrengästen Es ^aren mtwesend: Neichsiu-ttzuriu-ster Dr. HeL, Mimstertal.

Feßler, als Bcnreter des ReichSwirtschaftSministe»

Sie MrtsGftstezichilWkll zu MmiieL

Der mmämHe Gesanh-s

über Deutschland.

Die Entwicklung der inneren Verhältnisse im Königreich Rumänien hat in letzter Zeit infolge der schweren, Erkrankung des Königs und dèr -rhronfolgeschwierigkeiten die Aufmerksamkeit Europas auf sie gelenkt. Die neuesten Meldungen sprechen von einer angeblich bevorstehenden Rückkehr des ^kronprinzen Carol nach Rumänien und einer Versöhnung des Königs mit ihm. Unter diesen Umstän­den gewinnt eine Unterredung, die einer unserer Mit- aroeUer in diesen Tagen mit dem kgl. rumänischen Ge­sandten und bevollmächtigten Minister in Berlin, Er- zene n s C. G. Nano, hatte, besonderes Interesse. Es iurfte keinem Zweifel unterliegen, daß Rumänien, welches soeben einen Freundschaftsvertrag mit Paris unter« Jeiamet tot, eine sehr wichtige Rolle im deutsch franzö­sischen Ausgleich spielen wird. Auch ist die Rede davon, daß die fett einiger Zeit geplante Anleihe Rumâ- n r e n s i n Deutschland im Betrage von 200 Mil° Sn Goldmark so gut wie abgeschlossen sei. Vierzig Millionen sollen bar gezahlt, der Rest in Lieferungen gegeben werden. Der gegenwärtige Stand der deutschen Beziehungen zu dem Staat auf dem Balkan, der im Welt­kriege bet Deutschlands Gegnern stand, findet in den nach­folgenden Äußerungen des Gesandten, eines Siebzigjähri­gen aus alter Diplomatenschule, Aufklärung.

Die ÄnierreLung.

Exzellenz E. G. Nano erklürie:Wie es allgemein bekannt ist, bestand vor dem Kriege zwischen beiden Ländern eine sehr rege, dem Wohle beider Volksrvirtschaften dienende Zusammenarbeil. Die in den ersten Jahren nach dem Kriege noch bestandene Kriegspspchose sowie noch einige fdnmber.be Nasen verhinderten das Wicdcrherstellen des durch den Krieg unterbrochenen regen Wirtschaftsverkehrs Gegen­wärtig jedoch bernühen sich die verantwortlichen politischen und wirtschaftlichen Kreise beider Länder, die alten normalen Beziehungen wiederherzustellen und die noch da und dort vorhandenen Hindernisse zu beseitigen. Ein Erfolg dieser Be­strebungen ist für beide Teile heute um so wünschenswerter, als Deutschland in der Nachkriegszeit gerade noch Ost­europa mehr exportieren kann als vorher, und in dem ver­größerten Rumänien ist der Bedarf an indnstriellen Pro­dukten ebenfalls größer geworden, ffo beispielsweise an Eiken- bahnmaleriol zum Ausbau des rumänischen Eisenbahnnetzes. Die programmatische Intensivierung der rumänischen Land­wirtschaft erhöht den Bedarf an landwirtschaftlichen Maschinen, die es gerade von Deutschland besonders günstig beziehen könnte. Das gleiche gilt von elcktro- t e et? it i f ch e n Maschine n. Schließlich war auch das

riums, der ReichSkommissar für Handel und Gewerbe. Dr. Hoppe, für das Reichsarveitsministerium Oberregierungsrai Steinmann. Ferner sah man einige Parlarnemarier

Als Vorsitzender des Reichsverbandes des deutschen Hand­werks sprach Derlien. Er verlangte die afachliche Durch­führung des im Artikel 164 der Weimarer Verfassung ver­ankerten Schutzes des Handwerks und wandte sich lebhaft gegen die ausschließlichen Monopoltendenzcn des Groß­kapitals. Gegen das Handwerk werde der Vorwurf zu hoher Preise erhoben. Die Svndikale und Trusts seien eS, die trotz Normalisierung und Rationalisierung die Preise ständig hcrabsctzen. In den großen Werken werden Verkaufsstellen für sämtlichen LebenDedars eingerichtet und die Waren zum Selbstkostenpreis abgegeben. Auch die monopolistischen Be­triebe der Kreise und Stomnutncn seien, so führte der Redner aus, ein schwer erträglicher Wettbewerb für den gewerblichen Mittelstand.

Der Vorsitzende des Reichsschutzverbandes für Handel und Gewerbe, L i e b a l d - Brauiischweig, forderte eine ge­rechte Steuerpolitik, die den selbständigen Mittelstand vor Überlastung schütze. Professor Dr. Stein-Berlin forderte als Anwalt des Deutschen Genosicnschastsverbandes den Wirt- schastlichen Zusammenschluß zum Schutze und zur Wieder­gewinnung wirtschaftlicher Selbständigkeit in der Genossen­schaft. Für den Haus- und Grundbesitz sprach der Vorsitzende des Zentralverbandes, Stadtrat H u in ar- München, der betonte, daß 80 % des deutscheu Hansbesitzes dem Mittel- ftaub angehören und daß die WoWiungswirtschasl-Zfragc vor allem ein mittelständisches Problem sei. Dem Hausbesitz werde durch die Zwangsgesetze im Wohnungswesen sein gutes Recht vorenthqlten. Für das Sänitzkartell deutscher Geistesarbeiter sprach Dr. Everling- Nikolassee, der die Zusammenarbeit zwischen den geistig und gewerblich Tätigen, wenn sie auch schwierig sei, dringend befürwortete Als Präsident des Reichslaudbundes betonte Gras Kalckreulh das außer­ordentliche Interesse der Landwirtschaft daran, daß der Mittelstand sich in seinem Kampf um seine Unabhängigkeit durchsetze. Bürgermeister a. D. Eberle- Dresden betonte in einem Schlußwort, daß Schwächung der Mittelschicht Pro­letarier schaffe, während Stärkung der Mittelschicht die Lösung der sozialen Frage barftcHe.

Der Reichspräsident hat an den Reichsausschutz der deut­schen Mittelschicht ein Telegramm gerichtet, in dem er diesem guten Erfolg zu seinen Arbeiten wünscht.

Zwei Millionen zur Förderung des Aeinbadndaues.

Berlin. Das preußische Sicatsminftcrium hat dem Land­tag einen Gesetzentwurf übersandt, wonach zur weiteren För­derung des Baues von Kleinbahnen zwei Millionen Mark be- icitgcfteKt werden sollen.

deutsche Kapital vor dem Kriege nicht wenig an der rumäni­schen Wirtschaft beteiligt. Seine lonale Mitarbeit wird für die Zukunft auch wieder in Rumänien gern gesehen werden. Deutschland andererseits kann von Rumänien unter günstigen Bedingungen tote vor dem Kriege Bodensrüchte. Holz, Erdöl in großer Menge beziehen Zu allem diesen muß man nach in Betracht ziehen, daß die Donau für den Verkehr zwischen beiden Ländern eine glückliche und billige Verkehrsstiaßc darstellt."

Frage:Wie verlautet, sind Bestrebungen tm Gange, in Kürze zu einem Handelsvenraglichen Verhältnis im deutsch-rumänischen Verkehr zu gelangen: 'st es v : ü . raß solche Bemühungen auch schon in öffiziLllen Keen ' . , Formen angenommen haben'-"

Antwort:D:« beiderfein n großen Interessen an einer Festigung und Regelung der derusch-ru. imiss- M-n- schaftsbeziehungen, die nur dem Wohle der bekSca 'Sl dienen sönnen, geben mir" die zuversichtliche ^gfrnung. satz die Bemüh,tngen in dieser Richtung bald zum si-bren und d i c Bcz! ehung.- n s: 0- n > jt tn.tr .. ß ' .; u. als eS bisher bei Fall war. Za 1 rn.gr > es i auch besonders, daß zwischen deutschen und riimanach >1 S$ir» I schaftskreisen zurzeit Verhandlungen schweben zur Errrchu«^ : einer Rumänisch-Deutschen Wirlschaflsstelle mit ihrem ~ 5 k T t mm i sor a (Temmesburgl und Stuttgart Durch Veranstaltung einer Wanderakisstellunp innerhalb Ot? bem= scheu Reichsgebiets soll für die @1301 muffe der ru aru chen Industrie und Landwirtschaft in Deutschland geworben und ein Absatzgebiet geschaffen werden Als Austauschveranstr!- tung ist in Timmisora die Abhaltung einer deutschen I a - dustriemesse geplant, aus welcher mëbefünbere den taub« wirtschastlichcn Kreisen des Banats die modernen industriellen Errungenschaften Deutschlands gezeigt werden sollen."

Frage:Können Euere Exzellenz die Auffassung be­stätigen, daß neben der wirtfchaftlichen auch die kulturelle An- uäherung zwischen beiden Stationen Fuß saßt? DieAsocia- timrea pentru literatura si cultura popou »i roman". ASTRa soll #, B. in Gemeinschaft mit dem deutschen Kulruramt in Siebenbürgen eine UüWcNiNg in Berlin tn die Wege leiten?"

Antwort:Ich möchte gern zur Beziehung der beiden Völker noch erwähnen, daß neben der ivirtschafilichcn die kulturelle Zusammenarbeit fortschrcitet. Es ist zutreffend, daß ; das deutsche Kulturamt in Sibiu-Hermannstadt (Sieben« bürgen) und ebenfalls das dortige rumänische Kulturamt in Verbindung mif dem Institut für Erziehung und Unterricht in Berlin am 1. März hier in Berlin eine Ausstellung der künstlerischen und volkstümlichen Erzeugnisse der beiden Völker aus Siebenbürgen veranstalten."

Der rumänische Gesandte gibt zum Schluß dem Wunsche j Ausdruck, daß der Erfolg all dieser vom ehrlichen Willen zur Verständigung getragenen Bemühungen zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Völkern nicht ausbleiben möge. Dipl. oec. H. R. Fritzsche.

Washingtons GiaaSskunst.

Eine AnsprachedeS PräsidentenCoolidge.

In einer gemeinsamen Sitzung beider Kongreßhauser im Reprüsentantenhaus hielt Coolidge eine Ansprache, die den Auftakt zur Verwirklichung der Pläne für eine groß­zügige Feier von Washingtons 200. Geburtstage im Jahre 1932 darstellt. Coolidge pries Washington als Selfmademan, tüchtigen Geschäftsmann, Idealisten, Pa­trioten, Staatsmann, Heerführer und von Nationalgeist erfüllten Schöpfer. Weil Washington ein hervorragender Amerikaner war, wurde er, so sagte Coolidge, für die ganze Welt eine H e r v 0 r r a g e n d c P e r s ö n l i ch ke it. Seine Feldherrnkunst wankte niemals, sie siegte über ein aüf der Höhe seines Ruhmes stehendes Volk, das 700 Jahrc lang keinen Besieger anerkannt hatte. Wenn wir bedenken, daß die von ihm mitbegründete Regieningsform im Laufe der Zeit ständig erstarkte und den Anforderungen von nahezu 120 Millionen Menschen entspricht, die einen halben Kontinent einnehmen und die größte Macht darstellen, die die Welt je sah, so können wir den Umsang und die Kraft von Washingtons Staatskunst ermessen.

WahimrruhLK in Chikago.

Gewalttaten und Entführungen.

Aus Chikago wird berichtet, daß es dort bei dem ersten Wahlgang der Bürgermeister- und Gemeinderats- Wahlen zu zahlreichen GewaUtätiakesten kam, obwohl 3000 Polizisten und Detektive die Wahllokale bewachten und in Automobilen mit Gewehren und Maschinen­gewehren durch die Straßen fuhren. In einem Fall wur­den ein republikanischer Wahlrichter und zwei Kontrol­leure von sieben bewaffneten Männern entführt. Außer­dem haben sich vier andere ähnliche Fälle im Laufe des Tages ereignet. Drei Männer wurden durch Schüsse ver­letzt. Im Hauptquartier eines polnischen Kandidaten für einen Gemeinderatsposten, wohin ein Wahlkontrolleur entführt worden war, verhaftete die Polizei 30 Männer und beschlagnahmte sechs Revolver und ein Maschinen­gewehr.

In: ersten Wahlgang siegte als republikanischer Kan­didat für die im April stattfindenden Bürgermeister- wahlen William Hale Thompson. Während des Welt­krieges war Thompson heftig angegriffen worden, weil er Chikago die sechste deutsche Stadt Amerikas genannt toste und auch bei sonstigen Gelegenheiten eine proalWerfe Haltung vermied.