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Nr. 51 — 1927
FnLda, Mittwoch, 2. März
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4. Jahrgang
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Kleine Zeitung für eilige feier
* Frankreich will seine Ostgrenze gegen Deutschland durch einen gewaltigen Festungsgürtel verstärken.
* Eine Schlagwetterexplosion auf der Grube de Wendel bei Hamm forderte eine Reihe von Schwerverletzten.
* Die englische Zustimmung zur Seeabrüstungskoufereuz ist, wie bekannt wird, unter mehreren Vorbehalten gegeben worden.
* Durch eine Explosion in einer Kohlengrube in Ebbevale in England wurden 135 Bergleute verschüttet. 80 von ihnen konnten an die Oberfläche gelangen, für das Schicksal der übrigen entstanden die schwersten Befürchtungen.
Schwere Bergwerkskatastrophen
Bor Genf.
Die letzten Tage, die der deutsche Außenminister, -^r. ^- 1 r c ] e m a n 11 noch an der Riviera verbringst ehe- er zur Tagung des Völkerbuudrates nach Genf fährt, verlaufen betrüchtcicy unruhiger als Der Älufang'!? seiner Urlaubszeit. Schon das große Rätselraten, ob bic Außenminister Frankrei ch s und Englands gleichfalls nach Genf kommen werden, dann die große Rede Briands über die deutsch-französischen Beziehungen, die Regelung der ^aarfragc, wo man sich um den Vorsitz in Der -scrarkommission und um die französischen Besatzuugs- iruppen streitet, Danziger Schivicrigkciteu und schließlich vor englisch- r 1: ssischc Z in ischeufnll sind alles Dinge, die Stoff genug zu Bcsprcchilngcn zwischen den bcr= lanepcnch Leitern der Außenpolitik abgeben wèrden.
Hinter den .Kulissen natürlich — denn nur mit den ""^Usteren Fragen hat sich ber Völkerbundrat offiziell ju beschâftlgsn. Hinzu fommt natürlich vor allem noch sk für Deutschland brennendste Frage, die der R h rin and r ä u in u n g. Aber cs ist doch mehr wie ungew-ß, Sb namentlich Briand überhaupt darauf eiligtzhen wirr. Zeichnen sich doch immer klarer die Linien der französischen Politik uns gegenüber ob: nicht eher soll an eine Räumung gedacht werden, als bis Frankreich für seine „gefährdete Sicherheit" vollen Ersatz gefunden hat. Aber es wärs .cur uns DMchc schon ein Gewinn, wenn ^s Skresemaru: in Genf gelingen wurde, festzustellen, w a s man eigentlich ^^ M MN „BesatznWsersatz" von Dentschland verlangt. Über Anveutuugcu sehr allgemeiner Art ist Briand ja nom nicht Htnailsgcgaugcn.
f(Wut man nämlich in Frankreich an den r ^’; c^ Beginn des allgemeinen Friedens und der . abßx doch nicht zu glauben und vcs- Ss?^ „b0:izrcht sich dort jetzt eine H e e r c s r e f 0 r m in ^-»r87^^ ^^( ^Pans-Boucour, der zwar Sozialist, J^ö«,10/^111 Präsident der Studienkommission des i^'/'L "â?^,?^" Verteidigungsrates ist, betonte zwar ausdrücklich, alles geschehe nur zur eCif!’'Sc die Welt steht, ist immer so ge- w ' • ^uc bc^ dadurch derartige Worte
L- 54™^^^ ècun er dabei noch
m^onu ^ . ^'^ frauzösischc Armee nur »S^ !}e,e?-t- die gesamte französische
mobilisiert werden würde, wenn ein Ä & ^^ukrsich erfolgt oder menn der Völker- ®'ßt' "^ bt5 âsereii Völker brauchen das
. uachzuahmen, iim .einen völlig neuen RechtSzustano hcr^iretten , ,o wird er gerade in Deutschland doch wohl nicht auf den unbedingtesten Glauben stoßen. Ist doch vmch die Reform des französischen Heerwesens mit seiner Gosamtmobilifacion aller, aber auch aller Frau lösen jeden Geschlechts und der ganzen Wirtschaft ein ^negsappMat geschaffen, wie er in der Welt nicht zum iwetteumal bestand ober besteht. 7
_ Jim so unsinniger wirkt die Forderung nach neuen jufernngen Deutschland gegenüber, zumal man im -Jen den willigen p 0 l n i s ch c n Freund Har. Da ist J F'^^ beinahe ein etwas grotesker Witz, wenn teü: in 3 bon der, vorvercitenden AbrüstnngLkommission' des
-"des das Prograurm für die internationale Ab. ffl"Ä^ .ausgestellt werden soll. Auch hierin n'bm-ür" P ^ ^ s e IN a u N wohl wieder Veranlassung JE/t^ Artikel des Versailler Vertrages hin- >ei' --'X/ck' deutsche zwaugsiveise Abrüstung als aet Es aib^»^ bc- Weltabrüstuug ausdrücklich bezeich- %-ttoe üb?ri^r NanZösisches Sprichwort, das, ins
r E ^^' "d'ur der erste Schritt kostet der Abrüftungsfrage scheint ds» -^<ü den meisten zu kostspielig zu scrm
Schanghai im BerLeidigungszustand.
? Die Machtverhältnisse in China.
Einer Rcutermeldung aus Schanghai zufolac treffen dort Schantungtruppen in ziemlich großer Zahl An An scheinend beabsichtige General Tschangtsungtschang in Schanghai in Erwartung der Ereignisse in Sunakianq eine große Trnppcnmacht in Reserve zu Halter; -^ic Nordtruppen bilden bereits eine Art von Verteidigungslinie tu einer Entfernung von vier bis fünf Meilen jen- selts der britischen Stellung westlich der internationalen R lebctlaünng.
Jn Schanghai trafen weiterhin englische, spanisckw und yollandische Truppen ein, so daß sich in Schanghai letzt eine internatiorralc Armee zur B c r t c i d i g u n a d c r K 0 uzcssioncn befindet.
. ist schwer, übex die militärischen Machtvcrhällnissc rn China ein anschauliches Bild zu erholten. Die beige- Mw.Kanc gibt einen allgemeinen Überblick über den -cocchbereich der einzelnen führenden chinesischen Generale.
7?"' Erläuterung fei yoch folgendes bemerkt: Der unter *lL 1 ^uocnwrlc General Sdtiangfaiidkf ist der Oberbefehls«
135 britische Sergarbetter verschüttet
80 gereitet.
In Cübevalc (Südwales) ereignete sich ein schweres Grubenunglück durch eine Gasexplosion, wobei 135 Arbeiter, die in der Grube beschäftigt waren, ver- schüLtet wurden. Es wurden sofort Rettungsarbeiten ein- geleitet. 80 der Eingeschlossenen konnten gerettet werden. Die weiteren NetturrgSarbeiten werden durch die aus- strömenden Giftgase erheblich erschwert. Viele der Geborgenen sind schwer verletzt. Die Frauen und Kinder der Verunglückten versammelten sich vor der Grube, wobei sich erschütternde Szenen abspielten. Unter den Vermißten befindet sich auch der Direktor des Bergwerks. Dreihundert bis vierhundert Freiwillige arbeiten fieberhaft an der Rettung der Verschütteten. Weitere Meldungen besagen, daß bisher 22 Bergleute als Leichen geborgen wurden.
Von den Rettungsmannschaften, die versucht hatten, von der Ostseite des Bergwerks zu den eingeschlosssnen Bergleuten zu gelangen, wurden viele durch die dem
Haber der südchincsischen revolutionären Armee, die im Laufe der letzten zwei Jahre rin Kanton aus nach Norden vor- gedrungeu ist. Sie hat im Herbst 1926 Hanlon, die zahlenmäßig größte Stadt Chinas, und neuerdings Hangtschau besetzt. Ihr nächstes Ziel ist Schanghai. General Fengiuschäng, der „Christengeneral" Feng, steht auf Kantons Seite, der zwar längere Zeit Peking bedrohte, jedoch im vergangenen Sommer nach Westen wieder zurückgedrängt wurde. Unklar ist die Haltung Wupcifus (Nr. 3), der ursprünglich unter dem Oberbefehl Tschangtsolins stand, sich jedoch mit diesem überwarf und seitdem zwischen den beiden Hauptgegnern, Schiang- kailchek und Tschangtsolin, laviert. Hauptgegner Kantons war bisher Tschangtsolin (2). der lange Zeit nur über die Man-
. Schacht entströmenden Gose bewußtlos. Wie berichtet wird, sind auch mehrere Tote zutage befördert worden. Gssteinsverschiebungen und Vergasung erschweren bb Rettungsarbeiteü.
Ein zweites schweres Unglück bat sich in dem Bilstorphe-Schacht in Nottinghamshire ereignet. Dort stürzte ein Gerüst zusammen, wobei 16 Bergarbeiter getötet wurden.
Machtbereich der GenersIe: Feng 1, Tschangsofin 2, Wupeifu 3, Tschangfschuntschang si, Sunischuenfeng 5, Tschengkaischeh 6, Jang 7.
r-schprei herrschte «nd mit wechselnd.;n Erfolg vor allem gegen Icug kämpfte. Später ist es ihm gelungen, in die Hauptstadt RordMnas, Mtiug, eiuzilinarschcsren. Einstweilen be* gnügt er sich damit, die nordchinesische Zivilregicrung unter Druck zu halten, die in ihren politischen Zielen mit den Jorde- rungen der.Südchiuescn offenkundig svmpathisiert. Inc Augenblick sind Sie Hauptgegner Kautons die beiden Generäle Snntschuangsang, abgekürzt Sun (Nr. 5), und Tschangtfchmlg- tschang, abgekürzt Tschang (Nr. 4), die sich nm die Verteidigung Schanghais bemühen. Der unter Nr. 7 verzeichnete General Jang hat bisher nur eine untergeordnete Rolle gc spielt. Iudesfen ist seine Tätigkeit in der Provinz Hünnau für die Kätttontruppen sehr peinlich, tvexl er in ihrem Rücken gegen sie operiert. Um so wichtiger ist sein Kampf für Frankreich, weil er das Übergrcifcu der national revolutionären Bewegung von üauton auf die französischen Kolonien von Indochina bisher verhindern foiirtc. Jang dürfte deshalb materielle Hilfe von Frankreich erhalten.
KMMMS $eM& W Ko-mMe.
Eine Entschließung der Deutsch-Konservativen Partei.
Der weitere Vorstand der Deutsch-Konservativen Partei trat in Berlin unter dem Vorsitz von D. Grafen Seydlitz-Sandreczki zusammen und faßte nau: eingehender Aussprache einmütig folgende Enlschließung:
„Wir Konservativen stehen in unbeirrbarer Treue zum monarchischen Gedanken und zürn angestammten Herrscherhaus. Wir bekennen den Willen zur Befreiung und zu einer Außenpolitik, die durch Würde sich Achtung gewinnt. Die Deritsch-Konscrvativc Partei hat sich bei ihrer selb st- losen Mitarbeit- in btt Deuifchnatronalen Volispartci Hülle Sclüstä « drg t^ i t ausdrücklich gewahrt.
Sie fordert die konservativen Kreise, aus denen in diesen Tagen zahlreiche dankenswerte KilndgeSrnigen ein- gegangen sind, auf, im Hauptverein der Dentsch-Konser- vativeu in Berlin und in seinen Zweigvercinen in den Provinzen das Machtmittel zu schafseil, um bei kom-
m c u b c h W a h I c n unse
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GruHZneMGon bei Hamm.
Schwere Verletzungen.
Auf der Zeche de Wendel bei Hamm hat sich bei Ab- dänmurngsadbeitcn bei einem Grubenbrand, der am 24. Februar ausgebrochen war, eine schwere Schlag- wetterexplofion ereignet, bei der zwölf Beamte und ein Arbeiter zum Teil schwer verletzt wurden. Der Explosion war eine leichtere vsrcmSgegangsn, durch die zwei Arbeiter durch Strinfall verletzt wurden. Die Zahl der Schwerverletzten konnte mit Sicherheit noch nicht festgestellt werden. Die Verletzten wurden den Krankenhäusern in Hamm zugeführtz
Geltung zu b r i n gen. Die Stunde verlangt nach konservativen Kräften. Sie soll uns wachsam finden und bereit. Unverändert wie unsere Ideale und Grundsätze bleibt unsers Parole: Mit Gott für König und Vaterland. Mit Gott für Kaiser und Reich."
ZrrMüur und Bayerische VoLspartsr.
Die Bayerische Volkspartsikorrespondenz teilt mit, daß ein glückliches Ergebnis der Vorverhandlungen zwischen dem Zentrum und der Bayerischen Volksparlci wegen einer engen politischen Zusammenarbeit von der Nhempsalz abhängig ist. Es wird wesentlich dadurch bestimmt werden, wie es gelinge, bic Schwierigkeit aus dem 'Mège W räumest, dke^ sich aus der Tatsache ergibt, daß die Zemrumspartei eine eigene Parteiotganisation auf den: typten der Rheinpfalz unterhält.
Wische Ä-âHâ für Me SeeÄMurrs
D i e Antwort aus Coolidges Einladung.
Die englische Regierung hat ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zur Teilnahme an der von Prä-ident Coolidge geplanten Seeabrustungskonferen; gegeben. Aus der nunucebr veröffentlichte!: Antwort geht irchessen hervor, daß England starke Vorbehalte gemacht hat. In der Antwortnote beißt es nämlich:
Die Ansichten der englischen Rrgiernng über d'0 besondere geographische Lage des Britischen Reiches, die Länge seiner VerbindnngsWege und die Ret- Wendigkeit des Schutzes seiner LebensmittelsersoL-gung sind bekannt und müssen zusammen mit den besonderen Verhältnissen und Erfordernissen der anderen zur Teik- nahnrè an den Besprechungen cingsladencn Lander in Betracht gezogen werden. Die englische Regierung ist trotzdem bereit, zr> erwägen, in welchen; Umfange die in Washington angenommenen Grundsätze ausgedehnt wer den können, sei es bezüglich des Verhältnisses verschiede' «er Schiffs klaffen zwischen den verschiedenen Mächten oder in anderen wichtigen Hinsichten. Sie nimmt daher die Einladung der Regierunz der Vereinigten Staaten an und wird ihr Bestes tim, um den Erfolg der vorge- schlaaenen Konferenz zu fördern. Sie möchte jedoch bc- merkèu, daß die Beziehung einer solchen Besprechung zu den Vdrhandlurrgen der urrbereitende« Kommission in Genf eine sorgfältige Regelung erfordern würde.
Einige Erläuterungen zu dieser wohl absichtlich etwas unklar gehaltenen Note gibt der „Daily Telegraph-, der bervorhebt, daß die Bezugnahme auf die geographische Lage des Reiches und die Länge seiner Verbindungslinien auf Anregung der pazifischen Donnnions eingefügt worden ist. Die Bezugnahme auf die „besonderen Erfordernisse" der andern eingcladcncn Länder ist zweifellos darauf berechnet, Washington daran zu erinnern, wie eng die Frage der Zahl an Kreuzern und Zerstörern für Eng land mit dem U-Boot-Problem in den europäischen Gewässern verknüpft ist. Wenn die britische Note Coolidges Initiative begrüßt, so untcrfire t sie auch gleichzeitig b i e Schwierigkeiten, die auf dem Wege zu einer baldi gen und umfassenden Regelung liegen. „Times" sagt, daß die englische Regierung sich im voraus z u n i ch t s weiter verpflichten könne, als dazu, irgendwelche konkreten amerikanischen Vorschläge über die Einschränkung der Stärke derjenigen Kategorien von Kriegsschiffen, welche die britischen Handelswege verteidigen müssen, in Erwägung zn ziehen.
Was wird England irm?
/ Die c n g l i s ch - russi sch c S p a n n u n g.
Chamberlain erklärte im Unterhaus, daß die britische Negierung die Note der Sowjetregierung nicht bcant» Worten werde. Dagegen wird am Donnerstag eine Debatte im Untc r Haus über die englisch russischen Beziehungen stattsinden.
Die Haltung des englischen Kabinetts Rußland gegenüber scheint noch nicht ganz geklärt zu sein. Der parlamentarische Korrespondent der „Westminster Gazette" stört, daâ die Mehrzahl der Minister noch immer