Zul-aer /lnZeiger
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Nr. 52 — 1927
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
Iulüa- unS Haunetal »Zulöaer Kreisblatt
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Fulda, Donnerstag, 3. März
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4. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Nach übereinstimmenden Meldungen werden bei der bevorstehenden Völkcrbundratstagunp in Genf neben dem den Vorsitz führenden Dr. Stresemann auch die Herren Chamberlain, Briand und Vanderveldc anwesend sein.
* Nach dem Ergebnis der letzten Viehzählung in Deutschland vom 1. Dezember 1926 sind die Vorkriegsbestände teilweise fast erreicht, teilweise überschritten.
* Die Pariser Presse weist zu berichten, daß auf der kommenden Ratstagung in Genf auch inoffizielle Besprechungen über die Frage der Rheinlandräumung stattfinden sollen.
* Der Gesamtverlust an Menschenleben bei den beiden Berg- wcrkskatastrophcn in England wird aus 70 geschätzt.
Wirtfchafisgesundung?
Gewiß, wir bleiben nicht stehen. Täglich wird Neues geboren, Neues ersonnen und geschaffen im rasenden Lauf der Gegenwart, überstürzt sich Erfindung auf Erfindung, wird hinter den Kulissen die stille, aber um so schwierigere Arbeit der Modernisierung und Nationalisierung unserer wirtschaftlichen Unternehmen geleistet. Hier ist Stillstand nichts anderes als schneller Rückschritt —, aber kommen wir auch vorwärts?
Der preußische Handelsnttttister Dr. Schreibe r bejaht das im Hauptausschuß des Preußischen Landtages und verweist dabei auf die unleugbaren Fortschritte in der Elektrizitätsindustrie und -Versorgung, Fortschritte, die iOre Ursache nicht bloß in neuen Anschlüssen, sondern vor allem in der steigenden Konjunktur hätten. Er verweist darauf, welche ungeheuren Ersparnisse in der Wirtschaft es bedeuten würde, wenn erst durch die Ferng k s v e r - sorgung alle jene Gase nutzbar gemacht würden, die bisher nutzlos in die Luft geblasen werden. Er verweist auf die Fortschritte, die das Luftverkchrswesen im vergangenen Jahre gemacht hat, auf die Pläne, die hierfür noch der Ausführung harren. Aber er gießt dann doch selbst ziemlich viel Wasser in den brausenden Wein seines Optimismus. Gewiß ist es richtig, daß die Zahl der Konkurse, der Gefchäftsaufsichteu ebenso zurückgegangen ist im vergangenen Jahr wie die der Kurzarbeiter, aber als drohendes Gespenst reckt sich die Erwerbslos e n zi f f c r hoch und wirft einen dunklen Schatten auf unsere wirtschaftliche Entwicklung. Gewiß sind die Kredit- vcryaltmssc besser geworden, ist während des Jahres 1926 der Relchsbankdiskont von 9 aus 5 % gesunken —, aber ■öas Hauptproblem des Tages, die Stärkung der Kauf- . des Binnenmarktes, ist noch weit entfernt von zeder Losung. ' ' '
Senn gerape hierfür ist die Höhe der Erwerbslosen- zlsserHentscherocnd; ihr beizukommeu wird der Versuch
^em Wege der Arbeitslosenversicherung und .^0kl.szel t 11otgesetzesi Jene will ja nicht bloß sozial- polltlfche Zwecke verfolgen, die Erwerbslosenunterstützung ourch iozial-ethrsche Überlegungen erweitern und inner« itd) heben, sondern als nicht minder wichtiges Ziel ist oaoei die Vermehrung der Arbeitsgelegenheit durch Her- gabe bon Darlehen und Zuschüssen ins Auge gefaßt. Ebenso soll beim Arbcitszeituotgcsctz durch Herabsetzung der Arbeitszeit die Zahl der Arbeitslosen herabgedruckt werden. Freilich wird bestritten, ob dies der richtige Weg sei, iveit man in Ärbcitgeberkreisen damit rechnet, daß dadurch eine Verteuerung der Produktion eintritt. In den nächsten Tagen beginnen ja hierüber wieder die Beratungen der Regierungsparteien im Reiche. Wichtig ist die Erklärung der preußischen Re- greruug, sie stehe auf dem Standpunkt, daß der Acht- stunde n a r b e i t s t a g als der NormalarbeWtag wieder stärker betont werden müsse. Das schließe aber nicht etwa aus, daß länger gearbeitet werden müsse, wo die wirtschaftliche Notwendigkeit dies erfordere. Hier wird also auch von amtlicher preußischer Seite der s ch c in^ a t i s eh e A ch t st u n d e u a r b e i t s t g g abgelehnt, den cs ja auch nirgends gibt, außer in Deutsch- österreich. Ein Einwurf des preußischen Ministers gegen vorgeschlagene Arbeitszeftuotgesctz ist beachtlich: nicht bloß bic Arbeiter, sondern auch die Angestellten müssen ^n!en 25 %igcn Lohnaufschlag erhalten, wenn von ihnen u verstunden verlangt werden; aber notwendig ist solche Einwilligung in die Leistung von überarbeit int Bedarss- huc ebenso wie dann die Zahlung einer höheren Eut- whnnng. Auch das sei ein Atittel, so meinte der Minister, die Kaufkraft der Massen zn heben.
Dr. Schreiber hat freilich mit seiner Hoffnungs- Aendlgkeit ein nicht gerade sehr starkes Echo gefunden, -cur langsam, so wurde in der Diskussion ausgeführt, gehe der Gcsunduugsprozeß vorwärts, und immer wieder
'"cm» neuem so, ivie der Minister es tat, aus Vic Brlchtigkeit stärkster Förderung des Wohn u n g s - bau es zurück. Nicht bloß, um Wohnungen zu schaffen, 1 mideru, iveil das Baugewerbe eine der wichtigsten „Schlüsselindustrien ist, weil ein Aufblühen dieses Gc- wcrbes ungeheuer befruchtend wirkt aus eine große Reihe anderer Industrien. Vielfach ist getadelt worden, daß sich we öffentliche Hand immer tiefer in die Privatwirtschaft htneitzmische.
Lieber keine übertriebenen Hoffnungen also hinsichtlich der Wiedergesundung unseres Wirtschaftslebens, sondern kühles und klares Beobachten, bann aber — die Ärmel aufgefrempelt! ■ -~ —
deutsch-polnische Grenzverhandlungen.
lt. bis 16. Februar sind in Posen die im ^'•i;t l'-6 in Oppeln begonnenen Verhandlungen zwischen Zud politischen Rcgicrnngsvcrtretern über die Vcr- hru die Grenze bildenden Strecke der Warthe und । h d>>f dieser Strecke fortgesetzt worden. Tie Ver
' Unnaen haben zur N n t c r z c i ch n n >t g eines ent-
Mimsterzusammenkunft in Genf
GchZWWWfWche Wer
die Memlandräumung.
Stresemann, Briand und Chamberlain auf der Ratstagung.
An der am nächsten Montag in Genf beginnenden Tagung des Völkerbundrates werden, wie nunmehr fest- stcht, auch Briand unb Chamberlain teilnehmen. Die beiden AußenMinister haben sich zu dieser Teilnahme end- gtillig entschlossen, um Dr. Stresemann gegenüber, der zum erstenmal als Präsident der Tagung fungieren wird, hierdurch einen Höflichkritsakt zu erweisen. In einem scheinbar von amtlicher Seite inspirierten Artikel weist das Pariser Blatt „Petit Parisien" darauf hin, daß in Genf auch diesmal hinter den Kulissen sehr wichtige Privatbesprechungen zwischen Briand, Strese- urann und Chamberlain geführt würden, wie dies bei den letzten Tagungen bereits 3« einer Gewohnheit geworden sei. In der französischen Presse wird weiter erklärt, daß es sich bei diesen Privatbcsprechungen hauptsächlich um die Räumung des Rheinlandcs handeln wird. •
Die offizielle Tagung der Rat" t selbst sei, schreibt 8er „Petit Zartsten", so wenig umfangreich, daß ein Maximum vou sechs Tagen zu ihrer Erledigung ge- - nügen könne. Nur zwei wichtige Frage n'seien zu behandelu: die Saarfrage und die der deutsch-polnischen Beziehungen in Oberschlesien. Frankreich habe sich bereits am 18. März des vorigen Jahres prinzipiell bereit erklärt, seine Truppen aus dem Saargebiet zurückzuziehen, wenn auf irgendeine andere Weise die Eisenbahnverbindung zwischen dem französischen Mutterlaude und den Be- satzungstruppen im Rhe^land sichergestellt werde, Man
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sprechenden Abk 0 m M e n 5 durch den Gesandten Dr. Eckaror einerseits und den polnischen Kelegiertetl von Koczorowsti sowie den Woiwodschaftsrai von Zakrzewski andererseits geführt. Ferner sind in Posen zwischen den beteiligten Resiert- bertretern Verhandlungen über ben gemeinsamen Ausbau der Grenzstrecke der Drewenz eingete.it et worden. Die Ver>- Handlungen laffen ebenso wie die gleichzeitig fortgeführten bereits seit längerer Zeit schwebenden Verhandlu-'gen zwe^s Vorbereitung eines deutsch-polnischeit Abkommens über die Fischerei in den Grenzwasserläufett und Greuzgewässern einen befriedigenden Ausgang erhoffen.
lieber KmschenfM in Nr Pariser chlnsMen GesandWaff.
Pari s. Wie bereits' vor einiger Zeit, versuchten am Mittwoch wiederum etwa 90 Chinesen, sich Eintritt in Ae chinesische Gesandtschaft in Paris zu verschaffen, um den Gesandten zu sprechen. Sie gelangten traft der seit jenem ersten Zwischcusall getroffenen Sicherbeitsmasinahmen in das Ec- sandtschastsgebäude. Der chinesische Gesandte erklärte sich bereit, während der Burcaustunden zwei Delegierte der Manifestanten zu empfangen, forderte aber die französische Polizei auf, die Manifestanten aus dem Gesandtschasts- gebäudc. zu entfernen. Die Chinesen leisteten geringfügigen W i d c r st a n d. Sie haben sich jetzt vor dem zuständigen Polizcikommiffar 311 verantworten.
Dr. Köhler über die AeparationsW.
Ncwyork. Die „World" veröffentlicht ein Interview mit Reicksfinantminister Dr. Köstler. Danach erklärte Dr. Köhler, daß Deutschland auch weiterhin versuchen werde, den Rcpara- tionSberpyfiditungen loyal nach zukommen. Hauptbedingung für Deutschland sei die Möglichkeit ausgcdchutcn Ervorirs. Eine weitere wesentliche Voraussetzung fei auch die Wicder- hcrstelllmg der normalen Haildelsüczichmtgen. Die Belastung aus dem Dawes-Plan stehe in Deutschlands Etat an der Spitze. Dr. Köhler erklärte weiter, er wünsche, großes Gewicht auf die Worte „im Augenblick" zu legen, wenn er erkläre, daß cs int Augenblick nicht ersichtlich sei, wie Deutschland in den Jahren 1928 und 1929 erfüllen solle. Im Jahre 1926 hätte Deutschland beispielsweise Vorteile durch den englischen Kohleiistrcik gehab. Dr. Köhler schloß mit dem Hinweis, daß Amerika indirekt großen Anteil an der ganzen Reparationsfragc habe, und drückte die Hoffnung aus, daß cs gelingen werde, die Schwierigkeiten durch ben freundfchast- licheu Geist aller Beteiligten zu klären.
Das öeMsche Eupen— MaZmsöy.
Unbestätigte G c m c i n d e r ü t c.
Wie starr der deutsche Geist in den von Belgien amul^ lierteu Gebieten von Eupen und Malnredh ist, geht aus drm sorgenden Bericht hervor, der die Lage in diesem bestrittenen Gebiet sehr gut charakterisiert. In der ©emeinbe Malmedy, dem noch am meisten «ach Belgien zuncigenden Ort, hat der Gcmeindcrat gegen den Beschluß, rvünach das Denk m n l für die i m Kriege g c s a l l e n c n deutschen Soldaten nach einer anderen Stelle verlegt werden sollte, Einspruch erhoben iiub gleichzeitig beschlossen, -daß die von dem Senfmal seinerzeit entfernten Namenschilder der Gefallenen wieder nn^nPringcn sind.
Straßen, bei welchen die deutsche Bezeichnung eut- scrut worden ist, sollen nach einem weiteren Beschluß ivieber die doppelten Straßenschilder erhalten. Schließlich hat man in Anerkennung der Wichtigkeit des deutschen S p r a ch u, u t c r r i ch t s.eine Entschließung angenommen, wonach mindestens zwei deutsche Unter- pichtsstuudcu am Tage verlangt werden. In dem Dorfe
könne hoffen, daß das Nèehryeitskompromttz der Regte- rungskommission — Schaffung einer internationalen Bahnschutztruppe von 800 Mann — in Genf Billigung finden werde.
Tagung der Ahrüstuugskonfereuz.
Wie Reuter meldet, wird die Kommission zur Vorbereitung der Abrüstungskonferenz am 21. März zu ihrer zweiten Tagung in Genf zusammentreten. Marr rechnet damit, daß diese Beratungen mehrere Wochen dauern werden. Hinsichtlich des Abrüstungsvorschlags des Präsidenten Coolidge wird allgemein angenommen, daß erst gegen Ende des Sommers eine ernsthafte Erörterung zwischen den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Japan möglich sein wird. Das Amerikanische Repräsentantenhaus bewilligte die Bereitstellung von Mitteln für die Beteiligung der Vereinigten Staaten an der Genfer Abrüstungs- und Wirtschaftskonferenz.
Oie deutsche Delegation.
Die deutsche Delegatiou für die Märztagung des Völkerbundrates wird am Freitag nach Genf abreisen. Die Delegation wird von Ministerialdirektor Gaus und Geheimrat v. Bülow geleitet. Außerdem gehören ihr folgende Herren an: Geheimrat Zechlin als Referent für Polen, Legationsrat Voigt für das Saargebiet, Geheimrat Hemmen für Wirtschaftsfragen, Gesaudrer Freytag für Minderheitenfragen, die Legationsräte Boltze und Rrdl- hammer. Ihnen wird sich der übliche technische Beamten- stab anschließen. Reichsaußenminister Stresemann un» Staatssekretär v. Schubert werden sich am Sonnabend von San Remo aus gemeinsam zur Ratstagung begeben.
Meyerode haben drei Gemeinderütë den Treueid aur Belgien, feine Verfassung und seine Deutung des Versailler Vertrages nur unter Vorbehalt abgeben wollen, worauf ihre Ernennung dürch einen königlichen Beschluß aufgehoben und eine neue rechtskräftige Vereidigung tuu ^eordnet wurde. Die Wahlen zweier anderer Gemeinde- räte wurden aus dem gleichen Grunde ^unteL^ochM^
Heue amerifanitoe Aste an MM.
Aufforderung zum Boykott amerifamfdfer Waren.
„Associated Preß" meldet aus der Stadt Mexiko: Eine „ungewöhnlich wichtige Mitteilung" b:r Regierung her Bereinigt"" Staaten an die mentamf^e Regierung, über deren Jul ! nichts veröffentlicht worden ist, wusde von dem ersten Sekretär der amerikanischen Botschaft, Lane, dem mexikanischen Auswärtigen Amt übermittelt. Wie Reuter ans Washington meldet, soll die amerikanische Note an Mexiko in keiner Beziehung zu der Streitfrage über die mexikanische Ll'- und Landgchi „ bung stehen. Es werde in Washington vermutet, daß die Note die Frage der Anwendung der neuen mexikanischen Gesetzgebung zur Regelung der Geschäfte ausländischer Vèr^ sicheruugsgrscllschaften betrifft.
Das amerikanische Staatsdepartement lehnte es ab, einen Kommentar zu der Meldung aus Mexiko zu geben, daß eine Note von ungewöhmicher Bedeutung an die mexikanische Regierung gerichtet worden sei, bemerkte jedoch, daß die Ollandstreitfrago barin nicht berührt worden sei.
■ Die Union Central von Südamerika unb den Antillen, eine Organisation, die in der letzten Zeit gegen die Vereinigten Staaten in Lateinamerika arbeitete, hat ein Manifest ausgegeben, das zum sofortigen Boykott der Vereinigten Staaten auffordert.
Sie Ergebnisse brr Wen Viehzählung.
Die V 0rkriegsziffern teilweise übertroffen.
Alljährlich einmal, nämlich am 1. Dezember, wird die große Parade der Haustiere qbgehalten. Vom Pferd bis junt Huhn marschieren die braven Tiere in die Statistik, rind aus den Ergebnissen dieser jährlichen Viehzählung kann man Schlüsse auf die Entwicklung der Viehhaltung ziehen.
Beim P f c r d e b c st a n d ist mit 3 868 000 Stück im Dezember 1926 der Pferdebcstand der Vorkriegszeit um eine Kleinigkeit übertroffen. 1925 war die Zahl sogar noch etwas höher.
An Rindvieh werden 17,2 Millionen Stück gezählt, was einen in den letzten Jabren ziemlich unveränderten Bestand barftcllt. Die Fricdcnszahl ber Kühe und Ochsen ist jedoch noch nicht wieder erreicht; sic liegt immer noch um rund 1,2 Millionen Stück über dem heutigen Riudviehbestand.
Recht erheblich hat sich im vergangenen Jahr die Schwei nczticht gehoben. Der Schwcincbestand stieg auf 19,4 Millionen Stück, d. h. gegenüber 1925 um rund ein Fünftel. Im letzten Vorkricgsjahr hatte die Schweinezucht allerdings weit bessere Ergebnisse geliefert, nämlich 22,5 Millionen Stück.
Schafe und Ziegen haben sich in den letzten Jahr-m sehr verringert. Tic Wirtschaftlichkeit der Schafhaltung hat nachgelassen, und überdies haben die Bcstätidc unter der Lybcrcgclscuchc zu leiden gehabt. Bei ben Ziegen spielt eine Rolle, daß in ben Jnflatiönsjahrcn so mancher Nichtlandwirt eine Ziege als Kuhcrsatz hielt, was jetzt nicht mehr nötig ist, da Kuhmilch genügend augeboten wird. An Schafen wurden Ende 1926 4 Millionen, an Ziegen 3,5 Millionen gezählt.
Einen besonderen Aufschwung hat das Federvieh gc« nominell. Das Hühnervolk ist mit 67,6 Millionen zahlreicher als in ben letzten Jahren und auch als vor dem Krieg. An Gänsen watscheln 5,5 Millionen und an Enten 2,1 Millionen Stück im Deutschen Reich umher.