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Zul-aer Anzeiger

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M. 65 1927

Fulda, Freitag, 18. März

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zul-a- und Haunetal »Zulöaer Kreisbla«

ReSaktlon an- Gefchästsstelle: Mühlenstraße 1 Zernfprech-Knsthlnß Ar.Wd

Nachöruck der mtt* »ersehenen Artikel mir mit (BueUenancabe .LulSaer Knzeiovr'LsftaSet.

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4. Jahrgang

Kleine Leitung für eisige Leser.

* Wie bekannt wird, sind 250 Millionen Mark im neuen Reichsetat noch ohne Deckung.

* Jm Airswärtigen Ausschuß deS ReichstagoS haben aus- führliche Beratungen über die Genfer Ratstagung begonnen.

» Das dänische Königspaar weilte Donnerstag auf der Durchreise von Paris nach Kopenhagen in Berlin und machte einen Besuch beim Reichspräsidenten v. Hindenburg, der dem Königspaar einen Gegenbesuch in der dänischen Gesandtschaft abstattete.

* Der preußische Finanzministcr hat Las Grund- und Gebüudesteuergesetz zurückgezogen.

Gorgen des Weinbaues.

Genau so, wie vor zwei Jahren bei den Handelsver- tragsverhandlungen mit «pantè«, ist auch jetzt bei den Verhandlungen über einen deutsch-französischen Handelsvertrag die Frage der Weineinfuhr nach Deutschland ein schweres Hindernis. Frankreich ist ja ein Land, das namentlich im Süden mrd im Osten außer­ordentlich viel Wein erzeugt, und 68 hat daher das «ler- gröhte Interesse daran, keine Ausfuhr nach Deutschland nicht mit einem hohen Zoll belüften zu lassen, ist auch bereit, genau wie Lauras Spanien seinerseits der Einfuhr deutscher Jnduftriewaren die ärgsten Zollhinder­nisse aus dem Wege zu räumen, wenn Deutschland ihm tu der Frage des Weinzolles entgegenkommt. In vielen Kreisen des deutschen Volkes wird man der Ansicht sein, Laß uns an einer möglichst großen Ausfuhr von Jndustriewaren nach Frankreich mehr gelegen sein müsse, als den Handelsvertrag scheitern zu lassen an dem Wunsch, dem deutschen Weinbau den gefährlichen Wett­bewerb des durch Klima und örtliche Lage so sehr bevor­zugten französischen Weinbaues fern $up altem Man meint, es handele sich doch für «ns nur nm geringe Inter­essen.

DaS ist aber den»; doch ein Irrtum. Die Feststes««- wird überraschen, daß im deutschen Weinbau etwa 2,5 bis 3 Millionen Menschen hauptberuflich tätig find und-daß per Wert der deutschen Weinerzeugung mit etwa 84 Millionen Mark (1925) z. B. doppelt so hoch ist wie der der ganzen Eisenerz-Erzeugung, um M MiLianen aber auch den Bert des gesamten deutschen Seefischfanges überragt und gleich hoch ist wie der Wert der Schaf- und Ziegenhaltung in Deutschland. Der Weinbau ist chpischer, zugleich aber auch intensivster Kleinbetrieb; vermag doch hier der Besitz schon von zwei bis drei Morgen eine ganze Familie zu ernähren und insgesamt werde« dort etwa 30 000 Hektar, davon 98 % im Kleinbetrieb, bestellt. Auch der Wert der Nebenprodukte Trauben, Traubenzucker, Likör und Branntwein, Essig und Viehfutter geht in die Millionen.

Seit 1911 ist die Anbaufläche nun nicht unerheblich gesunken, ebenso natürlich auch der finanzielle Ertrag. Dafür ist die Einfuhr fremden Weines ganz beträchtlich gestiegen, leider betrug aber die deutsche WeinauSfuhr 1925 nur noch den vierten TeU des Exports von 1913. Denn die einheimische Produktion wäre wohl imstande, den Binnenbedarf Deutschlands zu decke« mrd eine Ein­fuhr überflüssig zu machen, wenn nicht unter dem Druck der ausländischen Konkurrenz sich die Anbaufläche feit 1906 um ein Drittel benninbert hätte. Auf die franzö­sischen Wempreise wiederum drücken die a l g i e r i s ch e n Weine, wo auf der gleichen Fläche wie in Deutschland öum vierten TeU der Anbaulosten viermal so viel Wein geerntet wird als bei uns. Go wird es erklärlich, daß da­mals, als in Bern kastel und anderswo dieWinzer- unruhen" ausbrachen, allein an der Mosel die Ernte des Jahres 1924 nur zur Hälfte, von der des folgenden Jahres überhaupt noch nichts verkauft worden war. Dabei be­trug im Jahre 1925 der Weinertrag etwa 1,6 Millionen Hektoliter, also weniger als die Hälfte des Ertrages von 1922 bei nur geringer Verminderung der Anbaufläche. Unter dem schweren Druck, der auf dem deutschen Wein­bau aus vielerlei Gründen lastet und der zu diesem Rück- aang der Anbaufläche führte, sind allmählich 150 000 Winzerfamilien brotlos geworden. Demgemäß ist auch die hypothekarische Verschuldung des deutschen Weinbaues eine ganz außerordentlich große. Allein bei 50 Winzer- genossenschaften an Saar, Mosel und Ruwer steigerte sich diese Verschuldung in dem ersten Jahrzehnt dieses Jahr­hunderts um das Sechsfache und diese Verschuldung hat infolge des Preisdrucks in den letzten Jahren ganz ge­waltige Fortschritte gemacht, besonders, da ja bis zum 10- Januar 1925 laut Versailler Friedensvertragelsas- Nsche" Weine zollfrei nach Deutschland hineingelangten und dadurch z. B. die badischen Weine absatzunfähig machten.

Es stehen also dock recht beträchtliche Volkswirtschaft­uche Werte auf dem Spiel bei den Handclsvertragsver- bandlungen mit Frankreich, Werte, die man nur aus Un­kenntnis mit einer leichten Handbewegung beiseite schieben kennte,

Verlängerung Nr ErwerMosenfürsorge.

über den 1. April 1927 hinaus.

Am 31. März 1927 läuft die Geltungsdauer einiger Gesetze und Verordnungen in der Erwerbslosenfürsorge °b. Hierzu gehören das Gesetz über eine Krisenfürsorge lür Erwerbslose, die Kurzarbeiterfürsorge und die Sechste uusfnhnngsverordnung über den Reichsausgleich. Das Reichsarbeitsministerium hat dem Reichsrat Vorlagen über die Verlängerung dieser Bestimmungen gemacht. Mit ^lner baldigen Verabschiedung kann gerechnet werden.

Genf im Auswärtigen Ausschuß.

Dr. Stresemam

Wer die Genfer TagAng.

Diplomätsnempsänge durch Len Reichsauhenmirtisier.

Jm Auswärtige« Ausschuß des Reichstages kamen am Downerütog die Genfer Verhandlungen zrzr Be­ratung. Den Dorsch führte Abg. Wallraf (Dtn.). Reichs- Minister Dr. Stresemann erstattete einen ausfichrlichen Bericht, in dessen Mittelpunkt die Genfer Ratstagung sowie die gegenwärtige außenpolitische Lage standen. A» da« Referat deS ReichsautzenmimsterS schloß sich eine eingehende Aussprache, an der die Abgeord­neten Breitscheid (Soz.), Prof. Dr. Hötzsch (Dtnt), Prälat KaaS (Ztr.) und Freiherr von Rheinbaben (D. Bp.) teil- nahme«. Zwischen den einzelnen Diskussionsreden nahm Dr. Stresemann wiederholt daS Wort, um die an ihn gestellten Fragen zu beantworten. Die Verhandlungen, die streug vertraulich waren, mußten vorzeitig abge­brochen werden, da KeichSautzemninister Stresemann an einem vom dänischen König gegebenen Essen teilnahm. Sie werben am Freitag fortgesetzt werden. In parla­mentarische« Kreisen zieht man aus der Dauer der Aus­sprache de« Schluß, daß die Auseinandersetzung über die grundsätzlichen Probleme gründlicher vorgenommen wird, als man ursprünglich annahm.

Reichßaußenmintster Dr. Stresemann hat die Dipls- mateneinpfänge, die während seines mehrwöchigen Ur» lauds ruhen mußten, wieder ausgenommen. So hat er

Das ReichSarbeitsmirttsterimn wird ferner die Geltungs­dauer seines Erlasses, durch den es die Höchstdauer der Srwerbsl»sen«nterstü-«ng für die Mehrzahl der BerufS- gruppen über 26 Wochen hinaus ausgedehnt hat, ver-- Ilngera. Auch die bisherigen Höchstsätze bleiben über den 1. Apr« UW hinaus in Kraft.

Amerika «egen internationale Rüstungskontrolle.

Ein amerikanisches Memorandum.

Die amerikanische Regierung hat für die zweite Tagung des Vorbereitenden Abrüstungsausschusses ei« Memorandum zu dem Bericht des sog. Gemischten Aus­schusses ausgearbeitet, in dem die Vereinigten Staaten nicht vertreten sind und der im Auftrage des BölZerSund- rates insbesondere zu der Frage der Kontrolle ge- w i s s e r « a t i s n a l e r S ch l ü s s e l i n d u st r i e n und entsprechender internationaler Abkommen zwischen solchen Jns,sstri«r und über die Möglichkeit des Verbots des chemische« Krieges Gutachten und Vorschläge auszu- arbeite« hatte.

Die amerikanffche Regierung erklärt in dem Memo­randum, daß sie keinen Vorschlag günstig aufnehmen könne, der auf eine internationale Kontrolle in bezug auf eine Vereinbarung über die Beschränkung der Rüstungen hruauslaufen würde. Die sicherste Basis für eine solche Vereinbarung müsse die Achtung vor den Verträgen sein.

Jede Kontroüe würde nur Mißtrauen erzeltge«. Außerdem macht die amerikanische Regierung darauf auf- merffam, daß der Abschluß besonderer internationaler Vereinbarungen zwischen den Schlüsselindustrien in den Vereinigten Staaten auf ernste rechtliche und verfassungs­mäßige Hindernisse stoßen würde.

Deutscher Reichstag.

(288. Sitzung.) CB. Berlin, 17. März.

Ein Gesetzentwurf über die Verzinsung aufgewerteter Hypotheken und ihre Umwandlung in Grundschulden wurde dem Rechtsausschuß überwiesen. Die gestern wegen Beschluß- unfähigkeit abgebrochene zweite Lesung des Haushalts des Recchsministeriums für Ernährimg und Landwirtschaft wurde dann fortgesetzt.

Abg. Hemeter (Dim) forderte ein Pflanzenschutzgesetz, »m die Einschleppung gefährlicher Pflanzenkrankheiten aus dem Auslande zu verhiudcrw Ferner trat er für die Kenntlich­machung ausländischer Eier ein. Inc Jahre 1926 seien Eier im Gesamtwerte von 234 Millionen Mark aus bem Auslande eingeführt worden.

Abg. Schmidt-Hannover (Dtn.) begründete eine Entschlie­ßung auf Unterstützung der Hochseefischerei. Auch der Obstbau müsse möglichst gefördert werden.

Abg. Borncfcld-Ettmann (Ztr.) verwies auf die Schuldeu- last der Landvnrtfchast. Die Pachtschutzvervrdnung müsse revidiert, die Siedelung gefördert weren. Frankreich dürfe man für Weine keine Zugeständnisse machen

Abg. Janson (D. Dp.) schilderte die Notlage der Winzer, die durch die niedrigen Zölle auf ausländische Weine hervor­gerufen sei. Es handelt sich um 300 000 Einzelcristenzen.

Abg. Frau Mende (D. Vp.) enipfayl Förderung des Milchverbrauchs.

Abg. Meyer-Hamburg (Wirtsch. Vag.) trat für die Zu­lassung des Sountagsverkaufs auf bem Lande ein und wünscht die Umwandlung des Ministeriums für Ernährung und Land­wirtschaft in ein richtiges vollwertiges Reichslandwirtschafts- ministcrium.

MichsernährungÄminister Schiele

nahm darauf das Wort zur Beantwortung der sozialdemo­kratischen und kommunistischen Jnkcrpellatid» über die Frage der R o g g e n v e r s o r g ung. Nach der Vorratsstatistik des Deutschett Landwirtschaftsrates standen am 15. Dezember 1926 noch 22 % der Gesümternte an Rossen zur Verfügung. Gebr

die Botschafter Ruhlands und Italiens sowie den pol­nischen Gesandten empfangen, um mit ihnen Fragen z« besprechen, die einerseits Deutschland, andererseits die Länder der betreffenden Diplomaten angehen. Solche Diplomatenempfänge finden übrigens von Zett zu deut statt, ohne daß besonders wichtige Anlässe vorzuft-Mn brauchen.

Deckung für 250 Millionen gesucht

Reichskanzler Dr. Marx und Reichsfinanzmurrster Dr. Köhler haben Vertreter der Regierungspartei?» empfangen, um mit ihnen die Deckung der neu entstande­nen sozialpolitischen Ausgaben im Rahmen des Etat? flir das Jahr 1927/28 zu besprechen. Die Erhöhung der Leistungen aus der Invalidenversicherung, wie sie von der Regierung geplant war, soll durchgeführt Werben, ebenso die Hypothekenaufwertung und der Finanzaus­gleich, der den Ländern größere Erträge bringt, als it» sprünglich beabsichtigt war. Darüber hinaus aber sollen neue Bewilligungen vermieden werde«. Ohnehin wurde der Gesamlauswand für die sozialpoli­tischen Leistungen auf etwa 730 Millionen Mark ge­schätzt, darunter 250 Millionen Mark für die Fortführung der Erwerbslosenunterstützung. Für diese letzten 2ßi Millionen Mark soll einstweilen eine Deckung nicht »ok- handen sein. Reichskanzler Dr. Marx batte außerdem eine Kabinettsfitzung einberufen, in der sich die Reichs- regierüng mit der Finanzlage beschäftigte.

man davon aus, daß in diesem Jahre von der gesamten Rogarnernte etwa 49 %S höchstens 45 % zum Verkauf kommen würden, so würden biete 22 % der Gesamtmenge etwa 50 % der Gesamtverkaufsmenge ausmachèn. Tas entspräche f«st genau den Vorkriegsprozentsätzen. Der Schluß sei nicht -e- reebtfertigt, daß die Roggenversorgung Deutschlands für bat Rest des Wirtschaftsjahres nicht mehr sichrrgestellt fei. Ra«? einer sorgfältigen Untersuchung über den Mehrverbrauch seien im Jahre 1926 trotz der reichlichen Ernte des vorhergeyenö« Jahre 11 Kilogramm Roggen je Kopf weniger verzehrt wor­den, als jetzt zur Verfügung ständen. Man könne also min­destens annehmen, daß man noch mit einem bescheidenen Vor­rat in die neue Derforgungsperiode eintreten werde.

Die Roggenpreise im laufenden Jahre

seien zwar ungleich höher als die stark gedrückten des Bor­lahres, seien aber im Durchschnitt nicht höher als diejenigeu des Wirtschaftsjahres 19241925. Wenn auch bei den jetzigen Roggenpreisen der Landwirt nur einen knappen Ausgleich für den Minderertrag d. I. erhalte, so bereite diese Preisentwicke- lung dem Ernährungsminister natürlich Sorge. Die Steige­rung des Brotpreises für Roggen- und Weizeugebâck betrage durchschnittlich 7 Pfennig pro Kilogramm und ergebe eine Mehrbelastung auf den Kopf der Bevölkerung von 8,40 Mack tm ganzen Jahre. Die Getreidehandelsgesellschaft habe inner­halb der natürlichen Grenze ihre Aufgabe erfüllt, wenn bei dem letzten Termin bereits ein Rückgang der Preisnotierurig verzeichnet werden konnte. Die Getreidehandelsgesellschaft s« fast im vollen Besitze des ihr nach dem Etatstitel in Aussicht gestellten Kreditbetrages. Abgesehen davon, daß eine vor­übergehende Suspendierung des Roggenzolles die Bersor- gungslage des Volkes kaum beeinflussen könnte, würde in den Roggemnartt für den Rest der diesjährigen Versorgungs­periode eine nicht zu verantwortende Unsicherheit hinein getragen. Den Vorteil von der Suspendierung würde nur das Ausland haben.

Mg. OSendiet (Komm.) erklärte, der Minister lade bk Arbeitslosen auf3 Land, weil die Gutsbesitzer die Arbeitslosen­unterstützung für die Verpflegung haben wollten, außerdem auch noch einen Zuschuß für die Ausbildung der Arbeitslosen. Der Abgeordnete erhielt einen Ordnungsruf, als er den Minister einmal als einen Schandminister bezeichnete.

Abg. Schmidt-Köpenick (Soz.) polemisierte ebenfalls gegen den Minister. Er vermißte bei der Geschäftsgebarung der Ge­treidehandelsgesellschaft, daß sie nicht für die Stabilisierung der Getreidepreise nach unten eintritt. Auch die Sozialdemo. Tratte habe ein Interesse an stabilen Getteidepreisen, aber nicht aus Kosten der Verbraucher.

Damit schloß die Besprechung. Eine Reihe von Trteln wurde zurückgestellt, der Rest des Haushalts angenommen. Der Fonds zur Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung wurde auf Antrag des AusschMes von 1,95 auf 2,5 Millionen, die Beihilfe zur bäuerlichen Wrrtschaftsberatung von 1,9 auf 2 Millionen, der Fonds zur Schädlingsbekämpfung von 6000«) auf 800 000 Mark erhöht. Neu bewilligt wurde ein Kuhb dampfer für 600 000 Mark und ein Betrag von 5 Millionen zur Kinderspeisung. Für langfristige Zischereikredite werden L2 Millionen bewilligt. Es folgt die zweite Beratung des

Haushalts des Reichsinnenminifters.

"" Reichsinnenminister von Keudell leitete sie mit einem Hin­weis auf die Festigung des deutschen Staatswesens ein. Seme Aufgabe sähe er darin, unter Vermeidung jeder Schwächung des Vaterlalides für dessen weiteren Aufstieg zu wirken. Der Reichskanzler habe bereits in seiner Erklärung von der Ehrung der deutschen Geschichte gesprochen. Die Verunglimpfung vergangener Zeiten diene auch zur Verächtlichmachung tm Auslande und stoße viele ab, die bisher schon dem Vaterlande in seiner neuen Form ehrlich gedient haben und auch erneut dienen wollten. Andererseits sei cs eine Tatsache, daß btc Symbole des neuen Staates Herzensideale eines großen Teiles des deutschen Volkes geworden seien. Als nächste Auf­gabe der Reichsregierung bezeichnete der Minister dann ntd)t die Verabschiedung möglichst vieler Gesetze, sondern btc

Behandlung der Verfassungsfrage

mit dem Endziel, daß der Mensch in den Mittelpunkt gestellt werde und nicht der Geldbeutel. Der Redner ging dann auf bie Schulfrage ein und meinte, cs bestünde eine Beunruhigung weiter Kreise. Einmal werde immer vernehmlicher der «.chrec der Elternschaft nach Erziehung der Kinder im Glauben der Väter. Neuerdings würden aber auch Besorgnisse laut, bau m zu großem Maße staatliche Hoheitsrechte gegenüber der Kirche vrctsaeaebeu werden könnten. Dicke Beunrubcauna «er ivm