I Iulöaer /inzeiger
Erscheint jeden Werktag. Bezugspreis: monat» ^ 2 Mark. Bei LieferungsbehLnderungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Aahnsperrr usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Kriedrich Threnklau, Fulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- Icger. Postscheckkonto: Krankftu^ a. M. M.4öos-
[ t
r t
TagebloK für Rhön unK Vsgeisbee^ Zulöa- im- tzaunrtal ♦ ZM-aer Kreisbla«
Reöaktlsn and Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ❖ §ernsprech-Anlchl«ß Nr.^
Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Gusllenanaabo „Fuldaer Fmreimr'arstattet.
ApzrrgsnpreLs: §ür Vehörüen, Genossènschaf- èeN/Bünken Lsw. beträgt öre Kleinzeüe 0*30 M., für auswärtige Auftraggeber 0.25 M.,für die ReKamezâ 0.90 M. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezelle 0.60 Mark ❖ Bei Rechnungsfte!- lMg hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfolgen ❖ Tag- end Piahvorfchriften unverbindlich.
% 75 — 1927
FuLVa, Mittwoch, 39. März
4. Jahrgang
H
Kleine-Zeitung für eilige Leser.
* Das Reichskabinett beschäftigte sich mit der verlangten Unterstützung für die „Mologa", die russisch-deutsche Holzver- tvcrtungsgesellschaft, durch das Reich. Das Kabinett soll eine derartige Beteiligung abgelehnt haben.
* Nach amtlicher Erklärung ist von der mehrfach besprochenen Amnestie zum 80. Geburtstage des Reichspräsidenten im Keichsjustizministerium nichts bekannt.
* Fm Reichstag wurde, da die Beratung des Reichshaus- Wsetats nicht rechtzeitig beendet werden kann, ein Etatsnotgesetz angenommen, das bis zum 15. April d. I. läuft.
* In Schloß Doorn wurde einem amerikanischen Jourua- isicu mitgeteilt, weder der Kaiser noch seine Gemahlin ge- düchtcn Schritte zu unternehmen, um eine Rückkehr nach Deutschland einzulciten.
Keine GöschäfisbLäsKuKß.
über die Wirkungen der im vorigen Jahre in Dsutsch- and eingeführten und vielbesprochenen Einrichtung, Warm an Kunden auf Kredit und zu Ratenzahlungen ab- ugeben, wird uns von sachkundiger Seite geschrieben: Der Verband deutscher Waren- und Kaufhäuser hat neben einen Geschäftsbericht für 1926 veröffentlicht und r behandelt darin auch die Entwicklung einer Einrichtung, >ie bei ihrer ersten Einführung sehr heftige Auseinander- etzungen hervorrief. Es war dies die sogenannte „Kon- iimfinanzierung", also Hergabe von Waren, für die eine kezahlung nur zum Teil sofort in bar erfolgte, während ue restliche Abdeckung des Kaufpreises durch Ratenzahlung ior sich gehen soll. Was man dadurch erreichen wollte, mi eine Belebung des Verbrauchs, war Anreiz zum Kauf lon Waren, die an und für sich infolge Mangels an Bar- Meln sonst nicht beschafft werden können. Belebung der Nachfrage, und zwar eine dauernde Belebung durch e derartige Kreditgewährung, sollte nun — und diese mung war theoretisch richtig — auch folgerichtig eine igerung der Erzeugung herbeiführen, also eine a l l - «meine volkswirtschaftliche Belebung ermöglichen.
Schon damals wurden gegen die Einführung dieser rsplünglich amerikanischen Einrichtung in Deutschland Bedenken vorgebracht, die sich hauptsächlich dachen richteten, daß auf eine dauernde Belebung der echfrage zu rechnen sei. Im Gegensatz zu den sog. Ab- ahlungsgeschäften bedeutet die Kredithergabe bei der ^onsumfinanzierung" nicht einen „Realkredit", sondern 5 erfolgt eine Prüfung der persönlichen Kreditwürdigkeit sen, der den Kredit in Anspruch nehmen will; das bettet also eine Hergabe von Personal kredit. Mehrere Hsteme solcher „Konsumfinanzierung" sind ja nun in mtschland eingeführt worden, aber der Geschäftsbericht es Verbandes' der Waren- und Kaufhäuser stellt fest, °è das ins Auge gefaßte volkswirtschaftliche Ziel nicht deicht worden ist. Zwar erfolgte bei Einführung dieses keditierungssystems eine augenblickliche Belebung des arenverkaufs, aber das war nur eine Vorwegnahme der edarfsdeckung, führte also nicht zu einer ständigen Steige- ^ng des Verbrauchs, sondern zu einem — Nachlassen der Mrage in den dem Kauf folgenden Monaten. Statt iner Belebung der Nachfrage erfolgte also nur eine zettle Verschiebung, die volkswirtschastliich von keinem utzen ist.
, Der Geschäftsbericht äußert sich auch über die s-ünde, warum eine Kredithergabe bei Warenverkauf im u'Mandel zwar in Amerika möglich und volkswirt- üstlich erfolgreich ist, in Deutschland aber nicht. Wäh- 'sd nämlich in Deutschland die Höhe des Einkommens ? den großen Massen die gleiche ist wie das allgemeine deisniveau des Existenzminimums oder, einfacher ge- wchen, her deutsche Arbeiter in der Hauptsache nur ?"e! verdient, als er zur Fristung seines und seiner tolte Lebens braucht, ist die allgemeine P r e i s h ö h e Amerika etwa 150 % gegenüber 1913, die allgemeine °M Höhe aber rund 225 %, so daß der amerikanische toter durchschnittlich mehr verdient, als er zur Dek- "9 des Existenzminimums nötig hat. Und dieses Mehr . jvird durch die „Konsumfinanzierung" ergriffen; das ' kein vorweggenommener Arbeitsverdienst wie bei Lutschen Kreditbeanspruchung, sondern ist wirklicher DMdener Verdienst, der nun in Ware umgesetzt wird. L‘c -frage also, ob durch die Konsumfinanzierung ein erhöhter Bedarf erweckt und erhalten werden kann, A mH inis diesen Gründen für Deutschland nicht be- lautet das vorsichtige, aber unzweideutige Urteil wn Geschäftsberichts, zumal man nicht einmal genau ob an Orten, wo mehrere Arten der Konsumfinan- ^"ng eingeführt sind, Kreditnehmer zu allen ihnen sich ^bietenden Gelegenheiten gewandert sind. Allerdings wirkliche Ausfälle bisher im allgemeinen selten ge- sein, womr wohl aber das geringe Ausmaß, das Jie ganze für uns sich kaum empfehlende Einrichtung ' tote genommen hat, den Hauptgrund abgibt.
^ Kxage der MssrvestreNmfis.
®hte Rede des Grafen Bernstorff.
stft,J" Ausschuß, der mit der Vorbereitung der Ab- Ät^Vonferenz in Genf betraut ist, behandelte in den ton die Frage, ob die ausgebildeten Reserve, cvc» âmften als Soldaten anzusehen sind und in eine hur £. Abrüstung mit einbegriffen werden müßten oder sstan^.^rade unter den Waffen befindlichen Personen, tot S lind seine Anhänger verfechten die letzte An. sind' N""d Deutschland und auch England der Meinung Marfteâ "uch die Reservisten einen Bestandteil des Heeres »tofaffJL Wie der Präsident der Versammlung zufam- ■ "^° feftfteUtc. bat die bisbrriac Aussprache über die
Sos HmdelPsOrim «it S«o.
Deuischs Mkfrage« m Paris. ^Grundsätzliche Zustimmung zum Handelsprovisorium, s Das Reichskabinett hat sich mit dem provisorischen Handelsabkommen beschäftigt, auf das sich die deutsche und die französische Wirtschaftsdelegatton vor kurzem geeinigt haben. Das Kabinett hat dem Abkommen grundsätzlich zugestimmt und seine endgültige Zustimmung nur von einigen kleineren Abänderungen abhängig gemacht, die aber an dem wesentlichen Inhalt des Abkommens nichts ändern. Das Kabinett hat eine Rückfrage nach Paris über einen bestimmten Verhandlungspunkt gerichtet.
Die französische Presse hat Mitteilungen über das Ergebnis der deutsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen gemacht, die in ihren Einzelheiten nicht zutreffen. Diesen Meldungen zufolge soll der Zoll auf französische Weine von 80 auf 15 Mark herabgesetzt worden sein. Dem Wert des französischen Einfuhrkontingents von 40 Millionen soll nur ein deutsches Einfuhrkontingent für chemische Erzeugnisse im Werte von 15 Millionen Frank gegenüberstehen, und diese Chemikalien sollen nicht im freien Handel abgesetzt werden dürfen. Diese Mitteilungen sind nicht richtig, vielmehr soll für französischen Wein ein bestimmtes Kontingent unter Meistbegünstigung zugelassen werden; an Stelle des autonomen Zollsatzes von 80 Mark soll ein Zoll in Höhe von 45 Mark für Weißwein und von
32 Mark für Rotwein erhoben werden. Der Wert der von Deutschland verlangten Einfuhrkontingente beträgt für Maschinen 23 Millionen Frank, für Erzeugnisse der elektrotechnischen Industrie 17 und für die der Chemie 12 Millionen, insgesamt also, unter Berücksichtigung von Bier und Holz, rund 60 Millionen Frank. Die deutschen Chemikalien können im freien Handel abgesetzt werden.
wichtige und schwierige Frage noch keine Einigung erbracht, da jede Partei bei ihrer Aufsasiung geblieben ist.
Auch der deutsche Vertreter, Graf B e r n st o Of f .. hat noch einmal zu dieser Angelegenheit in einer Rede Stellung genommen. Er betonte hierin, daß Deutschland ein Übereinkommen, das die ausgebildeten Reserven nicht umfassen würde, keinesfalls als eine Abrüstungskonvention betrachten würde. Deutschland sei die Bildung von Reserven unmöglich gemacht worden. Daraus gehe die Bedeutung der ausgebildeten Reservemannschaften für die Armee hervor. Graf Bernstorff betonte schließlich, daß, wenn es nicht gelingen sollte, die Reserven zu erfassen, die Aufgabe der Abrüstung nicht erfüllt sein würde.
Keine Rückkehr des Kaisers na« DeuifchiMd
r Eine Verlautbarung aus Doorn.
Die Hamburger Nachrichten sind durch den Berliner Leiter des International News Service, Dunbar Weyer, der von einem Besuch auf Schloß Doorn zurückkehrte, zu folgender Mitteilung ermächtigt: Ich bin in der Lage, aufs bestimmteste zu erklären, daß weder vom Kaiser selbst noch von seiner Gemahlin noch vom Hofmarschallamt irgendwelche wie auch immer geartete offizielle oder inoffizielle auf eine eventuelle Rückkehr des Kaisers nach Derttschland zielende Schritte unternommen werden. Auch besteht in Doorn nicht die geringste Absicht, solche Schritte zu unternehmen. Es wird von denen, die immer wieder das Gegenteil behaupten, ein entscheidender psychologischer Faktor übersehen, namentlich, daß der Kaiser es mit seiner Würde für unvereinbar und nach der ganzen Natur der Dinge für absolut unmöglich hält, unter der jetzigen Staatsform um Erlaubnis zur 'Rückkehr nach Deutschland zu bitten.
Was die Zurichtung eines Teiles des Berliner Palais für die Gemahlin des Kaisers betrifft, so beabsichtigt^die Kaiserin Hermine keineswegs, dort längere Zeit Wohnung zu nehmen. Das Palais soll ihr lediglich als eine Art Ausr u h e st a t i o u aus ein paar Tage während ihrer Reisen von Doorn nach Deutschland dienen.
KvmmuuistiWe Agitatoren in Schanghai.
Kabinettssitzung in London.
Nach Meldungen aus Schanghai hat der britische Oberkomnlandierende Duncan die Befehlsgewalt in oer französischen Konzession übernommen. Britt chc und amerikanische Marinesoldaten haben Befehl erhalten^ «n Notfälle auch die französische Konzession zu verterdlgen. Wie die englischen Blätter melden, sollen nr Schanghar noch immer kommunistische Agitatoren am Werke sein, um die Einwohner Schanghais zu einem Sturm aus die an § länd ls chen Konzcssr onen ön veranlagen ^binett hat in etwa zweistimdiger Sitzung die Lage in China erörtert. Em Teil der Blatter sieht in der Einberufung des Kabmettsrates ein fixere Anzeichen für eine ernste Wendung ^de^Lage m Fernen Osten. In der Kabinettssitzung hat die Regrerung endgültig beschlossen, angesichts der gegenwärtigen ~a9 in China keine Verhandlungen mit der Kantonregierung über die zukünftige Verwaltung der _ internationalen Siedlungen zu beginnen. Dieser Beschluß her Regierung wird von der nahezu gesamten Presse gntgehcißen.
Von einer sonst in Handelssragen gut unterrichteten Seite wird bekannt, daß man in Kreisen der deutschen Industrie mit dem Provisorium nicht restlos zufrieden ist Von industrieller Seite wird besonders bemängelt, daß eine erhebliche Anzahl deutscher Industrien in dem Vertrage keine Berücksichtigung gefunden habe, insbesondere die ganze Kleineisenindustrie, die Lederindustrie, die Papierindustrie, die Metallwarenindustrie, die Uhrenindustrie usw. Gerade bei diesen Industrien handele es sich um Fabrikationen, die wirklich in der Lage seien, innerhalb eines nur dreimonatigen Provisoriums von erleichterten Einfuhrmöglichkeiten nach Frankreich Gebrauch zu machen und dafür schnell lieferfähiae Waren in größerem Umfange bereilzustellen. Der Maschinenhan und die Elektrotechnik würden dagegen kaum in der Lage sein, von den diesen Industrien zugestandenen Einfuhrerleichterungen nach Frankreich einen uinfangreichen Gebrauch zu machen, da ihre Produkte längerer Herstellungsfristen bedürfen und die Unsicherheit der Verlängerung des Provisoriums nach drei Monaten es ihnen schwermachen würde, sich auf das französische Geschäft tatkräftig genug einzustellen.
Das RiärlMMMrschi m Polen.
Gesandter Rauscher in Berlin.
Der deutsche Gesandte in Warschau, Rauscher, ist für einige Tage in Berlin, um über die Frage des Nieder- lassungsrechts Deutscher in Polen Bericht zu erstatten und neue Instruktionen über den deutschen Standpunkt in der Mederlassungsfrage nach Warschau mitzunehmen. Die Verhandlungen über den eigentlichen Handelsvertrag werden vorläufig zurückgestellt, bis eine Verständigung in der Niederlassungsfrage erreicht ist.
DsAischer Reichstag.
(299. Sitzung.) CB. Berlin, 29i März. ?
Nachdem gestern noch der Abg. Büninghaus (D. Bp.) die Agitation gegen die Reichswehr abgewiesen und darauf hingewiesen hatte, eine Verringerung der Reichswehr könne die schwersten Folgen haben, trat Abg. Frhr. v. Richthofen (Dem.) für allgemeine Abrüstung und ein Milizheer ein, ehe vertagt wurde. Heute wurde ohne Aussprache der N o t c t a t in erster und zweiter Lesung angenommen und dann die zweite Lesung fortgesetzt bei dem ,
Haushalt des Rèichswehrministeriums.
Abg. Dr. Bredt (Wirtsch. Vgg.) wies darauf hin, daß das Heer vor dem Kriege die Aufgabe hatte, das Volk zu erziehen. Das sei bei dem jetzigen Heere leider nicht mehr der Fall. Der Redner trat dann für eine Wprozentige Herabsetzung des Heeresetats ein. Die Stellen, an denen gespart werden könne, müsse die Heeresverwaltung selbst aussuchen. Den politischen Staatssekretär lehnte der Redner ab und behandelte weiter die Frage des Ersatzes der Reichswehr.
Abg. Loibl. (Bayr. Vp.) erklärte weitergehende Abstriche am Heeresetat für unmöglich. Von einem Mißtrauen des Volkes gegen die Reichswehr sei nichts zu merken. Die Reichswehr sei durchaus kein Söldnerheer, sondern ein Volksheer. Die Gedankenfreiheit dürfte man den Offizieren nicht nehmen. Die besondere Rücksicht auf die besetzten Gebiete beim Heeres- ersatz sei erfreulich. Bei den Aufträgen müsse Bayern entsprechend berücksichtigt werden.
Abg. Henning (Völk.) lehnte alle Abstriche im Etat, auch wenn sie noch so gering seien, ab. Die bescheidenen Gelder müßten in erster Linie zur Auffüllung der Munitionsvorrätc verwandt werden. Wäre Deritschland 1914- besser gerüstet gewesen, dam- wäre uns das ganze politische und soziale Elend erspart geblieben.
Abg. Graf zu Reventlop, (Dcutschsoz.) erklärte, daß ferne Freunde dem Wehretat zustimmten. Die Schwächung der Landesverteidigung hätte bisher autzcnpolrtrsche Erfolge mcht erzielt.
Abg. Dr. Leber (SoZ.) meinte, daß schon ein Fünkchen guter Wille erhebliche Ersparnisse ermöglichen würde. Die Reichswehr hätte z. B. heute mehr Stabsoffiziere .als Leutnants. Wenn der Minister sich nicht zu einer Einschränkung der Ausgaben verstehen sönne, dann müsse es eben der Reichstag tun.
^eichswehrmimfter Dr. Geßler
ging auf die verschiedenen Fragen ein. Es sei bekannt, daß 5. B. Frankreich einen großen Teil der ungeheueren -nneri- kanischcn. Munitionsbestände übernommen habe. Deutschland habe solche Bestünde nicht und keinerlei Reserven irgendwelcher Art. Die Frage, ob Deutschland von seinen Munitionsfabriken nicht überteuert werde, sei ein ernstes Problem. Diese Fabriken seien ungünstiger gestellt als die Fabriken des Auslandes, weil sie nur für Deutschland arbeiten und nicht exportieren dürfen. Verteuernd wirke, bog Deutschland z. B. nicht die billige Kbuugsmunition bei der Marine verwenden dürfe, sondern scharfe Gesechtsmuiutton benutzen müsse. Die Zahl der Offiziere sei nicht zu hoch. Der Minister sei bereit, sich für eine Vereinfachung des Apparates einzusctzen. Eine schematische 10 %ige Kürzung des Etats sei technisch unmöglich. Wenn man durchaus die Unkosten verringern sollte, dann möge der Reichstag beschließen, anstatt 100 000 nur 90 000 oder 80 000 Mann zu halten. Das sei dann ein politischer Entschluß und die Kosten würden geringer.
Abg. Dr. Schreiber (Ztr.) lehnte eine mechanische Kürzung des Etats ab unb empfahl dann Förderung des Bildungs- Wesens in der Reichswehr.
Abg. Dr. Schneider verlangte zum Schluß seiner Aus- 'ührungen, daß das Reich besser für Unterbringung der Mili- tärauwärter sorge.
Abg. Rönncüurg (Tem.l rief daraufhin, daß beim Innenministerium sogar 20 % gestrichen worden seien. Ohne die Schlagkraft des Heeres und der Flotte zu mindern, könne man, ruhig in der aufgeblähten Verwaltung besonders in der Marineverwaltung sparen.