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und

1927

4. Jahrgang

Fulda, Samstag, 16. April

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Auferstehung

dieser Ruf

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wiederholen: es schließt eine Ewigkeitswelt in uns auf, durch die unser Leben auf eine höhere Geistesstufe gehoben wird, und die unserem ganzen Sein einen heiligen Zug der Ueberweltlichkeit gibt. Nur so erkennen wir, warum die Liebe stärker ist als der Tod und warum das Grab, nicht das. Letzte sein kann. Nur I

haben.

Ein Ostern solcher Art kann fiel) ununterbroche

drei Tage nach Karfreitag sich einstellen muß. Ostern ist viel­mehr ein langsam heimlich werdendes Wunder, vollbracht von jener leidenden Liebe, die den Stein auch von des dunkelsten Grabes Pforte zu wälzen vermag. Ostern ist, wie unsere Väter sinnig sagten, das Amen des Vatèrs zum vollbrachten Erlösungs­werk des Sohnes.

Das Fest der Erlösung ist es!

Der Grieche Archimedes hat den Ausspruch getan:Gebt mir einen Punkt außerhalb des Weltalls, auf dem ich stehen kann, und ich will die Welt aus ihren Angeln heben." Die Auferstehung Christi ist der Punkt, von dem aus jede Welt und jede Weltanschauung der bloßen Diesseitigkeit aus ihren Fugen gehoben werden kann. Aber nur dann erreichen wir diesen Punkt und erleben in uns selbst die Kraft, die er uns verleihen kann, wenn der Auferstandene i n u n s fein Ostern gehalten und die Kräfte feines wiedergewonnenen Lebens uns mitgeteilt hat. Die optischen Gesetze, durch welche die Licht­wirkungen und die Farben zustande kommen, kann auch ein Blinder lernen; verschlossen bleiben ihm jedoch die lebendige Erfahrung und damit die Freude, das Entzücken, die Einflüsse, die von ihnen ausgehen. So mögen wir noch so viel von der Auferstehung hören, von den Wirkungen, die von ihr ausstrah- len, von den Aussichten, die sie erschließt: w i r bleiben dennoch ihr gegenüber wie ein Blinder, so lange nicht i n uns der Herr sein Ostern hält und so lange wir nicht in uns selbst, also ganz persönlich die Kraft des unauflöslichen Lebens erfahren

so begreifen wir die ganze Tiefe der Christusworte: 'Ich bin1 die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird! leben, ob er gleich stürbe". Wie überragend erscheint dieses: Ich bin das Leben! Nie ist wieder Jemand gekommen, der das von sich sagen konnte. Alles, was wir sonst Leben nennen,; nimmt sich neben ihm nichtig und tot aus. Denn Christus lebt in der Krast Gottes!

Wenn wir diese göttliche Kraft in uns aufnehmen, lernen, wir uns selbst überwinden. Gewiß: unsere menschlichen Schwä- ! chen können nie ganz ausgeschaltet werden: wer derartiges be- Häupten oder beanspruchen wollte, würde mit Recht nicht ernst genommen, denn Jeder von uns darf wie Conrad Ferdinand Meyer sagen:Ich bin kein ausgeklügelt' Buch, ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch". Dieser Widerspruch kommt ebenso bei unseren rein persönlichen Neigungen wie bei der Ausübung unseres Berufes oder bei sonstigen Gelegenheiten mehr oder weniger zum Ausdruck. Unruhe und Begehrlichkeit, Neid und Trotz und, andere Schwächen erschweren uns und unseren Mitmenschen das Dasein. Je freier wir jedoch von uns selbst und solchen Lasten werden möchten, um so stärker wird sich unsere innere Kraftquelle entfalten: dann fühlen wir, wie Auf- erstehungskrüfte in uns wirksam werden. Und wir erkennen, daß durch dieses bessere Wollen, durch Pflege und Ausbreitung' des in uns ruhendenguten Kerns", unser ganzes Leben über­haupt erst lebenswert wird. Lebenswert in höherem Sinne, indem wir uns befreien vom verhängnisvollsten Fehler: der, Ueberschätzung der bloßen Diesseitigkeit! Denn Menschen der; Diesseitgkeit sind immer hoffnungslose Menschen. Wohl halten: sie fast unbegreiflich an ihren Hoffnungen fest, es müsse noch Glück und Freude ihnen zuteil werden, und wenn schließlich vom Alter nichts mehr zu hoffen ist, so meinen sie, das Bestes sei vorher gewesen, und bleiben so immer betrogen und erhalten nie, was sie hoffen. Dagegen reicht der Auferstandene eine Hoffnung dar auch da, wo irdisch nichts mehr zu hoffen ist: er erhellt auch das dunkelste Leben mit dem Licht, das aus der Ewigkeit strahlt. Er schließt auch für das armseligste Dasein noch einen Himmel auf, der über der Erde ist. Er steht auch in der dunkelsten Stunde unseres Lebems, in der Todesstunde, noch neben uns, und Kraft seiner.Auferstehung wird in der Tat, wie der alte Spruch lautet, der Tod für uns die Pforte des Lebens.

,I ch bin das Leben!" . Wie ein nie verhallender Weckruf, wie eine bleibende Hoffnung, wie ein ewiger Sieg wirkt diese Botschaft des Heilandes. Kein Leben war so- vorbildlich wie dieses! Erst wenn wir von dieser Lebensmachè berührt und durchdrungen werden, begreifen wir den tiefstem Sinn der

mA seinem sieghaften Klang, dieser Ausdruck für das Werdezr^und Wachsen in der Natur, dieser Ausblick über Tod und''Vergehen hinaus ist Leben! Und zwar ein Leben, das einem tiefen Atemholen, einem Sichentfalten gleicht: aufwärts, dem Licht entgegen! So lange wir Zurückdenken, tragen wir mit dem Laut der Auf­erstehungskunde diese geistige Vorstellung in uns; zum Sinnbild wird uns die aus scheinbarer Erstarrung auflebende Natur.

Und doch ist Ostern nicht ein Fest der Schöpfung, geschweige ein Naturdienst. Gerade dieses Fest läßt das Höchste, was je Menschenherzen bewegt und begeistert hat, so machtvoll zum Ausdruck kommen, daß ein Ostergrutz, der nur vom Erwachen der Natur oder vom politischen Wiederaufstieg sprechen würde, eine völlige Verkennung des Auferstehungsgedankens wäre. Ostern ist auch nicht eine spielende Selbstverständlichkeit, die

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Auferstehung.

OfhSV05 von jeher als fröhlich und gejkegnet/gepriesene alle Hoffnungen erfüllen wird, die Große und tev? Weise und Toren in den langen Wochen des War- "»gesammelt haben? Sicher richt, denn die Wünsche K euschen haben bekanntlich keine Grenze, doch der über ktt der Erfüllung ist enger gespannt und geht nicht »cm 1 $ hinaus, was die ewige Ordnung der Dinge Wetterungunst und wirtschaftliche Tatsachen vm %1 das äußere Bild des Festes beeinflussen, tückische

\ ausschweifende Wahrscheinlichkeitsberechnnngen n* machen. Aber denjenigen, die vertrauenden ^Uls und bescheidenen Charakters sind>.-verylöLLN^

Äußerlichkeiten nicht das innere Genügen zu zerstören.In deinem Fleische wirst du wieder wandeln", tröstet die Schrift den Erdensohn, wenn Schicksalsschläge ihn in die Nacht der Verzweiflung und des Todes zu stürzen drohen. Die Ostersonne leuchtet auch für dich, du Mensch mit dem bangen Sinn und den quälenden Sorgen, selbst wenn sie hinter Wolken bleibt; sie ist da und gibt dir Gewißheit, daß nach dem Winter des Mißvergnügens glorreich der Sommer naht. Also freue dich genügsam in diesen Tagen, überwinde die Schwere des Alltags mit ihren Peinlich­keiten, horche auf das überzeugende Geläut der Glocken, die von Turm zu Turm rufen, und stimme ein in das ge­waltige Lied der Erlösungsüberreugung:Triumph, der Heiland ist erstanden".

Wenn wir an äußeren Anzeichen hängen, so wurden - uns deren in der Osterwoche einige .gegeben, die Wohls als herzerfreuende Gaben aufgessaßt werden dürfen. Die Ertverbslosigkeit im Miche ist u\i mehr als 20 %'i zurückgegangen ein Fünftel unserer V Volksgenossen, die . gern arbeiten wollten, aber nicht konnte è wèil für ihre; fleißigen Hände kein Platz vorhanden war,, Würfen Brot; für sich und Kinder wieder verdienen, den s^aRwnalbcsiLs durch ihre Mithilfe vermehren und die allgemeine Wirt-i schastslage bessern. Sie streuen mit an der S«at, dem uns allen dereinst die Ernte erwachsen soll? Das LUM wahrhaftig eine gute Botschaft. Und auch dessen bürktirf wir uns freuen, wenn deutscher Fleiß und deutsicheS-'KüL-« nen durch ungewöhnliche Ehren anerkannt werden Lande des Dollars, als der Damvker,. -New Mork^