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Kleine Zeitung für eilige Leser.

« Reichspräsident von Hindenburg ist von seinem Osten b wieder nach Berlin zurückgekehrt.

f Die Überschwemmungskatastrophe im Mississippitale hat itcre Todesopfer gefordert, u. a. wurden 200 Arbeiter von [ Flut sortgerissen.

* Bei der Verfolgung der mexikanischen Eisenbahnräuber Aden dreizehn von diesen getötet, drei gesangengenommen.

* Fapan hat infolge seiner schlechten Finanz- und Wirt- Mftslage ein dreiwöchiges Moratorium erlassen.

Der populärste Deutsche

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Ist erst der nationale Gedanke, das nationale Be- ivußtsein wiedererstanden, dann werden für uns aus km großen Kriege, auf den kein Volk mit berechtigterem ftolz und reinerem Gewissen zurückblicken kann als das >userè, solange es treu war, sowie auch aus dem bitteren Ernst der jetzigen Tage sittlich wertvolle Früchte reifen, -fas Blut aller derer, die im Glauben an Deutschlands kröße gefallen sind, ist dann nicht vergeblich geflossen. In Dieser Zuversicht lege ich die Feder aus der Hand und baue Best auf dich du deutsche Jugend!"

Als Hindenburg vor sieben Jahren mit diesen Sätzen leineErinnerungen" schloß, da mag er wohl nicht geahnt Wen, daß dieses Niederlegen der Feder nicht zur Wahr­heit werden sollte; auch nicht erst auf die deutsche Jugend higuchte er zu bauen, sondern das Geschlecht, das linier seiner Führung gestritten und gelitten hat, war es, ihn am 26. April 1925 auf den Schild h 0 b. Nicht mit der sonst in Wahlkämpfen üblichen Beschimpfungs- Monade wurde dieser Mann überschüttet, als er damals mach dem ersten vergeblichen Wahlakt nun aufgesordert imbe, für das höchste Amt zu kandidieren, das das brutsche Volk zu vergeben hat. Um die Mitter-

? Machtsstunde des 26. April war es gewiß, daß Hie Mehrheit des deutschen Volkes sich hinter len Mann stellte, dem sie durch Leid und Not vier Jahre Dindurch gefolgt war. Auch jene Kreise, die ihm ihre Lumme nicht gegeben hatten, haben ihn während seiner Äweizährigen Präsidentschaft schätzen ge­kernt und respektieren ihn zum mindesten heute. Er ist wirklich der erste Diener des Staates geworden, und gerade der Mann, der vor zwei Jahren sein Gegen­kandidat war, der jetzige Reichskanzler Dr. Mar x, selbst ist es gewesen, der vor kurzem über die Unparteilichkeit des Reichspräsidenten Worte tiefer Verehrung fand. D i e Wegner von damals sind heute Freunde

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I Entschlüsse schwerster Art sind ihm nicht erspart ge­blieben; aber wie er sich auch entschied, so blieb er doch Immer außerhalb des Lobes und des Tadels der Par­teien, weil man wußte, daß er entschied, wie sein Ge­nüssen es ihm vorschrieb. Und nicht bloß das Inland ^betrachtet den deutschen Reichspräsidenten als den 0 p u I ä r st e n Deutsche n", sondern sein Name ist rt' Verkörperung des Deutschtums bekannt rings um den ;n: Mdball. Nicht etwa nur als Heerführer, sondern jetzt Mt minder als Repräsentant des deutschen Volkes im «rieben.

1 Es klingt wie ein Märchen, wenn man sich daran er- Mnert, daß der Jüngling vor mehr als 60 Jahren bec Moniggrätz gefochten, dann die Schaffung des Deutschen Meiches im Schlosse von Versailles miterlebt hat. Das Schicksal führte ihn auf die Höhen der Menschheit. Ver- Mngenheit, Gegenwart und bessere Zukunft des deutschen Molkes strömen in dieser Person zusammen.Ich habe sichere Vertrauen, daß es der Gedankentiefe und der Medankeustärke der Besten unseres Vaterlandes gelingen neue Ideen mit den kostbaren Schätzen der früheren zu verschmelzen und aus ihnen vereint dauenrde Merle zu prägen, zum Heile unseres Vaterlandes. Das M die felsenfeste Überzeugung, mit der ich die blutige Mchiatt des Völkerkampses verließ. Ich habe das Helden- meines Vaterlandes gesehen und glaube nre und MMermehr, daß es ein Todesringen gewesen ist." Ihm I r «ün späteren Alter beschieden gewesen, mit daran zu dieses Wort, diese Hoffnung, diese Zuversicht heit werden zu sehen, selbst der Verwrrk- entgegenzuführen. Und an diesem Tage, da sich zum Rteumal seine Wahl zum Reichspräsidenten zahlt, gibt ^" deutsche Volk in seiner übergroßen Mehrheit der

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Hmung und der Zuversicht Ausdruck, daß ihm in Hin Murg der F ü h r er zu b e s s e r e r Z u k um f t er

Die Rheinlandräumung.

»euer französischer Versuchsballon.

®er Berliner Korrespondent desJournal" will aus Assiger Quelle erfahren haben, daß im Gegensatz zu -reit ^lich in deutschen parlamentarischen und politischen ^"verbreiteten Nachrichten die Neichsregierung nicht W Hütte, eine diplomatische Note über eine vor- ^TZ Nheinlandräumung an die Alliierten vor Ende 'über zu überreichen. Gegenwärtig konzentriere sich stuW« diplomatische Aktivität des Reiches daraus, von die Ersüllu n g jener Versprcchen Tu" Volten, die Briand und Chamberlain gegenüber eine ?""" 'n Locarno gemacht hätten und die sich aus kindliche Verminderung der Jst- W'We der Feinde im Rheinlande zu einem nahen bic sz' ^beziehen. Dasselbe Versprechen habe übrigens IgzZ Zchaftcrlonserenz in ihrer Note vom 15. November Aaris Inhalt. Der seinerzeit zwischen Berlin und llattgefundene Gedankenaustausch habe in der

Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Kulöa- unö Haunetal >§ulöaer Kreisblaü Reöaktion unö Gsschästsfielle: Mühlenstraße 1 §ernsprrch-^nschluß Nr. 9S9

Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit QuellenangabeKuiüaer Anzeiger'gestottet.

Fulda, Montag, 25. April

Schwierige Wirtschaftslage in Japan

Japan in Ainanznöien.

Ein dreiwöchiges Moratorium.

Über Japan ist eine schwere Finanzkrise hereinge. brachen, so daß die Regierung die Schließung aller Banken für drei Wochen, sowie einen allgemeinen Zahlungsauf­schub und die Schließung der Waren- und Effektenbörsen ungeordnet hat. Die Zeitungen haben einen Burgfrieden geschlossen und betonten, daß jetzt alle politischen Parteien ihre Streitigkeiten vergessen und die Finanzfragen nach dem Standpunkt der Wohlfahrt des Landes erörtern solltm. Wie groß die Finanzmisère in Japan augen­blicklich ist, kann man daraus ersehen, daß die Ausfuhr von Gold nach den Vereinigten Staaten vorläufig unter­sagt worden ist. Die Finanzkrise war in Japan schon seit längerer Zeit im Anzug. Auch die letzte Ministerkrise, die den Baron Tanaka an die Spitze der Regierung geführt hat, ist in erster Linie aus diese Finanzkrise zurückzu- sühren; und so hat denn auch der neue japanische Minister­präsident zur Grundlage seines Regierungsprogramms die wirtschaftliche Gesundung Japans gemacht.

Die Wirren in China sind wohl neben den schweren Erdbebenkatastrophen, von denen das Land in den letzten Jahren heimgesucht wurde, als ein Hauptfaktor für die jetzi e schwierige Finanzlage Japans anzusehen. Sie haben der japanischen Industrie die wichtigsten Absatz­gebiete geraubt. Die Folge davon waren Arbeitslosigkeit und Geldmangel der Unternehmungen, die infolgedessen noch den Plan hegen, ihre Betriebe völlig stillzulegen.. Die Durchführung dieses Planes würde der japanischen Wirt­schaft natürlich einen weiteren schweren Schlag versetzen. Den akuten Anlaß zu der Finanzmisere gab der Zu­sammenbruch der japanischen Weltsirma Suzuki, die im Fernen Osten eine große Rolle spielt. Sie hat durch ver­fehlte Zuckerspekulationen riesige Verluste erlitten, in die auch die hinter ihr stehenden, Banken hineingezogen wurden Als einzigen Rettunasweg erblickt man aus­länd i s ch e H i l f e, und wie es heißt, sollen auch bereits Verhandlungen mit England zur Aufnahme eines größeren englischen Kredits angebahnt worden sein. Jedenfalls ist die japanische Wirtschaft gegenwärtig von einem tiefen Pessimismus durchsetzt.

Die Politik Lschangkmschâ.

Außenminister T s ch e n abgesetzt.

Der Sonderberichterstatter desPetit Puristen"

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Schanghai hat von General Tschangkaischek Erklärungen über die von ihm geplante Politik erhalten. Tschana-

Hauptsache die Verminderung des Effektivbestandes der Besatzungstruppen zum Gegenstand gehabt. Stresemann lege auf die Erfüllung der Versprechen Briands und Chamberlains in erster Linie Wert, um die Angriffe zu widerlegen, die behaupten, daß er zu leicht den Worten des französischen und des englischen Außenministers Glauben geschenkt hätte. Stresemann strebe die Vermin­derung der Besatzungstruppen um eine Division an.

Von offiziöser deutscher Seite wird hierzu mitgeteilt, daß die deutsche Initiative für die endgültige Rheinland­räumung einsetzen wird, nachdem die Voraussetzungen des Artikels 431, das heißt, die Verpflichtungen in der An­gelegenheit der O st b e f e st i g u n g e n , erfüllt worden find. Dabei ist daran zu erinnern, daß der Reichsaußen­minister in Genf bereits betont hat, Deutschland werde sich für sein Vorgehen den g ü n st i g st e n Zeitpunkt a u s s u ch e n. Natürlich läßt sich das Datum entsprechend heute noch nicht bestimmen.

Genfsr AbmßNKgsösraiuKgsK.

Enttäuschung über das Ergebnis.

Der Vorbereitende Ausschuß für die Abrüstungskonfe­renz hat, ohne in eine weitere Debatte über die Kontroll­frage einzutreten, beschlossen, die ganze Kontrollfrage auf die zweite Lesung zu vertagen und die gegensätzlichen Auf­fassungen, die im Laufe der gegenwärtigen Tagung zu dieser Frage aufgetreten sind, in dem Schlußbericht an den Völkerbundrat nebeneinanderzustellen.

Der japanische Delegierte machte dem Ausschuß davon Mitteilung, daß er seine Vorbehalte in bezug auf die Be­grenzung dèr Marinceffekte, des Materials bei der Luft­waffe und der Flugzeuge auf Kriegsschiffen im Auftrage seiner Regierung unter bestimmten Voraussetzungen, unter ander bei Verzicht aus Unterscheidung von Mann­schaften und Offizieren, zurückziehe.

Eine Kundgebung des Internationalen Friedensbureaus in Genf.

Das Internationale Friedensbureau in Genf, das die Zentrale aller Friedensgesellschasten in der ganzen Welt bildet, hat an den Vorbereitenden Ausschuß für die Ab­rüstungskonferenz einen Aufruf gerichtet, der vom Präsi­denten'des Friedensbureans, dem belgischen Senator La­fontaine, unterzeichnet ist und feststem, daß sich der Welt noch niemals eine tiefergehende Enttäuschung bemächtigt hat als anläßlich der Beratungen des Vorbereitungsaus- schuffes. Der Aufruf weist auf die Verpflichtung aus dem Völkerbundpakt und auf die Versprechungen in bezug auf die allgemeine Abrüstung hin.

Jingeigenpreis: Für Behörden, Genossenschaf­ten,Banken usw. beträgt öie Kleinzeile 0.30 H1EV für auswärtige Mstraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Ulk. u. alle anderen 0.15 !Nk>, Reklamezelle 0.60 Mark Bei Rechnungsstel­lung hat Zahlung innerhalb 8 tragen zu erfol­gen Tag- und Platzvorschriften unverbindlich.

4. Jahrgang

kaischek vertritt darin folgende drei Grundsätze: 1. Er hofft, daß die Mächte dem chinesischen, vom Bolschewis­mus befreiten Nationalismus ihre Unterstützung nicht versagen werden. 2. Er ist bereit, sich mit Marschall Tschangtsolin zu verständigen, wenn dieser sich zu den von Sunjatsen ausgestellten nationalistischen Grundsätzen be­kenne. 3. Er wird die für die Nankinger Zwischenfälle verantwortlichen Personen bestrafen und Genugtuung geben durch Entschädigung der Opfer bzw. ihrer Hinter­bliebenen. Im übrigen betonte Tschangkaischek, daß er gegen die bolschewistischen Elemente in seinem Heere energisch vorgehen werde.

Die neue nationalistische Regierung hat Dr. Tschao- tschr ou zum Minister des Auswärtigen ernannt. Jedoch wird der derzeitige Minister Tschen noch so lange im Amte bleiben, bis die Angelegenheit des Zwischenfalles von Nanking geregelt ist

Tschangkaischek entschädigungsbereit?

Die aus China eingetroffenen Informationen be­stätigen Tschangtsolins Absicht, die Säuberungsaktion gegen die Kommunisten fortzusetzen. Er dementiert ener­gisch die Gerücht, nach denen er Unterhandlungen ange­knüpft habe, um mit Tschangkaischek Frieden zu^schließen. Tschangkaischek soll sich bereiterklärt haben, im Sinne der Gleichberechtigung die F 0 r d e r u n g e n der M ä ch t e über die Ausschreitungen gegen Fremde in Nanking zu regeln und volle Entschädigung für die Schäden an Leben und Eigentum zu zahlen.

Die Kantonregierung soll gegenwärtig den Truppen Tschangtsolins in der mittleren Jangtsezone 100 000 Mann entgegenstellen. Die Vorhut der Nankingarmee soll be­reits in Linkwaikwan an der Eisenbahnlinie Pikanu Tientsin angekommen sein. Die zweite Armee Tscbang- kaischeks stieß auf Tsananfu vor, während die dritte Armee im Jangtsetal gegen die Truppen von Hankau vormar­schiert. ...

Andererseits wird gemeldet, daß die Hankauregie- rung die Bevölkerung zur Annahme der von der neuen Kuomintangbank ausgegebenen Papiergelder zwingen will. Bis jetzt wurden bereits 40 Millionen Dollar Papier- scheine ohne genügende Metalldeckung ausgegeben. Die Handelskammer von Hankau versprach Tschangtsolin 20 Millionen Dollar, wenn er die Stadt den extremen Nationalisten entreißen könne.

Der von der Nankingregierung abberufene Finanz­minister Sung hat sich in die französische Konzession von Schanghai geflüchtet.

Musr Schritt in Belgrad.

Gemeinsames Vorgehen Englands und Frankreichs.

In Belgrad sprachen der französische und der eng­lische Gesandte bei dem jugoslawischen Außenminister Marinkowitsch vor. Der Zweck ihres Besuches war ein neuer Vermittlungsversuch der beiden Mächte zur Lösung des italienisch-jugoslawischen Konfliktes. Da ein gleicher Schritt in Rom vorgenommen wurde, ist man in Belgrader politischen und diplomatischen Kreisen allgemein der Ansicht, daß der Konflikt in eine neue Phase getreten ist. und daß nunmehr von feiten der Mächte alle Möglich­keiten ausgenutzt werden, um eine Lösung ohne Anrufung des Völkerbundes herbeizuführen. Der jugoslawische Außenminister hat auch bei dieser Gelegenheit die Bereit­willigkeit der jugoslawischen Regierung zu einer fried­lichen Beilegung des Konfliktes, jedoch unbedingt auf der Grundlage der Gewährung positiver Garantien seitens Italien für die Wahrung der bedrohten Unabhängigkeit von Integrität Albaniens ausgesprochen. Die beiden Ge­sandten interessierten sich in diesem Zusammenhang leb­haft für die eventuellen Zugeständnisse, die Jugoslawien zu machen geneigt wäre.

In diplomatischen Kreisen erwartet man übrigens, daß auch Deutschland sich mit dieser Vermittlungsaktion der Westmüchte solidarisch erklärt. Als außerordentlich bemerkenswert wird darauf hingewiesen, daß nach diesem Besuch der Gesandten bei dem Außenminister dieser zu einer längeren Audienz vom König empfangen worden ist.

Beunruhigende Preissteigerung am Vaumarkt.

Gefährdung der Bautätigkeit.

Tic Preise der Hauptbaustoffc haben im Laufe der letzten Wochen nicht unwesentlich angezogen. Die Abwickelung einer ausreichenden Wohnungsbautätigkeil wird dadurch natürlich erheblich erschwert, wenn nicht gefährdet.

Der Reichsarbeitsminister hat in einem Rundschreiben an die Wohnungsreflorts der Länder und die in Frage kommen­den Reichsbehörden erneut Gelegenheit genommen, auf diese Tatsache hiuzuweisen. Er hat den Behörden empfohlen, der Preisentwicklung der Baustoffe im Interesse der Förderung des Wohnungsbaues uud der gleichmäßigen Beschäftigung der Bauhandwerker erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden und er­forderlichenfalls einer Zusammendrängung der Bauvorhaben in der ersten des Jahres mit Nachdruck entgegenzutreten. Die zuständigen Stellen sind zu veranlassen, die Bauvorhaben mög­lichst aus das ganze Jahr zu verteilen, da es auch im Interesse einer stetigen Beschäftigung der Bauarbeiter liegt, wenn für eine gleichmäßige Bauentwicklung über das ganze Jahr hin gesorgt wird.

Insbesondere weist der Neichsarbeitsminister noch auf die in letzter Zeit gleichfalls ungerechtfertigten Preissteigerungen auf dem Holzmarktc hin, die mit allen zu Gebote stehenden Mit­teln von den beteiligten Stellen vermieden werden müssen.