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Zul-aer Anzeiger

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erscheint jeden Werktag. Bezugspreis: mouat- jJo jUark. Bei Lieferungsbehlnberungen durch

Were Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine ^spräche. Verlag Kriebrich Chrenklan, §ulba, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- leaer. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. M.aâos-

^.97 1927

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Die bekannte Holzfirma Gebr. Himmelsbach G. m. b. H. in Süddeutschland hat Stellung unter Geschäftsaufsicht bean- iiagt.

* In Thüringen ist eine bürgerliche Minderheitsregierung gebildet worden.

* Das vorläufige Ergebnis der österreichischen National­ratswahlen ist, daß 94 bürgerliche und 71 sozialdemokratische Abgeordnete gewählt sind.

* Nach Mitteilung des russischen Kriegskommissars sollen demnächst auch die Frauen Rußlands zur Landesverteidigung iiüt herangezogen werden.

* Von der Bande, die in Mexiko einen Zug überfiel und mehr als 150 Insassen ermordete, wurden durch die verfolgen­den Truppen 60 getötet.

Himmelsbach.

Von sachverständiger Seite wird uns geschrieben: Die in den letzten Jahren durch mancherlei Vorgänge hr bekanntgewordene große süddeutsche Holzverwer- ngsfirmaGebr. Himmelsbach G. m. b. H." hat vor nicht beantragt, die Geschäftsaufsicht über ihren etrieb zu verhängen. Das bedeutet fast keine über-

caschung. Trotzdem stellt es wohl ein Ereignis dar, wie ts eigenartiger in den letzten Jahren im deutschen Wirt­schaftsleben kaum vorgekommen ist. Die Firma ist näm- äch Ereignissen erlegen,- die man eigentlich letzten Endes alspolitische" bezeichnen muß. Diese Ereignisse knüpften sich an das Geschäftsgebaren der Firma anläßlich des Rhein-Rhurkampfes 1923 und namentlich an die soge­nanntenMicumverträge". Auf Einzelheiten soll hier nicht eingegangen, vielmehr nur gesagt werden, daß man r Firma vorwarf, sie habe unter Ausnutzung dieser ertrage mit den Franzosen Raubbau durch Wald­schlachtungen im Rheinland getrieben und dabei ihre ge­schäftlichen Vorteile stark in den Vordergrund gestellt, ie Behauptungen waren um so wirksamer, weil sie aus öen Kreisen der Holzindustrie selbst kamen und ein an­gesehenes Fachblatt den Kampf in schärfster Form führte, ie Folgen waren für die Firma ganz außerordentlich

inliegende, da mehrere südde u ls che S1 a a t e n, übrigens auch Preußen, auf die Arbeit mit der Firma verzichteten, wie andere Behörden und dazu auch LNoch 80 Prozent ihrer bisherigen Privatkundschaft, die zum großen Teil ihrerseits wieder von dem Wohl- Uwollen der Behörden abhängig ist. Die Firma hat alles Wetan, um den gegen sie erhobenen Beschuldigungen cnt- Mgenzutreten, und in einer großen Gerichtsverhandlung

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y Mlang es ihr, nachzuweisen, daß sie keineswegsilloyal" «oderlandesverräterisch" gehandelt habe, daß vielmehr Wün den Beschuldigungen nichts richtig sei. Sie bezifferte g! »damals den Schaden, der ihr durch den ganzen Feldzug kMstanden sei, auf rund 20 Millionen Mark. Bekanntlich die Firma auch bei dem Geschäft mit der in letzter "eit vielgenanntenMologa Holzindustrie A.-G." viele Billionen verloren und selbst, wenn es ihr nun gelingen ii' Wollte, einen Schadensersatzprozeß in Höhe von 20 Mil- Wenen, den sie gegen den Staat angestrengt hat, ganz oder M I Zum Teil zu gewinnen, so ist es noch unsicher, ob sie sich ® Wird halten können, da allein 26 Millionen Forderungen { in sie bestehen.

Die Firma behauptet nun, daß der große Feldzug Wgen sie von einer bestimmten Stelle aus begonnen wor- en sei, ebenso wie die darauf folgende Boykottverhän- ung. Sie deutet des ferneren an, daß diese Zentral- im Reichsministerinm für die besetzten Gebiete zu jlWit sei. Nun erklärt sie aber auch noch, daß gar nicht u Micumverträge der eigentliche Grund zu dem syste- otischen Boykott gewesen seien, sondern die Tempera- mtsausbrüche des einen Generaldirektors in dem ersten ssozeß, den die Firma wegen dieser Anschuldigungen rte und den sie übrigens verlor, weil jenes Fachorgan war den Wahrheitsbeweis nicht führen konnte, ihm aber Wahrnehmung berechtigter Interessen" zugebilligt »rde. In der Berufungsinstanz ist aber dann ein durch- j gegenteiliges Urteil gefällt worden. Die Firma hat versucht, durch Entschuldigungen für die heftigen Zungen ihres Inhabers bei den Behörden den Boy- " Lieder abzuwenden; aber es hat nichts genützt.

Man muß also gestehen, daß derartige Dinge im Men Wirtschaftsleben bisher wirklich einzig dastehen, M wird abzuwarten haben, was nun eigentlich die ver- Mdenen maßgebenden Stellen des Reiches und der » "der zu diesen Angaben der Firma erklären werden, ^in« und immer wieder hat sie betont, daß sie dem Men Ruin entgegengehe, wenn nicht endlich der Boy- aufgehoben werde, aber sie scheint damit zunächst M erreicht zu haben, obwohl der Prozeß im Spät- ö des vergangenen Jahres ihr die Rechtfertigung "Mte. Erst in allerletzter Zeit konnte die Firma wieder ^lchsaufträge erhalten, aber das Unheil war in seinem nicht mehr zu hemmen, da ihr jedes Betriebs- apstal zu fehlen scheint, die Schulden über die Aktiven "ausgewachsen sind. r ,

. Vielleicht läßt sich das Vorkonunnis doch noch durch ^"Vergleich aus der Welt schaffen, da man der Firma Meicht unvorsichtiges Handeln in derMologa -Affäre nlM legen kann, sic aber hinsichtlich der anderen Au- ^egenheiten, durch die sic an den Rand des gcschaft- aA°!!Ibgrundes gebracht wurde, durch das Gerrchtsurteil '^tfertiat erscheint.

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. Erklärungen von RegierungSseiie.

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal »Zulbaer Kreisblatt Reüaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 §ernsprech-flnschluß Nr.HSH Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit thuellenangabegüldene Anzeiger"gestattet.

Fulda, Mittwoch, 27. April

SS

Rußlands Kriegsbereitschaft

Das Serteidigungswesell der Sowjeiumon.

Militärische Schulung für die Jugend.

Im Großen Theurer in Moskau sprach aus dem All­russischen Sowjettongres; Kriegskommissar Woroschilow über die Verhältnisse in der Roten Armee und die mili­tärischen Organisationen Sowjetrußlands. Er betonte die Notwendigkeit, einen Bruch mit den Westmächtcn so lange zu vermeiden, bis die Sowjetstreitkräftc genügend vorbereitet seien. Er und andere Führer betrachteten diesen K ov s l i k i 0! s » n v e rm e i d l i ch, aber die Zeit für die Austragung sei noch nicht reif. Der Völkerbund sei bankrott. Die gegenwärtige Zeit sei vergleichbar mit der vor dem Weltkriege. Keine Tribunale und keinerlei Abmachungen unten dem Rüsten Einhalt gebieten, das in allen großen und kleinen Staaten vor sich gehe. Alle, einschließlich der Rundstaaten von Finnland bis Rumänien, bereiteten sich 311m Krieg gegen die Sowjetunion vor. Die Rote Armee verfüge jetzt über ein ausgezeichnet aus­gebildetes Offizierskorps. Die Sowjets müßten bei dem herrschenden Territorialsystem aber auch für die gesamte Jugend wenigstens eine elementare militärische Schulung durchführen und auch die Franc n als einen der wichtigsten Faktoren eines künftigen Krieges

cinbeziehen. ],,_.,..,,..,......,-,---,

In technischer Beziehung stehe Sowjetruß- ! des Kreuzers, das vor dem Präsidium ausgestellt wurde, land hinter den Westmächten zurück. Die wichtigste Rolle D:" ^: ......""^'" ""2"^*

finde die Ebemie. sen Rußland stellt auch die Friedens- Jubel das Treuegelöbnis der Flotte aus.

dienlich noch den Gepflogenheiten entsprechend sèi, in schwebende Prozeßverfahren einzugreifen. Angehörige der preußischen Stellen sagten, daß eine Verletzung der im Londoner Abkommen festgelegten Amnestie oder eine Boykotterklärung gegen die Firma Himmelsbach nicht erfolgt sei. Es sei vielmehr in einem Rundschreiben des Ministeriums für die besetzten Ge­biete der Hinweis erfolgt, daß irgendwelche moralische oder materielle Benachteiligung der Firma Himmelsbach nicht zu­lässig sei. Vom Auswärtigen Amt sei niemals zu einem Boykott aufgefordert worden. Preußen habe Vergleiche mit der Firma angestrebt, die aber auf der Gegenseite keine Be­rücksichtigung gefunden hätten. Dem Staate Bayern schien wegen der Staatsschädigung eine Klage notwendig.

Gas und Gist im Kriege.

Ein deutscher Antrag angenommen.

Der Vorbereitende Ausschuß für die Abrüstungs­konferenz in Genf hat als letzten Punkt seiner Tages­ordnung die Frage des chemischen Krieges behandelt, zu der ein von Belgien, Polen, Jugoslawien, Rumänien und von der Tschechoslowakei unterzeichneter Antrag vorliegt, durch den die Anwendung von Giftgasen und ähnlichen chemischen Produkten sowie die Verwendung von allen bakteriologischen Hilfsmitteln in Kriegszeit verboten und außerdem die Ein- und Ausfuhr und die Herstellung von cheniischen Substanzen zu Kriegszwecken untersagt wird. Aus Antrag des Vertreters der Vereinigten Staaten, die sich vor einiger Zeit gegen ein generelles Verbot des chemischen Krieges ausgesprochen haben, wurde die Be­ratung dieses Antrages auf die zweite Lesung vertagt.

Graf Bernstorff erinnerte daran, daß Deutschland bereits seit Jahren, so u. a. auf der Waffenhandels­konferenz im Jahre 1925, erklärt habe, daß es für das voll­ständige Verbot dieser Kriegsart sei. Zu dem von Belgien, Polen, Rumänien und der Tschechoslowakei gestellten An­trag brachte Graf Bernstorff einen Zusatzantrag ein, wo­nach nicht nur die Verwendung von Gasen und Giftmitteln im Kriege, sondern schon die Vorbereitung zu einem solchen Kriege untersagt werden soll. Der Zusatzantrag Bernstorffs wurde mit dem anderen Antrag von der Kommission angenommen. Es wurde jedoch sogleich einem weiteren Antrag zugestimmt, der im Schlußbericht die aus­drückliche Feststellung fordert, daß die Regierungen durch die erste Lesung in keiner Weise gebunden seien.

Tanfechöhungen bei der Reichsbahn?

Besprechungen über eine Tarifreform.

Im Januar 1927 fand die 145. laufende Tagung der Ständigen Tarifkommission der Reichsbahn statt. Hier­bei wurde eine Denkschrift der Eisenbahndirektionen über eine etwaige Gütertarifreform besprochen. Da die Fragen einer allgemeinen Tarifreform noch nicht restlos geklärt waren, wurde beschlossen, einen Unterausschuß einzusetzen, der aus Vertretern von Reichsbahndirektionen wie auch aus Mitgliedern des Verkehrsausschusses bei der Stän­digen Tarifkommission besteht. Dieser Unterausschuß ist beauftragt, über die dringlichsten Wünsche der Vcr - kehrsinteressenten Klarheit zu schaffen.

Die nächste Sitzung dieses Unterausschusses findet Ende dieser Woche statt. Ob und wieweit eine Tarif­erhöhung nötig wird, läßt sich zurzeit noch nicht über­sehen. Darüber wird auch in dieser Sitzung kein Beschluß gefaßt. Jedenfalls muß die Frage geprüft werden, wie etwaige Frachterleichterungen auf der anderen Seite ge­deckt werden können.

Mzeigenpreis: §Sr Behörden, Genossenschaf­ten,Banken usw. beträgt die Kleinzeile 0.30 WL, für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., - Reklamezelle 0.60 Mark Bei Rechnungsstel­lung hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen: Tag- und Platzvorschristen unverbindlich.

4. Jahrgang

chemie erst in den Anfängen. Ihre Ausgabe sei es, die Verteidigung gegen einen chemischen Angriffskrieg zu organisieren. Es müßten Gegengase bereitge- ste I l t werden, nicht nur für den Soldaten, sondern auch für jeden Arbeiter, der mit der Front in Berührung komme. Dafür zollte der Kriegsminister aber höchstes Lob dem russischen Flugwesen. Er stellte die ständige Vermehrung der Luftflotte fest. Die russischen Konstrukteure seien den europäischen wie den ameri­kanischen gleichwertig. Die Kriegsmarine der Sowjets sei eine mächtige Waffe, zwar nicht vergleichbar derjenigen Englands, aber mehr als genug für die Nach­barn in der Ostsee und im Schwarzen Meer. Ein schwie­riger Punkt sei die Mobilisierung der indu­striellen Reserven, die Friedensindustrie im nötigen Moment auf den Krieg umzustellen. Der Per­sonalbestand der Ingenieure und Arbeiter sei gesichert. Die materielle Ausrüstung müsse erreicht werden. Größere Schwierigkeiten bereite die Transportfrage, die schon im Frieden alle Anspannung der Arbeiter erfordere. Woro­schilow schloß unter donnerndem Beifall mit Lenins Worten:Seid auf der Wacht, ihr seid von Feinden umgeben!"

Nach der Rede des Kriegskommissars überbrachte die Mannschaft des KreuzersÄ u r 0 r a", dessen Einfahrt in die Newa und Bombardement des Peters­

burger Winterpalais im Oktober 1917 erfolgte und die bolschewistische Revolution entschied, ein Modell

Der Kommandant derAurora" sprach unter ungeheurem

AmenkasKreundschast zu China". Coolidge spricht über auswärtige Politik.

Aus einer Presseveranstaltung hielt Präsident CooUdge eine Rede über die auswärtige Politik Amerikas. Nach den Ausführungen des Präsidenten hat diese Politik der Vereinigten Staaten die Freundschaft und das Wohl­wollen allen Völkern gegenüber zum Grundprinzip. Die im Auslande lebenden Amerikaner haben das Recht auf Schutz des Ausenthaltsstaates, nötigenfalls aber auch auf den Schutz der amerikanischen Regierung. Dies sei auch die Ursache für die Meinungsverschiedenhei- ten mit Mexiko, die jedoch demnächst beigelegt wer­den würden, nachdem Mexiko versichert hat, daß es nicht die Absicht habe, amerikanisches Eigentum entschädigungs­los zu konfiszieren. Präsident Coolidge betonte weiter, daß der amerikanischen Regierung imperialistische Ziele völlig fernlägen. Dies gelte auch China gegenüber. Amerikas Freundschaft zu Cbina sei sprichwörtlich. Es hoffe, daß die Bestrebungen ir Freiheit, Einigkeit und nationalen Geist sowie für c e starke republikanische Re- gierung dort in Erfüllung gehen.

Die Entwicklung des letzten Jahrzehnts hat Amerika, so sagte Präsident Coolidge am Schluß, in eine ganz neue Stellung zu der übrigen Welt gebracht.~ Dies mirb uns nicht hindern, stets die hohen Ideale der tra­ditionellen Politik Amerikas hochzuhalten, für Gerechtig­keit einzutreten und zugleich auch den Völkern, die um eine Besserung ihrer Lage und für ein größeres Maß von Freiheit kämpfen, Geduld und Ermunterung zu erweisen. Um diese großen Ausgaben durchführen zu können, bedarf es der ständigen Hilfe und Opfer eines einigen Amerika.

Die Tagung der Generalsynode.

Kirchenpolitik großen Stils.

Im Mittelpunkt der Besprechung der Generalsynode steht der erstmals vorliegende verfassungsmäßige Bericht des Kirchensenats, der feststellt, daß das neue Verfassungsrecht im Laufe einer zweieinhalbjährigen Geltung mehr und mehr an Boden gewonnen habe. Die neuen kirchlichen Organe bis hinauf zum Kirchensenat haben sich ohne Schwierigkeiten in die ihnen zugewiesenen Aufgaben hincingefunden. Er be­handelt sodann die kirchliche Finanzwirtschaft, die Sozial­arbeit der Kirche, die Schul und Konkordatssrage.

Der Vorsitzende des Kirchensenats, D. Dr. Winckler, bebt in seinem Einführungswort die hohen Verdienste des Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats um die

Abwehr der Kriegsschuldlügc hervor. Das Schreiben des Präsidenten in seiner Eigenschaft als Präsident des Teutschen Evangelischen Kirchenausschusses an den Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen fei das beste, was in Deutschland überhaupt zur Kriegsschuldfrage ge­sagt wurde.

Als weiterer Redner nahm dann Gencralsupcrintendcnt D. Dr. Dibelius zu programmatischen Ausführungen über das Verhältnis von Kirche und Staat das Wort.

Sm weiteren Verlaus der Programmdebatte bezeichnete Abg. Dr. Holstein- Greifswald (Kirchliche Evangelische Vereinigung) die Haltung der deutschen Kirche in der Kriegs­schuldsrage als eine K i r ch e n p 0 l i t i k großen Stils. Das Wört von dergeistlichen Führung" sei bereits ein Stück Wirklichkeit geworden. Diese Führung schließe die Mitwir­kung des Laienclcmenls nicht aus, sondern ein.

Um die Vorbildung der Geistlichen.

Hieraus tritt das Haus in die Beratung des ersten der vom Kirchensenat vorgelegten Gesetzentwürfe über die Vor­bildung der Geistlichen ein. Der Geistliche Vizepräsident des Obersten Kirchenrates D. Conrad erstattet den Bericht des Kirchensenats. Der Entwurf sicht u. a. eine Verlängerung des theologischen Studiums von sechs auf acht Semester vor. Diesen Schritt tue die Kirche trotz des Mangels an theo­logischen! Nachwuchs. Die Geistlichen müßten Menschen sein, die in Sturm und Wetter Bescheid wissen. Den zweiten Ge­setzentwurf über die Vorbildnna und Anstellung der werblichen