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^scheint jeden Werktag. Bezugspreis: monat- ^ 2 Mark. Bei Lieferungsbehinderungen durch Eere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, MasSperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Einsprüche. Verlag Zriedrich «khrenklau, Zulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver- eger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Öc. 16009

M9 - 1927

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Tageblcttt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- unö Haunetal Zulöaer Kreisblatt Reöaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernsprech-flnschluß Nr.HSH Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe «Zulâaer flnZeiger"gestottet.

Meine Zeitung für eilige Leser

, Aus der Tagung des Vereins Deutscher Maschinenbau- lten sprach Dr. Stresemann über Deutschlands Wirt- slage.

- An Berlin wurden an zwei verschiedenen Stellen eine lbe Million Platzpatronen und 60 Kisten Leuchtpatronen 8 Diebesgut beschlagnahmt. Die Munition stammt aus Beständen der Reichswehr.

# Bei einer Zugentgleisung in der Nähe von Weida wurde ic Frau getötet und eine Anzahl Personen schwer verletzt. * Der zwischen Danzig und Polen vereinbarte Zollvertrag Niirdc von der polnischen Regieruiig bestätigt.

Danzig und Polen.

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In Warschau ist amtlich bekanntgegeben worden, daß i Zollvertrag zwischen Danzig und Polen bestätigt ist. scheinend ist die Bestätigung ohne das Parlament auf und der Ermächtigung für die Regierung erfolgt. Der

ben, Grund der Ermächtigung für die Regierung erfolgt. Der Mi Vertrag gilt nach der Veröffenüichung bis zum 20. August Til-«928. Aus Danzig wird dazu bemerkt, Danzig sei nun--

Mhr in der Lage, eine Anleihe aufzunehmen.

Daß das Verhältnis zwischen DanzigundPole» ßehr unerfreulicher Natur ist, weiß die ganze Welt. Polen kann es eben nicht verschmerzen, daß Danzig nicht einfach iem neugeschaffenen Polnischen Reiche einverleibt worden ist. Nun verfolgt Polen eine Politik der Nadelsttche und der Völkerbundkommissar van Hamel, der in Danzig wohnt, ist nicht besonders geeignet, dagegen einen Damm jzu errichten. Danzig braucht Geld, darf aber eine Anleihe abschließen mit Genehmigung der Finanzkommission des Völkerbundes. Nun besteht aber seit langem ein Streit zwischen Danzig und Polen, wie zwischen beiden -Staaten die Zolleinnahmen verrechnet werden sollen, die auf die Einfuhr gelegt worden sind. Eine Regelung dieser Streitfrage war besonders deswegen ktvichtig, weil die neue Anleihe Danzigs u. a. durch diese «Solleinnahmen des Freistaates garantiert werden sollte. »Nach vielmonatigen Verhandlungen, die auch die Sep- Itcmberiagung.des Völkerbundes im vergangenen Jahre beschäftigt haben, ist es nun endlich gelungen, eine Eini­gung zu erzielen. Das ist besonders deswegen von .Be­deutung, weil vor kurzem die deutschen v-Banken sich ge­weigert haben, dem Freistaate die Anleihe zu gewähren; i unterbaut werden sollte nämlich diese Anleihe auch noch ? durch das Danziger Tabakmonopol. Die deutschen f Banken weigerten sich deswegen, dabei mitzumachen, weil Wei den Genfer Verhandlungen die Danziger Abordnung Bedingungen angenommen hatte, die einer Ausschaltung des deutschen Bankeinflusses bei dem Danziger Tabak- ; Monopol gleichkam. Polen hat auch jetzt wieder gefordert, an der Danziger Tabakmonopolbetriebsgesellschaft mit leinem weitaus entscheidenden Einfluß beteiligt zu sein; I das deutsche Auswärtige Amt hatte sich trotzdem auf das lebhafteste dafür eingesetzt, daß die deutschen Großbanken ^ sich dann wenigstens an der Danziger Sanierungsanleihe

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neu k beteiligten, aber deren Vertreter erklärten, daß sie unter [teil »Esen Umständen auch hierbei nicht mitmachen wollten, elü D -cr Völkerbundrat hatte am 10. März d. I. einen be- heii L sonderen Beschluß über die Höhe der deutschen Beteiligung : In È gefaßt, jedoch wollten die deutschen Banken jetzt nicht mit- on »machen, weil auch hierbei der polnische Einfluß be- zei- i herrschend sein würde.

Gewiß wird deutscherseits alles getan werden, um dieser ehemaligen deutschen Stadt zu helfen. Aber wie gefährdet die Lage des Freistaates ist, das geht aus einem weben erschienenen Artikel des Danziger Polenblattes, der > âzeta Gdanska", hervor, in dem die polnische Regierung ... JR nichts Geringerem aufgefordert wird als zu einem tadi »gewaltsamen Vorgehen gegen Danzig, und mit uni »Merordentlich scharfen Ausdrücken verlangt wurde, daß )K I âlen Danzig gegenüber keine Politik der Verständigung Mund des guten Willens verfolgen sollte, sondern nur eine W lolitik der Gewalt.Wenn das kapriziöse Söhnchen allzn- MM der Mutter lästig wird und mit geduldigen Mahnun- und Warnungen keine erwünschten Resultate erzielt FMn, dann nimmt man die Rute und drischt ihm ganz I Amtlich die Höschen aus ... Es ist Zeit, jetzt an die U W zu denken. Mitte! haben wir immer genug in der Der Danziger wird zuerst schreien, wird sich win- I m und drehen und in alle Welt hinausbrüllen. Mag I schreien, mag er brüllen! Die Hungerkur wird ihm

I und ihn zur Besserung bringen . . Und Marschall I ^"wdski wird ihn schon zu zähmen wissen und wenn er mit der Peitsche knallen müßte ... Er kann das

er hat die Macht dazu. Dresche, dresche, Herr

Marschall, nach seiner Art! Diese Belehrung würden die junger verstehen, denn sie haben sich daran gewöhnt, ^achc er sofort Ordnung und befreie unsere Lungen, unser ^rmungsorgan von diesem Alpdruck, der uns seit Jahren Sg schreibt das Polenblatt.

, Diese Ausführungen sind wirklich unmißverständlich, uutzerdem bezeichnend für die Wünsche, die Polen Danzig «ogenuber hegt. Wenn jetzt eine kümmerliche Verständi- in einem der vielen Streitpunkte herbeigeführt wor- ist, so ändert das an der Einstellung Polens Danzig v-Mber nicht das geringste. Der Völkerbund hat ja ge- SW, daß sich Polen mitten im Danziger Hafen einen Tun!t geschaffen bat, den cs eifrigst ausbaut. Und M.^enf hat. man auch des weiteren versucht, mit allen ^61« zu verhindern, daß sich Danzig in seinen finan- Leuen Nöten, die in der Grenzziehung des Versailler "üages wurzeln, nun etwa an die alte Hermat wendet.

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Fulda, Freitag, 29. April

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4. Jahrgang

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Internationale WirffchastHolitik in Genf.

Was wird Rußland tun?

Nach Beilegung des russisch-schweizerischen Konflikts war in Genfer Kreisen die Hoffnung aufgetaucht, daß Rußland an der am 4. Mai in Gens beginnenden Welt- Wirtschaftskonferenz sich beteiligen würde, da jetzt jedes Hindernis für Rußland beseitigt schien, wieder russische Vertreter in die Schweiz zu entsenden. Vom Völkerbund- sekretariat wird denn auch jetzt darauf hingewiesen, daß die Einladung zu der Konferenz an Rußland, die aus ein­stimmigen Beschluß erfolgte, unverändert weiterbestehe. Es wird weiter betont, daß die Delegierten der Sowjet­union in Genf dieselbe Aufnahme finden würden wie die Vertreter der anderen Staaten. Allerdings scheint Ruß­land noch immer keine rechte Lust zu verspüren, an der Weltwirtschaftskonferenz teilzunehmen. Begründet wird dieser ablehnende Standpunkt vor allem damit, daß Ruß­land noch nicht in der Lage gewesen sei, die nötigen Vor­bereitungen für eine Konferenzteilnahme zu treffen. Immerhin ist es möglich, daß die russischen Machthaber ihre Pläne noch ändern und wenigstens eine Studien­kommission nach Gens entsenden werden, die dann als Beobachter an der Weltwirtschaftskonferenz teilnehmen würde.

Verschiedene Politiker haben bereits ihre Forderun­gen bekanntgegeben, die sie an das Ergebnis der Welt­wirtschaftskonferenz stellen zu müssen glauben. So er­wartet der österreichische Bundeskanzler Seipel, daß die Konferenz mindestens Richtlinien für die künftige praktische Wirtschaftspolitik finden müsse. Die bisherige Politik kurzfristiger Handelsverträge der Nachfolgestaaten müsse durch ein System langfristiger Bin­dungen ersetzt werden. Der ehemalige französische Mi­nister Loucheur fordert den Abschluß einer Zollunion und eines internationalen Handelsvertra- g e.s in Genf, wenn nicht Europa gezwungen werden soll, vor dem täglich wachsenden Reichtum der Vereinigten Staaten abzudanken.

In der deutschen Öffentlichkeit waren Gerüchte ver­breitet, daß die Absicht bestände, in Genf auch die wieder ins Stocken geratenen deutsch-französischen

Handelsvertragsverhandlungen weiterzu­führen. Diese Gerüchte sind, wie mitgeteilt werden kann, unzutreffend. Von deutscher maßgebender Seite wird darauf hingewiesen, daß Genf für die Fortführung dieser Verhandlungen nicht der rechte Boden sei. Allerdings wird hierbei betont, daß die Genfer Besprechungen nicht ohne Einfluß auf die deutsch-französischen Handelsver­tragsverhandlungen bleiben würden.

Dr. Stresemann über Wirtschaftsverständigung.

Auf einer Mitgliederversammlung des Vereins deut­scher Maschinenbauanstalten in Berlin behandelte Reichs- außenminlster Dr. Stresemann in einem Vortrag die Lage der deutschen Wirtschaft. Er kam hierbei auch auf die be­vorstehende WeltwirtschaftHkonferenz zu sprechen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie alle Fragen der inter­nationalen Verständigung einer Lösung näher­bringen würde, wenngleich die Genfer Tagung auch nur ein Anfang sei. Dr. Stresemann erklärte weiter, daß die deutsche Wirtschaft sich noch immer in einem Zustand tiefster Depression befinde. Deshalb sei die Recchsregierung auf die Mitarbeit aller Zwerge der Wirt­schaft, namentlich auf dem Gebiet der Handelsvertrags­politik, angewiesen.

Wenn wir, so betonte Dr. Stresemann, an dem wei­teren Ausbau unserer Handelsverträge arbeiten, so ist es notwendig, zu erkennen, daß nur in der gegenseitigen Verflechtung des Güterverkehrs allein der Nutzen und Gewinn aller Volkswirtschaften gesucht und gefunden werden kann. Wir müssen selbstverständlich be­reit sein, anderen Nationen in der Handelspolitik ent­gegenzukommen, wenn sie ihrerseits bereit sind, Deutsch­lands wirtschaftliche Lebensnotwendigkeiten zu berück­sichtigen.

Die Veteiligung an der WeUwMsGasistonferenz.

Genf. Zur Teilnahme an der nächsten Mittwoch beginnen­den Weltwirtschastskonferenz haben sich nunmehr im ganzen 44 Staaten, darunter auch,Brasilien, angemcldct. Spanien hat ausdrücklich die Teilnahme schriftlich abgelehnt. Man rechnet mit der Anwesenheit von rund 400 Delegierten und Sachver­ständigen, die an der voraussichtlich drei Wochen dauernden Konferenz mitarbeiten werden. Frankreich wird durch eine besonders starke, 52 Personen zählende Delegation vertreten sein.

Sie Sochwafferkaiasirophe.

Das ganze Odertal überschwemmt.

Das Hochwasser der Oder hat jetzt Schwedt erreicht Zwischen Schwedt und Gartz sind etwa 10 000 Mor. gen Wiesen- und Ackerflächen über, schwemmt. An der ganzen Ostseeküste steht das Wasser bis au die Dünenkette. Bei Gartz erreichte der Pegel mit 1,82 seinen höchsten Stand. Das Odertal bildet fast eine einzige Wasserfläche. Auch in Hinterpommern sind die

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Das überflutete Odergebiet.

Leba, Luppow, Stolpe und Lippe über die Ufer getreten und haben Wiesen- und Ackerflächen überschwemmt. Im Oberlauf geht das Hochwasser der Oder bereits langsam zurück.

Im Mündungsgebiet der Havel, der Stcpcnitz und der Karthane sowie der Löcknitz ist das Hinterland in eine endlose weite Wasserwüste verwandelt worden. Viele tausend Morgen Wiesen-, Weide- und Ackerland stehen unter Wasser. Aus Strodehnc bei Havelberg wird be­richtet, daß 6000 Morgen überflutet sind. Infolge der neuen Hochwasserkatastrophe stehen die Landwirte hier ge­radezu vor dem Nichts; das Vieh können sie unter den ge­gebenen Umständen nicht länger halten. Die meisten Land­wirte mußten nach der Vernichtung, der vorjährigen. Ernte ibr Vieb bei anderen hilfsbereiten Landwirten unter-

dringen. Schwere Vorwürfe werden immer wieder gegen die verantwortlichen amtlichen Stellen laut, daß sie mit der Elbe- und Havelregulierung nicht vorwärtskommen« Das "Elbehochwasser.

Die Sommerdeich» der vom Hochwasser bedrohten Ortschaften sind teilweise überflutet. Das Werk Goth­mann ist völlig eingeschlossen und gleicht einer Insel. Die Straße von Lauenburg ist vom Hochwasser umspült. Die Dämme mußten gestützt werden. Auch die Kirche von Hitz­acker ist vom Hochwasser bedroht. Der Schaden dürfte den des vorigen Sommers wesentlich übersteigen. Nach Mel­dungen aus Dömitz sind auch in der Gegend von Damnatz die Sommerdeiche überflutet. Das Dannenburger Gebiet gleicht einem Meer. Bei starkem Sturm und Regen be­fürchtet man überall noch ein Steigen des Wassers.

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Überschwemmungskatastrophe im Mississippiml.

Im südöstlichen Arkansas und im Mississippidelta sind nahezu vierzig Städte innerhalb eines Umkreises von nicht weniger als hundert Meilen überschwemmt. Die Lage der Tausende von Flüchtlingen wird als sehr ernst geschildert, da die Wasserwogen beständig gegen die Deiche und Hügel stoßen, auf denen die Flüchtlinge Zuflucht ge- sucht haben. Die Einwohner der durch die Überschwem­mung verwüsteten Gebiete haben dringend um Boote, Kleidung, Nahrungsmittel und andere Lebensbedürfnisse gebeten.

Nach Meldungen aus New Orleans hat der Gouder- neur von Louisiana den Ausnahmezustand über die Provinz verhängt, da infolge des beabsichtigten Damm­durchstichs, der vorgenommen werden soll, um ein Nach­lassen des riesigen Wasserdrucks zu erreichen und die Gefahr einer Überflutung New Orleans' abzuwenden, blutige Zusammenstöße im Bereich der Möglichkeit liegen. Die Stadtverwaltung von New Orleans bat die volle Verantwortung für die durch die Durchstechung des Dammes entstehenden Schäden übernommen. Man rechnet damit, daß durch diese Maßnahme 100 000 Acres guten Ackerlandes unter Wasser gesetzt werden. Die ge­samte Nationalgarde des Staates Louisiana ist aus. geboten worden, um die erregten Bauern, die bewaffnete Posten auf dem Damm ausgestellt haben, in Schach zu halten. Die Kosten, die der Dammdurchstich verursachen wird, werden auf viele Millionen Dollar geschätzt.

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' Auch in Rußland Überschwemmungen.

Nach Meldungen aus Moskau sind bei Bijsk weite Landstrecken überflutet, Irkutsk und Saratow sollen gleich­falls unter Wasser stehen.

England droht erneut mit Sanktionen.

EinManifcst gegen England.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Tele­graph" meldet: In der letzten Kabinsttssitzung wurde der früher gefasste Beschluß aufrechterhalten, daß Groß-