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Zul-aer /lnzeiger

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ft. 105 1927

Meine Zeitung für eilige Leser.

Tageblatt für Rhön und vogelâr^ Zulöa- und Hsnmtal*Mössr KreiMM

Redaktion und Gefchästsstelle: Mühlenstraße 1 Zernfprech-flnschlvß Nr.W^

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Fulda, Freitag, 6. Mai

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4. Jahrgang

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* Auf der Weltwirtschaftskonferenz in Genf hielt der deutsche t ^ciegatiDnëfütjrer v. Siemens eine Rede, in der er die Auf- copll gaben der Weltwirtschaftskonferenz klarlegte.

sind» »Reichspräsident v. Hindenburg empfing die Führer de§ kuii I Stahlhelms, die ihm ihre Ergebenheitsbezeugungen bar* an'â brachten.

stuf® * Die älteste deutsche Ärztin, Dr. med. Franziska T i b u r < gefüllt, ist in Berlin unerwartet gestorben.

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D * Die vom Präsidenten Coolidge einberufene Seeabrüstungs- Ilenserem der drei Länder England, Amerika und Japan wird UM 20. Juni in Genf beginnen.

I * Der KreuzerEmden" stellte auf seiner Ostasienreise die

»Mer größte gemessene Meerestiefe von 10 430 Meter fest.

Hebung des Lebensniveaus".

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Am Landwirtschaft und Genf.

über die allgemein wirtschaftlichen Fragen, die auf der Genfer Wirtschaftskonferenz verhandelt werden, ist dielleicht allzu unbekannt geblieben, daß doch eine beson­dere Kommission dieser Konferenz sich auch mit land­wirtschaftlichen Fragen beschäftigen soll. Wenn daher gerade ein Mann wie der frühere Reichsernährungs- minister Dr. Hermes nach Genf entsandt worden ist, so geschah das aus dem Grunde, um für jene Kommission deutscherseits einen Sachverständigen zu stellen. Immer wieder muß betont werden, daß diese Wirtschaftskonferenz liusschließlich eine Aussprache bedeutet, daß also nicht eine direkte, sondern höchstens eine indirekte Wirkung erzielt werden kann. Aufgabe der Delegierten ist es also, durch andere Mittel und Wege diese Wirkung zu verstärken, und so hat denn auch Dr. Hermes Gelegenheit genommen, Vor den Vertretern der Presse in Genf über Agrar­fragen zu sprechen. Natürlich rückte er auch die agrar­politischen Angelegenheiten in den Vordergrund und man kann über seine Ausführungen den alten Satz setzen:Hat der Bauer Geld, so hat's die ganze Welt."

Eine Zwischenbemerkung mag eingeschaltet werden: Es gibt nur ganz wenige Länder in Europa, die hinsichtlich ihrer Ernährung auf ausländische Zufuhr nicht ange­wiesen sind; die meisten Staaten bedürfen vielmehr dieser - WW. feto so versteht man, wenn Dr. Hermes zrr Beginn seiner Ausführungen erklärte, daß die Weltwirt- I schaftskrise nur dann erschöpfend behandelt werden kann, I wenn auch die Erscheinungen der Weltagrarkrise I dabei in vollem Ausmaße berücksichtigt werden; denn die I Weltwirtschaftskrise treffe die Landwirtschaft nicht weniger I "'s Industrie und Handel.

Gerade die Frage der inneren Kaufkraft in jedem einzelnen Lande ist es ja, die das eigentliche Beratungs- B gebiet der Genfer Konferenz ausmacht, wenn es auch nicht gerade auf der Tagesordnung steht; letzten Endes W doch jeder Staat, um zu einer gesunden Wirtschaft zu kommen, darauf angewiesen, den Hauptteil seiner Er­zeugung im eigenen Lande abzusetzen. Dabei hat die Landwirtschaft, wie auch vor kurzem der jetzige deutsche Neichsernührungsminifter Schiele ausführte, eine nicht minder wichtige Aufgabe wie die Industrie; zwischen dem Gesetz eines Gleichgewichts auf dem Binnenmarkt und dem Interesse am deutschen Überseehandel bestehe kein wirklicher Widerspruch. Aber es ist nun einmal Tat- Ä daß Deutschland für viele hundert Millionen an Lebensmitteln einführt, die durch eine pflegliche Behand- lung der Landwirtschaft erspart und dem Binnenmarkt ^geführt werden können.

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Dr. Hermes gab dann einen überblick über die ^Produktion an Agrarerzeugnissen, der manchem die ssNen öffnen kann über das, was nicht bloß in der Welt, sondern besonders in Deutschland an landwirtschaftlichen Wien erzeugt wird. Wenn Dr. Hermes darlegte, daß Mein an Weizen diè Welt für 19,5 Milliarden Mark, an l«eis sogar für 5g Milliarden Mark hervorbringt, so »berschwindet dagegen der Wert der Weltproduktion an I^te mit 17 Milliarden und der des Petroleums mit ^.Milliarden. Das Deutsche Statistische Reichsamt be- IM den Wert des gesamten Welthandels mit 241 Mil- I Mark im Jahre 1924 und dabei sind die land­schaftlichen Produkte mit etwa einem Drittel.Die Mung der Weltwirtschaftskrise kann also nur durch ^beziehung aller Produktionszweige erfolgen," , so Hermes, wobei die Agrarerzeugnisse wirklich nicht 7 unwichtigste Rolle spielen dürften. Ist es denn in Mschland so mag hier eingeschaltet werden be- daß beispielsweise der Wert der von der deutschen ^udwirtschast erzeugten Milch und Milchprodukte um 11 beträchtliches den Gesamtwert der deutschen Kohlen- »ung übersteigt, also eines der wichtigsten Zweige brutschen Schwerindustrie? Dabei ist doch die Ver­dung biefer Waren lediglich ein Nebenzweig in der »wirtschaftlichen Erzeugung.

P Dr. Hermes ging dann noch des weiteren ein auf die teilung der ländlichen Erzeugung, also auf die snw ' ^ie Erzeuger und Verbraucher aufs engste zu- ^"^ngebracht werden können. Er verwies auf die Zu- mmenarbeit zwischen den landwirtschaftlichen Erzcuger- h^"enschaften und den Konsumgenossenschaften und hob hp daß beispielsweise die Großeinkaufsgesellschaft der w chchen Konsumvereine in Hamburg über 60 % ihres IobW an Butter, Hülsenfrüchten und Kartoffeln von i'w^'"schaftlichen Genossenschaften des Inlandes und Hannes direkt, also unter Ausschaltung des Zwlschen- L»dels, bezogen habe. Hier rührt Dr. H e r m c s an eine hic ia gerade in Deutschland Gegenstand cm- Erwägungen geworden ist: die unmittelbare Ä10 zwischen Erzeuger und Verbraucher^ Es wäre $u ft die volkswirtschaftliche Bedeutung bcs Handels namentlich des Kleinhandels, der die Auf­bat. Sonderbedürfnissß zu befriedigen. Aber ment zu

D. Siemens vor der

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Durch Arbeit zur Wohlfahrt."

Auf der Weltwirtschaftskonferenz in Genf, die auch vielfach als das Parlament der Millionäre bezeichnet wird, hielt der deutsche Delegationsführer, von Siemens, seine mit Spannung erwartete Rede. Als Zweck der Konferenz bezeichnete Dr. von Siemens, in gemeinsamer Aussprache den Politikern die Grundforderungen der Wirtschaft auf- zuzeigen, damit die bestehenden wirtschaftlichen Hemmun­gen abgebaut und der natürlichen Entwicklung wieder freierer Spielraum gewährt werden kann. Nur so kann in gemeinsamer Arbeit das von allen erstrebte ZielH e - bung des Lebensniveaus der Bevölke­rungen" erreicht werden. Es wäre ein großer Erfolg der Konferenz, wenn einige zum Teil vielleicht nur vor­bereitende, den Weg in die Zukunft ebnende Empfehlun­gen ausgesprochen werden würden, von denen die Welt aber auch die Überzeugung bekäme, daß sie mit einigem guten Willen von den Politikern durchgeführt werden könnten.

Die Beeinflussung der Wirtschaft durch die Staats­leitungen ist heute viel größer als vor dem Kriege. Viele Staaten haben Maßnahmen mit Rücksicht auf mögliche Kriege getroffen. Hierdurch ist eine starke Beeinträchti­gung der natürlichen Produktionsbedingungen zum Schaden der Lebenshaltung der Bevölkerung eingetreten. Weiterhin sind die Produktionsstätten aus Kriegs- und Juflationsgründen weit über das notwendige Maß ver­mehrt.

Herr von Siemens kam dann auf die nach dem Kriege cingelretene Arbeitslosigkeit in Europa zu sprechen, die er in der Hauptsache auf die plötzliche Verteuerung der Arbeitskräfte in Europa zurückführt. Es ist die große Frage, was sozial richtiger ist, dafür zu sorgen, daß mög­lichst viele Menschen Aâsit habâ^ wenn uurij M einem etwas geringeren Einkommen, oder dyß diejenigen, die im Besitz von Arbeit find, möglichst viel verdienen und dann von diesem Verdienst zum kärglichen Unterhalt der anderen abgeben. Alle Wirtschaftler müßten sich stets ihrer obersten Pflicht bewußt bleiben, für das Wohl des ge­

samten Volkes zu sorgen, und sich vor Augen halten, daß das Ergebnis ihrer Arbeit den Lebensstandard ihres Volkes in materieller, sozialer und kultureller Art bestimmt.

Die in deutscher Sprache gehaltene Rede des Prä­sidenten des Rejchswirtschaftsrats, von Siemens, wurde von den außerordentlich zahlreichen Delegierten, die der deutschen Sprache mächtig waren, mit lebhaftem Interesse angehört. Etwa fünfzig Delegierte und Sachverständige hatten sich in der Nähe der Rednertribüne aufgestellt, um den Ausführungen des Herrn von Siemens besser folgen zu können, der für seine Darlegungen von allen Bänken lebhaften Beifall erntete.

In der voraufgegangenen Sitzung hatte noch der Vertreter Schwedens, Prof. C a s s e l, auf die Notwendig­keit richtiger internationaler Zusammenarbeit hinge­wiesen, während der italienische Delegierte betonte, daß eine Atmosphäre des Friedens nur geschaffen werden könne, wenn man jedem Lande ermögliche, durch feine Arbeit zur Wohlfahrt zu gelangen.

Zwischenfall mit der russischen Delegation.

r Nach dem Eintreffen der russischen Delegation in Genf ist es bereits zu einem Zwischenfall gekommen, der beinahe zur Abreise der russischen Vertreter aus Genf ge­führt hätte. Die russischen Delegierten fühlten sich nämlich durch die intensive Bewachung, die beinahe einer Kon­trolle gleichkam, zu stark belästigt. Durch eine Unter­redung mit dem Generalsekretär des Völkerbundes sind allerdings die von ihnen gewünschten Verbesserungen erreicht worden, so daß sie bereits an der Donnerstag- sitzung Teilnahmen.

Oer Wettbewerb für das Völkerbundhaus.

Das Preisgericht für den internationalen Architekten­wettbewerb für das Völkerbundgebäude hat keinen der eingereichten 377 Entwürfe zur Ausführung empfohlen. Die gesamte Preissumme von 165 000 Franken wurde in neun erste Preise von je 12 000 Franken und in neun zweite und neun dritte Preise von je 38C0 bzw. 2500 Franken aufgeteilt. Unter den neun ersten Preisträgern befinden sich auch zwei deutsche Firmen. Die weiteren ersten Preise entfallen auf drei Franzosen, zwei Italiener, einen Schweizer und einen Schweden.

Unrecht wird die Klage erhoben, daß sich in diesen Handel, also in die Verteilung der Produktion, zum Teil über­flüssige Zwischenglieder eingeschoben haben, die die Ware verteuern und dadurch daran schuld sind, daß die Land- tvirtschaftserzeugnisse zu Preisen in die Hand des Ver­brauchers gelangen, die zweifellos Gründe zu Klagen ab- oeben. Vieles wäre besser in dem Verhältnis vgn Stadt zu Land, wenn es gelingen würde, verteuernde Überflüssig­keiten auszuschalten. Darum wird die Weltwirtschafts­konferenz in Genf gerade an dieser Angelegenheit nicht vorübergehen dürfen.

Der erkrankte Reichstagöabgeordnete Orewitz.

Wie bereits gemeldet wurde, ist der Vorsitzende der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes, auchWirt­schaftspartei" genannt, der Abgeordnete Drewitz, ziem­

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abend und Sonntag in Berlin versammeln werden, über­brachten.

Der Berliner Polizeipräsident richtet aus Anlaß der am 7. und 8. Mai in Berlin stattfindenden Kundgebungen des Stahlhelms einen Aufruf an die Bevölkerung Berlins, in der darauf hingewiesen wird, daß kein ernstlicher An­laß für eine Beunruhigung vorliege, da die Polizei die erforderlichen Vorkehrungen zum Schutze der Bürger getroffen habe. Der Aufruf weist weiter auf das Verbot der geplanten kommunistischen Gegen­demonstration hin und richtet zum Schluß an die Bevölke­rung, soweit sie nicht an der Kundgebung des Stahl­helms beteiligt ist, die Bitte, der Demonstration fernzu- bleihen.

lich heftig erkrankt. Er kehrte von längeren Vortragsreisen aus Mecklenburg und Pommern erschöpft nach Berlin zurück und mußte alsbald das Krankenlager aufsuchen. Die nervöse Erkrankung soll sehr schmerzhaft sein, obwohl die Ärzte keine ernsten Besorgnisse hegen.

StahlhelmMrer beim Reichspräsldenten.

Der Berliner Polizeipräsident zum Stahlhelmtag.

Der Reichspräsident empfing am Donnerstag vom Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, die beiden Bundes- führcr Franz Seldte und Oberstleutnant a. D. Düstcr- berg, den Bundeskanzler Gèneralmojar a. D. Czettritz, den Hauptschristleiter Dr. Brauweiler und den Hauptmann a. D. Ausfeld, die dein Reichspräsidenten, als dem Ehren­mitglied des Bundes, das T r e u g e l ö b n i s und die Grütze der Frontsoldaten, die sich am kommenden Sonn-

DsuischlanSs Schritt in Frankreich.

Um die Rhcinland-äumuug.

Zu dem Besuch des deutschen B-.schaftsrats Dr. Rieth beim Außenminister Briand wird von gut unterrichteter deutscher Seite festgefteM, daß es sich hierbei um keine planmäßige deutsche Aktion in der Besatzungsfragr handle. In der Aussprache wurde über verschiedene schwe­bende Fragen gesprochen, Sie dadurch an Umfang und Bedeutung gewonnen haben, daß infolge der Abwesenheit des französischen Auß-.muinrstcrs von Paris und der Er­krankung des deutschen Botschafters seit längerer Zeit eine derartige Unterhaltung nicht mehr stattsinden konnte. Es ist anzunehmen, daß neben einer Reihe anderer Fragen in Fortführung des seit einigen Monaten sowohl in Berlin als auch in Paris gepflogenen Gedankenaustausches auch die R h e i n l a n d s r a g c, insbesondere die Frage einer Verminderung der Besatzungsstärke, besprochen worden ist.

Nach demMatin" wird die Rheinlandfrage im nächsten Monat in ein konkretes Stadium treten. Nach demselben Blatt hat Dr. Rieth in seiner Besprechung mit Briand diesen daran erinnert, daß die Reichsregierung einmütig der Überzeugung sei, daß nur eine Nnnühecungs- politik mit Frankreich die Aufrechterhmwng de^ Friedens sicherstellen könnte. Die Demarche des deutschen Geschäfts­trägers müsse als Beginn einer Verhandlung in der Rheinlandfrage angesehen werden.

Möglicherweise wird die Rheinlandfrage auch eine Rolle bei der Aussprache spielen, die Chamberlain mit Briand haben wird, wenn dieser den Präsiden^'.: Doumer­gue auf seiner Reise nach Loudon begleiten wird. Außer­dem werden beide Staatsmänner über die Lage in China und die italienisch-jugoslawische Krise in London einen Gedankenaustausch haben.

Der Fall Mathes.

Im Befinden des Landwirtes Joseph Mathes, der noch immer stark an den Folgen des Kopfschusses leidet, den ihm Leutnant Rouzier beibrachte, ist infolge der neuen Belästigungen durch französische Unteroffiziere, über die berichtet wurde, eine b e s 0 r g n i s e r r e g e n 0 e Ser- schlechte r u n g eingctrcten, die sich insbesondere in er­neuten Lühmungserscheinungen auf der einen Körperseite nub einem Schwinden des Erinnerungsvermögens bemerk­bar macht