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Zul-aer Anzeiger
erscheint jeden Werktag. Bezugspreis: monat- 0 mark. Bei Lieferungsbehmüerungen durch göhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, öahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Krieörich Ehrenklau, Zulda, ■ Mitglied -es Vereins Deutscher Zeitungsver-
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^r. 107 — 1927
Fulda, Montag, 9. Mai
4. Jahrgang
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Kleine Zeitung für eilige Leser.
i * Reichspräsident v. Hindenburg wurde in Oldenburg mit «er Begeisterung empfangen und begab sich von dort nach iZilhclmshnven.
I * Die Preußische Generalsynode lehnte das Kirchengcsetz l-Lci die Einführung des Bischofstitels für evangelische höhere ! Geistliche mit 109 gegen 103 Stimmen ab.
1 * In Berlin gingen die Kundgebungen des Stahlhelms Wchter deutscher Reichsfrontsoldatentag) unter riesiger Bc- piligung aus dem Reiche vom 6. bis 8. Mai vor sich.
* Ein Farmer in Charlestown ermordete zwei seiner Familienmitglieder und sechs weitere Personen und tötete sich selbst. I
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Aer rXW wirtschaftlicher Mittelpunkt.
Der bisherige Verlauf der Weltwirtschaftskonferenz
Genf ist kein sehr erfreulicher gewesen und es ist darum sehr zu begrüßen, daß die C h r i st l i ch e n Gewerkschaften den Versuch machen, durch Einreichung eines großen Programms die Beratungen vorwärtszuschieben. Dieses Programm kleidet sich in die Form einer Erklärung, die von den christlichen Gewerkschaftsführern Hollands, Belgiens, Deutschlands, der Schweiz usw. unterzeichnet ist. Diese Erklärung sagt u. a.: Befriedung der Weltwirtschaft und Befriedigung der wirtschaftlichen Bedürfnisse der Menschheit setzen voraus, daß man nicht die Produktion als solche als den letzten Zweck, der Wirtschaft anerkennt, sondern den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Gütererzeugung stellt. Erst dann kann es wieder zu einer wirklichen wirtschaftlichen Gemeinsamkeit kommen, zu einem gemeinsamen Wollen bei der Erzeugung und Verteilung der Weltwirtschaftsgüter. Ist der Mensch und die Befriedigung seiner Bedürfnisse zum Zielpunkt der Produktion gemacht, dann werden in Handel und Verkehr leichter die Schranken fallen, die in mitunter falsch aufgesaßter Fürsorge für eine eigenstaatliche ^- Erzeugung errichtet worden sind. In entschiedenen Aus- tnüäw wendet sich darum die Erklärung gegen die sich übersteigernde H o ch s ch u tz z o l l p o l i t i k. Darüber hinaus soll eine Gleichbehandlung von Ausländern und Staatsangehörigen durchgeführt werden, außerdem sollen endlich die einschränkenden Maßnahmen für den internationalen Personenverkehr fallen.
Die Erklärung begrüßt grundsätzlich die internationalen Verbindungen der Unternehmungen im Kartell- shndikatsring und in anderen Formen, ist aber der Ansicht, daß bei diesen Vereinbarungen zwischen den Industriellen der einzelnen Länder auch wieder allzusehr die Produktion als solche zum Endzweck gemacht worden ist, daß man dabei viel zu wenig an den Arbeiter denkt. Die Arbeit aber stellt die gleichberechtigte Kraft der Erzeu
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gung dar. Daher muß, um die Arbeit als Förde- rungsiyacht wieder in die ihr zukommende Stellung zu versetzen, bei der Schaffung zwischenstaatlicher und industrieller Vereinbarungen ein engstes Zusammen- iDir'èn nicht etwa nur der Arbeitgeber, sondern auch der Regierungen und der Arbeitnehmer erfolgen. Die Erklärung der Christlichen Gewerkschaften rührt in diesem Zusammenhang auch an die Rückwirkungen, die der Rationalisierungsprozeß der Wirtschaft in allen Ländern auf die Arbeit ausübt. Sie bestimmt die Grenze der Rationalisierung an der Linie, von der ab der Mensch, der Arbeiter, allein die Kosten der Rationalisierung durch Verlust der Arbeit zu tragen hat. Immer wieder wird betont: Der Mensch ist die Hauptsache im wirtschaftlichen Prozeß, nicht etwa die Erzeugung fein Selbstzweck.
Auch agrarpolitisch enthält die Erklärung eine Reihe -von Vorschlägen, in denen nicht bloß die landwirt- ilchastliche Erzeugung allein in die Mitte gestellt i^std, sondern in denen besonderer Wert darauf gelegt k^ird, Erzeugung und Verbrauch unter Ausschaltung
I »Verflüssiger Zwischeninstanzen möglichst eng zusammen- I Fracht werden sollen. Darüber hinaus betont die Er- I ’^ung ganz allgemein, wie wichtig es für einen ge- Nen Wirtschaftsprozeß überhaupt ist, daß eine em- iMge Zusammenarbeit der Arbeitnehmer und
Arbeitgeber erfolgt. Nur auf dieser Grundlage könne Aan eine gesunde Entwicklung des gesamten Wirtschafts- erwarten. Diese Grundlage könne nur geschaffen werden, wenn die Rechte der Arbeiter und Angestellten der anderen Seite anerkannt und zur Auswirkung gebracht werden. So heißt es weiter: „Die Arbeitsbedin- llvngen sollen die Sittlichkeit, Menschenwürde, Kraft und Gesundheit des Arbeiters genügend schützen und die Frei- "üvicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit sowie die " ullung seiner Verpflichtungen gegenüber Gott, der Fa- und der Gesellschaft ermöglichen."
Diese Erklärung will nichts wissen von einem Kampf Ästchen Kapital und Arbeit, von einem nnüberbrück- varen Gegensatz zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern □ den beiden Trägern des Wirtschaftslebens. Vielmehr Äbie Meinungsverschiedenheiten, die bestehen, und die : Kuchen können/ in einem Geiste beseitigt werden, der verbaut ist von der Überzeugung, daß an Gedeih und Werb des Wirtschaftslebens beide Seiten in gleicher interessiert sind und deswegen danach trachten l ''Ucht im Kampf, sondern im Vcrständigungswillen das Seine zu geben. -0-
Der Reichspräsident in Oldenburg
Hindenburgs Oldenburger Reise.
„Überall dem Vaterlande dienen."
Reichspräsident von Hindenburg ist am Sonnabend vormittag in Oldenburg zum Besuch der Staatsregierung eingetroffen. Die Stadt prangt in reichem Flaggenschmuck. An vielen Stellen sind Ehrenpforten errichtet und allenthalben überqueren Tannengirlanden mit bunten Wimpeln die Straßen. Die Teilnahme der Bevölkerung am Besuch des Ehrenbürgers ihrer Stadt ist außerordentlich groß. Auch aus der näheren und weiteren Umgebung ist ein zahlreiches Publikum herbeigeströmt. Der Reichspräsident wurde auf dem Bahnsteig durch Ministerpräsident von Finckh, Oberbürgermeister Dr. Goerlitz, die Chefs der Reichsbehörden, den Divisionskommandeur, Generalleutnant Freiherr von Ledebur, und den Standortältesten, Oberst Gudovius vom Infanterieregiment Nr. 16, begrüßt und nach dem Platz vor dem Bahnhof geleitet, wo eine Ehrenkompagnie, an derem linken Flügel die Generale und Admirale und anschließend die Altveteranen standen, aufgestellt war. Der Reichspräsident schritt die Front ab, nahm den Vorbeimarsch entgegen und trat dann im Viererzug mit großem Reitergeleit die Fahrt zum Staatsministerium an, von der zahlreichen Menschenmenge herzlich begrüßt. In den Straßen bildeten Reichswehr, Krieger- und Militärvereine, Gesang-, Turn- und Sportvereine sowie die Schulen, insgesamt etwa 20 000 Personen, Spalier.
Im Ministerium erfolgte die Vorstellung der Staatsminister und der leitenden Beamten sowie des Landtagspräsidiums und der Mitglieder des Landtages. Etwa 3000 vor dem Ministerialgebäude aufgestellte Schulkinder erfreuten alsdann den Reichspräsidenten durch Gesangsvorträge. Der Reichspräsident dankte mit folgenden Worten:
Liebe Kinder!
Habt Dank für die prächtigen Lieder, mit denen ihr mich herzlich erfreut habt. Ihr hâ eben das schöne Lied gesungen: „Ich hab' mich ergeben mit Herz und mit Hand"; laßt diese Worte nicht nur als Gesang aus euren Lippen sein, laßt sie als ernstes Gelöbnis stets in euren Herzen wohnen und denkt immer daran, daß ihr überall dem Vatcrlande dienen sollt. Dies wollen wir heute geloben, indem wir gemeinsam rufen:
Deutschland, unser heiliges Vaterland, hurra!
Die Kinder sangen darauf das Deutschlailülied.
Jm Anschluß an diese eindrucksvolle Kundgebung unternahm der Reichspräsident eine Rundfahrt durch die Stadt und ihre nähere Umgebung. Hierbei wurde ein kurzer Aufenthalt an der Jngenieurakademie gemacht, wo Lehrkörper und Studierende den Reichspräsidenten begrüßten.
Im weiteren Verlauf des Besuches des Reichspräsidenten erfolgte dann im Rathaus die Begrüßung durch den Oberbürgermeister Dr. Goerlitz, den Magistrat und den Stadtrat. Der Oberbürgermeister sprach hierbei die Hoffnung aus, daß es dem Reichsprä-
Der Stahlhelm in Berlin
Der Stahlhelm in Berlin.
Achte Tagung der Reichsfrontsoldaten.
ki. Berlin, 7. Mai.
Berlin im Zeichen des Stahlhelmtages! Es sind alle Vorkehrungen zu einem ruhigen Verlauf der Veranstaltung getroffen, namentlich die Bahnhöfe sind durch Schutzpolizei stark gesichert, um Zwischenfällen vorzubeugen. In den Straßen sieht man je nach der Stadt- gegend vereinzelt oder auch häufiger schwarz-weiß-rote Fahnen, hier und da auch rote Fahnen. In Extrazugen aus allen Teilen des Landes kommen die Stahlhelmer an. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, scheint sich das
Erster Bundcssührcr des Stahlhelms S c l d t c - Magdeburg.
stdenten vergönnt sein möge, den Wiederaufstieg des deutschen Vaterlandes und eine neue Blüte der Städte, der festen Säulen von Deutschlands Einheit, zu schauen. Der Reichspräsident erwiderte u. a.: „Ich hoffe und wünsche, daß die harten Jahre, in denen Oldenburg wie alle deutschen Städte schwer gelitten hat, nun endgültig vorüber sind und die Stadt eine neue Entwicklung erlebt! Meme besten Wünsche begleiten Sie auf diesem Zukunftswege.
Der Oberbürgermeister dankte sür die Worte und überreichte ihm ein soeben erschienenes Werk „Die Landes- Hauptstadt Oldenburg", das die Entwicklung der Stadt schildert. Vom Rathaus begab sich der Reichspräsident m die Wohnung des Ministerpräsidenten von Finckh, wo ein Frühstück in kleinem Kreise stattfand.
HuldègmrgLN a5kr' Art.
Nach dem Rathausempfaug begab sich der Neichsprä- 'ident im Kraftwagell zum Haarenesch, wo turnerische itni) sportliche Veranstaltungen vorgeführt wurden. Der Reichspräsident ließ sich nach Schluß der Vorführungen .'en Meisterläufer der Deutschen Turnerschaft, Lam- n e r s , vorstellen. Darauf trat er in Begleitung des oldenburgischen Ministerpräsidenten, des Staatssekretärs Meißner und des Majors von Hindenburg die Werter- ,ährt nach Zwischenahn an. Im Strandpark hatten ''.ie Altveteranen, die Vaterländischen Verbände, der Ammerländische Reichsklub, Vereine und Schulkinder Spalier gebildet. Reichspräsident von Hindenburg begrüßte die Altveteranen und begab sich nach Abschreiten der Front zum Bauernhause, wo der Vorstand des Heimatvereins in Ammerländifcher Tracht Aufstellung genommen hatte. Nach kurzer Begrüßung wurde von Mitgliedern ^des Heimatvereins ein Festspiel aufgeführt, worauf ein Imbiß überreicht wurde. ../"
Bei dem Empfangsabend, den die oldenburgifche Staatsregierung zu Ehren des Reichspräsidenten veranstaltete, hielt dieser nach der Begrüßungsansprache des Ministerpräsidenten von Finkh eine Rede, in der er u. a. ausführte:
Gern nehme rch Jbr Gelöbnis treuer Mitarbeit im Reiche entgegen. Memand, dem die ruhige Weiterentwicklung des Reiches am Herzen liegt, will die Sonderart der Läiider und ihr historisch entstandenes Eigenleben antasten oder erdrücken. Wir alle, die wir unser Vaterland in seiner Vielgestaltigkeit kennen und würdigen lernten, sehen in der Mannigfaltigkeit deutschen Volkstums eine Kraftquelle ganz besonderer Art. So geht das eine im anderen auf, so rnündet der Quell des Heimatgefühls im großen Strom der Vaterlandsliebe, so sind Länder und Reich eins'
Gegen 10 Uhr abends bewegte sich einjton den Vaterländischen Verbänden, den Turn- und Sportvereinen veranstalteter Fackelzug durch die Straßen der,Stadt. Auf der Hunte wickelte sich ein wundervoller Korso ab. Die Stadt war an verschiedenen Stellen festlich illuminiert. .
Am Sonntag nahm der Reichspräsident am Regi- mentsfest des Oldenburgischen Infanterieregiments Nr. 91 teil, nach einem Frühstück im Offiziersheim besuchte er die Festvorstellung im Theater und hörte später den Vortrag der vereinigten Männerchöre der Stadt Oldenburg.
Programm wie vorgesehen abzuwickeln, nur ein paar unbedeutende Kürzungen sollen borgenommen werden.
Oie Kundgebung in der phithermonie.
Zunächst schloß sich an die Schulungstagung die öffentliche Kundgebung des Stahlhelms in der Philharmonie an. Unter den zahlreichen Anwesenden sah man viele höhere Offiziere des alten Heeres und der Marine in Uniform und Zivil, u. a. den Generalleutnant von Cramon, Exzellenz von Lüttwitz, Kapitän Ehrhardt, Freiherrn von Walter, weiter eine ganze Reihe von Parlamentariern, darunter den Grafen Westarp und den Präsidenten des Reichslandbundes, Grafen Kalck- r e u t H. Nachdem die Fahnen unter den Kjängen des Pariser Einzugsmarsches auf der mit schwarz-weißroten Fahnen geschmückten Bühne aufgestellt worden waren, begrüßte Major von Stephani, der Führer des Landesverbandes Groß-Berlin, die Gäste. Er dankte der Leitung dafür, daß sie den Stahlhelmtag diesmal nach der Reichshauptstadt zusammengerufen habe. Schon lange habe man darauf gewartet, daß in Berlin wieder einmal deutscher Geist sich öffentlich aus der Straße zeigen könne. Lebhaft begrüßt ergriff darauf der .
Bundesführer Seldte,
der wenige Stunden vorher den ersten Teil der Schu- liingstagung mit einer Ansprache geschlossen hatte, das Wort zu seinem Vortrag über: „Der neue Weg des Stahl h e l m s".
Seltne wies einleitend darauf hin, daß die Nachricht von der Abhaltung des achten Neichssoldaientages in Berlin überall freudig begrüßt worden sei. Am Neichsfrontsoldarentag gedenke der Stahlhelm des alten, ruhmreichen deutschen Heeres, lege sich aber auch Rechenschaft ab über die Jetztzeit und sein Tun und Lassen für neue Pläne und fitr seinen Weg tu die Zukunft. In seiner Botschaft werde der Stahlhelm seine Ansprüche und sich selbst anmcldcn. Der Redner gab dann einen Rückblick auf die Gründung des Stahlhelms im November 1918 Für den Stahlhelm gelte es jetzt, eine Form zu finden, um den alten Frontsoldaten und dem Teil des Volkes, der nach nationalem Wollen und nationaler Betätigung dränge, ein Gebiet