Einzelbild herunterladen
 

Wlöaer /lnzeiger

Ge-

sich das mit Pen ver­eine der sam eaht Da- öhe. neu nge gen.

ist, tlich oer-

Erscheint jeden Werktag. Bezugspreis: monat- Ach 2 Mark. Bei âferungsbehinderungen durch höhere Gewalten", Streiks, Mussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Zriedrich Ghrenklau, Fulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver­leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Ht. 16009

Nr. 1611927

5in» be- >ro- eut- usch her- ssen fall.

-eise ! sich i egel i rak- hat. I cra- )or- ' gen- . eser tige czu- rge-, neu

Kleine^Zeitung für eilige Leser.

' * Der Große Ausschuß des Reichskohlenrates hat die ge­plante Erhöhung der Kohlenpreise abgelehnt.

* Der Verwaltungsrat der Reichspost wird sich in kurzem mit der neuen Gebührenvorlage des Reichspostministers be­schäftigen.

* Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen ist auf 541000 Zurückgcgangen.

* Infolge zweier Schlappen, die es im Parlament erlitten hat, ist das Kabinett Poincaro gefährdet.

* In Palästina herrschte ein Erdbeben, in Rußland wütete eine Wirbelsturmkatastrophc, wodurch über 300 Menschen um kamen.

Das Reichsschulgssetz.

Das Reichsschulgesetz, zu dessen Be­ratung der Reichstag im September zu- sammcntritt, soll in allernächster Zeit vom Reichskabinett verabschiedet werden. Wir sind in der Lage, schon jetzt im folgenden die Umrisse dieses hart umkämpften Ge­setzentwurfes zu veröffentlichen. Ein Mit­arbeiter schreibt uns hierüber:

Heu gen enn var Neil mte rnd, 'ns- iter end rin-

sen,

ang ngs hes end scht, zu

das UUb och- die des die

von

ier- ^al- >ers iielt

lek- Dpa« ab- ge- nen. »el: auch

Ler- ber- Uih-- Vci der

Kom Wito löcil. ut0- «lers lerte mrch, : Ke­usch, teil- mit mekh olche nur und San» t im nor« zwe'- cdeu. hutzt liegt oheu i all« nach i, be« Sand s bis ings- i ein llaxi- ^Heil- e zur

.Es ist der vierte Entwurf eines Reichsschulgesetzes, Verrnun das Licht der Welt erblicken wird. Die Verfassung !hat ihn vorgesehen; der erste erschien auch 1921, erlitt aber das Schicksal, von der Regierung zurückgezogen zu werden, weil ihn der Bildungansschuß des Reichstages gewaltig Amgestattete. Der zweite ebenso wie der dritte kamen über­haupt nicht zur Beratung, weil Regierungskrisen hin­dernd dazwischentraten. Bei dem heißen Streit, der nun einmal auf dem Gebiet des Schulwesens herrscht, wollte der Entwurf, den das jetzige Kabinett herausbringen wird, von einem grundsätzlichen Gedanken ausgehen, der parteimäßig gar nicht abgestempelt ist. Das geschieht nun dadurch, daß zu diesem Ausgangspunkt das Eltern­recht gemacht wird, d. b., der Grundsatz, daß die Er- giehnngsberechkrgten darüber entscheiden sollen, in welcher Form sie ihre Kinder durch die Schicke erziehen lassen wollen. Hierfür kommen dann die drei in der Verfassung vorgesehenen Arten vor, nämlich die Bekenntnis-, die Ge­meinschafts- und die weltliche Schule. Diese.Entscheidung Wird natürlich an die Bedingung desgeordneten Schnl- betrrebes" geknüpft, so daß Zwergschulen ausgeschlossen vlerben, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, den Kin­dern eine geregelte Erziehung und Ausbildung für das Leben nicht zu geben vermögen. Der Wille der Eltern bestimmt also den Charakter der Schule, soweit es sich mit dem Staatsinteresse verträgt, das aber nur Grenzen setzt, nicht übergeordnet ist.

In der Bekenntnisschule soll nun der Unterricht, so ww es die Verfassung vorsieht, der ganze Unterricht im Geist betreffenden Bekenntnisses erfolgen, der Ein- fluß der Religionsgemeinschaften in klarer Form gewahrt fern. Legt doch der neue Entwurf überhaupt das Schwer- Mwècht auf eine möglichst deutliche begriffliche Scheidung der drei Schularten, um dadurch and? eine klare Feststellung des Elternwillens zu ermög­lich«!. Daher wird wohl auch damit zu rechnen sein, daß die sogenannte chrrstliche Simultanschule, wie sie im Süd- gesteht, nach einer gewissen Zeit hin- Mlich ihres Weiterbestehens der Entscheidung durch die Erziehungsberechtigten unterworfen wird, um fcstzu- stellen, ob nicht auch dort die getrennten Konfessions- schulen vorgezogen werden. Was überhaupt an reinen Bekenntnisschulen besteht, soll so lange als dem Eltern- wrllen gemäß betrachtet und damit in seinem Bestehen berechtigt erscheinen, als mcht zwei Drittel der Erziehungs­berechtigten sich dagegen aussprechen und die Umwand­lung m eine andere Schulart verlangen

Voranstellung des natürlichen Elternrechts und klare Scheidung der Schularten diese Grundgedanken werden zweifellos den bevorstehenden Kampf um den Entwurf be­deutend erleichtern. Wenn die Deutsche Volkspartei etwa die Gemeinschaftsschule, wenn die politische Linke die rein weltliche Schule bevorzugt, so soll ja auch für diese beiden Schularten die Möglichkeit der Entwicklung nicht versperrt fein, da alle drei Schularten grundsätzlich gleich behandelt werden, die Bevorzugung einer von ihnen nicht stattfindet. Angesichts des Schulzwanges

des Schulmonopols des Staates hat er auch die Wicht, den Willen der Elternschaft gleichmäßig zu be­rücksichtigen.

Daß trotzdem schwere politische Kämpfe bevorstehen, », namentlich die Zuführung des Entwurfs an den srat dort solche Kämpfe bald auslösen wird, ist ellos schon aus dem Grunde, weil ja die preußische stärker links eingestellt ist und ihre Stimmen

M^ekl gegen den Entwurf mobil machen kann. Im ânystag aber liegen die Dinge doch schon anders; man

A beispielsweise bei dem Gesetz über die Bewahrung oer Jugend vor Schmutz und Schund gesehen, daß die ^^ibung hierüber die Parteigrenzen sprengte. So «rrd es wahrscheinlich auch bei diesem Entwurf geschehen.

Die Versetzung des Prinzen Friedrich Sigismund.

^Siaisnumd â^^ nachmittag wurde Prinz Friedrich cii crlcaen'ift Tagen in Luzern den Verletzun-

Glicnick^ WnfCa£r ^ bei einem Übungsritt zuzog, in Alt- » Glienicke natn^ b^ c^ Pfarrer Koschwald aus ÄrerÄ der Leiche vor, während

iffi inSVh^ Erzieher des Prinzen die An- feier wobnten gehalten batte. Der Trauer-

Ms«.. wohnten Reichspräsident von Hindenburg. Generackeld-

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulba- und Haunetal »Iulöaer Kreisblatt

Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 Zernsprech-slnschluß Nr. 989

Nachdruck der mit * »ersehenen Artikel nur mit QueUenongobe ,§ulâaer Znzeiger"geskottet.

Fulda, Mittwoch, 13. Juli

M

Unwetter im Morgen- nnd Abendlande.

Gewiiiekßürme EMân

Verwüstungen in Europa und Asien.

Die Katastrophe, die dieser Tage im Erzgebirge so fürchterliche Verheerungen angerichtet hat, ist nicht die einzige geblieben. Unmittelbar danach haben Erdbeben in Ägypten und Palästina und Gewitterstürme und Wassers­not in fast allen Ländern Europas gewütet.

Am schwersten hatte die Umgebung von Jerusalem zu leiden. Über Palästina und Transjordanien zog sich aus noch unbekannten Ursachen ein Erdbeben hin, bei dem 31 Personen getötet und eine noch viel größere Zahl verletzt wurden. Viele Stätten, die ein jeder aus der Biblischen Geschichte her kennt, wurden arg verwüstet. So stürzten aus dem Olberg mehrere Häuser ein, in Je­richow fiel ein Hotel wie ein Kartenhaus zusammen. Ain-Karcm, der Geburtsplatz Johannes des Täufers, wurde zur Hälfte zerstört. Die hebräische Universität hat untr dem Erdbeben sehr gelitten. Die Menschen begaben sich auf die Straße und weigerten sich, ihre Häuser wieder zu betreten, da sic an eine Fortdauer des Erdbebens glaubten. Jerusalem selbst ist einigermaßen verschont ge­blieben, nur ein kleiner Turm des Heiligen Grabes weist große Sprünge auf.

Eine W i r b e l st u r m La t a str 0 phe, ähnlich wie im Erzgebirge, herrschte in Rußland im Gouvernement Nishnij Nowgorod. Durch Überschwemmungen kamen hier über 50 Personen um, Brücken wurden zer­stört und das Vieh ertrank. Die Bevölkerung flüchtete auf die Dachböden.

Auf dem Balkan herrschte eine Hitze, wie sie seit Jahren nicht mehr borgefommen ist. In Sarajevo zeigte das Thermometer 46 Grad C e l f i» s. An mehreren Stellen brach infolge der großen Trockenheit Feuer aus. An der italienischen R e v i e r a tobte ein schwerer Sturm; Schiffswerften wurden beschädigt und Badean- stalren durch ven hohrm -Wellengang zerstört. Pa r is wurde von einem schweren Gewitter heimgcfucht. Das Wasser stand auf den Straßen an einigen Stellen 70 Zentimeter hoch und der Verkehr mußte unterbrochen werden. Bei einigen Häusern besteht Einsturzgefahr, bei anderen wurden Bauteile auf die Straße geworfen. Ein ähnlicher Wolkenbruch ging über L 0 n d 0 n nieder, wo viele Überschwemmungen von Straßen, Plätzen und

Marschall von Mackensen, der ehemalige Kronprinz, die Kron­prinzessin, Prinz Eitel Friedrich, Prinz August Wilhelm und zahlreiche Offiziere bei. Außerdem hatten verschiedene Mili­tärvereine und vaterländische Verbände Abordnungen ent­sandt. Während der Andacht umkreisten drei Flieger die Kapelle. Im Trauerzug wurden auch die drei Lieblings­pferde des Prinzen mitgeführt.

Clemenceau schwer erkrankt.

Clemenceau, einer der bekanntesten Politiker Frank­reichs, der den politischen SpitznamenDer Tiger" führt und als einer der Urbeber des Versailler Vertrages gilt,

einer

ist bedenklich erkrankt. Er leidet an den Folgen überstandenen schweren Grippe. Sowohl der Bruder als auch die Kinder Clemenceaus sind am Krankenbett ver­

sammelt. Die Ärzte haben wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten.

AbgelehnLe Kohlenpreiserhöhung.

Der Standpunkt des Reichswirtschaftsministers.

In einer Sitzung des Reichskohlenverbandes und des Großen Ausschusses des Reichskohlenrates wurden nach längerer Erörterung die Preiscrhöhungsanträge des rheinisch-westfälischen, des Aachener, des niedersächsischen Steinkohlensyndikats sowie des mitteldeutschen und des ostelbischen Braunkohlensyndilats und des Kohlensynvi- kats für das rechtsrheinische Bayern von dem Großen Ausschuß des Reichskohlenrates abgelehnt.

Der Bevollmächtigte des Reichswirtschaftsministers gab zur Frage der Erhöhungsanträge nochmals als grundsätzliche Einstellung des Reichswirtschaftsministe-

Mnzekgenpreks: Für Behörden, Genossenschaf­ten,Banken usw. beträgt die Kleinzeile 0.30 Mk., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark Sei Rcchnungsftel- lung hat Zahlung innerhalb 8 tragen zu erfol­gen> Tag- und Plahvorftbristen unverbindlich.

4. Jahrgang '

Kellern vorkamen. Ungefähr 1000 Telephonanschlüsse wur­den unterbrochen und Automobile in der Gegend der Themse von den Wassermassen umgeworfen.

In Deutschland selbst zeigten mehrere Flüsse, vor allem der Rhein, der Main und die Mosel ein ge-

fâhrliches Steigen des Wasserstau

n

Berlin wurden durch den Wolkenbruch beträchtliche Wasserschäden angerichtet, auf der Bahnstrecke nach Halle a. d. S. sind die Eisenbahngleise an einigen Stellen be- . schädigt.

Im Erzgebirge ist man noch immer mit den Bergungsarbeiten beschäftigt. Der Wiederaufbau der zer­störten Orte dürfte ein bis zwei Jahre dauern. Von allen Seiten laufen bei der sächsischen Regierung Beileidstele­gramme und Spenden für die Opfer der Katastrophe ein. Ein Teil der Toten ist bereits beigesetzt worden. An der Beerdigung beteiligte sich die ganze Bevölkerung und auch Vertreter der Reichsregierung sowie der sächsischen Landesregierung. Jetzt scheint die Sonne wieder über dem,Elbtal und im Brockengebiet, aber die Verwüstungen werden den Passanten in diesen Gegenden noch lange ; zeigen, wie das Unwetter hier gehaust hat.

Die Dresdener Garnison im Unwettergebiet.

. Dresden. Wie das Wehrkreiskommando mitteilt, ist seit , Sonnabend nachmittag die gesamte Dresdener Garnison im Unwettergebiet zur Hilfeleistung tätig. Außerdem ist das Magdeburger Pionierbataillon eingetroffen. Dem Komman­deur dieses Bataillons wurden sämtliche in dem Unwetter­gebiet eingesetzten Truppen unterstellt, im ganzen 25 Offi­ziere, 700 Unteroffiziere und Mannschaften mit zahlreichen Fahrzeugen und Gerät.

300 Todesopfer in Transjordanien.

" Kairo. Wie von Augenzeugen berichtet wird, wird die Zahl der durch das Erdbeben in Transfordanien getötete« Personen aus 300 geschäht.

Einäscherung des Rcgicrungsgebäudes von Santiago de Chile.

Paris. DerChicago Tribune" wird aus Santiago de Chile gemeldet, daß das Regierungsgebäude niedergebrannt ist und daß das Gebäude, in dem sich das Innenministerium und die Münze befinden, durch die Feuersbrunst beschädigt ' worden ist. Die Polizei nimmt an, daß es sich um Brand­stiftung handelt.

riums bekannt, daß Kohlenpreissteigerungen auf die Ge­samtwirtschaft preistreibend wirken, die Entwicklung des Binnenmarktes und der Ausfuhr aber durch weitere Er­höhungen des Preisniveaus beeinträchtigt würde. Im Rahmen gemeinwirtschaftlicher Regelung müsse hierauf Rücksicht genommen werden. Zusammenfassung vom Preiserhöhungen wegen Lohnerhöhungen, ohne Rücksicht auf den Markt und die Lage der Werke, würde Antrieb und Begründung für neue Lohnerhöhun­gen und in der Folge neue Preiserhöhungen geben. Vom Standpunkt der Preisbemessung nach der Selbst- kostenberechnung sei zwar eine Steigerung der Selbst­kosten bei Fallen der Erlöse festzüstellen, die Berechnungen erfaßten aber nicht den gesamten Umfang der wirtschaft­lichen Betätigung der Werke und Konzerne. Aus diesen Gründen halte der Reichswirtschaftsminister Kohlenpreis- erhöhungcn bei der gegenwärtigen Lage für u n v e r e i n- barmitdemGemeinwohl.

Die deutsche Beschwerde in Brüssel.

Pariser Phantasien.

über den Stand der deutschen Beschwerde gegen die bekannten Erklärungen des belgischen Kriegsministers be; Brogueville über die deutsche Reichswehr wird offiziös . mitgeteilt:

Die belgische Regierung hat den deutschen Gesandten in Brüssel wissen lassen, daß die in Frage stehenden Erklä­rungen in der Presse nicht richtig wiedergegeben sind. Der authentische Wortlaut der Erklärungen ist bedauerlicher­weise in Brüssel noch nicht veröffentlicht worden, so daß eine endgültige Stellungnahme dazu im Augenblick noch nicht möglich ist. Schon jetzt steht aber fest, daß die Äuße­rungen des belgischen Kriegsministers, wie sic zunächst veröffentlicht wurden, den Tatsachen widersprechen, bafc insbesondere die Behauptung einer vertragswidrigen vor­zeitigen Entlassung von Reichswehrangehörigen unwahr ist. Die von einem Teil der ausländischen Presse an die ersten Meldungen geknüpften Kommentare sind hiernach ohne weiteres hinfällig. Die deutsche Beschwerde wird aus diplomatischen Wege weiterverfolgt.

Zu Behauptungen des Berliner Berichterstatters des Echo de Paris" über den Bau von Observato­rien an Stelle der zerstörten Unterstände an der deutschen Ostgrenze erklärt das Reichswehrministerium: ,Jn bot Gegend von Landsberg haben Pioniere der Reichswehr auf Wunsch der dortigen Forstverwaltung drei Holztürme gebaut. Der Zweck des Baues für die Pioniere war Aus­bildung in Schlag und Bearbeitung von Holz, der Zweck des Baues für die Forstverwaltung Überwachung von Waldbränden. Die Türme sind Eigentum der Forstver- waltting. Fernsprechverbindungen zu Reichswehrgarni­soneu bestehen nicht. Die Forstverwaltung hat eigene Leitungen zu ihrer schnelleren Benachrichtigung angelegt. Eine Besichtigung oder Übernahme durch höhere Reichs- Wehroffiziere oder Vertreter des Reichswehrministeriums hat nie stattgefunden.